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Nie mehr Stau: Graphmasters lässt uns Straßennetze effizient nutzen [CeBIT 2014]

    Nie mehr Stau: Graphmasters lässt uns Straßennetze effizient nutzen [CeBIT 2014]

Staus vermeiden, schon bevor sie entstehen. (Foto: Graphmasters)

Ein Navigationsgerät, das die schnellste Route zum Ziel ermittelt, und zwar basierend auf der zukünftigen Verkehrsentwicklung während der Fahrt: Dank Graphmasters könnte dieser Traum schon bald Realität werden.

Warum ist auf einigen Straßen quasi immer Stau, während andere kaum genutzt werden? Diese Frage führte Iulian Nitescu und Christian Brüggemann 2008 in die Welt der Verkehrssimulationen und Navigationstechnologie. Zu dieser Zeit studierten beide noch Computer Science an den Universitäten von London und Cambridge – doch schnell war die Idee für ein Startup geboren.

Das Problem: Wenn jedes Navi den Autofahrern die kürzeste Route vorschlägt, sind die Straßen auf genau dieser Route schnell verstopft. Und selbst, wenn dann eine Alternativroute vorgeschlagen wird, verlagert sich der Stau im Endeffekt nur ein paar Straßen weiter. Die Lösung: Ein System, das die Auslastung sämtlicher auf der Route von A nach B liegender Straßen antizipiert, die Routenvorschläge darauf abstimmt und so verhindert, dass Staus überhaupt entstehen.

Graphmasters: Algorithmen für den optimalen Verkehrsfluss

Die Graphmasters Routing Engine sorgt für einen ausgeglichenen Verkehrsfluss. (Foto: Graphmasters)
Die Graphmasters Routing Engine sorgt für einen ausgeglichenen Verkehrsfluss. (Foto: Graphmasters)

„30 Prozent schneller ans Ziel kommen.“

Und so funktioniert es: Graphmasters weist jeder Straße, basierend auf ihrer Länge, der Anzahl an Fahrspuren und der Geschwindigkeitsbegrenzung eine bestimmte Kapazität zu. Fordert ein Autofahrer via Navi eine Route an, berechnet das System, wann das Auto die Straße voraussichtlich passieren wird und „reserviert“ sie für diesen Zeitraum. Ist die Kapazitätsgrenze der Straße erreicht, werden weitere Autos automatisch auf alternative Routen umgelenkt. Alle paar Sekunden gleicht das System erneut ab, ob die aktuelle Route noch die Schnellste ist. Autofahrer kommen auf diese Weise im Schnitt bis zu 30% schneller ans Ziel als mit normalen Navigationsgeräten, im Bestfall doppelt so schnell.

Erfolgskritisch für das System ist natürlich die Anzahl der Teilnehmer. „Je mehr Autos mit unserer Technologie ausgestattet sind, desto besser funktioniert der Algorithmus“, räumt CEO Christian Brüggemann ein. Allerdings: Ein Anteil von fünf Prozent von Autos mit Graphmaster-Technologie im Straßenverkehr reiche bereits aus, um signifikante Auswirkungen auf die Verkehrsführung zu erzielen.

Kooperationen statt App: So will Graphmasters den Markt erobern

Um sein Produkt an den Markt zu bringen, setzt das Team von Graphmasters nur in zweiter Linie auf die Autofahrer selbst. Zwar gibt es mit Nunav auch eine Navigations-App in der Betaphase. Doch auf dem B2C-Markt lasse sich der USP von Graphmasters ungleich schwerer vermitteln, erklärt Brüggemann: „Unter den Navi-Apps sind wir schlicht einer von vielen.“

„Mit Bosch laufen die ersten Tests.“

 Stattdessen sollen die Hersteller der Navigationsgeräte für die Marktdurchdringung sorgen. Die Integration der Graphmasters-Technologie wertet ihr Produkt auf – im Gegenzug erhält Graphmasters einen Betrag pro Nutzer. Im Prinzip eine Win-Win-Situation für beide Seiten, denn die Entwicklung einer eigenen Lösung wäre für die Hersteller ohnehin zu aufwendig. Das Team führt Gespräche mit diversen großen Anbietern. Mit Bosch, dem Hersteller der fest eingebauten Navigationsgeräte etwa in VW- und General-Motors-Fahrzeugen, befindet Graphmasters sich bereits in der Testphase.

