Google Wave Fail?: Gmail-Erfinder Paul Buchheit sieht wenig Sinn in Google Wave

Große Welle und nichts dahinter? Selbst Gmail-Erfinder Paul Buchheit hatte bislang keinen Anlass, Google Wave zu testen. Jetzt hat er es doch getan und ist wenig begeistert. Nachdem Buchheit sich bereits im Interview mit TechCrunch als Wave-Verweigerer geoutet hatte, bezog er nun auf seinem Blog noch einmal Stellung und ging dabei auch auf seinen eigenen ersten Test ein.

Nach wie vor glaubt Buchheit nicht daran, dass Wave die traditionelle E-Mail ersetzen wird. Sein Rat an Google: „Entwickelt Wave weiter, macht sie noch besser. Und wenn Wave dann soweit ist, dass sie von allen genutzt werden kann, integriert Wave in Mail“. Damit würde Wave mit einem Schlag eine riesige Nutzerbasis erhalten und darüber hinaus eine Anbindung an die E-Mail als universelles Kommunikationsmittel bekommen.

Eine interessante Diskussion zum Nutzen von Google Wave hatte bei uns am Freitag Andy Lenz mit seinem Artikel „Google Wave Fail?: Warum ich Google Wave nicht nutze“ angeschoben. Der yeebase-Mitgründer hat genügend Tools in seinem Alltag und findet keinen Grund, sich Google Wave überhaupt anzusehen. Bislang gibt es in den Kommentaren nur einen der erhofften Berichte mit praktischen Anwendungsbeispielen. Den Nutzen für die Praxis muss man bei Google Wave derzeit noch mit der Lupe suchen.

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7 Answers

  1. von Amir Hodzic 30.11.2009 (12:17Uhr) 1.

    War irgendwie zu erwarten, man kann nun mal nicht mit jeder Schnapsidee neue Standards setzten :)

  2. von Sebastian Gebhard 30.11.2009 (12:25Uhr) 2.

    Ich bin auch noch nicht überzeugt von Google Wave, aber ich bin auch vorsichtig damit es voreilig als Schnappsidee zu bezeichnen.

    Ich denke nur dass es Marketingfehler von Google war zu sagen "Wir haben hier etwas gebaut, es ist noch sehr buggy und wir wissen nicht wofür man es benutzen kann, aber es wird die Email ersetzen."
    Vielmehr hätte man sich bedeckt halten sollen, bis Wave stabiler ist und erst einmal Anwendungen und Use-Cases entwickeln sollen.

  3. von jimbamir 30.11.2009 (14:02Uhr) 3.

    Das mit der Schnapsidee war übertrieben, stimmt. Google Wave ist ja an sich nur ein Interpreter für ein Protokoll, dass wohl das Internet hätte verändern sollen.

    Davon abgesehen das der Client ziemlich lahm ist, greift das - ich nenne es einfach mal so - "Das große Kommunizieren" in diesem System nur wenn man schon einige Kontakte im System hat.

    E-Mail ersetzen kann es meiner Meinung nach nicht.

  4. von Andreas 30.11.2009 (19:06Uhr) 4.

    Hallo Leute,

    Ehrlich gesagt finde ich die Aussagen zu Google Wave etwas zu negativ.

    Ich nutze nun Google Wave seit fast zwei Monaten. Ich habe auch alle meine Arbeitskollegen in der Abteilung mit Accounts ausgestattet. Es ist eine wesentliche Erleichterung gegenüber Mail und oder Collaboration Software.

    1) Dynamische Agenda zu Besprechungen - und man sieht quasi immer wenn etwas neues dazu kommt.
    2) Ist ein Punkt der Agenda komplexer kann man einfach Waves miteinander verlinken - und den Punkt in einer eigenen Wave unterbringen.
    3) Hat man Dateien die man dazuhängen will nimmt man die einfach und wirft sie rein - per drag and drop
    4) Bilder haben gleich Thumbnails und man kann es aufbauen wie eine Website (Bild zu Text)
    5) Gadgets wie Statusbar u.ä.

    Wunderbar ist das ganze System auch für Offene Punkte Liste, die offenen Punkte können auch gleich bei der jeweilgen Person eingetragen werden können.

    Ideal zum deligieren im Team. Aber wenn einem das nicht interessiert kann man es einfach auf Unfollow schalten.

    Aber auch Privat ist es praktisch.
    Wer von euren Freunden kann denn einen FTP Server bedienen?

    Letztes Wochenende war ich mit Freunden wandern - und wir wollten nachher die Fotos austauschen. Ich hab sie gerne in Top Qualität, falls ich sie irgendwann mal ausarbeiten lassen will.

    Meine Freundin (die nicht bei mir wohnt) will nicht alle runterladen - weil nur mobiler Internetzugang vorhanden - will die Fotos trotzdem sehen.

    Alle werfen die Fotos rein in die Wave - die Voransicht brauch kaum Bandbreite - und ich kann mir die Fotos in Top Quali runtersaugen - ganz ohne FTP und hin und her.

    Auch bei anderen Dingen hat es sich als nützlich erwiesen.

    Aber ich denke das wäre zu viel des Guten.

    LG Andreas

  5. von Frederik Kreijmborg 30.11.2009 (22:08Uhr) 5.

    Meine Google Wave Einleidung ist gestern angekommen - allerdings fühle ich mich ein wenig "erschlagen" und gleichzeitig verloren, da niemand meiner (wenigen) Onlinebekanntschaften den Service nutzt.

    Ich denke, dass der Gedanke hinter der großen Welle gut ist, ob der Markt allerdings reif für einen Ersatz der heißgeliebten Email ist... wohl kaum.

  6. von Manuel 01.12.2009 (11:33Uhr) 6.

    Der Informationsaustausch im Team per Mail ist ziemlich zeitaufwendig, man bekommt eine E-Mail und muss diese dann an alle beteiligten weiterleiten. Solange ein Team nur aus 2 MA besteht, ist diese Art der Kommunikation kein Beinbruch. Wenn aber in einem grösseren Team eine Lösung zur Diskussion steht, ist E-Mail suboptimal. Genau hier setzt Google Wave an, ich sehe Wave eher als Kollaborationslösung an, als einen E-Mail Ersatz.

  7. von Sacha 01.12.2009 (13:34Uhr) 7.

    Also, der Mehrheit der Presse zum Trotz: Ich finde Wave *keine* Schnapsidee. Ich finds (Performance, Buggyness etc. mal außen vor) clever und praktisch.

    Was Andy Lenz betrifft: Er beschreibt für mich Arbeitsmittel und -prozesse eines Profi (oder Web-2.0-Junkies ;), die direkte Konkurrenz ist da imho gar nicht gegeben. (no-flame-intended)

    Dazu kommt: Die Möglichkeit einer abgeschlossenen, lokalen Architektur finde ich auch sehr interessant. Die Usability für den Endkunden wird m.E. letztlich über den Erfolg entscheiden, und die ist noch nicht optimal, aber den Ansatz an sich finde ich persönlich sehr gut.

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