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Startups

Health-Startups: 10 coole Ideen, die Ärzten und Patienten helfen

    Health-Startups: 10 coole Ideen, die Ärzten und Patienten helfen

Health-Startups bedienen mit der Verknüpfung von klassischer Patientenversorgung und dem Web einen Zukunftsmarkt. Mit ihren Technologien helfen sie Krankenhäusern und Patienten schon jetzt. Immer mehr Jungunternehmen verpflichten sich dieser Aufgabe. Wir stellen zehn vielsprechende Health-Startups vor.

Health 2.0 – Große Chancen für Mediziner, Patienten und Startups

Mit Geschäftsmodellen aus dem Bereich „Health 2.0“ soll die Symbiose aus klassischer Gesundheitsversorgung und dem Web gelingen. Immer mehr Menschen nutzen das Netz, um sich über Krankheiten, Symptome und Behandlungsmethoden zu informieren. Längst ist der Patient nicht mehr der Dumme – er betritt die Arztpraxis mit einem ordentlichen Wissensvorsprung. Zugleich haben auch Krankenhausbetreiber, Ärzte und andere Gesundheitsdienstleister das Potential erkannt und suchen ihrerseits nach Möglichkeiten, Patienten möglichst effizient zu behandeln.

Akkurate Lösungen kommen von einer wachsenden Zahl junger Startups. Mit mächtigen Online-Plattformen, Cloud-Lösungen, Datendiensten, aber auch interessanten Hardware-Produkten wollen sie das Leben von Medizinern und Patienten radikal vereinfachen. Wo sich für medizinische Einrichtungen vor allem Potential für Kosteneinsparungen eröffnet, bieten sich für Patienten mit Aussichten auf verbesserte Betreuungs- oder Behandlungsangebote viele Chancen. Ein lukrativer Markt, wie Zahlen des US-Inkubators Rock Health belegen: 1,4 Milliarden US-Dollar haben Kapitalgeber allein im vergangenen Jahr in solche Unternehmen investiert – ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kräftigen Aufwind erfährt die Gründungswelle von Health-Startups vor allem durch die neue Gesundheitsreform in den USA. Alles soll einfacher und schneller werden, entsprechend groß ist der Bedarf an digitalen Lösungen und fortschrittlichen Technologien. Wie die aussehen können, zeigen die folgenden Health-Startups.

1. CancerIQ – Echtzeitdaten für Forscher

CancerIQ ist eine intelligente Datenplattform für Krebspatienten. Sie bringt Spezialisten und Patienten zusammen und empfiehlt personalisierte Behandlungsmethoden. (Screenshot: CancerIQ)
CancerIQ ist eine intelligente Datenplattform für Krebspatienten. Sie bringt Spezialisten und Patienten zusammen und empfiehlt personalisierte Behandlungsmethoden. (Screenshot: CancerIQ)

CancerIQ hat sich der effektiveren Versorgung von Krebspatienten verschrieben. Eine intelligente Datenplattform, entwickelt von Wissenschaftlern an der Universität Chicago, soll behandlungsrelevante Krankendaten stärker personalisieren. In Echtzeit stellt die Plattform genomische Informationen für Onkologen und Forscher bereit. Sie identifiziert Patienten, die in besonderem Maße von Behandlungen entlang der Genetik profitieren würden. So finden Krebspatienten und Ärzte sehr viel schneller zusammen. Zudem ist der Algorithmus in der Lage, krebsspezifische Daten auszuwerten und Empfehlungen für erfolgsversprechende Behandlungsverfahren auszusprechen.

2. ThriveOn – Psychotherapie zum Ausdrucken

Um die hohen Behandlungskosten von Millionen US-Bürgern zu senken, bietet ThriveOn Heilpläne zur Selbstbehandlung an. (Screenshot: ThriveOn)
Um die hohen Behandlungskosten von Millionen US-Bürgern zu senken, bietet ThriveOn Heilpläne zur Selbstbehandlung an. (Screenshot: ThriveOn)

Schon mal was von einem „Psychologie-Startup“ gehört? ThriveOn („Blüh auf“) ist eines der wenigen Jungunternehmen auf diesem Gebiet. Zur Zielgruppe der „ersten On-Demand-Plattform für die Bereitstellung von psychologischen Behandlungsplänen“ gehören Menschen mit Stress, Angst- und Schlafstörungen oder Depressionen. In einem Online-Assessement machen Betroffene zunächst Angaben über ihre Symptome. ThriveOn generiert daraus einen personalisierten und an die Bedürfnisse des Nutzers angepassten Plan zur Selbstbehandlung. Damit sollen vor allem die Behandlungskosten der etwa 70 Millionen betroffenen US-Bürger reduziert werden. Unterstützt wird das Startup bei seinem Vorhaben von der Expertise zahlreicher Psychologen.

