Google Wave Fail?: Warum ich Google Wave nicht nutze

Man mag mich als innovationsfaul oder träge bezeichnen, wenn ich mich nicht sofort in einen neuen Dienst wie Google Wave stürze. Aber wie auch immer man das nennen mag, im Folgenden will ich einmal meine Beweggründe und meine Eindrücke zu Google Wave zusammenfassen. Die Frage ist: Warum nutze ich Wave bislang nicht? Ähnlich wie im Frühstadium von Twitter mag sich diese Einstellung noch ändern. Aber der aktuelle Stand sieht eben anders aus.

Kurz gesagt: Mein persönlicher Tagesablauf lässt aktuell keine zeitintensive Veränderung meiner Arbeitsweise zu, vor der ich nicht weiß was sie bringt. Um zu zeigen, wie verplant ein normaler Tag von mir ist, wie wenig Platz für Neues bleibt, hier ein konkreter und gewöhnlicher Tagesablauf:

Der Arbeitsbeginn: iPhone, Tweetie, SMS und E-Mail

Auf dem Weg ins Office schalte ich mein iPhone meist vom Flight-Modus in den Livebetrieb und lese SMS und Twitter @-Replies sowie bei Tweetie gespeicherte t3n-Suchen. Nach Anwerfen der Kaffeemaschine und der Begrüßung der Kollegen beginnt der Tag mit einem ersten Check von E-Mails und einem Glas Wasser. Die wichtigsten 5 der ca. 20 Mails pro Morgen werden sofort beantwortet. Das schlechte Gefühl, verursacht durch viele verbindliche und nicht unwichtige Mails, die in diesem Zuge nicht beantwortet wurden, stellt sich sofort ein. Ich hasse ungebetene Mails - leider werden es von Tag zu Tag mehr und Besserung ist nicht in Sicht. Wenn sich das Mailaufkommen in den nächsten Jahren so weiterentwickelt, werde ich eine Kollegin hinzuziehen müssen, die mich hier unterstützt. Ob und wie Wave hier eine Hilfe zum Gegensteuern ist, weiß ich zu diesem Zeitpunkt nicht, aber ich glaube kaum, dass Wave meine Mails beantworten wird...

Interner Messenger und Aggregatoren

Nach der unbeliebten Mail-Arie schalte ich meinen internen Messenger „Adium“ ein. Ab diesem Moment bin ich für meine ca. zehn yeebase-Kollegen zu sehen und werde meist sofort danach ein bis zwei Male angesprochen. Parallel scanne ich einen Teil meiner Lieblingsquellen und Aggregatoren im Netz wie Hackr-News, Techmeme und Rivva. Einen Feedreader nutze ich seit mehr als sechs Monaten nicht mehr, Aggregatoren sind mir sehr viel lieber und sparen Zeit.

Zeitsparend und zu einem meiner Lieblingshilfen und Top-Services ist im Rahmen des Twitter-Timeline-Scannings übrigens der „Rivva Buzz“ geworden. Rivva-Macher Frank Westphal hat diesen Dienst übrigens vor Kurzem in seiner „Boat behind“-Aktion in einer Invite-Only-Beta-Phase rausgeschoben. Per OAuth verbindet sich Rivva hier mit Twitter und gibt einem im „Rivva Buzz“ einen nach Relevanz vorselektierten Blick auf die eigene Twitter-Timeline. Nichts Wichtiges mehr zu verpassen stellt sich hier schnell als Gefühl ein. Erstmals seit vielen Monaten habe ich wieder den Eindruck, die vielen Tweets der rund 500 Personen denen ich followe in den Griff zu bekommen. Das Ganze sieht übrigens so aus wie im folgenden Screenshot und funktioniert natürlich nur für Tweets, die auch Links enthalten. Link Journalism is comin'! ;)

bild 3

Weiter geht es dann mit Posterous. Posterous ist ähnlich wie Tumblr oder Mento eine Mischung aus Blog, Microblogging und Snippet-Sammelalbum. Unter http://andylenz.posterous.com/ führe ich mein eigenes Posterous-Blog, das ich meist per Widget oder Bookmarklet speise:

bild 4

Neben dem eigenen Posterous-Blog ist mir bei Posterous das tägliche Lesen meiner Posterous-Subscriptions besonders wichtig. Hier gibt es ähnlich wie bei Twitter ein Follower- bzw. Subscription-Modell, das mir erlaubt, die Posts und Inhalte ausgewählter Personen aus meinem Umfeld schnell und  visuell zu konsumieren.

bild 5

Posts der Posterous-Subscriptions gibt es auch täglich per Mail, ich bevorzuge aber das Scannen online und scrolle einzelne Post schnell in einem begrenzten Zeitraum durch.

