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Karriere

„Meetings und Rückfragen kann ich über verschiedene Tools regeln“ – Über die Vorteile des Home-Office [Debatte]

    „Meetings und Rückfragen kann ich über verschiedene Tools regeln“ – Über die Vorteile des Home-Office [Debatte]
Home-Office oder Büro? (Bild: Flickr-Mccun934 / CC-BY-2.0)

Unsere Redakteure Lea Weitekamp und Andreas Weck vertreten unterschiedliche Ansichten zur Heim- und Büroarbeit. In einem Debattenbeitrag skizzieren sie ihre Ansichten zu den Vor- und Nachteilen des Home-Office. Ihr seid herzlich eingeladen, mit uns zu diskutieren.

In meiner noch jungen Karriere habe ich bereits beide Möglichkeiten über ein paar Jahre für mich testen können – die Heim- und die Büroarbeit. Hätte ich die Wahl, würde ich mich immer für das Home-Office entscheiden und nur zu wichtigen Anlässen ins Büro kommen – das hat drei verschiedene Gründe.

„Meetings und kurze Rückfragen kann ich über verschiedene Tools regeln“ – Andreas Weck über die Vorteile über das Home-Office.
„Meetings und kurze Rückfragen kann ich über verschiedene Tools regeln“ – Andreas Weck über die Vorteile über das Home-Office.

Der erste Grund ist, dass ich daheim Ruhe und Ablenkung habe – und zwar jeweils dann, wenn ich es wirklich brauche. Es gibt keine Kollegen, die sich im Büro unterhalten und meine Aufmerksamkeit damit auf sich ziehen. Tatsächlich kann man mich nämlich ziemlich leicht ablenken. Gespräche um mich herum bewirken, dass ich mit einer Gehirnhälfte im Gespräch der anderen Mitarbeiter hänge. Bekloppt oder? Leider kann ich das nicht einfach abstellen. Ich will gar nicht zuhören, aber ich bin einfach nicht fähig mich komplett in einen Tunnel zu versetzen, konzentriert weiter zu arbeiten und alles um mich herum auszuschalten. Geht nicht. Tausendfach versucht.

Und auch andersherum funktioniert Home-Office für mich besser: Habe ich meinen Artikel fertig geschrieben und will mich ein wenig ablenken beziehungsweise entspannen, kann ich das ebenfalls besser in den eigenen vier Wänden. Ich muss dort nämlich keine Rücksicht auf andere Kollegen nehmen. Daheim schalte ich den Fernseher ein oder drehe die Musik auf, während ich meinen Kaffee in Wohlfühl-Atmosphäre trinke. Ich bin auch ein leidenschaftlicher Mittagsschläfer – 20 Minuten wegdösen (ja, ich kann das) lädt meine Batterien so sehr auf wie es kein Kaffee je hinbekommen könnte. Auf der Arbeit wäre das für mich undenkbar, weil es einfach unangenehm ist im Foyer auf der Couch ein Nickerchen zu machen. Daheim ist das Umfeld so, wie mein Bedürfnis es gerade verlangt und das ist auf Dauer einfach entspannter.

Home-Office ist nicht an das eigene Zuhause gebunden

Der zweite Grund, warum ich Home-Office gut finde, hängt damit zusammen, dass ich nicht zwangsläufig immer im Home-Office zu sein brauche. Vielleicht sitze ich auch im Straßen-Café, im Park, im langen Wochenende an der Ostsee oder bei einem Kumpel, der ebenfalls die Chance hat, von Zuhause aus zu arbeiten. Meetings und Rückfragen kann ich über verschiedene Tools regeln, Disziplin ist vorausgesetzt. Es weiß ja keiner, von wo aus beispielsweise die Skype-Nachricht eintrudelt – und wenn man mal ehrlich ist, ist es eigentlich auch ziemlich egal. Die Freiheit, selber zu entscheiden, an welchem Ort ich mich gerade befinden möchte, ist ein hohes Gut für die eigene Zufriedenheit. Das Büro in der Firma kann eben schnell trist wirken, wenn man den Großteil der Woche an demselben Schreibtisch hinten in der Ecke verbringt. Tag ein, Tag aus. Zuhause kann ich selber entscheiden, ob ich am Tisch sitze oder nicht. Und selbst wenn es mich ins Büro zieht – kaum ein Arbeitgeber würde dem Wunsch wohl entgegenstehen – ist die Motivation eine andere, denn sie basiert ebenfalls auf einer freiwilligen Entscheidung.

