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Highly debated in Silicon Valley! 5 Dienste, an denen sich die Geister scheiden – zu Recht?

    Highly debated in Silicon Valley! 5 Dienste, an denen sich die Geister scheiden – zu Recht?
Highly debated in Silicon Valley! (Bild: Flickr-hobvias sudoneighm / CC-BY-2.0)

Aus Scheiße Gold machen, das ging im Silicon Valley bisher ganz gut. Doch auch hier fangen Nutzer mehr und mehr an, den Sinn und Zweck von Diensten zu hinterfragen. Unser Korrespondent Andreas Weck stellt fünf Beispiele vor und will eure Meinung wissen.

Nicht nur im Silicon Valley kursieren eine Menge Geschäftsideen, die auf manche Personen fragwürdig und auf andere wie das nächste große Ding wirken. In der Regel haben sie alle eines gemeinsam: Sie wollen eine Lösung anbieten, sei das Problem auch noch so klein und noch so unbedeutend. Der Gedanke, der oft in den Köpfen der Macher steckt, dürfte lauten: „Irgendjemand wird schon drauf anspringen und wenn nicht, dann eben nicht.“ Tatsächlich ist „trial n’ error“ im Internet-Business eine unabdingbare Attitüde und hat schon so manch einem Unternehmer unerwarteten Reichtum beschert – oder wenigsten ein paar Erfahrungen für die nächste Geschäftsidee geliefert.

Unser Silicon-Valley-Korrespondent Andreas Weck möchte euch fünf Apps vorstellen, die für den ein oder anderen Diskussionsstoff unter Freunden und Bekannten an der Westküste geführt hat. Wie ist eure Meinung: Sind die vorgestellten Dienste ein großer Wurf oder einfach nur großer Blödsinn?

Highly debated in Silicon Valley #1: Yo?

Eine App, die eigentlich nichts kann: Yo. (Bild: iTunes/Shapeit)
Eine App, die eigentlich nichts kann: Yo. (Bild: iTunes/Shapeit)

Ein Paradebeispiel aus dem Silicon Valley, das bereits auch in Deutschland die Geister scheidet, findet sich in der allseits bekannten Smartphone-Applikation „Yo“. Die Idee wurde bereits ausführlich in den Medien diskutiert – auch von uns. Die App, die eigentlich nichts kann, was Anwender nicht auch mit einer herkömmlichen Messenger-App bewerkstelligen könnten, bildet eine Art soziales Netzwerk. Nutzer können andere Nutzer ihren Kontakten zuordnen und bei Bedarf per Knopfdruck eine Nachricht schicken. Und mit einer Nachricht, ist auch wirklich nur eine Nachricht gemeint: Lediglich ein „Yo“ wird verschickt.

Schreibt ihr also einen Freund auf „Threema“ an, ob er morgen zum Fußball vorbeikommt, kann er euch mittels „Yo“-App und einem knappen „Yo“ im Wortlaut zusagen – nicht mehr und nicht weniger. Für einige Personen ist aber auch der automatische Versand von „Yo's“ über die kürzlich eingerichtete API interessant – beispielsweise wenn der Lieblingsverein ein Tor geschossen hat, gibt es bei Bedarf ein „Yo“ auf das Smartphone. Manche finden das hirnrissig. Andere wiederum halten es für genial. Und die Macher selbst? Die finden ihre App zwar ziemlich beknackt, deren Investoren jedoch, haben einen Millionen-Betrag in die Sache gesteckt. Yo?

Highly debated in Silicon Valley #2: Somebody?

Eine App, die andere die Drecksarbeit machen lässt. Silicon-Valley-Bullshit oder ein Must-Have? (Screenshot: Somebody)
Eine App, die andere die Drecksarbeit machen lässt. Silicon-Valley-Bullshit oder ein Must-Have? (Screenshot: Somebody)

Auch der Sinn und Zweck der Smartphone-Applikation „Somebody“ ruft Fragezeichen hervor. Im Silicon Valley sorgt sie derzeit aber auch und gerade deshalb für Aufsehen. Dahinter steckt ein Dienst, der es Nutzern ermöglicht, fremde Nutzer zu bitten, Freunden oder Bekannten eine Nachricht zu übermitteln. Der Knoten der gelöst werden soll, findet sich vor allem im Kopf unbeholfener Anwender. Wer sich nämlich nicht traut jemanden eine schlechte Nachricht zu übermitteln, kann die lästige Aufgabe abwälzen und sich somit vor einer unangenehmen Situation drücken.

