Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Startups

Butter bei die Fische: Beim Gründer-Coaching des House of Startups

    Butter bei die Fische: Beim Gründer-Coaching des House of Startups

(Grafik: Shutterstock)

Startups brauchen nicht nur Geld, sie brauchen auch Input und Know-how. Die Gründer, die in dieser Woche im House of Startups der Frankfurter Buchmesse wohnen, bekommen das – in Form von einem Gründer-Coaching. Wir waren bei einem dabei.

House of Startups: Gründer-Coaching von Business-Angels

Bekommen als House-of-Startups-Bewohner ein Gründer-Coaching: Dirk Veit und Hilko Aikens, Gründer von ADDACT. (Foto: Andreas Tamme)
Bekommen als House-of-Startups-Bewohner ein Gründer-Coaching: Dirk Veit und Hilko Aikens, Gründer von ADDACT. (Foto: Andreas Tamme)

Die Startup-Welt ist nicht immer so hip und glamourös, wie es scheint. Nicht immer besteht sie aus schicken Büros, dem obligatorischen Kickertisch und spannenden Pitchings. Manchmal ist die Startup-Welt auch grau und trist. Auf den ersten Blick zumindest.

Frankfurt, Börsenviertel: ein kleines Büro in der Industrie- und Handelskammer, keine zehn Quadratmeter groß. Draußen regnet es, der Tag ist grau, und Hilko Aikens und Dirk Veit, die Gründer von ADDACT, haben gerade ihre drei Coaches getroffen, die ihnen heute bei den nächsten Schritten als Startup unter die Arme greifen sollen: Elmar Götz, Anne Kutter und Christian Neuss. Götz und Neuss, erfahrene Investoren, kommen von den Business-Angels Frankfurt, Kutter hat 20 Jahre Berufserfahrung in der Verlagsbranche und soll Aikens und Veit diese doch recht konservative Branche näherbringen.

Das Gründer-Coaching ist Teil des House-of-Startups-Programms der Frankfurter Buchmesse, das Verlage und Startups einander näherbringen soll. Für die Buchbranche müsse man durchaus neu denken, sagt sie – und eine Sperre überwinden: „Lesen ist ja der Rückzug ins Private und das ist auch in den Köpfen der meisten Buchhändler und Verleger noch so.“ Ein Produkt, das nun das genaue Gegenteil wolle, nämlich öffentliche Veranstaltungen, müsse das berücksichtigen.

Anzeige

Gründer-Coaching: Was den Bewohner des House of Startups geraten wird

„Investoren denken manchmal ein bisschen holzschnittartig.“

Also stellen Aikens und Veit erst mal ihr Pitch-Deck vor, sie erzählen von ihrer Geschäftsidee, legen Zahlen auf den Tisch, geben Ausblicke. Und sie kriegen Feedback, das sie weiterbringen soll in den kommenden Wochen. Einer der wichtigsten Ratschläge an diesem Tag: Investoren denken manchmal ein bisschen holzschnittartig. Also heißt es für Gründer: Dinge greifbar machen, Zahlen runterbrechen, Ideen plastisch darstellen. Klassisches Storytelling.

Vor allem geht es an diesem Tag um die Frage: Wie weit holt man aus beim Pitchen? Wie detailliert muss man auf Details des Produkts eingehen? Bei ADDACT stellt sich diese Frage immer wieder, wie Neuss betont: „Bei jedem, der euch zuhört, fängt es an zu rattern. Da zu einzelnen Fragen ein, zwei Sätze mehr zu zu sagen, hilft den Leuten über eine Klippe hinweg.“

Crowdfunding – ein schwieriger Begriff

Fanpowered Concerts – der Slogan von ADDACT. (Bild: ADDACT/PlaceIt)
Fanpowered Concerts – der Slogan von ADDACT. (Bild: ADDACT/PlaceIt)

Doch die Business-Angel stolpern auch über konkrete Zahlen. „Wenn ich höre, dass es einen globalen Markt gibt, der milliardenschwer ist, steige ich aus“, sagt Götz und rät den Gründern, konkreter zu werden, näher am eigenen Markt zu bleiben. Spannend aber auch zu sehen, wie Investoren mit Marktprognosen an sich umgehen. Wenn sich Startups von Gesamtmarkt eine Scheibe abschneiden, kann es nämlich durchaus passieren, dass diese Scheibe im Vergleich ziemlich dünn aussieht – auch wenn sie für einen zweistelligen Millionenbetrag steht.

Bei ADDACT ergibt sich noch ein ganz anderes Problem: Sie nutzen den Begriff Crowdfunding für ihre Idee, Musikfans die Möglichkeit zu geben, durch Kampagnen-Tickets Einfluss auf den Tour-Plan ihrer Lieblings-Acts zu nehmen. Den aber hören Investoren offenbar nicht so gerne, wie Neuss erklärt: „Wenn ich da an den Spenden-Bereich denke, an Kampagnen, um Projekte zu finanzieren, finde ich das großartig.“ Als Investor schrecke ihn der Begriff jedoch ab, da denke er an Investitionen, die mit einem zu großen Risiko behaftet seien.

„Jetzt braucht es echte Manager-Fähigkeiten“

„Ein Produkt zu entwickeln und attraktiv zu machen, ist einfach.“

Nicht wenige Startups dürften auch vor der Frage stehen, wie schnell sie skalieren wollen und welches Wachstums-Szenario sie vor Investoren pitchen. Das hänge, so Götz, unter anderem davon ab, wie groß die Bereitschaft wäre, schon früh Anteile abzugeben. Und es hängt auch daran, so ergänzt Neuss, wie kurzfristig das Startup nach einer Finanzierung in der Lage sei, „den Schalter umzulegen“ und beispielsweise die Internationalisierung voranzutreiben.

Für ADDACT wird aus dem Gespräch vor allem eins klar: Die nächsten drei Jahre, da sind sich die Business-Angel einig, werden die kritische Phase werden. „Ein Produkt zu entwickeln und attraktiv zu machen, ist einfach. Aber danach folgt die schwierigste Phase, und dafür braucht es echte Manager-Fähigkeiten. Da müsst ihr vermarkten und vertreiben können.“ Anders gesagt: Jetzt heißt es „Butter bei die Fische“. Eine Aussage, die Gründer durchaus unter Druck setzen kann.

„Wir sehen das aber eigentlich andersrum“, sagt Veit: „Wir sind ja das, was Businesss-Angels suchen. Wir sind das Pfund auf dem Tisch. Ich glaube, wir selbst machen uns schon genug Druck, da lassen wir uns nicht von beeindrucken.“

t3n ist Medienpartner des House of Startups. Die Reise zur Frankfurter Buchmesse erfolgte auf Einladung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Finde einen Job, den du liebst

Schreib den ersten Kommentar!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Hinweis

Du hast gerade auf einen Provisions-Link geklickt und wirst in Sekunden weitergeleitet.

Bei Bestellung auf der Zielseite erhalten wir eine kleine Provision – dir entstehen keine Mehrkosten.


Weiter zum Angebot