„Der Weg zur Arbeit ist meiner Meinung nach so ziemlich die größte Verschwendung von Lebenszeit.“

Der letzte und für mich wichtigste Grund, warum ich die Heimarbeit immer vorziehen würde, begründet sich aber allein darin, Zeit zu sparen, beziehungsweise sie anders nutzen zu können. Der Weg zur Arbeit ist meiner Meinung nach so ziemlich die größte Verschwendung von Lebenszeit, die ich mir vorstellen kann. Neben einem ausgefüllten Acht-, Neun- oder Zehn-Stunden-Tag auch noch jeweils eine halbe Stunde für die Hin- und Rückfahrt einzuplanen, lässt mich bei genauerer Betrachtung erschaudern. Sagen wir, ich benötige pro Tag eine Stunde für den Arbeits- und Heimweg. Das macht fünf Stunden pro Woche. 20 Stunden pro Monat. 240 Stunden pro Jahr. Auf ein Arbeitsleben von 40 Jahren gerechnet kommen wir so auf 9.600 Stunden (!) – abzüglich Feier- und Urlaubstage versteht sich. Was, wenn ich stattdessen die Zeit hätte, um morgens mit meiner Freundin ausgedehnt zu frühstücken oder schnell noch in die Sportklamotten zu schlüpfen und eine Runde zu laufen? Oder wenn ich etwas ungeliebte Hausarbeit erledige, um das nicht an meinem freien Wochenende zu tun? Ich persönlich finde das großartig!

Weiter geht's zum zweiten Teil: Lea Weitekamp beschreibt die Nachteile des Home-Office aus ihrer Sicht.

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9 Reaktionen
ics_agentur
ics_agentur

Habe eine Druckerei und mehrere Agenturen hinter mir. Vermisse das Büro nicht. Der Tag, das tägliche Leben (Impressionen) findet zwischen Arbeit und Zuhause statt. Dann der Stress zu spät zu kommen? Ein Büro gibt nicht die nötige Klima um Ideen zu entwickeln, weil es Ihm an individueller Atmosphäre fehlt. Konkurrenzkampf stört gelegentlich das Arbeitsklima. Fern der persönlichen Problemen entstehen reine Gedanken! Jedenfalls ist es so bei mir. Der Kunde hat das Gefühl, das jemand persönlich für Ihn da ist. Meetings sind immer am anderen Ort, was wieder für mehr Eindrücke sorgt. Jedem das Seine! Vor allem gibt das Home-Office im Vergleich mehr Möglichkeiten neue Menschen kennenzulernen als das Büro, weil es einschränkt.

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André

Wir haben unser Büro 2013 aufgegeben und arbeiten seitdem aus dem HomeOffice.

Das war am Anfang eine klare Umstellung die auch "einarbeitstungszeit" brauchte. Es gibt genügend Tools um sich dezentral zu organisieren, aber der Kaffee-Plausch fällt weg dafür wird dann eben im Zeitalter der Flats telefoniert oder geskyped.

Was aber viel schöner ist, anstatt den Kaffe im Büro gibt es nun einen leckeren langen Kaffe mit der Familie und das ist viel wichtiger.

Dafür geht man mit den Kollegen dann öfters außerhalb Essen, den gearbeitet werden kann ja in diesem Zeitalter von fast überall.

Für die Familie Bedarf es aber auch einer "kleinen Disziplin" denn wenn Papa im Büro ist und dort telefoniert, dann braucht er dort seine Ruhe (Notfälle und LiebesKinderkusswillpapaknuddelnAttacken natürlich ausgeschlossen *gg)

Und sollte es im HomeOffice doch mal keine Ruhe geben, dann gibt es ja noch exzellente Coworking Spaces hier in NRW ;)

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Mark

Wir haben vor zwei Jahren mit dem Thema Homeoffice begonnen und in einem Pilotprojekt das ganze für unser CallCenter getestet. Mittlerweile arbeiten über 90 % unserer Belegschaft aus dem Homeoffice. Für uns als Unternehmen hat das auch Vorteile, wir spren uns damit teure Mietflächen ein und können flexibler agieren. Im Homeoffice liegt meiner Meinung nach die Zukunft.

