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Karriere

Das sind die Grundprinzipien guter Führung im digitalen Zeitalter

    Das sind die Grundprinzipien guter Führung im digitalen Zeitalter

Führen im Zeitalter der Digitalisierung. (Foto: Shutterstock.com)

Was macht gute Führung im Zeitalter der Digitalisierung aus? Ein Roundtable bei der CeBIT 2016 ergründet die wichtigsten Grundlagen für zufriedene Mitarbeiter und effiziente Wissensarbeit.

Führung im digitalen Zeitalter: Roundtable zu moderner Wissensarbeit auf der CeBIT 2016

Das größte Kapital eines Unternehmens liegt in seinen Mitarbeitern. Moderne Arbeitgeber wissen das – und umgarnen heutige und zukünftige Talente gerade in der Digitalbranche mit großen Spielräumen oder extravaganten Benefits. Doch welche Rahmenbedingungen sorgen erwiesenermaßen für mehr Motivation und Leistung auf Seiten der Angestellten? Dieser Frage ist ein von Microsoft Deutschland organisierter Roundtable auf der CeBIT 2016 nachgegangen.

Udo-Ernst Haner vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation gehörte zu den Vortragenden. Seit 20 Jahren forscht das Fraunhofer IAO im Rahmen der OFFICE21-Initiative zum Arbeitsplatz der Zukunft und hat dabei nachweisen können, dass das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu den Grundvoraussetzungen für Produktivität gehört. Insbesondere wird es durch zeitliche und räumliche Autonomie gefördert, ebenso wie durch die Freiheit der Mitarbeiter, ihre Arbeitsweise und -organisation selbst zu bestimmen.

Gute IT-Infrastrukturen zahlen auf die Produktivität ein

Je zufriedener die Mitarbeiter mit der IT-Ausstattung sind, desto wohler fühlen sie sich am Arbeitsplatz. (Foto: Shutterstock.com)
Je zufriedener die Mitarbeiter mit der IT-Ausstattung sind, desto wohler fühlen sie sich am Arbeitsplatz. (Foto: Shutterstock.com)

„Die wenigsten Wissensarbeiter sind mit ihrer IT-Ausstattung rundum zufrieden.“

Konkret ist das Fraunhofer Institut in den letzten Monaten der Frage nachgegangen, welche Rolle Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Arbeitsalltag von Wissensarbeitern einnehmen und wie zufrieden diese mit der vorhandenen Situation in ihren Büros sind. Nur 16 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben an, die IT-Ausstattung ihres Büros lasse „keine Wünsche offen“, nur 14 Prozent stimmten der Aussage zu, immer die richtigen Arbeitsgeräte und -prozesse zur Verfügung zu haben. Die Forscher fanden heraus: Diejenigen, die mit der IT-Infrastruktur ihrer Arbeitsumgebung zufrieden waren, zeigten sich auch in Bezug auf ihre sonstigen Arbeitsbedingungen zufriedener als ihre Kollegen mit unzureichender Ausstattung.

Haner sieht Unternehmen daher in der Pflicht, sowohl in Informations- und Kommunikationstechnologien zu investieren als auch in die Einführung neuer Arbeitsweisen, um langfristig die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter zu steigern.

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Was bedeutet gute Führung in der digitalen Organisation?

Leadership im digitalen Zeitalter: Mitarbeiter wollen heute keine Befehle empfangen, sondern in Entscheidungen eingebunden werden. (Foto: Shutterstock.com)
Leadership im digitalen Zeitalter: Mitarbeiter wollen heute keine Befehle empfangen, sondern in Entscheidungen eingebunden werden. (Foto: Shutterstock.com)

Mit der „Perspektive Mensch“ dagegen setzte sich Pa Sinyan, Country Manager Deutschland beim globalen Beratungsunternehmen Gallup, auseinander. Gallup hat festgestellt, dass die Zufriedenheit heutiger Arbeitnehmer nicht nur von neuen rationalen Faktoren wie etwa Arbeitsumgebung, Gehalt oder Benefits abhängt, die sich durch die zunehmende Flexibilisierung verändert haben. Auch die emotionalen Faktoren haben sich deutlich gewandelt.

So suchten viele Talente heute nach der Sinnhaftigkeit in ihrem Tun und bräuchten das Gefühl, dass ihr eigener Beitrag wichtig für übergeordnete Ziele sei. Auch das Gefühl, ins Team zu gehören und in der eigenen Position „richtig zu sein“, sei wesentlich für ihre Zufriedenheit. Das traditionelle Bewertungssystem für Angestellte sei mittlerweile dem Anspruch der Arbeitnehmer gewichen, von ihrem Unternehmen sowohl fachlich als auch menschlich „entwickelt zu werden“: Insofern verlangten viele Mitarbeiter heute keine Chefs mehr, die ihnen bloße Befehle erteilten, sondern Coaches, die ihnen beibrächten, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen.

