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Hangouts On Air: Warum ihr auf Googles Hidden Champion nicht verzichten solltet

Hangouts On Air: Warum ihr auf Googles Hidden Champion nicht verzichten solltet

Als Skype-Alternative sind Google-Hangouts inzwischen weit verbreitet, doch viel interessanter sind on Air. Sie können nämlich live gestreamt werden und landen nach der Ausstrahlung als Aufzeichnung im eigenen YouTube-Kanal. Damit stellen sie ein sinnvolles Marketingkonzept dar.

Hangouts On Air: Warum ihr auf Googles Hidden Champion nicht verzichten solltet

Verknüpfung mit YouTube: Wechselseitiger Besucherfluss

Seit dem 11. Juli 2013 gibt eine Neuerung in , die viele Nutzer dankend aufnehmen werden: den Channel-Switcher. War es früher nötig, für jeden neuen YouTube-Kanal einen neuen Google-Account anzulegen, lassen sich jetzt mehrere Kanäle mit einem Google-Account verwalten.

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Einen neuen Kanal für Hangouts on Air erstellen.

So könnt ihr für bestimmte Themenbereiche einen eigenen YouTube-Kanal betreiben, aber alles mit einem Account pflegen. Es wird außerdem automatisch eine neue Google+-Seite erstellt. Falls ihr schon eine Google+-Seite habt, wählt diese einfach aus und der neue YouTube-Kanal wird direkt damit verknüpft.

Hangouts On Air: Kommunikation aufs nächste Level heben

Seit August 2012 sind Hangouts On Air im deutschen verfügbar und bietet den Nutzern die Möglichkeit, einen Live-Stream zu starten, dem theoretisch alle Internetnutzer auf YouTube oder Google+ zuschauen können. Dabei lassen sich Hangouts On Air wunderbar von Unternehmen und Marken nutzen, die direkten Kontakt zu den Nutzern suchen. Es gibt keine Einschränkungen, was das Format angeht, sondern es kann munter experimentiert werden. Hier ein paar Beispiele:

  • Produktlaunch/-update: Ein Launch steht an für ein neues Produkt? Eine optimale Gelegenheit, um einen Hangout on Air zu starten. So besteht die Möglichkeit, direktes Kundenfeedback zu bekommen und nicht die Kommentare unter Presseartikeln lesen zu müssen. Oder es gibt ein Update für euer Produkt – das könnt ihr natürlich auch direkt in einem Hangout on Air demonstrieren und so Begeisterung wecken.
  • Indirektes Marketing: Diese Methode bietet sich ergänzend zu den Produktlaunchs oder -updates an. Hier wird aber nicht das Produkt an sich in den Mittelpunkt gestellt, sondern seine Einsatzmöglichkeiten. Eine Lebensmittelfirma kann beispielsweise etwas kochen lassen, ebenso der Hersteller von Töpfen und Pfannen. Alternativ kann auch der Stand eines künstlerischen Projektes gezeigt werden, zum Beispiel als Künstler die Leute zuschauen lassen, wie eine Statue entsteht. Oder ihr übertragt als Band die aktuelle Session aus dem Studio.
  • Konzerte: Dank des Studio-Mode der Hangouts on Air können auch Musiker nicht nur die Sessions aus dem Studio, sondern auch ganze Konzerte übertragen. Wichtig ist hier nur vorher ein Test des Equipments und der Klangqualität, damit zumindest theoretisch der beste Sound dabei rauskommt. Das Equipment bei den Nutzern lässt sich zwar nicht beeinflussen, aber auf der übertragenden Seite sollte natürlich alles optimal eingestellt sein.
  • Interviews: Experten geben gerne ihr Wissen weiter, dafür sind es ja Experten. Mit Hangouts on Air lassen sich die Interviews wie aus einem Fernsehstudio direkt übertragen, ohne dass die Gesprächspartner im selben Raum sitzen müssen. Es sind sogar Gespräche mit mehreren Experten möglich, so dass den Zuschauern verschiedene Meinungen geboten werden.
  • Konferenzen: Durch begrenzte Kartenkontingente können manche an Konferenzen nicht teilnehmen. Dank Hangouts on Air können Vorträge einfach live gestreamt werden, wie es zum Beispiel beim SEO-Day bei zwei Vorträgen der Fall sein wird. Und wer terminlich die Konferenz nicht mitnehmen konnte, findet den Vortrag im Nachhinein auch auf YouTube. Es lassen sich aber auch andere Formate realisieren, wie der Webschorle Summit on Air. Dabei handelt es sich quasi um eine Mini-Konferenz, bei der verschiedene Speaker kurze Vorträge halten und die Zuschauer live ihre Fragen stellen können.
  • Tutorials: Viele Internetnutzer möchten wissen, wie etwas funktioniert – sei es die Zubereitung des perfekten Pizzateigs oder die richtige Verwendung einer Stichsäge. Falls ihr im Bereich Haus, Garten, Kochen, Beauty, Basteln oder Ähnlichem unterwegs seid, bieten sich Hangouts on Air an, um live eure Fertigkeiten zu zeigen. Oder ihr nutzt die Hangouts on Air für Schulungen zu neuer Software, auch Webinare erfahren so eine neue Dimension.
  • Kundenservice: Im Bereich Kundenservice geht E-Bike-World mit gutem Beispiel voran. Hier können sich potentielle Kunden beraten lassen, ohne ein Fachgeschäft aufsuchen zu müssen. Dabei können die anderen Google-Nutzer live zuschauen, allerdings bleibt das Gespräch zwischen Kunde und Berater privat. Auch in anderen Branchen ist eine solche Beratung über Hangouts on Air denkbar.