Statistiken und der normale Projekt-Groove

Zirka ein bis zwei Stunden Input sind vergangen und nun betrachte ich die Statistiken unserer Sites per Google Analytics und dem Open-Source-Pendant Piwik. Erst danach geht es um mögliche Termine, Telefonate, Meetings, Mitarbeitergespräche, Postbearbeitung, Frühstück und das „normale Projektgeschäft“.

Zur Aufgabenverwaltung und täglichen Priorisierung nutze ich übrigens Taskpaper:

bild 6

...und auf Projektebene 37Signals Backpack:

bild 7

Break - warum ich es nicht wage, meinen Google Wave-Invite anzuklicken

Um hier jetzt nicht noch weiter auszuufern (LinkedIn, Facebook und Xing sind wohl hier nicht so spannend), mache ich besser einen Break. Nach meinem Gefühl habe ich meinen Tagesablauf ganz gut strukturiert. Vielleicht sollte ich Tweetie und Tweetdeck seltener als zirka zehn Mal pro Tag nutzen und das Checken von Mails auf nur dreimal täglich reduzieren. Ingesamt fühle ich mich on track - aber eben absolut voll.

Seit inzwischen sechs Wochen schlummert nun ein gefährlicher Google Wave-Invite in meiner Inbox, vor dem ich größten Respekt habe... Es ist eine der wenigen Mails, die ich in den letzten Wochen nicht angeklickt habe. Mein Gefühl sagt mir, dass ich rund ein bis zwei Stunden Zeit brauchen werde, um mich in Wave hineinzufinden. Da mir nicht klar ist, welches Problem meines täglichen Lebens Google Wave lösen könnte und weil mir kaum Zeit zur Verfügung steht, möchte ich das Google Wave-Experiment aktuell nicht eingehen. Ich befürchte einen zusätzliche zeitliche Belastung, die ich nur der Geekigkeit wegen nicht auf mich nehmen mag.

In den letzten Tagen und Wochen habe ich mit keiner einzigen Person und vor allem mit keinem Freund gesprochen, der von Google Wave extrem überzeugt ist und mir den konkreten Nutzen dahinter in wenigen Sätzen erklären konnte. Ich hoffe auf viele Hinweise und praxisnahe Anwendungsfälle in den Kommentaren, um mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

Falls diese ausbleibt, werde ich diese Welle auslassen und lieber darüber nachdenken, wie ich meinen Arbeitsalltag weiter entschlacken kann.

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44 Answers

  1. von Sargo Darya 27.11.2009 (14:18Uhr) 1.

    Schade eigentlich, ich bin davon ausgegangen, dass hier jetzt Gründe kommen die gegen Google Wave sprechen, zeitlicher Faktor ist mir hierbei eigentlich vollkommen egal.

    Ich hab mich über den Google Wave Invite gefreut und bin sofort drauf und es dauert wenn man sich die insgesamt 10 Minuten gut gemachten Videos anschaut nicht lange, bis man begreift das Google Wave im Grunde sowas wie ein Massively Multiplayer Online Text Editor ist.

    Anfangs hab ich auch mehr erwartet aber gerade wenn man beispielsweise an einem Konzept, einem Blogeintrag oder an einer Partyeinkaufsliste arbeitet, ist es unglaublich von Vorteil.

    Werde in naher Zukunft auch einen Eintrag darüber schreiben. Bis dahin

    lG Sargo Darya

  2. von Sven 27.11.2009 (14:20Uhr) 2.

    Mehr kann man deinem Beitrag nicht hinzufügen. Mir persönlich geht es ganz genauso. Danke!

  3. von Sebastian Gebhard 27.11.2009 (14:22Uhr) 3.

    Ich selbst bin in Wave drin und habe es bisher nur wenig bis überhaupt nicht produktiv einsetzen können. Dementsprechen seh ich auch nur einmal am Tag für max 5 Minuten rein um zu sehen ob es etwas Interessantes gibt.
    Zum Pflichtprogramm gehört es noch lange nicht. Ich denke du musst keine schlechtes Gewissen haben, wenn du deinen Invite noch ein paar Wochen bis Monate schlummern lässt.

  4. von Sven 27.11.2009 (14:22Uhr) 4.

    Nachtrag: Meinte mit meiner Zustimmung den Autor des Artikels.

  5. von Roberto 27.11.2009 (14:26Uhr) 5.

    Ich tu mich selten schwer mit neuen Dingen im Internet aber mit Wave kann ich mich einfach nicht anfreunden. Es lässt sich einfach nicht so schön - und nützlich - in meinen Alltag einbinden.

