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Großer Traffic-Anstieg: Dieser SEO macht mit faulen Nutzern Geld

Großer Traffic-Anstieg: Dieser SEO macht mit faulen Nutzern Geld

Dieser macht tatsächlich Geld mit Nutzern, die zu faul sind, GMX.de in die Browser-Zeile einzugeben. Und genau diese sinnlose Seite geht gerade in den Google-Rankings durch die Decke.

Großer Traffic-Anstieg: Dieser SEO macht mit faulen Nutzern Geld

Ob Beavis sein E-Mail-Postfach auch über Google sucht? (Screenshot: Online Marketin…

login-seite.de Startseite (Screenshot: login-seite.de)
So sieht die Startseite von login-seite.de aus (Screenshot: login-seite.de)

Massen von Traffic mit einer Seite abgreifen, die einen ganz simplen Vorgang minutiös erklärt, nämlich wie man sich in sein E-Mail-Postfach bei GMX, Web.de und Gmail einloggt – was unglaublich klingt, ist in den vergangenen Monaten offenbar einem bauernschlauen deutschen Online-Marketing-Macher gelungen. Wir haben uns den Case genauer angesehen und nachgerechnet, was der Macher verdient.

Freemail-Anbieter wie GMX, Web.de, Hotmail und Co. werden immer noch gerne genutzt – zwar zunehmend per App auf Smartphones, natürlich aber auch noch „klassisch“ im auf Desktop-PCs und Laptops. Und trotz der sehr kurzen Namen und Domains geben viele User den Namen des Dienstes lieber in der Google-Suche als direkt in der Adresszeile ein. Dieses nicht ganz neue Phänomen haben natürlich auch unlängst findige Online-Marketer für sich entdeckt – und schlagen daraus, wie das vergleichsweise simple Beispiel von login-seite.de zeigt, immer noch Profite.

Warum sucht man kurze Domain-Namen bei Google, anstatt sie direkt in der Browser-Zeile einzugeben?

Bei Web.de sind es zwei Klicks, bei GMX und Hotmail bzw. Outlook sogar nur einer. Mehr „Aufwand“ bedarf es nicht (natürlich neben der Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwort), um sich ausgehend von der Homepage einer dieser Freemail-Anbieter in das Postfach einzuloggen. Dass trotzdem immer noch viele Nutzer den Umweg über die Google-Suche wählen, ist schwer zu erklären – immerhin bedeutet das mindestens einen Klick mehr. Gleichzeitig bildet genau dieses Verhalten die Grundlage für das SEO-Geschäftsmodell von login-seite.de, die speziell auf Suchanfragen dieser Art optimiert wurde.

Schritt für Schritt erklärt login-seite.de, wie man sich zum Beispiel in das Postfach bei GMX einloggt. (Screenshot: login-seite.de)
Schritt für Schritt erklärt login-seite.de, wie man sich zum Beispiel in das Postfach bei GMX einloggt. (Screenshot: login-seite.de)

Auf der Startseite von login-seite.de findet man keine Seitenstruktur, kein Layout und nicht einmal ein Impressum. Lediglich jeweils ein schlicht gehaltener Content-Block zu den sechs Freemail-Anbietern Gmx, Gmail, Hotmail (Outlook), Web.de, Yahoo Mail und Freenet Mail wird abgebildet. Nach ein paar Zeilen mit den gröbsten Informationen zum gratis verfügbaren Speicherplatz und der Geschichte des Anbieters verlinkt ein Button zur weiterführenden Seite mit der jeweiligen Schritt-für-Schritt-Anleitung des Login-Prozesses (bei Yahoo kein aktiver Link).

Traffic-Anstieg und super SEO-Rankings trotz sinnlosem Content

Der Content der Seite ist also eher übersichtlich und bietet eigentlich keinen Mehrwert. Und trotzdem steigen Traffic und Sichtbarkeit bei aktuell extrem an. Dass der Betreiber in Sachen SEO im Moment sehr viel richtig macht, zeigt außerdem der Blick in das Tool von Searchmetrics. Erst seit Ende Mai sind hier Daten zu der Domain vorhanden: Die SEO-Visibility stieg in der kurzen Zeit von null auf 79.229, über 2.000 organische Keywords wie „gmx login“ oder „web.de login“ kann die Seite vorweisen, davon mehr als die Hälfte auf der ersten Seite von Googles Suchergebnisliste. All das reicht laut Searchmetrics für Platz 286 im deutschen SEO-Ranking. Zum Vergleich: Die Huffington Post landet mit ihrem deutschen Angebot auf Platz 292, noch eine Platzierung dahinter folgt linkedin.com.