„Je mehr Freiheiten wir einräumen, desto mehr lassen wir die Mitarbeiter im Stich“

Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter nicht als Befehlsempfänger, sondern als eigenverantwortliche Entscheider behandeln wollen, stehen allerdings vor einer schwierigen Herausforderung. Denn vom Einräumen größtmöglicher Freiheit ist es nur ein kleiner Schritt, bis Mitarbeiter sich im negativen Sinne allein gelassen fühlen – Pa Sinyan spricht hier vom Gegensatz „Empowerment vs. Abandonment“. Insbesondere in flexiblen Strukturen zeigt sich das Problem: Mitarbeiter, die nicht vor Ort sind, arbeiten oft mehr, haben aber nicht das Gefühl, dass ihr Beitrag wirklich wahrgenommen wird. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Situationen, die heute oftmals zufällig den Dialog zwischen Mitarbeiter und Führungskraft begünstigen – man trifft sich an der Kaffeemaschine und der Chef fragt, wie es gerade läuft – in verteilten Teams einfach wegfallen.

Allein im Homeoffice: Mitarbeiter, die nicht vor Ort präsent sind, haben öfter das Gefühl, dass ihr Beitrag nicht gewürdigt wird. Hier müssen Führungskräfte gegensteuern. (Foto: Shutterstock.com)
Allein im Homeoffice: Mitarbeiter, die nicht vor Ort präsent sind, haben öfter das Gefühl, dass ihr Beitrag nicht gewürdigt wird. Hier müssen Führungskräfte gegensteuern. (Foto: Shutterstock.com)

„Im Vakuum kann keine Entwicklung stattfinden.“

Ein Ausweg aus diesem Dilemma liegt laut Sinyan in einer modernen Feedback-Kultur. Denn Mitarbeiter brauchen das Gefühl, sich in ihrer Rolle und mit ihren Aufgaben weiterzuentwickeln – „und im Vakuum kann Entwicklung nicht stattfinden“. Die dafür essenzielle Interaktion mit der direkten Führungskraft kann durchaus auch über digitale Kanäle stattfinden, wichtig ist, dass der Vorgesetzte häufig und proaktiv den Kontakt sucht und nach dem aktuellen Befinden fragt.

Damit Unternehmen sich allerdings wirklich weg vom „Accidental Management“ entwickeln und eine wirksame Führungskultur etablieren können, müssen sie, so Sinyan, auch über bessere Erfolgskriterien nachdenken. Zu sehr hänge die Leistungsbeurteilung eines Mitarbeiters heute noch von der subjektiven Wahrnehmung seines Vorgesetzten ab. Stattdessen sollten Unternehmen in so vielen Mitarbeiterrollen wie möglich objektive Kennzahlen implementieren und so eine objektive Einschätzung der Mitarbeiter gewährleisten.

„Wer kein flexibles Arbeiten anbietet, wird Leute verlieren“

Pa M. K. Sinyan. (Foto: Gallup)
Pa M. K. Sinyan. (Foto: Gallup)

Genau wie Haner schreibt auch Sinyan digitalen Technologien eine Hauptrolle am Arbeitsplatz der Zukunft zu. Gallup-Studien haben gezeigt, dass sie den als so wichtig für gute Führung erachteten persönlichen Kontakt zwischen Mitarbeiter und Manager durchaus aufwiegen können – wenn sie richtig eingesetzt werden.

Und auch bei den eingangs erwähnten rationalen Faktoren spielten technisch anspruchsvolle Arbeitsumgebungen und Schlagworte wie Vertrauensarbeitszeit und -ort mittlerweile eine überragende Rolle, so Sinyan. Flexibilität und Mobilität seien in diesem Zusammenhang schon gar kein Bonus im „War for Talent“ mehr, sondern vielmehr ein Ausschlusskriterium: „Wer kein flexibles Arbeiten anbietet, wird Leute verlieren.“

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2 Reaktionen
Freizeitcafe
Freizeitcafe

Gute Führung schön und gut. Nur führen muss man langsam - und bei sich selbst anfange, bevor die Gesellschaft 4.0 Hoffnung vor die Hunde geht.. http://www.freizeitcafe.info/gesellschaft-4-0-hoffnung/#more-20123

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ich
ich

so siehts aus.

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