    Für hin und wieder mal an einem gemeinsamen Projekt arbeiten, mag damit sicherlich ganz gut funktionieren. Doch bietet GoogleDocs auch schon eine Share-Funktion in der man andere in Echtzeit tippen sieht. Dazu ist GoogleDocs leichter zu bedienen. Man tipp einfach nur, bei Wave ist mir zu viel geklicke, es raubt mir einfach zu viel Zeit. Neben Twitter ;)

  6. von Andreas Lenz 27.11.2009 (14:28Uhr) 6.

    @sargo: Du gehofft, dass im Post Gründe kommen die gegen Google Wave sprechen. Ich habe probiert zu zeigen wie mein aktuelles Informations Infrastruktur Setup ist und aus meiner Sicht die wichtigen Gründe genannt:

    1.) keine Zeit
    2.) kein naheliegender Grund der dafür spricht

    Klingt simpel, aber geht glaub ich vielen so. Jedenfalls hab ich dies auch von diversen Kollegen so zu höhre bekommen.

    Nochmal und vielleicht viel interessanter: Welche Gründe sprechen dafür???

  7. von Bernd 27.11.2009 (14:36Uhr) 7.

    Hätte hier gerne mehr kritische Auseinandersetzung mit Wave gelesen, statt zu erfahren was der Autor für einen stressigen Alltag hat. So liest man dann leider erst am Ende, das er sich Wave bislang überhaupt nicht angekuckt hat. Der Artikel hätte auch überschrieben sein können mit "Warum ich Mittags nicht in den Park gehe". Aber warte, das hätten bestimmt nicht so viele gelesen, also lieber Google Wave in den Titel. Ist ja auch besser für Klicks und Werbebanner.

  8. von Herr Voß 27.11.2009 (14:36Uhr) 8.

    Ich hoffe, dass Wave dazu führt, dass möglichst viele von den von Dir genannten Diensten integriert werden können. Wave als Dashboard sozusagen. Ich glaube, das kann funktionieren. Aber im Moment ist es noch zu früh dafür.

  9. von Marco 27.11.2009 (14:39Uhr) 9.

    Techcrunch hat sich auch dem thema gewidmet:
    http://www.techcrunch.com/2009/11/26/why-google-wave-sucks/

    Ich hab auch seit ungefähr einem monat (oder mehr) google wave - aber da läuft einfach nichts was für mich in irgendeiner weise förderlich wäre. Aber danke für die Tipps, wie man den News-Overload in aggregierter Form mitbekommen kann!

  10. von Matthias Schwenk 27.11.2009 (15:22Uhr) 10.

    Mich erstaunt diese Argumentation. Denn nur mit der Begründung, wenig bis keine Zeit zu haben, kannst Du Dir jeden neuen Dienst sparen und kriegst damit dann die weitere Entwicklung des Web überhaupt nicht mehr mit. Für den Herausgeber einer Web- und Software-Zeitschrift (nebst umfangreichem Internetauftritt) keine gute Begründung.

    Da Ihr in der Redaktion vermutlich alle einen Wave-Invite habt (oder organisieren könnt), könntet Ihr einen Usecase aufsetzen und damit testen, ob sich Abstimmungsprozesse damit beschleunigen lassen. Sollte sich herausstellen, dass Euch Wave nicht schneller und auch nicht produktiver macht, könnt Ihr es ja wieder fallen lassen (und darüber bloggen).

  11. von Andreas Lenz 27.11.2009 (15:33Uhr) 11.

    @mattias: dich wundert die argumentation? das wundert mich ;)

    1.) keine Zeit
    2.) kein naheliegender Grund der dafür spricht

    sobald etwas zu 2.) in meiner nähe auftaucht bin ich vielleicht dabei...

  12. von indi 27.11.2009 (15:42Uhr) 12.

    @bernd & matthias s.: full agree!
    lieber author, dein arbeitsalltag liest sich wie ein horror-szenario. schöne, neue web 2.0- und socialweb-welt, die in meinen augen sowieso nichts anderes ist, als eine groß angelegte entprivatisierung der menschen. und um daran teilzunehmen, läßt man sich zynischerweise noch von x diensten auf trab halten, auf daß ja kein vernünftiger gedanke mehr platz hat.

  13. von Falk Hedemann 27.11.2009 (15:43Uhr) 13.

    @ Matthias Schwenk: Es ist sicher richtig, dass wir in der Redaktion ein Wave-Experiment starten könnten. Doch wenn mir ein neuer Dienst keinen neuen Wert versprechen kann, warum sollte ich ihn dann nutzen? Nur weil es alle tun? Nur weil wir uns mit Web-Trends beschäftigen?

