Googles Music Beta im Test – Licht und Schatten

Unter dem wenig kreativen, aber sehr aussagefähigen Namen „Music Beta by Google“ hat der Suchmaschinenriese aus Mountain View im Nachgang zur diesjährigen „I/O“-Konferenz seinen Cloud-basierten Musikdienst gestartet. 20.000 Songs können Nutzer hochladen und über PCs, Smartphones und Tablets überall hören. Teile der Medienbibliothek stehen sogar dort zur Verfügung, wo kein Internet verfügbar ist. Derzeit ist der noch im Beta-Status befindliche Dienst offiziell nur in den USA verfügbar. Die kurzfristig gegebene Möglichkeit, deutsche Nutzer via Invites ebenfalls in den Genuss der Music Beta gelangen zu lassen, ist mittlerweile wieder genommen worden.

So funktioniert Music Beta by Google

Die persönliche Musiksammlung immer und überall verfügbar zu haben, ist der Traum vieler Musikliebhaber und gleichzeitig Zielsetzung von Music. Nutzer können ihre lokale Musiksammlung, derzeit bis zu 20.000 Songs, kostenlos in der Cloud speichern und mit dem Music Manager verwalten. Vorhandene Titel, Playlists und Bewertungen werden aus iTunes oder dem Windows Media Player übernommen, sowie aus beliebigen Ordnern hochgeladen.

Music Beta unterstützt die Dateiformate MP3, M4A (AAC), WMA, FLAC und OGG. Unkomprimierte Dateien, etwa in Form eines WAV-Files können nicht verwendet werden. Dateien mit DRM lehnt der Music Manager ebenfalls ab. Zum Hochladen der Songs wird ein Client benötigt, der derzeit für Windows, Mac und Linux verfügbar ist. Dateien mit dem Format OGG können sogar nur mit dem Linuxclient hochgeladen werden, wo Google sie dann in MP3 transkodiert. Dasselbe widerfährt Dateien des Formates FLAC. WMA-Dateien überträgt ausschließlich der Windowsclient. Ist die Musik erstmal in der Cloud, kann man sie mit jedem OS über den Browser hören.

Unter Mac OS X integriert sich Music Beta by Google in die Systemeinstellungen und überwacht im Hintergrund die angegebenen Ordner auf Änderungen am Musikbestand. Insbesondere ist es möglich, die iTunes Mediathek automatisch mit dem Music Manager zu synchronisieren. Die Handhabung des Musikbestandes, zum Beispiel zum Erstellen einer Playlist, erfolgt komfortabel per Drag and Drop. Über das Feature „Instant Mix“, dem Äquivalent zu iTunes' „Genius“, kann man sich automatisch Playlists mit Liedern zusammenstellen lassen, die Googles Algorithmus für ähnlich hält.

google music beta
Google Music Beta: So sieht der Musikdienst in der Cloud aus.

Google Music macht Songs auch ohne Internetzugang verfügbar

Abspielen kann man seine Songs entweder über das Webinterface, Smartphones ab Android Version 2.2 oder Android Tablets. Die entsprechende Google Music App für mobile Geräte steht im Android Market zum Download bereit.

Musik hören funktioniert überall dort, wo Internetzugang verfügbar ist. Aber auch für den Fall, dass das einmal nicht gegeben ist, hat Google vorgesorgt: Die Music Beta Android App erlaubt es, ganze Alben, Interpreten und Playlists in den Offline-Zugriff zu nehmen, also herunter zu laden. Dies geschieht über das Setzen eines entsprechenden Häkchens und kann nicht aus dem Webinterface vorgewählt werden. Will man Songs auf seinem Androiden mitnehmen, muss man das in Reichweite eines Internetzugangs von dort aus tun. Zuletzt abgespielte Songs sind automatisch auf dem Device zugänglich, wenn gerade kein Internet verfügbar ist, da sie in einem Cache verwaltet werden, den Music Beta rollierend löscht, sollte der Platz auf dem Gerät knapp werden.

