99designs: „Wir haben 12designer nicht gekauft, um es zu zerstören"
99designs machte zuletzt durch die Übernahme seines größten Konkurrenten 12designer von sich reden. Der deutsche Mitbewerber ist vor allem im deutschsprachigen Raum und Ländern wie Italien und Spanien populärer als das US-amerikanische Vorbild. Gerüchten, 12designer könnte bald eingestampft werden, widerspricht Gründer und Geschäftsführer Patrick Llewellyn aber deutlich: „Wir haben 12designer nicht gekauft, um es zu zerstören, sondern um davon zu lernen und zu verstehen, ob es die bessere Marke für Europa ist und beide Unternehmen nebeneinander bestehen können.“
12designer bleibt mit Eva Missling an der Spitze also weiterhin bestehen und betreut von Berlin aus nun auch die deutschsprachigen Kunden von 99designs. Konfrontiert mit der Anfrage, ob 99designs das Preisdumping fördere und den Markt langfristig zerstöre, vertritt Llewellyn einen klaren Standpunkt: „Dieses Argument kommt meist von Menschen, die uns entweder noch nie ausprobiert haben, oder von einem sehr privilegierten Standpunkt aus reden. Nicht alle Freelancer leben in Städten wie Hamburg, Berlin oder San Francisco und haben freien Zugang zur kreativen Szene.“
99designs ist mehr als der Kampf um Aufträge
Dies bestätigt auch Community Director Jason Aiken und zeigt zahlreiche Emails und Postings von Menschen aus ärmeren oder aktuell strukturschwachen Ländern vor, die ihre Freude über den Dienst zum Ausdruck bringen. Gerade in Osteuropa komme 99designs extrem gut an und ermögliche Menschen den Aufbau eines "small business". „Unsere Kritiker verstehen nicht, dass 99designs mehr ist als der Kampf um Aufträge, bei dem man manchmal kein Geld für seine eingereichten Entwürfe bekommt.“
Vorteile gebe es viele: Designer bräuchten nicht mehr Zeit und Geld in die Akquise zu stecken und Klinken putzen gehen, weil sie alles auf der Plattform vorfinden. Jeder Designer baue sich mit seinen eingereichten Entwürfen ein eigenes Portfolio auf und sammele wertvolle Erfahrungen. In 30 bis 40 Prozent der Fällen komme es zu Folgeaufträgen und langfristigen Geschäftsbeziehungen, wenn Designer einen Auftrag ergattert haben. Außerdem fänden die Kreativen mit der Zeit oftmals heraus, was ihre Spezialität sei, könnten sich fokussieren und sich mit anderen Designern zusammenschließen, um sich gegenseitig zu ergänzen.
„Es entstehen viele dynamische Effekte, die man von außen nicht sehen kann. Es ist toll, wenn Menschen unsere Plattform nicht nötig haben, aber das geht eben nicht allen so“, erklärt Aiken. Auch werde 99designs nicht von großen Agenturen genutzt, die 100.000 Dollar-Aufträge zu vergeben haben, sondern von Privatpersonen und kleinen Unternehmen, die sonst selbst an Logo und Webdesign herumbasteln müssten.
Ein bisschen Callcenter-Feeling - aber cooler
Nun aber zur Fotogalerie! „Wir sind ein cooles Callcenter“, witzelt Llewellyn und spielt auf die zahlreichen, voneinander abgetrennten Schreibtisch-Abschnitte an. An den Wänden hängen die schönsten Design-Entwürfe von Mitgliedern, in der Relax-Ecke stehen Plastik-Gitarren und in der Küche gibt es eine eigene Zapfanlage: „Jeden Freitag Nachmittag wird eine andere Biersorte ausprobiert“, verrät PR-Managerin Lauren Gard.
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von Thomas Eckhoff via facebook 06.10.2012 (17:28Uhr) 1.
Bestimmt haben diese Plattformen ein teilweise Daseinsberechtigung .. Das große Manko ist aber das ein Kreativer in Bangladesch eben mit 100 Euro für ein komplettes Webkonzept 14 Tage "gut" leben kann und du in Deutschland damit nicht mal deine monatliche Stromrechnung zahlen kannst. Und machen wir uns nichts vor. Wer gewinnt den bei einem identisch perfekten Designwettkampf? Der mit der 100 Euro Rechnung oder der mit der 500 Euro Rechnung. Hinzu kommt plattformübergreifender Ideenklau, und die persönliche Betreuung am Kunden ist auch nicht gegeben, da der Kunde zwar seinen Gewinner kürt aber dies nicht umbedingt das ist was er auch braucht um seine Zielsetzung zu erreichen! Das die Geschäftsführung sowas dementiert ist doch auch klar! Kommt eigentlich gleich nach Kunden die sagen: "mein Freund kann das in Word layouten, können sie das für mich drucken?" ;)Ein Freelancer
von Peter Dombrowski 06.10.2012 (18:16Uhr) 2.