    Mir geht es genauso wie Andy, der Workflow ist schon vollgestopft genug. Klar ist ja auch, dass die Wave noch lange nicht ausgereift ist und sich noch einiges tun muss, damit der Dienst zu einer Arbeitserleichterung wird. Wenn das gelingt und man in Wave diverse Kommunikationskanäle bündeln kann, ist es für mich noch früh genug „Hurra“ zu schreien.

    Und nur so nebenbei: Nur weil wir Google Wave noch nicht im Produktiveinsatz haben, heißt das nicht, dass wir darüber nicht berichten ;-)

  14. von jati 27.11.2009 (15:46Uhr) 14.

    @Matthias Schwenk: Ich finde ganz im Gegenteil, dass die Begründung sogar den größten Schwachpunkt von Google Wave exakt trifft: Es ist zu kompliziert, zu groß, zu viel. Twitter beispielsweise ist ein typischer "dead simple" Dienst. Da sieht man vielleicht nicht gleich den Nutzen, aber man muss nicht lange erklären, wie es geht. Google Wave dagegen wirkt auch auf mich mächtig, umfangreich - und kompliziert. Ich habe ein paar Anläufe unternommen es einzusetzen und bisher immer wieder abgebrochen.

    Ich finde es langsam erstaunlich, wie wenig Beispiele es dafür gibt, in denen Google Wave wirklich etwas gebracht hätte. Viele zehntausend Leute setzen es weltweit bereits ein. Aber wo bleiben die Anwendungsfälle?

    Auch hier in den Kommentaren ist noch keiner in Sicht. Mein Eindruck: Man verteidigt Wave, weil man irgendwie im Gefühl hat, dass das was Großes und Cooles werden könnte. Weil sympathische Leute viel Energie reingesteckt haben. Weil es "im Prinzip" Potenzial hat. So geht es mir jedenfalls. Aber im Praxiseinsatz habe ich es ebenfalls nicht.

    Also wie Andy schon zu Beginn seines Postings schrieb: Auch bei Twitter war man zunächst skeptisch und hatte irgendwann diesen Moment, wo es einen gepackt hat. Vielleicht ist es bei Google Wave auch irgendwann so.

    Vielleicht löst Google Wave aber auch einfach Probleme, die keiner hat und schafft einen Aufwand, der nirgends reinpasst.

  15. von Bernd 27.11.2009 (15:55Uhr) 15.

    quote Falk "Und nur so nebenbei: Nur weil wir Google Wave noch nicht im Produktiveinsatz haben, heißt das nicht, dass wir darüber nicht berichten ;-)"

    Klar kann man darüber berichten wenn man es sich nicht angesehen hat. Ich kann auch CD's rezensieren, die ich noch nicht gehört habe. Kommt vom Informationsgehalt wahrscheinlich auf das Selbe raus.

    Davon abgesehen halte ich #Wave auch für oberhyped und sehe für mich keinen Anwendungsfall. Ich kollaboriere einfach nicht ständig in Dokumenten rum.

    Wave versucht ein Problem zu lösen, das die meisten einfach nicht haben. Als Konzept ist es interessant und sollte vielleicht auch so verstanden werden. Ein Konzept, eine Idee, kein ausgereiftes Produkt.

  16. von Andreas Lenz 27.11.2009 (15:58Uhr) 16.

    @indi: warum horror-szenario? kommt eben drauf welchen job und welche interessen man so hat...

    als horror-szenario empfinde ich höchstens den part email. alle anderen dienste rocken extrem wie ich finde!

    wofür nutzt du google wave nun oder warum nutzt du es nicht? eine antwort in wave richtung wäre doch hier passend oder? ;)

  17. von indi 27.11.2009 (16:05Uhr) 17.

    "wofür nutzt du google wave nun oder warum nutzt du es nicht? eine antwort in wave richtung wäre doch hier passen oder? ;) "

    ich nutze KEINEN der von dir im artikel genannten dienste. bei xing bin ich nur eine karteileiche, weil ich sonst diverse einladungen verpassen würde. that´s all! aber, lieber andi, weißt du, was das beste daran ist? obwohl mir keine app oder tweet oder sonstwas sagt, wo meine freunde sind, was sie denken, konsumieren und wann sie das letzte mal auf´m klo waren, bin ich immer noch voll gesellschaftsfähig. noch...

  18. von Daniel Rosner 27.11.2009 (16:06Uhr) 18.

    In dem Film Ratatouille sagt der kleine Koch "Luigi": "Ich habe noch nie jemanden enttäuscht, weil noch nie etwas von mir erwartet wurde."

    Wenn auf eine Überschrift "Gründe warum...." versprochen wird und man dann erfährt wie der Autor seinen Alltag/Arbeit organisiert, dann ist der Leser enttäuscht und um den geht es doch bei einem Magazin.