3. Oscar – Versicherung in verbraucherfreundlich

Oscar ist sauer über das marode US-Versicherungssystem.  Das Startup aus New York will verbraucherfreundliche Policen anbieten und sich als Plattform für Telemedizin etablieren. (Screenshot: Oscar)
Das Startup Oscar aus New York will verbraucherfreundliche Policen anbieten und sich als Plattform für Telemedizin etablieren. (Screenshot: Oscar)

Oscar ist „die neue Art des Versicherungsunternehmens“, wie das Startup auf seiner Webseite schreibt. Aus Frust über das verkrustete US-Gesundheitssystem will man Bürgern endlich „verbraucherfreundliche“ Leistungen anbieten. Dazu führt das Unternehmen personalisierte Versicherungspolicen ebenso im Programm wie kostenlose Arzneimittel und Online-Preisvergleiche. Oscar soll zur „primären Anlaufstelle für Versicherte“ werden, vor allem bei Fragen zu Krankheiten oder Behandlungsmethoden. Ein Großteil des gesamten Serviceangebots wird dabei mithilfe der Telemedizin gesteuert. Rund um die Uhr sollen Versicherte über das Portal geeignete Ärzte finden und unmittelbar per Chat oder Videotelefonie mit ihnen in Kontakt treten können. Dafür greift Oscar auf die langjährige Expertise des Telemedizin-Dienstleisters TeleDoc zurück.

4. Box – Kollaborativer Cloudspeicher in der Arztpraxis

Immer mehr Cloud-Startups entdecken den Gesundheitsmarkt für sich. So auch Box, das Ärzten eine kollaborative Lösung zur Verwaltung ihrer Patientendaten anbietet. (Bild: Box)
Immer mehr Cloud-Startups entdecken den Gesundheitsmarkt für sich. So auch Box, das Ärzten eine kollaborative Lösung zur Verwaltung ihrer Patientendaten anbietet. (Bild: Box)

Mit einem speziellen Cloud-Angebot hat das Startup Box den Gesundheitsmarkt im Visier. Indem Ärzte von jedem Gerät aus auf Krankenakten, Laborberichte oder Bilder ihrer Patienten zugreifen, sollen vor allem die klinische Dokumentation und die Koordinierung der Pflege verbessert werden. Box versteht sich zudem als kollaborative Cloud-Lösung. Sie soll Spezialisten aus Forschung und Entwicklung mit Akteuren aus dem Vertrieb vernetzen und so den Herstellungsprozess von Arzneimitteln beschleunigen. Jüngst holte sich das Startup auch die Google-Health-Managerin Missy Krasner ins Boot. Über 13 US-weite Partnerschaften verfügt Box inzwischen. Der Vorstoß könnte für das Startup zur richtigen Zeit kommen, immerhin ist die stärkere Digitalisierung der Branche ein wichtiges Ziel der neu aufgelegten US-Gesundheitsreform.

5. Augmedix – Mit Google Glass an den Patient

Augmedix vereint Software und „Wearable Devices“ . Das Startup entwickelt eine App für Google Glass, die Ärzten bei der Behandlung helfen soll. (Screenshot: Augmedix)
Augmedix vereint Software und „Wearable Devices“ . Das Startup entwickelt eine App für Google Glass, die Ärzten bei der Behandlung helfen soll. (Screenshot: Augmedix)

Dass man medizinische Software auch mit „Wearable Devices“ der Zukunft zusammenbringen kann, zeigt das Startup Augmedix. Das Produkt: eine speziell für Google Glass entwickelte App, die Ärzten bei der Behandlung von Patienten unterstützen soll. Obwohl sich die App noch in einer Frühphase ihrer Entwicklung befindet, verfolgt Augmedix klare Ziele. Denkbar ist nach Ansicht der Gründer vor allem der Einsatz der App als medizinisches Diagnosetool. Über einen in Google Glass integrierten Chip („Electronic Medical Record“) sollen Ärzte etwa wichtige Körperdaten ihrer Patienten auslesen können – in Echtzeit und per Augmented Reality. Darüber hinaus kann die App beispielsweise als Nachschlagewerk oder Kontrolleur für die richtige Dosierung von Medikamenten eingesetzt werden.