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Der_Chefblogger
Der_Chefblogger

Ich arbeite seit sehr vielen Jahren fast nur im Homeoffice. Da kann ich meine Zeit selber einteilen und wenn ich mal Kundenkontakt brauche, gehe ich zu ihm ins Büro oder ich treffe ihn in einem Kaffee. Ich spare so sehr viel Zeit, habe meine Freiheit zu tun was ich wann wo will und wenn ich keine Lust mehr habe, gehe ich woanders hin mit dem Lapi und kann so weiterarbeiten.

Die Selbstdisziplin wird hingegen überbewertet. Die braucht man doch auch im Büro (noch schnell FB checken, Noch schnell schaueb ob bei Ebay was neues ist usw) - also selbstdisziplin brauchen wir alle im Büro oder im Homeoffice...

ich kann nicht mehr ohne homeoffice

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team-oh
team-oh

ich liebte mein homeoffice über alles... bis der erste nachswuchs da war. jetzt liebe ich tagsüber büro und abends feierabend! :)

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Ann-Bettina

Ich ziehe auch das Homeoffice ganz klar vor. Dort kann ich mich nicht nur besser konzentriere, ich liebe auch die Freiheit meine Arbeit selber einteilen zu können. Ich kann jederzeit vom Schreibtisch aufstehen und etwas anderes machen, ohne jemanden zu stören. Natürlich braucht man dazu ein gewisses Maß an Selbstdisziplin - die Arbeit muss ja schließlich rechtzeitig fertig werden. Aber damit habe ich überhaupt keine Probleme. Den Weg von und zur Arbeit halte ich auch für eine Zeitverschwendung, die heute wirklich nicht mehr notwendig ist.

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Verena Krones
Verena Krones

Beides hat seine Vor- und Nachteile. Für mich überwiegen aktuell aber die Vorteile der Home Office Arbeit. Man braucht auf jeden Fall viel Selbstdisziplin und muss Spaß daran haben, eigenverantwortlich zu arbeiten. Tools wie Trello & Co erleichtern die Kommunikation mit Kollegen. Natürlich braucht man insg. ein Team, das funktioniert und mit dem man sich jederzeit austauschen kann, wenn Bedarf besteht. Wer ungern schriftlich oder per Telefon kommuniziert, wird natürlich den Kontakt zu Kollegen von Angesicht zu Angesicht vermissen und nicht auf Dauer glücklich werden

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Sandra
Sandra

Ich kann Andreas nur zustimmen. Die Motivation ist im Homeoffice um einiges höher, verlangt aber nach Disziplin. Ich liebe mein Homeoffice und gelegentlich lasse ich auch mal einen Kunden herein. Der dann für gewöhnlich auf dem Weg in mein "Dachbodenbüro" erst einmal etwas verunsichert ist, oben angekommen aber Bauklötzer staunt. Ich habe mir eine kreative Arbeitsumgebung geschaffen, die ich so vermutlich in einem Büro nicht hätte. Einen Punkt gibt es allerdings, den ich mir in meinem Homeoffice nur selten erfüllen kann: ein kleiner, ablenkender Plausch beim Kaffee kochen mit einem Kollegen. Trotz dem einen Kritikpunkt, bin ich ganz klar für Homeoffice!

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Jay
Jay

Ich arbeite sehr gern im Home-Office, bin aber (bei der Agentur, für die ich zur Zeit selbstständig tätig bin) aber auch sehr gern im Büro.
Sofern es keinen Bedarf nach spontaner Rücksprache gibt ist das Home-Office für mich wesentlich effektiver, bei intensivem Kommunikationsbedarf bin ich aber wiederum lieber vor Ort, weil ich die unmittelbare Kommunikation ohne Tools dazwischen für effektiver halte.

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