    Als Hauptargument "keine Zeit" könnte man ja auch bei Twitter, Internet etc. anbringen. Ehrlicherweise muss es heißen Du nimmst Dir nicht genug Zeit um die Vorteile von Google Wave für Deine Problemlösungsbedarf raus zu finden?

  19. von Andreas Lenz 27.11.2009 (16:14Uhr) 19.

    @Daniel Rosner: Bei der Überschrift und auch bei der meiner Ausdrucksweise der Einleitung muß ich Dir recht geben. Beides weckt falsche Vorstellungen. Leider hatte ich beim schreiben der News einen Drift und kam nur über das Erklären meiner Alltagssituation dazu klar zu machen warum kein Klotz wie Wave dazwischen passt.

    Tune das besser gleich nochmal um nicht zuviele falsche Vorstellungen zu wecken.

    Am Ende des Tages kommt dann wie bei vielen aber doch das selbe raus. Keine Zeit bzw. keien Priorität da keien klaren bzw. nutzbringenden Anwendungsfälle.

  20. von Herr Voß 27.11.2009 (16:40Uhr) 20.

    Änder doch die Überschrift in "Gründe warum Andreas Lenz keine Zeit für Google Wave hat" ;-)

  21. von Herr Voß 27.11.2009 (16:47Uhr) 21.

    Wir haben inzwischen knapp 50 Entwickler und Benutzer von Zikula mit Wave Invites versorgt und nutzen das zur Planung. Das klappt eigentlich ganz gut - in einigen Dingen besser als zuvor mit der Mailing List. Nachteil ist die fehlende Offenheit des Systems bisher. Und es fehlen noch Plugins mit denen sich Ergebnisse einfacher publizieren lassen.

    Wave ist noch Alpha. Wartet es ab... ;-)

  22. von Google Wave verweigerung | ANDYLENZ Spee… 27.11.2009 (20:35Uhr) 22.

    [...] bei t3n lege ich dar, warum ich Google Wave nicht [...]

  23. von Bertl 27.11.2009 (21:26Uhr) 23.

    Du hast es nicht probiert und wir sollen jetzt ein Blogpost darüber lesen. Das ist die echte Zeitverschwendung.

    Ich hab es probiert, und es bringt gar nix, ist userunfreundlich und man findet keine Leute drauf. Dann hab ich es wieder gelassen.

    Das war jetzt informativer als dein Artikel.

  24. von Adrian 27.11.2009 (21:29Uhr) 24.

    Ich denke, Wave ist einfach nicht für jeden was. Meinen normalen Mailverkehr wird Wave sicher auch niemals ablösen. Aber um komplexe Diskussionen mit mehreren Personen über Textkommunikation zu führen, ist Wave wirklich super. Auf Mailinglisten stellt sich bei Diskussionen mit mehreren Themensträngen gerne mal das absolute Chaos ein. Das lässt sich mit Wave viel übersichtlicher und damit einfacher machen. Und darin liegt m.E. das große Potential von Wave.

  25. von Det 28.11.2009 (01:09Uhr) 25.

    Der Artikel ist, von der Erwartungshaltung her, die er produziert, einfach Müll. Punkt.

    Leider habe ich selbst noch keinen Wave-Zugang/Invite, würde als Entwickler aber gerne Erfahrung damit sammeln, wie sich das Dingen als Ersatz/Konsolidierung anderer Dienste wie Docs, Mail, Messenger anfühlt und ggf. durch eigene Erweiterungen an konkrete Bedürfnisse und Ideen anpassen lässt..

    Schade, dass der Artikel überhaupt keinen Eindruck darüber hinterlässt, inwieweit eine geschickte(!) Nutzung genau das beschriebene Multi-Channel-Chaos vielleicht vermeiden und ordnen könnte, inwieweit also ein neuer Workflow durch Wave entsteht, als Alternative zum im Artikel beschriebenen Workflow, den wir alle durchmachen.

    Da ich mich sowohl konkret für Wave interessiere als auch für neue Wege der effektiven Informationsorganisation generell, war der Artikel hier vom Informationsgehalt her nur wertloses Rauschen.

    Damit fällt er selbst in die Kategorie, die er inhaltlich beschreibt: Zeitraubend und ohne Wertschöpfung.

    QED, oder wie soll man das jetzt einordnen?

  26. von Andreas Lenz 28.11.2009 (11:25Uhr) 26.

