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„Grell“, „Unfertig“, „Hammer“ – Was wir bei t3n vom iOS-7-Redesign halten

„Grell“, „Unfertig“, „Hammer“ – Was wir bei t3n vom iOS-7-Redesign halten

polarisiert. Für die einen ist das neue mobile Betriebssystem der größte Entwicklungsschritt seit Erfindung des iPhones, für die Anderen ist es ein absoluter Reinfall. Doch was denken wir bei t3n über Jony Ives großen Wurf? Das verraten wir euch in unserem Kommentar.

„Grell“, „Unfertig“, „Hammer“ – Was wir bei t3n vom iOS-7-Redesign halten
ios-7-os-ebenen

David Maciejewski, Frontend- und Softwareentwickler

In iOS 7 haben sich drei Dinge geändert. Das User-Interface hinterlässt einen simplifizierten, geordneten Eindruck, es wurde viel feiner, detaillierter gezeichnet. Doch es herrscht in der Beta noch ein bunter Mix aus Schaltflächen mit Rändern, ohne Rand mit Text, mit vollflächigen Icons und Rahmen, dann wieder mit Kontur-Icons ohne Rahmen. Verzichtet wurde auf die verspielten Texturen, Leuchteffekte und Schatten, was iOS gut zu Gesicht steht. Doch ich vermisse eine klare Designsprache mit einheitlicher Struktur und Logik.

Die App-Icons wurden ebenfalls stark überarbeitet. Apple gab die Gestaltung in die Hände von Kindern, die sich austoben durften. Heraus kamen grelle Farbverläufe, Corel-Draw-Cliparts und bunte Tröpfchen. Die Eltern der Kinder dürften entzückt sein, Designer mit Hang zur Ästhetik schlagen die Hände über dem Kopf zusammen.

Als Drittes hat Apple bei iOS 7 die allgemeine Bedienung verändert. „Form follows function“ war gestern, heute diktiert das Design die Funktion. Wie man sein entsperrt oder eine Suche startet, muss neu erlernt werden. Vieles ist optisch schön simpel, aber gleichzeitig so fürchterlich kompliziert geworden.

Die Beta von iOS 7 zeigt optisch in die richtige Richtung. Mehr aber auch nicht.

iOS 7 maciejewski 3

Luca Caracciolo, Redaktionsleiter t3n Magazin

Mit iOS 7 nimmt Apple die größte Veränderung an seiner mobilen Plattform seit ihrer Einführung vor. Das Flat Design steht Version 7 ausgezeichnet, einzig einige App-Icons wirken irgendwie noch unfertig – beispielsweise das für Erinnerungen. An der Oberfläche also durchaus schick, hätte ich mir in funktionaler Hinsicht von der 7. iOS-Iteration noch mehr erwartet.

Das Control Center – längst überfällig – ist ein Schritt in die richtige Richtung, das aufgewertete Notification Center ebenso. Was ich aber nach wie vor schmerzlich vermisse ist ein anpassbarer Homescreen. Noch immer muss ich einzelne Apps öffnen, um für mich wichtige Informationen abzurufen. Widgets wie bei Android oder Live-Tiles wie bei Windows Phone, also anpassbare Informationsquellen auf dem Startbildschirm, sind nach wie vor Fehlanzeige. Hier muss Apple spätestens bei iOS 8 nachlegen.

iOS 7: Alle Informationen direkt im Blick. (Foto: Apple)
iOS 7: Alle Informationen direkt im Blick. (Foto: Apple)

Florian Blaschke, Redaktionsleiter t3n.de

Keine Frage, was Apple mit iOS 7 gemacht hat, ist ein Riesenschritt. Seit Erfindung des iPhones gab es im Prinzip kein wirkliches Update des Designs, nun hat Jony Ive dafür gleich den Hammer ausgepackt. Und was soll ich sagen? So finde ich auch das Design: Hammer. Dass die Farben hier und da noch etwas unausgewogen wirken, dass mich manches Detail an Ideen von HTC oder Samsung erinnert, dass das Design erst dann wirklich funktioniert, wenn alle Icons von Drittanbieter-Apps angepasst worden sind und in allen Apps auch die gleiche Tastatur und entsprechende Menüs genutzt werden – mit all dem kann ich leben. Denn seit iOS 7 habe ich endlich wieder das Gefühl, auch in Sachen Betriebssystem ein modernes Smartphone in der Hand zu halten.

Vor allem hat sich Apple in Sachen Usability einige Gedanken gemacht und für etliche Problemfälle großartige Lösungen gefunden. Das Beenden von Apps zum Beispiel, bislang nichts für dickere Finger, wurde durch die Umstellung auf Wischgesten ebenso modernisiert wie die Safari-Tabs, die jetzt an eine vertikale Variante von Coverflow erinnern. Die neue Schriftart „Helvetica Neue 25 Ultra Light“ ist ein Segen für die Augen, und insgesamt wirkt das Design durch etliche milchige Flächen leichter, luftiger und geschmeidiger. Wenn Apple es nun noch schafft, bis zum endgültigen Start im Herbst ein paar der Patzer auszubügeln, die beispielsweise bei den Farben gemacht wurden, ist ihnen mit iOS 7 in meinen Augen ein großer Wurf gelungen.

