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Gründer sammelt 2 Millionen Dollar Funding ein – mit einer leeren Präsentation

Gründer sammelt 2 Millionen Dollar Funding ein – mit einer leeren Präsentation

Normalerweise überzeugen Gründer ihre Investoren mit ihrer Produktidee. Ein Unternehmer hat jetzt aber bewiesen, dass es auch völlig ohne Produkt geht – und dafür eine Kapitalspritze von zwei Millionen US-Dollar bekommen.

Gründer sammelt 2 Millionen Dollar Funding ein – mit einer leeren Präsentation
Startup. (Grafik: t3n)
Gründer Itay Adam: Unterhaltung ist wichtiger als ein Konzept. (Screenshot: Slideshare)
Gründer Itay Adam: Unterhaltung ist wichtiger als ein Konzept. (Screenshot: Slideshare)

Eine Präsentation über nichts

Itay Adam befindet sich in einer komfortablen Position. Sein Startup verfügt über ausreichend Kapital, um das nächste große Ding zu entwickeln. Was genau das sein wird? Das wissen weder Adam noch seine Investoren. Trotzdem unterstützt eine international tätige Investmentfirma seine vage Vision mit zwei Millionen US-Dollar. Überzeugt hat er sie mit einer beinahe inhaltslosen Präsentation und der Unterstützung eines professionellen Drehbuchautors.

In einem Interview mit Forbes erklärte Adam seinen Pitch folgendermaßen: Niemand wisse, was das nächste große Ding sein wird. Daher wolle er ein Team aus fünf bis sechs erfahrenen Mitarbeitern aufbauen und mit ihnen gemeinsam überlegen, was es sein könnte. Um seine Investoren davon zu überzeugen, heuerte er einen professionellen Drehbuchautor an, der ihm ein 40-minütiges Standup-Comedy-Programm dazu schrieb. Begleitend erstellte er eine Präsentation aus nur fünf Folien. Für Adam ist Unterhaltung der Schlüssel, denn immerhin stammt seine Idee aus der erfolgreichen Fernsehsendung Seinfeld.

In einer Folge der amerikanischen Sitcom versucht der von Jason Alexander gespielte George Costanza eine Gruppe von Fernsehproduzenten davon zu überzeugen, eine Show über absolut nichts zu produzieren. Aus genau dieser Folge hatte Itay Adam die Idee für seinen Pitch.

Startup-Funding ohne Produkt: Unterhaltung ist der Schlüssel

Allerdings soll Adams Startup beta.popcorn tatsächlich irgendwann etwas entwickeln. Was das sein wird, ist Adam derzeit aber noch nicht so wichtig. Für ihn hat das richtige Team vorerst höhere Priorität. Statt wie andere Startups auf junge Mitarbeiter von Anfang 20 zu setzen, besteht sein Team aus Mitarbeitern die, wie er, schon über ein gewisses Maß an Erfahrung verfügen. Itay Adam war an mehreren Startups beteiligt und hatte damit mal mehr und mal weniger Erfolg.

Doch nicht nur bei seinem Pitch, auch bei der Suche nach Kapital war Adam kreativ. Für ihn müssen Menschen mit ungewöhnlichen Ideen auch nach ungewöhnlichen Finanzpartnern suchen. Statt bei den üblichen VC-Firmen vorstellig zu werden, wandte er sich an eine Private-Equity-Firma mit Sitz in Südamerika. Laut Adam gibt es dort viele Firmen mit Geld, die nach neuen Investitionsmöglichkeiten suchen.

Für Itay Adam läuft also alles letztlich auf Unterhaltung hinaus. Egal ob bei seinem Comedy-Pitch oder bei der anstehenden Entwicklung eines neuen Produkts. Jedes neue Produkt müsse unser Leben einfacher statt schwerer machen. Wer das schafft, so Adam, unterhalte damit auch automatisch seine Kunden. Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob das auch beta.popcorn gelingen wird.

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4 Antworten
  1. von Dennis am 15.08.2014 (16:02 Uhr)

    "Gründer sammelt 2 Millionen Dollar Funding ein – mit einer leeren Präsentation"
    ...
    "Überzeugt hat er sie mit einer beinahe inhaltslosen Präsentation"
    ...
    "Begleitend erstellte er eine Präsentation aus nur fünf Folien."


    ääääh

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    • von Tamara am 16.08.2014 (16:12 Uhr)

      Ähhhh... Ja genau, das habe ich mir auch gedacht. Er hatte eine Präsentation!!! Man könnte hier eher sagen, dass der Typ für keine Idee soviel Geld kriegt. Schade, dass manche Leute so sehr darauf bestehen, einen tollen Titel zu finden, damit leute es lesen :( Wenn es wenigtens doch wahr wäre... total widersprüchlich.

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  2. von Christian Wilmer am 17.08.2014 (20:44 Uhr)

    Hört sich ganz nach dem gleichen Konzept von: http://www.onefkndollar.com an.

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  3. von Robert am 19.08.2014 (07:55 Uhr)

    3 Millionen fehlen, um allein die Personalkosten zu decken. Wenn es reicht.... Mir wäre das als Pro zu wenig Kohle für 3 Jahre. Aber ich bin auch eher Söldner als Idealist :-).

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