    @det: wie ich in einem kommentar weiter oben geschrieben habe, weckt die überschrift eine andere erwartungshaltung. einen diskurs darüber zu führen wie aktuelle informationsorganisations modelle aussehen und welche gründe gegen wave sprechen finden trotzdem spannend. meine überschrift hätte daher anders lauten sollen, ja. schande. asche auf mein haupt ;)

    ohne wave genutzt zu haben, habe ich hier nun meinen infoalltag geschildert der aus diversen channels und aggregatoren besteht. fazit daraus ist, das aufgrund fehlender zeit und nicht aussreichend gründen, der wave test bei mir persönlich nicht erfolgt ist. trivial soweit, fakt und auch die haltung von vielen anderen. konkrete details warum wave suckt gibt es hier und die zahl der positiven wave aha erlebnisse und anwendungsfällt bleibt gering...

  27. von jati 28.11.2009 (14:32Uhr) 27.

    Sorry, aber in den bisherigen Kommentaren sehe ich bis auf eine Ausnahme (Hallo Herr Voß! ;-) nur Bestätigungen dafür, dass man sich die Zeit für Google Wave derzeit locker sparen kann.

    Mein bisheriges Fazit: Wer Langeweile hat, kann gern damit herumspielen oder sich Probleme ausdenken, die es irgendwann einmal lösen könnte. Wer zu tun hat, wartet einfach, ob das Ding noch zum Fliegen kommt oder einfach Googles größter Rohrkrepierer aller Zeiten wird.

    Gegenmeinungen? Sachdienliche Hinweise? Berichte aus der Praxis (!)?

  28. von Falk Hedemann 28.11.2009 (18:05Uhr) 28.

    @Bernd: Es sollten also nur Autoren über Dinge berichten, die sie selbst im Produktiveinsatz nutzen?

    Hmm, dann würde vermutlich bis heute kaum einer überhaupt etwas von Google Wave wissen.

    Neue Entwicklungen im Internet hätten es insgesamt wohl sehr schwer und damit auch die vielen Nutzer, die sich dafür interessieren.

    Auch das Beispiel der CD-Rezensionen kann ich nicht ganz nachvoolziehen. Gibt es denn objektive Bewertungskriterien für Musik?

  29. von Dave Gööck 28.11.2009 (21:21Uhr) 29.

    wir beginnen gerade google wave zu nutzen. - alles in sind wir im unternehmen bisher der ansicht, dass es eigentlich ganz nett ist.

    wir versuchen wave zu projektspezifischen absprachen mit kunden zu testen und zur dynamischen teamkommunikation. in meinen augen ist es eine eigene art zu kommunizieren. eine mischung aus wiki und instant messenger. - allerdings geht es in meinen augen mehr richtung wiki, da es als IM einfach deutlich zu träge ist.

    es gibt schon einen haufen an features, die man erst einmal erlernen muss, um seine waves überhaupt übersichtlich zu strukturieren und nicht alle nase lang neue anzulegen, nur weil die alte zu voll wird. - ich gehe davon aus, dass dieser prozess einige zeit dauern wird.

    man merkt an vielen stellen, dass das system noch in einem sehr frühen stadium ist. - das arbeiten muss flüssiger werden, die browser müssen schneller werden. es fehlen features um waves zu restrukturieren, um nutzer aus waves zu entfernen, waves in waves einzubinden oder subthreads aus einer wave wieder in eine neue wave zu exportieren....

    ich schätze, das wird noch einige zeit dauern, bis die produktivität damit so richtig in fahrt kommt. trotz bietet wave jetzt schon eine ordentliche effizienzsteigerung und v.a. neue möglichkeiten.
    wenn man es als substitut für IM oder mail sieht, ist man vielleicht zu früh dran. das ist es noch lange nicht. wenn man allerdings ein wiki für projektabsprachen möchte, für absprachen, wann man gemeinsam in welchen film ins kino gehen möchte, für absprachen von vereinen, zu bestimmten themen, ist es auf jeden fall ein geniales medium. es bietet mehr möglichkeiten als ein wiki. die kommunikation direkt im kontext ist ein großer vorteil.

    ich hoffe, dass wave mit der zeit seine unzulänglichkeiten beseitigt. ich freue mich auf die ersten standalone-clients oder auf den ersten browser, der die anwendung wirklich schnell ausführen kann, ohne dass man dafür eine quadcore-workstation braucht. ich freu mich auf die ersten mobilclients. - es ist eine spannende technologie und wenn man sich nicht darauf versteift, wie müsste etwas anderes substituieren und überall sofort perfekt sein, kann man doch viele gute eigenschaften finden und durchaus produktiv damit arbeiten.

    also andreas... - fühl dich ermutigt wave auszuprobieren. aber es wird zeit kosten, sich daran zu gewöhnen und den umgang zu lernen. in einer stunde ist das nicht getan, schätz ich. dafür muss man es einfach nutzen :)

    viele grüße,
    dave

  30. von jati 29.11.2009 (22:10Uhr) 30.