Ich habe 12designer schon oft für meine eigenen aber auch für Kundenprojekte genutzt.
Für mich als Kunde ist es perfekt und ich meine nicht den Preis, ja der ist günstig aber ich lege immer was drauf und halte mich nie an die Preisempfehlung. Dadurch bekomme ich viele Vorschläge von unterschiedlichen Designern. Ist doch klar, das kein Designer viel Zeit in ein Projekt steckt, wenn es sich nicht lohnt.
Was ich festgestellt habe ist, das Designer die ein Projekt gewonnen haben, bei nächsten Projekt nicht automatisch gut sind. Jeder Designer hat so sein Vorlieben und durch die vielen Vorschläge steht mir die Kreativität vieler Designer zur Verfügung.
Das ist für mich als Kunde optimal und nach den Erfahrungen würde ich heute jedes Projekt ausschreiben. Das verschiedene Agenturen und einen Kunden pitschen ist heute normal, so haben auch kleine Firmen diese Möglichkeit.
Ich finde es geil..... weitermachen! :-)
von fountain 06.10.2012 (18:22Uhr) 3.
Widerliches Preis-Dumping - mehr nicht.
Qualität hat Ihren Preis - ein echtes Konzept, professionelles Projektmanagement, Zeit und Geld eine tragende Idee zu entwickeln ausserdem die laufenden Kosten für Versicherungen, Orginal Software, Lizenzen etc.
Grosse Ideen entstehen bestimmt nicht bei 12designer - die hunderste Kopie von irgendwas vieleicht.
von Stephan Jäckel via facebook 08.10.2012 (18:52Uhr) 4.
Ich kann nur was zu12Designers sagen, die in Deutschland ja jetzt in 99Designs aufgegangen sind.Da habe ich für meinen Teil positive Erfahrungen gemacht. Sofern das Briefing gut ist tut sich auch etwas in guter Qualität. Dass die Designer bei sich selbst Anleihen nehmen ist ok, denn bei Stangenpreisen kann niemand ein komplett schützbares Designmuster erwarten. Der "klau" untereinander ist letztendlich eine Frage der Plattformgestaltung, die die Designer für sich selbst akzepteren müssen. Und ja, es gibt auch auf solche Plattformen Design-Vorschläge, bei denen es einem schwer fällt, den Einreichern zu erklären, was nun nicht passt. Am Ende kann jemand, der Zeit in eine Ausschreibung steckt dafür auch etwas mehr als angemessenes zurück bekommen.In jedem Fall muss man sich die Zeit nehmen und die EInreichungen auch individuell einreichen und begutachten. Das was man an Geld vielleicht spart muss man an Zeit bei einer stark nachgefragten Ausschreibung wieder investieren.Die Teilnahme von Designern aus Bangladesh wird für Deutschland ja zumindest durch ein Deutsches Briefing und durch Deutsch als Kommunikationssprache im Verfahren von der Ausschreibung bis zum Siegerentwurf fast ausgeschlossen zumal Design auch eine Kulturfrage ist und letztendlich nicht jeder für jeden Kulturkreis passend designen kann.Und wenn man ein brasilianisches Restaurant eröffnen will, kann es sogar nicht einmal vekehrt sein, sich das Design vor Ort in Rio, SP, Brasilia oder so einzukaufen.....
von Fokus, Fokus, Fokus! Aber worauf? [Tageb… 14.10.2012 (15:55Uhr) 5.
[...] ist es, mal bei den „Großen“ vorbei zu schauen wie zuletzt bei Airbnb und bei 99designs. Die beiden Hausbesuche waren recht unterschiedlich: Bei Airbnb wird mir eine Pressesprecherin zur [...]
von So könnte eure Wochen-Tour durchs Silic… 21.02.2013 (08:31Uhr) 6.
[...] Habt ihr schon mal 99designs genutzt? Das Startup lädt seine Nutzer gerne mal ein, zur freitäglichen After-Work-Hour vorbei zu schauen. Das Team ist extrem offen und freundlich und spendiert euch gerne ein frischgezapftes Feierabendbier, wie wir selbst erfahren haben (hier die Fotogalerie). [...]