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Hater News: Wie ein Entwickler die Trolle bei Hacker News enttarnen will

Hater News: Wie ein Entwickler die Trolle bei Hacker News enttarnen will

Hacker News gehört zu den wichtigsten Nachrichtenquellen für im Netz. Doch auch dort treiben sich Trolle rum. Trolle, die ein Mann namens Kevin McAlear jetzt enttarnen will – mit seiner Plattform Hater News.

Hater News: Wie ein Entwickler die Trolle bei Hacker News enttarnen will

(Foto: Flickr/Kevin Dooley, CC BY 2.0)

Hater News: Now you know who the haterz are

„Haters Gon' Hate“, dachte sich Kevin Mcalear – und entwickelte Hater News. (Bild: kevinmcalear.com)
„Haters Gon' Hate“, dachte sich Kevin McAlear – und entwickelte Hater News. (Bild: kevinmcalear.com)

„Haterz gon' hate“ steht ganz oben auf der Seite von Kevin McAlear. „But now you know who the haterz are.“ Dass eigentlich jeder Internetnutzer weiß, dass es da draußen Trolle gibt und dass sie auf jeder Plattform auftauchen – sei es Facebook, Pinterest oder eben Hacker News –, war McAlear nicht genug. Er wollte mehr. Er wollte die Trolle identifizieren, und zwar nicht durch mühsame Handarbeit, sondern durch Data-Science und maschinelle Intelligenz. Er wollte einen Troll-Algorithmus.

„Das Internet wird überschwemmt von Trollen, die mit Hass gefüllt sind. Es ist Zeit, dass wir sie bloßstellen und zurechtweisen.“

Ziel des Ganzen: jedem Nutzer auf Hacker News, der Seite, mit der McAlear anfangen wollte, einen Hater-Score zuzuweisen. Gibt man nun den beliebigen Namen eines Hacker-News-Nutzers bei Hater News ein, so öffnet sich ein Overlay mit der Nachricht „Trolling For Your Troll Level ...“. Nach wenigen Sekunden dann das Ergebnis in Prozent. Zum Beispiel: „3.52% Of The Time Spent Hating.“ Unter diesem Ergebnis blendet Hater News noch einen „Periodic Table Of Insults“ ein, eine Tabelle, die die beiden Anfangsbuchstaben der offensivsten Kommentare zeigt, eingefärbt nach dem Trollgrad. Hellrosa für nicht ganz so schlimm, dunkelrot für die wirklich biestigen Sachen. Und, darunter, hat McAlear dann noch den laut seinem Algorithmus schlimmsten Kommentar.

Hater News analysiert die letzten 50 Kommentare eines Nutzers

6,88 Prozent Hater-News-Score. Nicht gerade viel. (Screenshot: Hater News)
6,88 Prozent Hater-News-Score. Nicht gerade viel. (Screenshot: Hater News)

Zu den Gründen für sein Projekt schreibt McAlear auf Hater News: „Das Internet wird überschwemmt von Trollen, die mit Hass gefüllt sind. Es ist Zeit, dass wir sie bloßstellen und zurechtweisen.“ Um es anderen Entwicklern zu ermöglichen, ähnliche Projekte auch für Facebook, Twitter oder andere Netzwerke zu entwickeln, hat McAlear in einem ausführlichen Blogpost beschrieben, wie genau er Hater News entwickelt hat – vom Crawlen der einzelnen Posts und Kommentare nach bestimmten Wörtern über den Import der Daten und die Evaluation bis hin zu Extra-Features, die er implementiert hat – es sind hunderte Zeilen Code, die McAlear aufführt und erläutert.

In Kurzform sucht Hater News über die Hacker-News-API die letzten 50 Kommentare eines Nutzers und ermittelt, ob sie beleidigend oder anderweitig fragwürdig sind, wofür er neben den selbst entwickelten Features unter anderem den „Count Vectorizer“ von SciKit Learn's und die logistische Regression nutzt. Aus diesen ermittelten Daten errechnet Hacker News dann den Troll-Score in Prozent.

„Die meisten Nutzer auf Hacker News sind ziemlich nette Menschen“

Um Missverständnisse möglichst zu vermeiden, führt McAlear am Ende dieses Posts noch einige nicht ganz unwichtige Gedanken aus: Sarkasmus beispielsweise sei mit technischen Mitteln schwer zu erkennen. Und: Die meisten Nutzer auf Hacker News seien ganz offensichtlich ziemlich nette Menschen.

Den gesamten Code schließlich hat McAlear auf GitHub veröffentlicht, um ähnliche Projekte voranzutreiben. Doch auch für sich selbst hat er schon die nächsten Ziele. McAlear wünscht sich eine Chrome-Extension, die Hacker News in Echtzeit analysiert und neben jedem Nutzer den Hater-News-Score anzeigt. Und er plant Services wie diesen für Twitter, reddit, Instagram und Facebook – „und vielleicht sogar für Dating-Apps“.

Übrigens: Für Twitter gibt es schon ein ähnliches Tool wie Hater News: Trolldor.

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4 Antworten
  1. von Tom am 28.10.2014 (10:09 Uhr)

    bild.de Troll Level 100

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  2. von troll am 28.10.2014 (10:12 Uhr)

    Find ich gut, das wird Anreiz sein das Trollniveau zu heben :)
    Aufs fröhliche Hochniveautrollen!

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  3. von Anti-Troll am 28.10.2014 (21:55 Uhr)

    Endlich setzt jemand Teile der schon seit langem bekannten Anti-Troll-Ideen durch.
    Konstruktives Kommentieren sollte der Standard sein.
    Leider wird sowas oft nicht gewünscht. Auch Bezahlposter sind bei einigen Themen recht normal. Oder die regelmäßigen Berichte über Rezensions-Fakes.

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  4. von Wolfgang am 29.10.2014 (19:23 Uhr)

    Bei allem Getrolle und Anti-Getrolle halte ich es lieber wie Voltaire: "Mein Herr, Ihre Meinung widert mich an, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass sie diese hier frei aussprechen dürfen."

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