    Puh, endlich mal jemand, der aus der Praxis berichtet. Danke dafür! :-)

  31. von Bernd 30.11.2009 (09:22Uhr) 31.

    @Jan stimmt. endlich. So wird der Anpruch des Artikel wenigstens in einem Kommentar erfüllt. ;-)

  32. von jati 30.11.2009 (10:01Uhr) 32.

    @Bernd: In der Überschrift steht: Warum ich Google Wave nicht nutze. Da steht nicht: Google Wave im mehrwöchigen Praxistest - hier sind unsere Ergebnisse. ;-)

  33. von Andreas Lenz 30.11.2009 (10:06Uhr) 33.

    @dave: besten denk für den ausführlichen einblick. auf schilderungen dieser art hatte ich gehofft.

  34. von Bernd 30.11.2009 (10:33Uhr) 34.

    @Jan Ja, die schöne Überschrift. und wenn die Antwort dann lautet: "Weil ich keine Zeit hab (habs mir deswegen auch nicht angekuckt)", fragt man sich halt ob man sich den Artikel nicht hätte sparen können. Das ist für ein Magazin dessen Hauptaufgabe es sein dürfte sich für solche Themen Zeit zu nehmen und darüber zu schreiben etwas peinlich, oder? Aber wie Ihr ja selber seht haben zumindest einige Kommentare etwas Erhellendes beigetragen.

  35. von jati 30.11.2009 (11:35Uhr) 35.

    @Bernd: Die Antwort lautet: "Es gibt bereits zahlreiche Tools in meinem Alltag, die ihre Aufgaben bestens erfüllen. Da brauche ich nicht noch ein mächtig aufgeblasenes Dings von Google, in das man sich erst 1h+ einarbeiten muss, ohne dass irgendwer bislang sagen kann, wozu man es braucht und wobei es einem hilft."

    Wenn ein kritisches Magazin das nicht schreiben darf, sind wir allerdings tatsächlich sehr unterschiedlicher Ansicht ;-)

    Dass man im ersten Absatz schon hätte klarer machen sollen, worauf es hinausläuft, sehe ich natürlich im Nachhinein genauso.

  36. von Bernd 30.11.2009 (12:05Uhr) 36.

    Naja, das interessante ist ja auch, das in dem Artikel jede Menge Tools aufgezählt werden, für die Wave nun wirklich kein Ersatz sein soll. Schon an dieser Stelle hätte ein wenig Vorabrecherche nicht geschadet.Ich wußte nicht, das Wave SMS, Twitter, RSS Reader, News-Aggregatoren, Blogs, Google Analytics und Todo Listen gleichermaßen ersetzen soll.

    Wenn dem so ist, hätte ich es hier gerne erfahren.

    Aber wer bin ich, das ich hier wage sachliche Kritik zu äußern. Kommt nicht wieder vor.

    p.s. ich brauche Wave auch nicht. In dem Punkt sind wir und einig. :-) Würde ich oft mit anderen gemeinsam an Informationen rumbasteln müssen würde ich es mir zumindest mal genauer ansehen.

  37. von jati 30.11.2009 (12:50Uhr) 37.

    "Aber wer bin ich, das ich hier wage sachliche Kritik zu äußern. Kommt nicht wieder vor."

    Worauf bezieht sich das? Wenn ich den Eindruck erweckt haben sollte, dass sachliche Kritik nicht erwünscht ist, tut es mir leid.

    Und zu den Tools: Es steht meines Wissens nirgends im Artikel, dass Wave sie ersetzen soll. Der eigentliche Hintergedanke war: Sie werden heute genutzt. Sie erfüllen ihren Zweck. Man hat bereits genug zu tun, hier Informationen zu verarbeiten. Die Frage ist: Wo bleibt da noch Platz für Wave, wenn es tatsächlich keines von ihnen ersetzen kann? Welches Problem löst es denn stattdessen? Wo hilft es mir?

    Und: Hat sich Google einen guten Dienst damit erwiesen, Wave gleich zu Beginn so groß und umfangreich zu starten?

    Und zu Deiner Anregung im P.S.: Um mit anderen gemeinsam an Texten zu arbeiten, brauche ich Wave nicht. Dafür gibt es Dienste wie Writeboard oder Google Docs, die das viel besser können. Das Real-Time-Feature von Wave ist ein nettes Gimmick und gut für die Show, aber mit geringer Relevanz für die Praxis. Es trägt allerdings ganz wesentlich zum enormen Ressourcenhunger von Wave bei, der in der Praxis wiederum sehr relevant ist und das Tool zäh macht und den Rechner ins Schwitzen bringt.