Mit der Android-App offline gespeicherte Playlists sowie Änderungen an bestehenden Wiedergabelisten sind immer und überall verfügbar und werden per Synchronisation fortlaufend auf dem neuesten Stand gehalten. Etwa auf dem Android Device bereits vorhandene Musik wird transparent in die App eingebunden, so dass diese universell als mobiler Player geeignet ist.

Der Streamingzugriff vom Androiden aus lässt sich so einschränken, dass er nur erfolgen kann, wenn ein WLAN in Reichweite ist. Das ist gut für das mobile Datenvolumen. Denn selbst vermeintliche Vollflatrates schmeißen einen häufig ab einer bestimmten Datennutzung in einen GPRS-Modus zurück. Fraglich, ob einem dieser Effekt das Musikhören wert ist.

Einschränkung für deutsche Nutzer: Die Android-App steht zwar im Market in deutscher Sprache bereit, kann aber in Deutschland nicht herunter geladen werden. Dazu würde man den App Market Enabler benötigen, der ein gerootetes Device voraussetzt und es dem Smartphone ermöglicht, sich gegenüber dem Android Market als amerikanischer Client auszuweisen. In Deutschland ist Music Beta by Google also für Personen, die möglicherweise aus Gewährleistungsgründen ihr Smartphone nicht rooten wollen, nur über die Website zu nutzen.

Music Beta by Google: Einschränkungen und Hemmnisse

Auf iOS-Geräten läuft Music Beta by Google überhaupt nicht, da es auf Flash als Playertechnologie setzt. Bekanntlich kann sich die Jobs-Company mit dieser Technologie nicht anfreunden. Natürlich bedeutet das auch, dass ihr das Flash-Plugin auf den Desktop-Geräten installiert haben müsst, um in den Genuss der Music Beta zu gelangen. Unverständlich, warum Google nicht auf HTML5 mit Flash-Fallback setzt, wo das Unternehmen doch ansonsten nur allzu gern zeigt, was alles multimedial mit den neuen Tags möglich ist...

Echte Musikfreaks werden sich daran stören, dass es derzeit keinerlei Schnittstellen zu anderen Diensten gibt. So lässt sich insbesondere der eigene Last.FM-Account nicht „anscrobbeln“. Auch Twitter und Facebook sind aus Music Beta heraus nicht ansprechbar. Unter Android sieht die Sache anders aus: Hier ist eine Last.FM App-erhältlich, die jedweden Player, also auch Music Beta, überwacht. Mobil gespielte Songs werde demnach gescrobbelt.

Ein weiterer echter Hemmschuh in der Nutzung ist das Erfordernis, zunächst alle Songs in die Cloud hochladen zu müssen. Hier ist für Apples iCloud ein weit benutzerfreundlicheres Verfahren geplant: Dort wird iTunes die Mediathek durchsuchen und alle Songs des Rechners, die es auf iTunes bereits gibt, schlicht verfügbar schalten. Bei Music Beta ist das auch auf absehbare Zeit so nicht wahrscheinlich, denn Google konnte immer noch keine Einigung mit den Rechteinhabern erzielen. So ist es bei Music Beta mühsam, größere Sammlungen in die Cloud zu verfrachten. An meiner Mediathek arbeitet der Music Manager bereits seit drei Tagen und hat sie nicht einmal zur Hälfte hochgeladen.

All diese Dinge beiseite gelassen, ist es unbestreitbar schick, seine Musiksammlung an jedem Ort der Welt, an dem Internetzugang besteht, hören zu können. Ich arbeite an wechselnden Rechnern und versuchte mich bislang damit zu behelfen, dass ich meine iTunes-Mediathek erstens auf einem portablen Rechner anlegte und zweitens die Mediathek im Netz freigab. Music Beta by Google ist da einfacher im Handling und praktischer noch dazu.