Die Sichtbarkeit von login-seite.de bei Google nimmt laut Searchmetrics seit einigen Monaten extrem zu. (Screenshot: Searchmetrics)
Die Sichtbarkeit von login-seite.de bei Google nimmt laut Searchmetrics seit einigen Monaten extrem zu. (Screenshot: Searchmetrics)

Die von SimilarWeb für August ausgewiesenen rund 220.000 Visits monetarisiert der Seitenbetreiber übrigens über Google Adsense-Anzeigen. Bis zu drei Stück befinden sich auf den Detail-Seiten mit Infos zum jeweiligen Login-Prozess der Freemail-Anbieter – immer direkt im sichtbaren Bereich. Auf der Startseite sind (noch?) keine Anzeigen eingebaut, diese sorgt laut dem Statistik-Tool aber auch nur für rund sechs Prozent des Gesamttraffics. Unter der Annahme von einem effektiven Tausender-Kontakt-Preis von 0,80 Euro und dem Ausschluss des Startseiten-Traffics käme der Betreiber im August bei 1,62 Page Impressions pro Visit auf Einnahmen in Höhe von 268 Euro. Reich wird er oder sie mit dem Projekt also vermutlich nicht. Trotzdem ist es immerhin ein nettes Taschengeld und zeigt schön, mit welchen doch recht simplen Methoden noch immer schnell themenspezifischer SEO-Traffic aufgebaut und zumindest im Ansatz monetarisiert werden kann. Dass viele Internet-Nutzer dazu neigen, auch täglich besuchte Seiten bei Google zu suchen, anstatt sie direkt anzusteuern, bekam Anfang 2010 auch der Tech-Blog readwrite.com auf kuriose Art und Weise zu spüren. Weil ein Artikel über eine Partnerschaft von Facebook und AOL unter anderem zum Keyword „facebook login“ extrem gut rankte, landeten viele Nutzer des Social Networks dort und waren über das „neue Design“ der Login-Seite not amused

login-seite.de erfindet das Rad nicht neu, setzt die Idee aber am besten um

Ganz ähnliche, konkurrierende Seiten gibt es in diesem Umfeld natürlich auch noch: login.wiki beispielsweise, mit Traffic vor allem aus den USA, Indien und Großbritannien nimmt seit Ende April Fahrt auf. Oder die allem Anschein nach etablierten deutschen Player my-login24.net und mein-login.net, die laut SimilarWeb beide seit dem Wachstum von login-seite.de an Traffic einbüßen. Alles in allem also eine Nische, die es zu beobachten lohnt. Übrigens: Der Macher der Seite will allem Anschein nach unbekannt bleiben. Das deutet das fehlende Impressum an. Der Eintrag für die Domain bei denic.de verstärkt diesen Eindruck dann noch. Als Domaininhaber wird hier ein Mirrko Luuft (ja, so geschrieben) aus Alsdorf bei Aachen angegeben, die Telefonnummer führt nach Irland, auf eine Kontaktanfrage per Mail bleibt eine Reaktion bisher aus.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf OnlineMarketingRockstars Daily

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13 Antworten
  1. von Frank Hoch am 25.09.2015 (15:16 Uhr)

    Ich verstehe nicht ganz warum es so abstrus erscheint, dass Menschen, welche heutzutage meist die Googleseite als Startseite bei jedem neuen Tab haben, die Bildmitte des Browsers nutzen, um alles einzugeben was sie brauchen.
    Man könnte durchaus darauf verweisen, dass sie sich doch Bookmarks legen oder auch mit Strg+Enter / Ctrl+Enter nach Eingabe von web/gmx oder ähnlichem die Vervollständigung durchführen könnten, aber wer gibt denn bitte gerne "mail.google.com" in seine Browserzeile ein?
    Ich lese sehr gerne eure Artikel, bin Seit der PS4 Werbeaktion auf FB dabei und finde den Content von euch sehr gut. Bei diesem Artikel stört mich ein bisschen das Statement: "Dass trotzdem immer noch viele Nutzer den Umweg über die Google-Suche wählen, ist schwer zu erklären – immerhin bedeutet das mindestens einen Klick mehr." Es ist wie vorher beschrieben nur eine Betrachtungsweise. Die Suche muss kein Umweg sein, wenn es sowieso der einzige Weg ist der gegangen wird um sich im Netz zu bewegen.

    schönen Start ins Wochenende

    Frank Hoch

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    • von Ich am 25.09.2015 (15:55 Uhr)

      Sehe das wie Frank. Mich überrascht das gar nicht, daß so viele über Google suchen, eher im Gegenteil: Mein Firefox setzt beim Starten direkt den Focus auf die Google-Suche, so daß ich beim Tippen direkt dort lande. Wenn ich das nicht merke (oder zu faul bin um erst in die Adressleiste tippe) dann lasse ich halt Google nach "gmx.de" suchen... so what?