Im dazugehörenden Promo-Video wird dahingehend auch ein passendes Szenario mitgeliefert, das erst einmal jeder nachvollziehen kann: Darin geht es um eine heranwachsende Frau, die sich von ihrem noch grün hinter den Ohren wirkenden Freund trennen möchte, allerdings nicht fähig ist, ihm die zerstörerische Nachricht persönlich zu übermitteln. Mittels „Somebody“ wird der schlussmachende Wortlaut an eine Person geschickt, die ebenfalls die App besitzt und in der Nähe des Jungen ist. Der Übermittler im Video ist ein großgewachsener bärtiger Mann, der seine Aufgabe ziemlich ernst nimmt, zu dem Jungen rüber geht und unter Tränen die Beziehung beendet: „It’s me, Jessica. I so totally love you! But i just can’t be your girlfriend anymore. It’s not anything you did, you’re perfect. I just need some space!“ – so weit so witzig, oder auch nicht. Aber wirklich nutzwertig?

Highly debated in Silicon Valley #3: Washboard?

Sich Münzen für die Waschmaschine gegen einen Aufpreis schicken lassen - ist das typischer Silicon-Valley-Bullshit? (Screenshot: Washboard)
Sich Münzen für die Waschmaschine gegen einen Aufpreis schicken lassen - ist das typischer Silicon-Valley-Bullshit? (Screenshot: Washboard)

Es kommt selten vor, dass man als Mieter in San Francisco eine eigene Waschmaschine und einen Trockner besitzt. In der Regel gehen die Menschen in einen Waschsalon, den es hier an jeder Ecke gibt. Ab und an haben Vermieter auch eine Art Waschküche im Keller eingerichtet. In beiden Fällen brauchen die Wäschewaschenden aber eine Handvoll Quarter um die Maschinen zu starten – was im Wäschesalon kein Problem ist, da es Wechselautomaten gibt. Für letzteres gilt, die vielen 25 Cent-Stücke nach den Einkäufen aufzuheben oder eben am Waschtag in einem Geschäft nach der Arbeit ein paar Scheine zu wechseln.

Das digitale Zeitalter wäre jedoch nicht das digitale Zeitalter, wenn es nicht auch für diesen Umstand einen passende Dienst geben würde – beziehungsweise wie in diesem Fall, bis vor kurzem noch gegeben hätte. Washboard lieferte noch bis vor kurzem per Knopfdruck einigen Interessierten ein Sack voll mit Quartern im Wert von 20 US-Dollar gegen eine Bezahlung von 27 US-Dollar. Der Dienst musste zwar eingestellt werden aufgrund einiger Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen des integrierten Payment-Anbieters, allerdings interessiert es uns trotzdem, wie ihr diese Idee einstuft? Man kann sie abfeiern, wenn man auf Bequemlichkeit und Extravaganz setzt. Oder idiotisch finden, wenn man der Meinung ist, dass sieben US-Dollar für einen derartigen Dienst ziemlich rausgeschmissenes Geld ist. Entscheidet selbst!

Highly debated in Silicon Valley #4: Emoj.li?

Emoji.li ist ein Messenger, dessen Alleinstellungsmerkmal es ist, nur Emoticons verschicken zu können. (Grafik: Emoji.li)
Emoji.li ist ein Messenger, dessen Alleinstellungsmerkmal es ist, nur Emoticons verschicken zu können. (Grafik: Emoji.li)

„No words. No spam. Just emoji.“ – so lautet das Credo der Messenger-Applikation „Emoj.li“. Vorstellen kann man sich das wie ein „WhatsApp“ ohne Wörter. Ihr äußert eure Bedürfnisse, Fragen oder Emotionen nicht mehr mit Worten, sondern schlicht und einfach mit einem Emoticon. Du willst deiner Liebsten mitteilen, dass es heute Abend Pizza gibt? Dann schicke ihr doch einfach das Pizza-Icon zusammen mit dem Thumbs-up-Icon. Du willst, dass sie Bier mitbringt, weil keines mehr im Haus ist? Dann schicke ihr das Beer-Icon zusammen mit dem Klatschende-Hände-Zeichen. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

Doch muss man sich dafür eine eigene Smartphone-Applikation herunterladen? Kann diese Kommunikationsform nicht auch einfach in bestehenden Apps umgesetzt werden? Ist das der große Wurf der Messenger-Apps oder einfach nur großer Blödsinn?