So sieht der Prototyp des Navigationssystems von Graphmasters und Bosch aus. (Foto: t3n)
So sieht der Prototyp des Navigationssystems von Graphmasters und Bosch aus. (Foto: t3n)

Startup Graphmasters: Professionalisierung auf Raten

„Aus dem Wohnzimmer ins Startup-Büro.“

Graphmasters hat heute acht Mitarbeiter, inklusive der drei Gründer Brüggemann, Nitescu und Sebastian Heise. Erst 2013, also fünf Jahre nach der ursprünglichen Idee, ist die offizielle Startup-Gründung erfolgt, zuvor haben die Gründer ihre Idee quasi nebenbei vorangetrieben. Graphmasters hat sich Zeit gelassen mit dem „Serious Business“: Noch arbeiten alle Teammitglieder von Zuhause aus, vornehmlich aus der Region Hannover, aber auch aus Rumänien. Im April will das Startup seine eigenen Büroräume beziehen – das mietfreie Jahr, das es im Dezember beim Plug & Work Wettbewerb von hannoverimpuls gewonnen hat, hilft dabei.

Überhaupt waren Wettbewerbe bisher eine wichtige Einnahmequelle für Graphmasters: Im Jahr 2012 gewann das Team, damals noch unter dem Namen Greenway, den mit 100.000 US-Dollar dotierten Hauptpreis beim Microsoft Imagine Cup. Später kamen der Startup-Wettbewerb von hannoverimpuls sowie der Gründerwettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hinzu. Um sich in Zukunft stärker auf das Produkt fokussieren zu können, will Graphmasters nun allerdings auf Fremdkapital setzen. Den Abschluss der ersten Finanzierungsrunde will CEO Brüggemann schon bald bekanntgeben, welche Venture Capitalists sich das Startup ins Boot holt – und um welche Summe es geht –, verrät er aber nicht.

Graphmasters: Finalist bei CODE_n auf der CeBIT

Graphmasters-Gründer Christian Brüggemann und Sebastian Heise präsentieren ihre Technologie bei CODE_n auf der CeBIT. (Foto: t3n)
Graphmasters-Gründer Christian Brüggemann und Sebastian Heise präsentieren ihre Technologie bei CODE_n auf der CeBIT. (Foto: t3n)

„So viele Menschen bewegen wie möglich.“

Auch beim CODE_n Startup-Wettbewerb auf der CeBIT ist Graphmasters dabei, hier winken immerhin 30.000 Euro Preisgeld. Mit der Resonanz auf den Pitch am Sonntag ist CEO Brüggemann mehr als zufrieden. Dennoch: Ob sie Chancen auf den Award haben, möchte er nicht bewerten, die Konkurrenz sei groß.

Für die Zukunft wünscht Brüggemann sich vor allem viele gute Kooperationen, um die Graphmaster-Technologie schneller zu verbreiten. Dabei schließt der Gründer auch die Akquisition durch einen starken Partner nicht aus. Hauptsache, die Vision ist dieselbe: So viele Menschen wie möglich bewegen, im buchstäblichen Sinne.

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2 Reaktionen
Vermeidbare Kosten
Vermeidbare Kosten

Wenn ich google wäre, würde ich messen wo die Leute sind und die "Hotness" bzw. Geschwindigkeit als Dichte wie Hitze von blau bis rot als Farben auf den Straßen darstellen. Dann kann man vorher überlegen wie man fahren will.
Man sähe auch, wo der Karnevalszug oder Demonstration oder Schützenverein-Umzug grade die Straßen blockiert. Sowas wie Zugradar aber für Autos.
Softwaretechnisch ist es trivial und theoretisch interessant sind nur die Überlegungen und Modellierung ab wie vielen Teilnehmern es nützlich wird.
Leider sind die meisten Projekte von Google nicht so erfolgreich :-( und sonst macht es leider keiner.

Die Mobilfunk-Unternehmen wissen diese Daten auch und verkaufen sie ich glaube schon als (kumulierte anonymisierte) Realtime-Daten an Routenplaner.
Die Frage ist aber, ob solche Informationen nicht eher freie Güter sein sollten weil die Gemeinschaft keinen Nutzen hat, wenn die Straßen verstopft sind und LKW vermeidbar länger für Strecken brauchen.

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James
James

"So sieht der Prototyp des Navigationssystems von Graphmasters und Bosch aus. (Foto: t3n)"

Ernsthaft? Das ist nen iPad..

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