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Google: Warum Larry Page nur Firmen kauft, die seinen Zahnbürsten-Test überstehen

Google: Warum Larry Page nur Firmen kauft, die seinen Zahnbürsten-Test überstehen

Wenn Googles CEO über eine Firmenübernahme nachdenkt, interessiert ihn primär nur eine Frage. Welche das ist und warum das generell immer weniger auf finanzielle Berater aus der Bankenwelt hört, erfahrt ihr in unserem Artikel.

Google: Warum Larry Page nur Firmen kauft, die seinen Zahnbürsten-Test überstehen

Larry Pages Zahnbürsten-Test. (Foto: William Warby / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Larry Page: Der Google-CEO interessiert sich mehr für den Zahnbürsten-Test als für den Umsatz eines Übernahmekandidaten. (Foto: Marcin Mycielski / Wikipedia Lizenz: CC BY-SA 3.0)
Larry Page: Der Google-CEO interessiert sich mehr für den Zahnbürsten-Test als für den Umsatz eines Übernahmekandidaten. (Foto: Marcin Mycielski / Wikipedia Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Google: Larry Page setzt bei Übernahmen auf den Zahnbürsten-Test

Firmenübernahmen sind Teil der Wachstumsstrategie vieler Unternehmen. Mit ihnen können sie neue Produkte, Dienste, Talente oder auch Kunden gewinnen – oder natürlich ihre Konkurrenz ausschalten. Auch für gehören Übernahmen fast schon zum Tagesgeschäft. Alleine 2013 hat der Suchgigant 35 verschiedene Unternehmen gekauft: von Roboterherstellern bis hin zu Heimautomtionsanbietern.

Laut einem Bericht der New York Times interessiert sich Larry Page dabei aber kaum für traditionelle Bewertungskriterien wie die Einnahmen, den abgezinsten Zahlungsstrom oder den Umsatz. Viel wichtiger ist es dem Google-Chef, wie sich der Zahnbürsten-Test für den Übernahmekandidaten beantworten lässt. Dabei handelt es sich um eine geradezu banal klingende Frage: Handelt es sich um etwas, das du ein- oder zweimal am Tag nutzen wirst und das dein Leben verbessert? Trifft beides, wie bei einer Zahnbürste, auf ein Produkt oder einen Service zu, könnte sich Larry Page den Anbieter genauer anschauen.

Übernahmen: Warum Google, Facebook und Co. immer häufiger auf externe Berater verzichten

Die Vorgehensweise widerspricht grundlegend der Art und Weise, wie Banken eine mögliche Firmenübernahme bewerten würden, und ist damit symptomatisch für den derzeitigen Übernahmeboom im Silicon Valley. Laut Dealogic fanden 69 Prozent aller amerikanischen Technologieakquisitionen über 100 Millionen US-Dollar im letzten Jahr ohne Beteiligung von Investmentbanken statt. Vor zehn Jahren lag diese Rate noch bei 27 Prozent.

Ähnlich wie Larry Page interessieren sich auch andere Giganten des Silicon Valleys heute weniger für traditionelle Bewertungskriterien. Für sie sind diese Kriterien kaum aussagekräftig, wenn es um Technologieunternehmen in einer frühen Entwicklungsphase geht. Das langfristige Potenzial eines Produkts ist wichtiger als kurz- oder mittelfristige Gewinnmöglichkeiten.

Das Silicon Valley interessiert sich kaum für die Meinung der Wall Street

Als Apple dieses Jahr Beats für drei Milliarden US-Dollar übernommen hat, verzichteten sie auf finanzielle Berater von der Wall Street. Auch Facebook verzichtete auf die Hilfe von außen, als sie das Virtual-Reality-Startups Oculus VR für 2,3 Milliarden übernommen haben. Und als Google den Navigations-Dienstleister Waze für eine Milliarde kaufte, hat ebenfalls keine Bank einen Scheck für eine Beratertätigkeit einsacken können.

Auch wenn es sich bei den Aufkäufen häufig um risikoreiche Wetten auf Zukunftstechnologien handelt, verzichten die Unternehmen nicht gänzlich auf die Expertise aus dem Finanzsektor. Statt sich jedoch auf externe Berater zu verlassen, haben sie eigene Teams aufgebaut. Bei Facebook kümmern sich ehemalige Mitarbeiter der beiden Kreditinstitute Credit Suisse und Jefferies um mögliche Übernahmekandidaten. Und Larry Pages Firma Google hat einen Angestellten, der sicherstellen soll, dass alle zwölf Unternehmensbereiche die Übernahmen bekommen, die sie brauchen oder irgendwann brauchen könnten.

via www.inc.com

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4 Antworten
  1. von Daniel. am 29.08.2014 (13:18 Uhr)

    Wie passt das Unternehmen Boston Dynamics (Hersteller von Militärrobotern) in den Zahnbürstentest?

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    • von _maikman_ am 29.08.2014 (14:02 Uhr)

      Die Militärroboter werden dann den ganzen Tag verwendet und verbessern das Leben der Soldaten die dafür nicht selber in den Einsatz mussten. :)

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    • von cephei am 29.08.2014 (18:20 Uhr)

      Extrem viel innovative Technologie wurde vom Militär entwickelt und wird auch nicht militärisch eingesetzt. z.B. GPS.
      Ich bezweifle, dass Google an der Rüstungsindustrie interessiert ist. Die wollen mehr so was ala iRobot.

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    • von Daniel am 30.08.2014 (11:20 Uhr)

      Google hat ja bereits angekündigt das Boston Dynamics nach dem Auslaufen der Verträge mit der Army keine Millitärroboter mehr bauen wird. Boston Dynamics hat auch riesiges Potential für zivile Anwendungen.

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