Highly debated in Silicon Valley #5: ReservationHop?

Highly debated in Silicon Valley: Ist ReservationHop clever oder einfach nur dreist? (Screenshot: ReservationHop)
Highly debated in Silicon Valley: Ist ReservationHop clever oder einfach nur dreist? (Screenshot: ReservationHop)

„ReservationHop“ gehört derzeit ganz sicher zu den meistdiskutierten Applikationen in San Francisco. Die Macher glauben daran, dass sie ganz im Sinne der „Share Economy“ einen Dienst am Nutzer leisten. Der Großteil der Bevölkerung hält „ReservationHop“ jedoch für moralisch bedenklich. Doch worum geht’s eigentlich?

In San Francisco herrscht eine große Restaurant-Kultur, die Städter lieben es sich am Abend in einem Lokal zum Dinner zu treffen und ihn dort ausklingen zu lassen. Der Dienst „ReservationHop“ weiß darum und reserviert Tische unter falschem Namen in beliebten Restaurants der Stadt, um sie – und jetzt kommt’s – anschließend an Interessierte im Netz zu verkaufen. Was nun also passiert ist, dass die Leute keine Chance mehr haben in ihren geliebten Spots einen Tisch zu reservieren. Um ihrem Hobby also weiter nachgehen zu können, sind sie gezwungen sich entweder in lange Schlangen zu stellen oder sich über „ReservationHop“ einen Tisch zu kaufen. Faktisch nimmt der Dienst also etwas, das quasi umsonst ist und ihnen nicht gehört und verkauft es gewinnbringend. Das kann man als clever bezeichnen oder als unmoralisch – wohin tendiert ihr?

t3n im Silicon Valley

Andreas WeckAndreas Weck hat 2014 für t3n aus San Francisco und dem Silicon Valley über neue Trends, spannende Tools und interessante Orte des Tech-Epizentrums berichtet. Sein Eindruck: Im Valley gibt es viele schlaue Köpfe und genauso viele bekloppte Geschäftsideen. / Twitter, Facebook.

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3 Reaktionen
Tekkla
Tekkla

Wer ReservationHop als ein großes Ding erachetet, der hat den Schuss nicht gehört.

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Felix Zundel
Felix Zundel

Yo hab ich mir mal genauer angesehen, ist für die Leute aber auch nur interessant weil es an die Sache anders herangeht! Sind wir mal ehrlich, Whatsapp und SMS schreiben kann doch jeder - aber wenn ein Yo daher kommt mit seinem infantilen Design dann kochen die Emotionen über :) Vielleicht ist das ja auch der Spieltrieb in uns der solche Apps zum Hypen bringt - denn ohne den Hype wäre Yo sofort in der Versenkung verschwunden. Hier ist übrigens auch so ein Pendant - zwar nicht aus dem Vally - aber hat ähnliche Ansätze: windmemo.com Ist derzeit wohl einfach Trend, eine einzige Funktion stylisch umzusetzen und zu puschen.

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barney
barney

Einzig So würde ich eine Außenseiterchance geben. Die Marke ist immerhin schon relativ bekannt und um bestimmte Themen einer Webseite zu abonnieren oder ein Yo zu kriegen, wenn das Essen zum Abholen bereit ist, könnte es vielleicht verfangen. Allerdings fehlt mir dann die Fantasie für ein Monetarisierungsmodell. Für so einen geringen Mehrwert akzeptiert man doch keine Yos mit Werbung und zahlen wird dafür auch keiner. Reservierungen kaufen ergibt vielleicht dann Sinn, wenn es sich um ein Wochen im voraus ausgebuchtes Insider-Restaurant handelt, aber das wird kaum reichen, um als Geschäftsmodell zu tragen.

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