Das sind nur einige der Möglichkeiten, die sich für Unternehmen und Marken anbieten. Gerade in den USA gibt es eine große Anzahl an Marken, die mit Hangouts on Air arbeiten. In Deutschland würde man eine Vorreiterrolle einnehmen, wirklich aktiv sind die Unternehmen hier noch nicht. Eventuell liegt das auch an der Struktur von Google+: Konkrete Daten gibt es nicht, aber es deutet einiges darauf hin, dass in Deutschland vor allem technik-affine Männer bei Google+ aktiv sind. Zumindest diese Zielgruppe sollte aber jetzt schon abgeholt werden, um die Grundlagen zur weiteren Vermarktung zu schaffen. Und über das Streaming und die Aufzeichnung der Hangouts on Air bei YouTube lassen sich auch noch weitere Nutzergruppen finden. Interessant ist zudem die Frage, wie Hangouts on Air in Bezug auf die Rundfunklizenzen gehandhabt werden. Eine feste Regelung gibt es auch nach dem Hangout von Kanzlerin Merkel nicht, aber die Landesmedienanstalten sehen im Moment wohl keinen Grund, die Hangouts on Air allgemein als Rundfunk anzusehen.

Ein Event bei Google+ erstellen

Zwar können zu jeder Zeit einfach Hangouts on Air gestartet werden, aber das bringt nicht viel, wenn keiner weiß, dass er stattfindet. Teilt diese Information deshalb vorher euren Followern mit, bei Google+ am besten direkt als Google+ Event:

„Dadurch können Ihre Zuschauer das Event direkt in ihren Kalender eintragen und daran erinnert werden. Außerdem erhalten sie darüber den direkten Link zum Hangout On Air. Achten Sie darauf, in den erweiterten Einstellungen keine Hangouts-Veranstaltung und keine On Air-Veranstaltung zu erstellen. Sie müssen lediglich bei „An:“ „Öffentlich“ angeben. Ebenfalls hilfreich kann sein, relevante Kreise einzugeben, damit diese direkt eine Einladung erhalten. Fordern Sie in der Beschreibung dazu auf, „Ja“ zu klicken, damit das Event im Kalender der Zuschauer eingetragen wird. Geben Sie Ihr Hashtag an, damit Sie Kommentare zu Ihrer Sendung später verfolgen können. Sobald Sie die URL zu Ihrem Hangout On Air kennen, tragen Sie sie in das erweiterte Feld Youtube-URL für direkte Aufrufe ein.“

Auszug aus dem Hangouts-on-Air-Handbuch

Natürlich sollte das Event nicht nur bei Google+ mitgeteilt werden, auch andere Wege sind möglich. Streut die YouTube-URL und den Termin in euren anderen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, weist auf eurer Webseite darauf hin oder verschickt eine Pressemitteilung. Zudem solltet ihr auch nach dem Hangout on Air die YouTube-Aufzeichnung weiter bewerben, falls Leute das Live-Event verpasst haben und nicht wissen, dass es die automatische Aufzeichnung gibt.

Fazit

Auf den ersten Blick scheint die Zielgruppe für Hangouts on Air bei Google+ in Deutschland noch recht eingeschränkt, aber zum einen steigen die Nutzerzahlen weiter stark an und zum anderen kann durch die Verknüpfung mit YouTube jeder Internetnutzer darauf zugreifen. Unternehmen sollten sich nicht scheuen, mit Hangouts on Air zu experimentieren.

Über den Autor

photoAndreas Graap ist Autor des Hangouts-on-Air-Handbuchs, Geschäftsführer der ANGRON GmbH und Internet-Unternehmer seit 1997. Er hält regelmäßig Vorträge auf Konferenzen, veröffentlicht Fachartikel und ist Betreiber des Online-Marketing-Video-Podcasts webschorle.de.

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Eine Antwort
  1. von INKstar am 29.08.2013 (09:11 Uhr)

    Also ich find Hangout On Air klasse, allerdings lässt die Quali doch (noch?) ein bissi zu wünschen übrig! Es gibt zwar XMLs und Wege wie man bekannte Tools fürs Streamen nutzen kann (Wirecast, Flash Media Live Encoder ... usw.) aber im Vergleich zu anderen (wie z.B. uStream usw...) fand ich die Quali die der User bekommt nicht überzeugend!
    Dafür löscht YouTube einen nicht direkt weil es User-beschwerden gibt - so passiert auf uStream - da haben wir einen Kunst Event (Installation mit Menschen) gestreamt und so ca. 3-5 Minuten vor Ende (von ner 1,5Std. Performance - war also zu verschmerzen) hat man uns trotz zahlreicher Zuschauer den Hahn abgedreht (vermutlich weil Nacktheit zu sehen ... eher nicht zu erkennen war) ... das obwohls ein großer Event in Oslo war mit einem Australischer Künstler (kein Unbekannter) ... na, ja ... das passiert einem bei YouTube wohl eher nicht ... dafür wurden bei YouTube Videos als "potentielle Rechtsverletzung" gekennzeichnet und eines ist nicht mehr abrufbar weil wir auf einer Messe gestreamt haben und im Hintergrund kaum erkennbar irgend eine Chart-Dreck Mukke läuft ... das muss man auch bedenken ... wenn man keinen perfekten Sound-Akrobaten dabei hat kann man Live Events zwar streamen, aber das die im Account gespeichert bleiben kann man vergessen!

    Aber das ist ja eher der großartigen deutschen Rechtslage geschuldet!

    Wählt Piraten! ;-)))

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