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Googles Vision: So sieht die Websuche in 20 Jahren aus

Googles Vision: So sieht die Websuche in 20 Jahren aus

Marissa Mayer, ihres Zeichens Vizechefin des Suchmaschinengiganten , hat im Laufe eines mit Bloombergs Businessweek über die Zukunft der Suche gesprochen. Laut Mayer soll die Google-Suche in 20 Jahren so weit entwickelt worden sein, dass sie schon weiß was man sucht, bevor man sich selbst darüber bewusst ist – weil Google den User so gut kennt.

Googles Vision: So sieht die Websuche in 20 Jahren aus

Googles Websuche weiß, was du suchst

Mayer erläutert diese auf den ersten Blick verrückte Aussage, indem sie betont, dass Google innerhalb der nächsten beiden Dekaden in der Entwicklung vermehrt einen Fokus auf die Faktoren der Vorausberechnung und Vorschläge („predict and suggest“) legen wird. Idealerweise könne die Websuche irgendwann so weit gediehen sein, dass die Fragen von Usern beantwortet werden können, bevor sie überhaupt gestellt wurden. Mayer sieht die Zukunft der Suche in eine Richtung wandern, die noch persönlicher für Suchende wird. Google wird zwar zukünftig nicht zwingend wissen können, welche Restaurants man beispielsweise konkret mag, wenn man sich in einer neuen Stadt aufhält. Allerdings könnte Google wissen, dass man eine Schwäche für Pizza hat und eher zwanglose Lokalitäten oder entspannte Bars gegenüber hochpreisigen Restaurants bevorzugt.

Damit hört es aber nicht auf, so die Google-Vizechefin – die Suchmaschine soll dazu in der Lage sein, Menschen miteinander zu verbinden, die sich noch nicht kennen, aber aufgrund der starken Übereinstimmung ihrer Interessen kennen sollten. Dies deutet im weitesten Sinne darauf hin, dass Google einen weiteren Schritt in Richtung Social Networks gehen wird, um auf diese Weise die Suchergebnisse stärker zu unterfüttern. Erste  Schritte sind bereits getan, indem Daten vom +1-Button und Goolge+ in die Suche einfließen.

Google ist auf vielen Baustellen unterwegs, um an seinem Kernprodukt zu arbeiten. Selbst das selbstfahrende Auto ist ein Bestandteil dessen. Mayer führt dies aus: Der Fahrer eines Autos erhält unterwegs einen Input aus 400 Quellen, zum Beispiel den Routenverlauf und den umgebenden Verkehr. Die Software des selbstfahrenden Autos muss aus diesen vielen verschiedenen Faktoren den richtigen Input auswählen und in ein angemessenes Fahrverhalten integrieren. Hier greift die gleiche Problematik wie bei der Google-Suche. Laut Mayer könnte es noch mehr Projekte dieser Art geben, auf unkonventionelle Weise an die Suche heranzugehen. Auch Eric Schmidt, Ex-Google CEO hatte bereits ähnliche Andeutungen gemacht.

google websuche
Googles Startseite heute – Wie mag die Websuche wohl in Zukunft aussehen?

Googles Produktlinie – Nutzerorientiertheit im Fokus

Angesichts des Ausblicks in die Zukunft der Googlesuche, könnte man denken, das Google die Daten seiner Nutzer nimmt und diese nach allen Mitten der Kunst auswertet, was zwangsläufig zur Verletzung der Privatsphäre führen könnte. Mayer entgegnet auf diesen Aspekt, dass Google jedes Tool und Feature vor der Freigabe daraufhin untersucht, ob und in welchem Umfang diese für den User die Aufgabe ihrer Privatsphäre erfordere. Sie erläuterte, dass man bei Google darauf bedacht sei, den „Grusel“-Faktor möglichst weit unten zu halten, indem zwischen den erforderlichen Nutzerdaten und Funktionsumfang abgewogen wird.

Im Verlaufe des Interviews ging Mayer auch auf Larry Page als neuen CEO ein, der im vergangenen Jahr Eric Schmidt ablöste. Durch den Führungswechsel sei man vermehrt darauf bedacht, die Produkte weiter zu optimieren und die in die Entwicklung involvierten Mitarbeiter verstärkt darauf zu sensibilisieren, die Produkte nutzerfreundlicher zu gestalten - was man anhand der vereinheitlichten Nutzeroberfläche aller Google-Dienste sehr gut erkennen kann.

Googles langfristige Planung zeigt auf, dass der Suchmaschinenriese noch viel vor hat. Allerdings bin ich skeptisch, ob man im Angesicht der rasend schnellen technologischen Entwicklung tatsächlich 20 Jahre in die Zukunft sehen kann. Schauen wir doch erst einmal, was in den nächsten 5 Jahren auf uns zu kommt.

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2 Antworten
  1. von Droid ist überall am 29.03.2012 (20:36 Uhr)

    Wenn Aki-Aka besser wäre, würde man interessen"ähnliche" Personen bei der Suche nach einem Platz im Zug o.ä. per Handyvibration hingewiesen werden. Bewerbung auf Messen oder Einkauf im Supermarkt (Glutenfrei, Laktosefrei,...) ist auch ein trivialer Matching-"Algorithmus". Man würde also mitkriegen wo Firmen sind die jemanden mit den eigenen Skills suchen oder wer Handwerkersoftware anbietet.

    Autos die untereinander oder per Daten-Handy (UMTS, EDGE,...) vermasht sind gingen heute auch schon. Eigentlich müsste Google längst jeden Stau graphisch als Android-Punktwolke auf Google-Maps anzeigen. Und das "Zugradar" von der Eisenbahn gäbe es auch schon längst per Android... .

    Davon abgesehen stimmt natürlich, das solche Vorhersagen für "x Jahre" im Voraus hinterher oft recht unpassend waren.

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  2. von lineman am 30.03.2012 (12:41 Uhr)

    Auf eine Gleichschaltung aller Menschen! Man bekommt nur noch Input zu Dingen die man mag, Kontakt zu Menschen, die ähliche Ansichten und Hobbies haben, Werbung zu Produkten, die man sowieso gut finden würde, politische Ansichten vermittelt, die man eh hat. Viel Spaß beim Einerlei sein!

    Klar bisschen übertrieben vielleicht, aber es ist was dran. Auch wenn es eine logische Fortführung ist.

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