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Gründer-Story iBeam.it: „Die Zeit im Silicon Valley hat uns die Augen geöffnet!“

„Die Dichte an 'smart people' ist im wahnsinnig hoch“: Bei t3n.de erzählt Gründer Michael Eisler, warum er mit seinem iBeam.it von Österreich ins Silicon Valley gezogen ist, was er dort gelernt hat und warum er anderen Gründern dasselbe rät.

Gründer-Story iBeam.it: „Die Zeit im Silicon Valley hat uns die Augen geöffnet!“

"Was ist ein guter Pitch? Wie mache ich ein Produkt?

Wir sind über ein zweiwöchiges Intensivprogramm für Startup-Gründer, das von blackbox.vc initiiert wurde, ins Silicon Valley gekommen. Der Inkubator von Fadi Bishara hat sich auf die Unterstützung ausländischer Startups spezialisiert, die meist aus Europa stammen. Die Zeit im Silicon Valley hat uns die Augen geöffnet, wir haben viel gelernt: Was ist ein guter Pitch? Wie mache ich ein Produkt? Wer sind meine Kunden? Wie sieht mein „Most Valuable Player“ aus? Was bedeutet eine gute Conversion Rate und wie kann ich sie verbessern?

Die Teilnehmer des "Blackbox Connect" Programms mit Fadi Bishara (Mitte) von Juli bis August 2012.

"Das Tech-Geschehen spielt sich im Valley ab und nicht zu Hause"

All diese Fragen werden in Österreich anders beantwortet als hier im Valley. Nur zählt es in der Tech-Welt nicht, wie man in Österreich darüber denkt. Die Dichte an "smart people" ist im Silicon Valley wahnsinnig hoch. Wirklich jeder, der in dieser Branche wesentlich sein könnte als Kunde, Investor oder Partner, sitzt innerhalb weniger Meilen. Hier herrscht ein Ökosystem, das seit Jahrzehnten darauf spezialisiert ist, in Lichtgeschwindigkeit Ideen in Unternehmen zu verwandeln und diese mit Warp-Speed wachsen zu lassen. Und zwar perfektioniert auf den Kundenfokus und ausgestattet mit Werkzeugen und Methoden, wie man es umsetzt.

Um es mit dem Bild vom Surfen auszudrücken: Wer ist nicht lieber unter gleichgesinnten Leuten mit Träumen und Visionen und mit Blick auf das Meer und die Surfer? Die Fähigkeiten, um Surfbretter in der Nähe des Strandes zu perfektionieren, sind eben in der sogenannten Bay Area und nicht in den Alps in Österreich! Auf die Realität übertragen: Das Tech-Geschehen spielt sich im Valley ab und nicht zu Hause.

Michael Eisler, Gründer von IBeam.it, zog mit Kind und Kegel ins Silicon Valley, um näher am Tech-Geschehen dran zu sein.

Unser Zuhause war es aber, das uns zunächst gehindert hat, hierher zu kommen. Wir wollten unsere Komfortzone bestehend aus Eigenheim, Familie, Freunde, Beruf und Kultur nicht verlassen. Wir redeten uns ein, dass wir unser Startup auch weit ab von „Meer und Strand“, also dem Zentrum der Tech-Welt, aufziehen könnten. Aber die Realität sah anders aus. Als wir unser Produkt Wappwolf erstmals auf der DEMO Conference im Silicon Valley präsentierten, blieben Benutzerexplosion und Investorenandrang aus. Weil wir aus der Ferne versucht hatten zu erahnen, wie sich Surfer ihre Surfbretter vorstellen. Mit deutscher Gründlichkeit haben wir versucht, mit viel zu wenig Ressourcen ein möglichst vollständiges Produkt zu schaffen, und jede einzelne Idee in ein Feature umgesetzt.

Ende 2011 haben wir dann den Dropbox Automator veröffentlicht. Die Wappwolf "Web Application f-l-o-W Plattform zum Erstellen und Automatisieren von Dateiabläufen war eigentlich nur ein Nebenprojekt, wir wollten damit zeigen, wie man auf der Wappwolf Plattform eigene Produkte und Services realisieren kann. Der Zuspruch war unerwartet groß, jedoch drohten das Gründungskapital und eine Seed-Finanzierung von 700.000 US-Dollar bald zu Ende zu gehen. Wir schickten zwei Mitarbeiter für drei Monate nach San Francisco - und merkten, dass wir noch nicht verstanden hatten, was im Silicon Valley los ist und wie man es richtig macht. Also habe ich mich für das Blackbox Connect-Programm angemeldet.

IBeam.it: Bequemer Dateien-Transfer zwischen unterschiedlichsten Cloud-Diensten.

Nun lebe ich seit sieben Monaten in Palo Alto im Silicon Valley. In dieser Zeit haben wir unsere ursprüngliche Idee in das neue Produkt IBeam.it verwandelt. Aber nicht nur das Produkt sondern alles hat sich verwandelt: unser Denken, Handeln, Arbeiten. Einfach war der Weg nicht: 15 Mitarbeiter und Freelancer beschäftigte unsere Firma Wappwolf damals in Österreich. Viele davon konnten den Weg nicht mitgehen oder konnten in der Neuorientierung des Unternehmens keinen Platz mehr finden. Für mich persönlich bedeutete es ein Re-locating nach Palo Alto mit Frau und zwei Kindern. Visum beantragen, ab in den Flieger und alles zurücklassen, was dem Ziel nicht dienlich ist. Trotzdem ein Schritt, den ich nicht bereue und der eigentlich unser erster Schritt bereits 2010 hätte sein müssen. Wenn die Sache mit der Komfortzone nicht gewesen wäre.

Deshalb mein Tipp für alle Startup-Gründer: Ein Surfbrett, das in Mitteleuropa liegt, ist zwar sicher – aber dafür werden Surfbretter nun mal nicht gebaut!

Zur Person

Michael Eisler (32) ist verheiratet, Familienvater und Mitgründer sowie CEO von Wappwolf. Das Unternehmen brachte Anfang 2013 sein neuestes Produkt IBeam.it heraus. Mit dem Service können Nutzer Fotos und Dateien jeglicher Art abrufen, die von Freunden und Bekannten bei einem anderen Online-Dienst wie Dropbox, Google Drive, Facebook, Instagram, flickr, skydrive abgelegt wurden. Mittels Beam-Button kann ein Beam einfach auf die eigene Seite eingebunden werden. Die weiteren Mitgründer von Ibeam.it sind Harald Weiss, Christian H. Leeb und Dieter Dobersberger.

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Eine Antwort
  1. von andreaswienes am 31.01.2013 (09:48 Uhr)

    Eine schöne und aktuelle Gegenansicht von Start-up-Gründer Johannes Reck:

    "Der Vorteil eines Start-ups, das jetzt im Silicon Valley startet, ist trotz des Umfelds deutlich gesunken. Das sehen auch die Kapitalgeber. Wir haben die Köpfe, die Infrastruktur und die operativen Möglichkeiten - und gleichzeitig sind wir billig. Jetzt müssen wir einfach noch mehr Unternehmen bauen, die schlaues Kapital und Investoren anziehen."

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/0,2828,877962,00.html

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