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Guardian Witness – Englands bekannteste Zeitung setzt auf Bürgerjournalisten

Die Guardian Media Group hat eine neue Plattform aus der Taufe gehoben, die sich dem Thema User Generated Content öffnet: Guardian Witness. Seit dem gestrigen Dienstag ist das Projekt online und auch als App für iPhone und Android erhältlich.

Guardian Witness – Englands bekannteste Zeitung setzt auf Bürgerjournalisten

Guardian Witness – „Share your View of the world“

Das Bürgerjournalismus-Projekt Guardian Witness ruft seine Leser auf, deren Journalisten mit Videos, Fotos und Stories zu unterstützen.
Das Bürgerjournalismus-Projekt Guardian Witness ruft seine Leser auf, Journalisten mit Videos, Fotos und Stories zu unterstützen.

Guardian Witness ruft seine Leser im Rahmen des Projekts auf, deren Journalisten mit Videos, Fotos und Stories zu unterstützen. Diese Inhalte – insofern sie überzeugen – haben dann die Chance unter der Guardian-Flagge sowohl online als auch im Print veröffentlicht zu werden. Schaut man derzeit auf die Seite, wird man beispielsweise mit Bildern von Personen konfrontiert, die sich zur Zeit auf der Beerdigungs-Zeremonie von Margaret Thatcher befinden. Außerdem gibt es Essays von Lesern, die sich zu den drastischen Kürzungen der Sozialausgaben äußern. Neben medialen Themen versuchen die Entwickler aber auch Hilfestellungen mitzugeben, wie man Inhalte hochwertiger produziert – wie hier im GuardianWitness guide to video.

Mit der iOS- und Android-App werden den Nutzern verschiedene Bereiche zu Guardian Witness eröffnet, wie zum Beispiel:

  • Sign-in, um Videos, Fotos oder Texte einzureichen.
  • Anmeldung mit Facebook, Twitter oder der bestehende Witness ID.
  • Blättern durch offene Aufträge.
  • Listen der Beiträge und deren Status.
  • Feedback-Bereich für Ideen, Geschichten und Funktionen.
  • Community-Bereich für Diskussionen zu Themen.
  • Zugriff auf exklusive Guardian-Witness-Wettbewerbe und -Aufträge.

Ein Video, wie man sich als Bürgerjournalist an dem Projekt beteiligen kann, haben die Macher auf YouTube veröffentlicht.

Mit Guardian Witness, das aus einer Partnerschaft mit dem britischen Telekommunikationsanbieter EE entstanden ist, geht man einen ähnlichen Weg wie schon CNN mit dem „iReport“ oder ProPublica mit „Get Involved“. Doch schon vorher hat sich das Medienhaus mehr als einmal auf das Thema Bürgerjournalismus eingelassen. 2011 etwa, während der „London Riots“, oder als man im selben Jahr die Abrechnungsbelege von Parlamentariern analysieren wollte und dafür um Unterstützung aus der Bevölkerung bat. Zyniker sehen darin einen peinlichen Versuch, an exklusives Material zu kommen und sich vor Honoraren für die Inhalte-Produzenten zu drücken.

Weiterführende Links:

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Eine Antwort
  1. von Stephan Jäckel am 17.04.2013 (17:27 Uhr)

    Außer an iReporter von CNN (die ja auch aus dem neueren Bereich der Bewegtbilder kommen) muss ich noch viel mehr an das vor ca. 10 Jahren eingestellte Projekt der BILD zum Bürger-Journalismus denken (was ja auch Print transforms into Online und Bewegtbild war).........

    .....wurde damals abgeblasen, nachdem die Werbetour schon längst angelaufen war. Richtig war und ist der Ansatz m.E. auf jeden Fall. Mehr Lieferanten können mehr Content liefern und so eine Marke auch mit exklusiven Inhalten bereichern. Wie viele sich letztendlich dauerhaft engagieren wird von Erfolgserlebnissen und Markenidentifikation abhängen.

    Aber daran schein es mir im System wie schon bei CNN zu fehlen: Kein Kred, kein Klout, keine Badges und keine integrierte, transparente Karrierefunktion via Social Channel durch Leistung zu einer Festanstellung zu kommen. :-( #fail

    Offenbar glauben Personalabteilungen (Sorry, you want to be called Human Resource Management, right?), also die Humanressourcenverwalter noch immer Social Media Marketing bestünde aus Bewerbungsformularen auf facebook, und Twitter-Werbekampagnen, nachdem die Second Life Geschäftsstellen schon lange geschlossen sind?

    Vielleicht war die BILD damals ja wirklich nur zu früh dran und bekam deswegen die Probleme mit der Hard- und Software jener Jahre nicht in den Griff, ohne dass die eigenfinanzierten Lösungen tragbar gewesen wären. That was then, this is now aber der Guardian ist heute m.E. wie auch CNN konzeptionell nicht viel weiter als damals die BILD, nur dass diese jetzt die Mittel zu akzeptablen Kosten haben.

    Aber am Ende gewinnen nicht die nidrigen Kosten, sondern durchdachte Konzepte. Und da ist gegenüber der BILD damals kein Stück Fortschritt zu erkennen. Die Printmedien hinken also weiter hinter der technischen Entwicklung und den Kundenbedürfnissen hinterher. Der Guardian humpelt den anderen an einer Krücke ledigleich eine handvoll Meter vorne weg. Und die lassen sich bei einem Marathonlauf meist relativ leicht noch einholen.

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