Hier einige Screenshots aus Googles Music Beta:

Weiterführende Links:

Bildnachweis für die Newsübersicht: Quelle: market.android.com

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13 Answers

  1. von Googles Music Beta im Test – Licht und… 11.08.2011 (17:52Uhr) 1.

    [...] Weiterlesen bei t3n >> [...]

  2. von Bosbolo 12.08.2011 (07:45Uhr) 2.

    natürlich ist es erstrebenswert seine musikbibliothek ständig erreichbar zu haben, nur streaming hat ein grossen nachteil: es benötigt ungemein viel energie/akku.

  3. von t3n Magazin via facebook 12.08.2011 (10:56Uhr) 3.

    Konntest du dich auch schon auf Googles neuer Plattform rumtreiben? Wie findest du den Service?

  4. von Mirko Brunner via facebook 12.08.2011 (11:07Uhr) 4.

    Ha sehr lustig. Der Dienst ist nur in AmiLand verfügbar. #failquestion oder sollte ich nicht bei google angemeldet sein?

  5. von Waldemar Deutsch via facebook 12.08.2011 (11:24Uhr) 5.

    Nutze es auch seit ein paar Wochen. Mein PC bzw. windows media player hat es nie gepackt mit meiner musik sammlung schnell und effizient klar zu kommen. nach einem lied zu suchen hat sowieso nie spaß gemacht. das google music system ist top, übersichtlich, so schnell als hätte ich ein supercomputer da stehen, leider aber nicht auf ios geräten richtig nutzer, aber es geht

  6. von Christoph Tietz via facebook 12.08.2011 (11:28Uhr) 6.

    Bei mir läuft es auch und ich bin nicht t3n und sitz in Köln. Bestimmte Leute können unbestimmte Leute einladen, bei denen es dann bestimmt funktioniert. Nur leider in virtuellen Maschinen nicht. Ansonsten mal wieder ein Glanzstück von Google. Nur an Funktionalität fehlt es dann ein bisschen, z.B. Shuffle über alle Alben.

  7. von Waldemar Deutsch via facebook 12.08.2011 (11:31Uhr) 7.

    Habe am Anfang einen Invite vom Kumpel bekommen. Habe nach der Regestrierung 2 Einladungen gehabt, habe 1 vergeben. haben jetzt plötzlich wieder 3 freie Einladungen. Wer will?

  8. von Christoph Till via facebook 12.08.2011 (11:32Uhr) 8.

    Ich kann den Dienst auch ohne Probleme nutzen in Deutschland

  9. von Christine Rehm via facebook 12.08.2011 (12:29Uhr) 9.

    Ohne einen Google Music Account kann man die Seite nur via amerikanischen Proxy erfolgreich aufrufen. Sobald man sich angemeldet hat, weil man eingeladen wurde, iist alles kein Problem mehr. Zur Zeit kann jeder bis zu 4 weitere Einladungen verschicken.
    Mein Eindruck des Ganzen: Ganz nett ;-) Hauptsächlich interessiert mich eigentlich das Verhalten/Erfolg, wenn man via App auf den Dient zugreift. Aber die gibts nur im amerikanischen Android Market und ohne gerootetes Smartphone kommt man da meines Wissens auch (noch) nichts machen...

  10. von Marc Ambrosius via facebook 12.08.2011 (12:57Uhr) 10.

    Man braucht kein gerootetes Smartphone. Man kann sich auch das apk herunterladen und auf dem Telefon installieren.

  11. von Daniel 14.08.2011 (09:54Uhr) 11.

    Also ich musste mich damals nur einmalig per VPN als US-Nutzer ausgeben und seit dem funktioniert es auch ohne.

    Was allerdings (mitterlweile?) nicht mehr stimmt, ist die Tatsache, dass man es nicht mit dem iPhone und iPad nutzen kann. Bei mir klappt das sehr wohl, nur schade, dass es (gerade fürs iPhone) noch keine Mobile View dazu gibt. Ansonsten klappt das aber prima.

  12. von Google zahlt Android-Entwickler nicht au… 06.09.2011 (16:26Uhr) 12.

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