6. Lift Labs – Stabiles Besteck für Parkinson-Patienten

Mit Lift Labs wird Parkinson-Patieten das Essen erheblich erleichtert. Dafür entwickelt das Health-Startup einen stabilen Besteckaufsatz. (Screenshot: Lift Labs)
Mit Lift Labs wird Parkinson-Patieten das Essen erheblich erleichtert. Dafür entwickelt das Health-Startup einen stabilen Besteckaufsatz. (Screenshot: Lift Labs)

Ein tolles Beispiel für Hardware-Produkte im Bereich Health 2.0 ist Lift Labs. Das Startup will Menschen helfen, die an Parkinson erkrankt sind. Insbesondere beim Essen haben Betroffene häufig Probleme, das Besteck ruhig in der Hand zu halten. Die Lösung bringt Lift Labs in Form eines speziellen Besteckaufsatzes mit integriertem Stabilisator. Der verringert die Intensität der Zuckungen in der Hand um bis zu 70 Prozent, verspricht das Unternehmen. 295 US-Dollar soll das Gerät kosten, das wahlweise mit Gabel-, Löffel- oder Messeraufsatz bestellt werden kann.

7. InteliigentM – Das Armband für keimfreie Hände

Mangelnde Hygiene verursacht in Krankenhäusern Kosten in Höhe von 10 Millionen US-Dollar pro Jahr. Ein Armband von IntelligentM erinnert Ärzte ans richtige Händewaschen. (Screenshot: IntelligentM)
Mangelnde Hygiene verursacht in Krankenhäusern Kosten von zehn Millionen Dollar pro Jahr. Ein Armband von IntelligentM erinnert Ärzte ans richtige Händewaschen. (Screenshot: IntelligentM)

Jährlich gehen Krankenhäusern in den USA rund zehn Millionen US-Dollar verloren. Die Frage: Sind es Fehldiagnosen oder Abrechnungsfehler? Die Antwort: weder noch. Es ist die mangelnde Hygiene, wie sie oft bei Ärzten und Krankenschwestern durch unzureichendes Händewaschen entsteht. Das Startup IntelligentM hat einen tragbaren Sensor entwickelt, der das verhindern soll. Immerhin werden alleine 50 Prozent aller Infektionen durch schmutzige Hände verursacht. Ad hoc warnt das Armband mit einem dreifachen Signalton, sollte der Träger die Hände nicht ausreichend gewaschen haben. Der Sensor ist auch in der Lage zu erkennen, wie viel Zeit seit der letzten Reinigung vergangen ist, wenn der Arzt eine Spritze verabreichen will.

8. LuminateHealth – Die Krankenakte als Infografik

Viele Patienten haben keinen Zugriff auf ihre Krankenakte – und wenn, ist sie schwer zu verstehen. Das Startup LuminateHealth visualisiert die eigenen Daten anschaulich. (Screenshot: LuminateHealth)
Viele Patienten haben keinen Zugriff auf ihre Krankenakte – und wenn, ist sie schwer zu verstehen. Das Startup LuminateHealth visualisiert die eigenen Daten anschaulich. (Screenshot: LuminateHealth)

So gut viele Patienten inzwischen informiert sind – aus seitenlangen Laborberichten werden sie kaum schlau. LuminateHealth hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr Transparenz zu schaffen. Dafür will das Health-Startup den Patienten nicht nur den Zugang zu ihren Daten erleichtern, sondern ihnen auch helfen, das eigene Krankheitsbild besser zu verstehen. Labordaten werden auf der Online-Plattform graphisch und übersichtlich aufbereitet. Ärzte können die Daten eigenständig um zusätzliche Informationen ergänzen. Angesichts der neuen US-Gesundheitsreform, die Labore zum öffentlichen Zugang von Patientendaten verpflichtet, kommt LuminateHealth mit dieser Idee wohl zur richtigen Zeit.