Und was sagt ihr zu iOS 7 und dem Redesign von Jony Ive? Glücksgriff? Oder Griff in die Kiste?

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10 Antworten
  1. von Julian am 11.06.2013 (17:37 Uhr)

    Ich denke es gibt einige schöne Aspekte an iOS 7 und kann eigentlich allem geschriebenem zustimmen, allerdings denke ich, dass die Icons doch teilweise etwas zu bunt sind!
    Ist nicht gerade ein iPhone eines der Handys, welche man gerne mal als Firmen-Handy benutzt? In dieser Hinsicht würde ich mir wünschen, dass man sich zwischen knalligerer und schlichterer Variante entscheiden kann.

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  2. von Blickableiter am 11.06.2013 (21:35 Uhr)

    Es gab und gibt im Internet so schöne Flat-Design-Ideen für IOS 7. Das Problem dabei ist, so erging es mir jedenfalls, dass dadurch die Erwartungen an Apple und seine Designer hoch gesteckt wurden. Und als das vorläufige Original gezeigt wurde, die Enttäuschung schon dementsprechend ausgefallen ist. Hinzu kommt, und das enttäuscht mich am allermeisten, das dieses unfertige IOS 7 Design mal wieder als "incredible" und "amazing" gepriesen wurde. Ich bekomme dabei immer das Gefühl, dass es dabei in erster Linie darum geht, uns den potenziellen Kunden zu manipulieren und zu einer positiven Einstellung gegenüber der Marke Apple zu nötigen. Jeder der der Marke neutral gegenüber steht, sollte das gestern Abend eigentlich gemerkt haben ;-)

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  3. von Christian am 12.06.2013 (08:14 Uhr)

    Also wer sich von "incredible" und "amazing" manipulieren lässt, ist selber schuld! Mich nervt es nur noch und bewirkt das Gegenteil. Die Leute, die gestern im Video aufstehen und klatschen, würden auch einen leeren Eimer mit Apple Logo kaufen. "The bucket is so amazing" würde denen schon reichen ^^

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  4. von Tarulia am 12.06.2013 (08:30 Uhr)

    hehe "leerer Eimer" - neuer Mac Pro? :P

    (Notiz: nix gegen den neuen, aber aufn ersten Blick sieht er aus wien Mülleimer ^^')

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  5. von matthias.faenger am 12.06.2013 (08:31 Uhr)

    Dieser Artikel trifft den Fehlgriff von Apple sehr gut: http://wolfslittlestore.be/tasteless/
    Bei der Icon-Gestaltung kann ich Herrn Maciejewski nur Recht geben! Das ist einfach nur misslungen. Da hätten es viele andere bessere gemacht. Zu dem Ergebnis kann man kommen, wenn man nur eine Minute bei dribbble schaut: http://dribbble.com/shots/1108663-Safari-iOS7-Fix?list=users

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  6. von matthias.faenger am 12.06.2013 (08:32 Uhr)

    Damit hätte ich mich bspw. sehr sehr gut anfreunden können: http://dribbble.com/shots/1109343-iOS-7-Redesign?list=searches&tag=ios7

    So hätte ein Redesign aussehen müssen.

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  7. von Guido am 13.06.2013 (08:46 Uhr)

    iOS7 macht aus einem iPhone ein stück android. viel ist abgeschaut und war längst überfällig. dennoch wird es als das große, nie da gewesene gefeiert.

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  8. von Oli am 14.06.2013 (08:21 Uhr)

    Für mich ist Flatdesign, nach wie vor eine Ausrede für Designer, die sich nicht bemühen wollen.

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  9. von severin am 14.06.2013 (15:26 Uhr)

    auf den ersten Blick eine Katastrophe, auf den zweiten gefällt es mir.

    http://www.severint.net/2013/06/14/ios-7-und-fast-alles-wird-gut/

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  10. von AppleFan am 15.06.2013 (19:13 Uhr)

    Gelbe Schrift auf weißem Hintergrund funktionierte noch nie. Weder mit Flat-Design noch mit jedem anderen Design. Dies hätte man bei Apple auch wissen können....

    Zum Flat-Design: Weniger ist oft mehr. Das stimmt zu 100%. Dennoch finde ich dass Apple nicht nur die Richtung um 180 Grad gewechselt hat sondern dass sie dabei viel zu weit gegangen sind.

    Steve ist unersetzbar und spätestens mit IOS 7 wird das jedem bewusst.

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