    Ich persönlich habe mir Wave durchaus angesehen ;-) Der Sinn für meinen Alltag hat sich dabei trotzdem nicht erschlossen.

    Aber wie gesagt: Wer weiß, wie das alles aussieht, wenn Wave zumindest einmal den Beta-Status erreicht hat und sich viele Entwickler kreative Tools und Anwendungen rund um den Dienst haben einfallen lassen.

  38. von Kim Korte 30.11.2009 (15:58Uhr) 38.

    Auch ich war zuerst sehr skeptisch und fand nicht viel Nutzen, aber inzwischen fange ich an, Wave täglich zu nutzen. Voraussetzung dafür sind natürlich entsprechend viele Kontakte, die bei vielen (noch) nicht vorhanden sind.

    Und wenn es um praktische Anwendungsbeispiele geht: Helena von MyCharity hat unter diesem Artikel http://www.designpicks.de/google-wave-nach-dem-hype-und-invites geschrieben, wie sie und ihr Team Google Wave schon jetzt intesiv nutzen.

    Ich denke, so oder ähnlich ist es von Google gewollt.

  39. von Andi 01.12.2009 (15:30Uhr) 39.

    Warum ich Google Wave klasse finde?

    Weil es durch das Open Source Protokoll mir allerhand Seiten abklappern spart.
    Zugegeben es ist noch nicht der Fall, aber es wird kommen. Das m.E. so sicher wie das Amen in der Kirche.
    Angefangen von Twitter (nutz ich kaum), E-Mail, Facebook (Noch nicht), Bloggy (Nutz ich auch noch nicht), IM, etc.
    Meine Vorstellung ist es, dass ich mein Wave starte und neue Tweets für mich sehe (Twitter-Wave), danach poste ich etwas in Twitter (über das Wave) und schalte zu meinem Facebook-Wave. Dort sehe ich dann ebenfalls neues und Nachrichten. E-Mails kommen per SMTP-XMPP Gateway rein und kann ich direkt aus Wave heraus beantworten. Dann aktualisiere ich meinen Blog über Wave (Bloggy Robot einladen). Da der Wave Server dann Intern läuft, kann ich darüber dann Projekte anstoßen, Bilder hinzufügen, neue Personen einladen, etc.
    Jetzt bin ich zu Hause und gehe über mein Pidgin auf den XMPP-Server der Firma (theoretisch) gebe durch /tweety Befehl durch, dass ich etwas neues twittern möchte.
    Evtl. auch XMPP Nachrichten (IM Dienst im Firmen-Netzwerk) in Wave direkt und ich kann dort direkt drüber antworten. Da spare ich mir doch glatt noch den IM-Client.

    Also bisschen hin und her gesponnen und ich denke, dass kann eine günstige Kollaborations-Lösung für Kleine und Mittlere Unternehmen werden.

  40. von Web-2.0-Tipps: Google Wave und Google Bu… 09.03.2010 (14:33Uhr) 40.

    [...] dem Start der Public Beta von Google Wave sind sich die Nutzer uneinig über die konkreten Anwendungszwecke des Dienstes. So wurde Googles neuer Service zwar positiv aufgenommen, aber viele erkennen bis heute keinen [...]

  41. von Abschlussartikel zu Google Wave 10.03.2010 (15:52Uhr) 41.

    [...] Zur Unterstützung die Ergebnisse aus der Diskussion in Form einer eingebetteten Wave: Hier folgt dann nochmal Fazittext. Google Wave versucht ein Problem zu lösen, das die meisten einfach nicht haben. (Zitat aus Kommentaren von: t3n Blog) [...]

  42. von Sebastian Schneider | Was ist eigentlich… 23.03.2010 (15:17Uhr) 42.

    [...] Eigentlich etwas schade. Woran hat es gelegen? Ich kann es nicht definieren, aber ich weiß, anderen Usern ging es ähnlich und auch Berichte von Webseiten beschreiben ganz ähnlche Verhaltensw.... Ich bin und war offen für solche neuen Techniken wie Google Wave, aber irgendwie ist es [...]

  43. von Studie: Social Media kostet Millionen Do… 24.05.2011 (16:01Uhr) 43.

    [...] Bei t3n haben wir euch schon das eine oder das andere mal Einblick in die Tools und Apps unserer Wahl gegeben – oder aber ausgeführt, warum ein bestimmtes Tool gerade nicht zum Einsatz kommt. [...]

  44. von Studie: Social Media kostet Millionen Do… 24.05.2011 (16:01Uhr) 44.

    [...] Bei t3n haben wir euch schon das eine oder das andere mal Einblick in die Tools und Apps unserer Wahl gegeben – oder aber ausgeführt, warum ein bestimmtes Tool gerade nicht zum Einsatz kommt. [...]

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