9. Touch Surgery – Blinddarmentfernung mit dem iPad

Operationen erfordern die richtige Vorbereitung. Mit der iPad-App Touch Surgery erhalten Chirurgen ein virtuelles Trainingswerkzeug. (Bild: Touch Surgery)
Operationen erfordern die richtige Vorbereitung. Mit der iPad-App Touch Surgery erhalten Chirurgen ein virtuelles Trainingswerkzeug. (Bild: Touch Surgery)

Mit Touch Surgery bekommen Chirurgen ein Werkzeug an die Hand, um Operationen virtuell vorzubereiten. Von der Blinddarmentfernung bis hin zur Karpaltunnelspaltung – alle wichtigen Verfahren können mit Touch-Gesten simuliert werden. Für Chirurgen bietet das Startup die iPad-App kostenlos an. Geld will Touch Surgery dann mit Ärzten verdienen, welche die App um eigene Trainingsinhalte erweitern. Somit soll Software langfristig auch für Studenten interessant werden. An der Stanford-Universität kommt die Technologie schon zum Einsatz. Des Weiteren hat Touch Surgery Partnerschaften mit zwei hochrangigen Unternehmen aus der Medizintechnik geschlossen.

10. ZocDoc – Per Mausklick zum Blitztermin

ZocDoc zählt zu den erfolgreichsten Health-Startups bisher. Die Buchungsplattform für Arzttermine spart wertvolle Wartzeit. (Screenshot: ZocDoc)
ZocDoc zählt zu den erfolgreichsten Health-Startups bisher. Die Buchungsplattform für Arzttermine spart wertvolle Wartzeit. (Screenshot: ZocDoc)

ZocDoc ist „das nächste 1-Milliarde-Dollar-Startup“, schrieb der BusinessInsider vor zwei Jahren. Inzwischen zählt das Startup schon zu den Pionieren der US-Gesundheitswirtschaft. Bei ZocDoc handelt es sich um einen mächtigen Online-Dienst, verzahnt mit den Terminkalendern von Arztpraxen in über 1.800 Städten der USA. In Echtzeit können Patienten sehen, welcher Arzt noch freie Termine anbietet. Mit nur einem Klick ist die Sprechstunde gebucht. Die Rechnung ist simpel: Für 300 US-Dollar jährlich können Ärzte durch die Mitgliedschaft bei ZocDoc ihre Praxen ad hoc effizienter führen – weniger Telefongespräche, geringere Leerlaufzeiten. Patienten sparen sich hingegen nervige Wartezeit und können selbst kurzfristig noch einen Termin bekommen. Kein Wunder, dass auch Großinvestoren das große Geschäft wittern – so wie Goldman Sachs, das dem Startup eine Kapitalspritze von 25 Millionen US-Dollar verabreicht hat.

Deutschland bei Health 2.0 noch im Wartezimmer

Die Gesundheitswirtschaft befindet sich im digitalen Wandel. Vor allem in den USA haben spezialisierte Inkubatoren wie Rock Health oder Blueprint Health das enorme Marktpotential von Health 2.0 erkannt. Beflügelt werden dahingehende Startup-Gründungen nicht zuletzt durch den dortigen Reformvorstoß. Auch wenn sich das US-amerikanische Gesundheitssystem nicht mit dem in Deutschland vergleichen lässt – hierzulande spürt man von der Health-Euphorie im Startup-Geschäft bisher wenig. Das Angebot ist weit dünner, oft fehlt die kritische Masse. Vielen Startups dürfte bislang auch der stärkere Datenschutz ein Hindernis sein. In naher Zukunft könnten sich aber auch in Deutschland bessere Chancen für Startups im Bereich Health 2.0 ergeben. Mit Startups wie zum Beispiel doxter, MediNavi, DocInsider, Jameda oder BetterDoc machen sich die ersten Gründer schon auf dem Weg. In naher Zukunft soll sich dann auch die deutsche Gesundheitswirtschaft stärker digitalisieren – den Anfang macht die Einführung einer elektronischen Gesundheitsakte.

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1 Reaktionen
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Technik spielt in unserer Gesellschaft eine immer wichtiger Rolle. Hoffentlich finktionieren die Health-Startups in der Zunkunft. Trotzdem kann man nicht zu abhaengig von der Technik sein.

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