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      • von monolith am 25.09.2015 (17:17 Uhr)

        Kann mich euch nur anschließen. Außerdem kann ich dann einfach wild herumtippen. Kommt ein kleiner Tippfehler zustande, verzeiht mir Google den - Mein Browser keineswegs.

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  2. von Conny am 25.09.2015 (17:57 Uhr)

    sehe das auch so. liegt am veränderten benutzerverhalten durch technologische veränderungen.

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  3. von Kevko am 25.09.2015 (18:41 Uhr)

    Wenn ich die Kommentare hier so lese, fühle ich mich gleich irgendwie "außerhalb der Norm".
    Sobald ich meinen Browser/einen neuen Tab öffne, gebe ich die direkte URL ein, um zur entsprechenden Seite zu gelangen.

    Da ist mir der Umweg über die Suchmaschine dann doch zu umständlich, abgesehen davon, dass beim Tippen ja schon teile der Chronik angezeigt werden und man nur noch darauf klicken müsste um zur korrekten Seite zu gelangen.

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  4. von DerWarGut am 25.09.2015 (20:36 Uhr)

    Mh ... bin ich der einzige, für den die Page offline ist?

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  5. von Jan am 25.09.2015 (22:24 Uhr)

    Man darf auch nicht vergessen: Bei Firefox war lange Zeit die URL-Leiste so eingestellt, dass dort Googles "Auf gut Glück" versucht wurde und zum ersten Ergebnis geleitet wurde, sofern keine URL eingeben wurde.

    Und da haben die Leute gelernt "gmx" eintippen "da oben" reicht

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  6. von Michael am 25.09.2015 (22:59 Uhr)

    Allein mit Keywordspam, sinnlosem (aber sauber geschriebenem) Inhalt wird er diese starke Sichtbarkeit nicht erreicht haben. Ich denke da hilft vor allem auch ein starkes Backlinknetzwerk.

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  7. von Dieter Haskamp am 26.09.2015 (00:12 Uhr)

    Man mag es glauben oder nicht aber viele Nutzer Googeln alles. Schlicht weil sie nicht wissen was sie tun. Was eine Adresszeile ist wissen sie nicht und Begriffe wie Bookmark sind Fremdwörter.
    Das es so ist, stellt sich für mich immer wieder in Telefonaten heraus. Da das Ziel auch durch das alles-googeln erreicht wird, macht man eben so weiter wie bisher. Ob dabei nun ein oder zwei Klicks mehr gebraucht werden ist vollkommen egal.

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  8. von Pete am 26.09.2015 (09:40 Uhr)

    Die Schtbarkeit führt hier in die Irre, wir reden von navigational searches, da haben wir auf Platz 1 und 2 nahezu 100% der Klicks. Die Besucherzahlen werden also deutlich niedriger liegen und bei weitem (!) nicht die hier dargestellten Zahlen erreichen. Aus meiner Sicht ist der Artikel leider schlecht recherchiert, so "einfach" ist es dann doch nicht, Nischenseiten nach oben zu drücken und zu monetarisieren.

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  9. von Marvin am 29.09.2015 (10:13 Uhr)

    Wenn ich mich irgendwo einloggen will mache ich das direkt über meinen Passwort-Manager. Öffnet den Browser, öffnet die Seite, füllt das Login aus und gut is ;-)

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  10. von bastianbbux am 07.10.2015 (12:40 Uhr)

    Hmm, entweder bin ich zu blöd, oder es hat sich mittlerweile was geändert, aber die erwähnte Seite finde ich nicht. Weder via google.com noch über google.de
    Da ist immer gmx.de als erster eintrag, mit 2-6 unterlinks (sitelinks), je nach verwendeten keywords, von 'gmx' über 'gmx.de' bis hin zu 'gmx login' wurden verschiedensten kombinationen ausprobiert.
    Im Einsatz sind Adblockplus und Ghostery. Bei ersterem wurden auch die 'unaufdringlichen' Werbungen ausgeschaltet, also keinerlei Werbelinks bei mir.

    Daher die Frage an die Redaktion: ist das ein Clickbait Beitrag?

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