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Außer Spesen nichts gewesen: Beate Uhse über Erfolg und Misserfolg im Gutscheinmarketing

Außer Spesen nichts gewesen: Beate Uhse über Erfolg und Misserfolg im Gutscheinmarketing

Beate Uhse hat bisher auf das Thema Gutscheinmarketing gesetzt, jetzt reduziert der Erotikversand seine Aktivitäten bei und Co – und ist trotz der anscheinend durch diesen Schritt verursachten Umsatzeinbrüche zufrieden mit dem Ergebnis.

Außer Spesen nichts gewesen: Beate Uhse über Erfolg und Misserfolg im Gutscheinmarketing

Beate Uhse reduziert das Gutscheinmarketing.

Der Erotikversandhandel Beate Uhse hat im Branchendienst Neuhandeln angekündigt, zukünftig zur Neukundengewinnung weniger auf Gutscheinportale zu setzen. Bisher hat das im Umbruch befindliche Unternehmen beispielsweise auf Groupon Gutscheine verkauft. Die so gewonnenen Kunden seien jedoch hauptsächlich Schnäppchenjäger, die im Anschluss nicht zum Normalpreis einkaufen würden, so Beate Uhse. In der Zukunft will Beate Uhse die Kundschaft lieber auf eine andere Art und Weise gewinnen.

(Screenshot: Beate Uhse)
Das Erotikversandhaus Beate Uhse will zukünftig weniger auf Gutscheinmarketing setzen. (Screenshot: Beate Uhse)

Beate Uhse zieht sich vom Gutscheinmarketing zurück

Einen Gutschein über 50 Euro können die Schnäppchenjäger bisher bei Groupon für gerade mal 20 Euro kaufen. Diese Aktionen haben laut der Eigendarstellung von Beate Uhse im Artikel von Stephan Meixner auf Neuhandeln.de bisher immer für großen Umsatz gesorgt, rechtfertigt doch das Unternehmen große Umsatzeinbrüche unter anderem mit dem weitgehenden Verzicht auf das Gutscheinmarketing. Der Umsatz ist im letzten Halbjahr von 30,6 Millionen Euro auf 29,3 Millionen gefallen. Zusätzlich verweist Beate Uhse als Grund für den Umsatzrückgang noch auf die konzeptionelle Neuausrichtung auf Frauen, die eigenen Angaben zufolge gut angenommen werden soll.

Im Verlaufe der Zeit habe sich gezeigt, dass die kostenträchtig geworbenen Neukunden nicht zu Stammkunden werden würden. So sollen immer weniger Kunden nach dem Einlösen des Gutscheins noch Einkäufe zu Normalpreisen getätigt haben.

(Screenshot: Groupon)
Aktuell wird der Gutschein bei Groupon noch angeboten.  (Screenshot: Groupon)

In Zukunft soll Fernsehwerbung für treue Kunden sorgen

Die Lösung für das Problem soll eine Rückkehr zu eher traditionellen Mainstream-Marketing-Methoden sein. Beate Uhse will berechnet haben, dass es günstiger für das Erotikversandhaus sein wird, neue Kunden über TV-Werbung einzukaufen, als über das Gutscheinmarketing. So hofft Beate Uhse über diesen Weg zukünftig auch treuere Kunden zu finden.

Gutscheinmarketing und das Dilemma der Stammkundengewinnung

Kunden gewinnen und diese dann auch noch zu weiteren Käufen zu bewegen, ist eine der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben für Onlinehändler. Innerhalb von 30 Tagen nach dem ersten Kauf müssen Händler laut einer aktuellen Studie reagieren – danach soll die Wahrscheinlichkeit sinken, den Kunden noch zu einen weiteren Kauf bewegen zu können.

Wieso Kunden nicht zu Bestandskunden werden, erfahrt Ihr in der E-Commerce-Fuchs-Kolumne von Jochen G. Fuchs: „Stammkunden im Onlineshop – Ein Dilemma und seine Lösung“.

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4 Antworten
  1. von Schönes Beispiel am 17.08.2015 (14:45 Uhr)

    Secret-Escapes war neulich bei CNBC.
    Es geht darum vorhandene Hotelkapazitäten günstig rabattiert anbieten zu können. Man muss die Zimmer ja gar nicht das ganze Jahr über anbieten. Das ist ein großer Vorteil. Im Prinzip erinnert es an Sonderposten die halt übrig bleiben und "verramscht" werden.
    Oder wenn man gezwungen ist, im Einkaufszentrum zu öffnen obwohl man die Eisdiele oder Cafeteria lieber um 11:30 statt um 9 Uhr morgens öffnen würde wären Gutscheine für diesen Zeitbereich interessant. Achtet mal im Imbiss auf die Tagesgerichte. Damit die Leute Do/Fr und Wochenende nicht abends billig dort ablungern sind die Günstigen eher normal bepreist aber Mo/Di und vielleicht Mi gibts dickere Rabatte bzw. günstigere Angebote damit im Laden überhaupt jemand sitzt während Do/Fr/Wochenende die hohen Preise gezahlt werden weil die Nachfrage deutlich höher ist. Siehe aktuelle Tankstellen-Artikel bei news-Google.
    Wer also Leerstände hat, kann diese durch B2B-Tausch-Systeme oder halt Gutscheine auffüllen. Auch Druckerei-Aufträge und vielleicht Umzugs-Dienste haben solche Leerstands/Leerfahrten-Verwertungs/Buchungs-Systeme um immer was zu tun zu haben. Gutscheine sind nur eine Möglichkeit.

    20-für-50 klingt recht hoher Rabatt aber vielleicht geht es nicht anders. Wenn man den Rabatt nur für Schlussverkauf/Abverkauf von Saisonware nehmen würde, wäre es vielleicht auch wieder interessant.
    Man sollte halt zuschauen, dem normalen Geschäft nicht zu schaden. Werbe-Controlling zeigt auf, wie viel die Aquise kostet. Messen, Fernsehwerbung, Lokalradio-Werbung, Kleinanzeigen, Tageszeitungs-Anzeigen usw. sind auch nicht pauschal billig und der Erfolg gehört auch bei den hier so beliebten KMU-Kunden sinnvoll gemessen um die Netze effizient auszuwerfen.

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  2. von Carlo am 18.08.2015 (08:57 Uhr)

    Na, welch ein Wunder. Ist doch kein Geheimnis, dass Groupon nur über nicht eingelöste Gutscheine funktioniert. Was bei einem Onlineshop natürlich extrem gering sein sollte. Und die Zielgruppe auf Groupon sind natürlich auch nur Schnäppchenjäger. Das wusste niemand vorher? Eine Marke wie Beate Uhse benötigt doch kein Gutschein-Marketing.. jetzt hat man es wenigstens noch Schwarz auf Weiß.

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  3. von Christoph Bock am 18.08.2015 (09:26 Uhr)

    Sehr lustig auch, dass ein solcher 20/50-Deal genau jetzt unter den Top-Deals ist, gestern auch als Teaser direkt auf der Groupon Startseite.
    Zudem: Das Unternehmen beklagt große Umsatzeinbrüche durch Verzicht auf Gutscheinmarketing?
    Und rechtfertigt weiterhin den Umsatzeinbruch mit der Neuausrichtung auf Frauen, die aber gut angenommen werde? Was denn nu?
    Mal abgesehen davon, dass ein Umsatzrückgang von 30,6 auf 29,3 Mio irgendwie nicht als starker Einbruch rüber kommt...

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