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Analyse

Home24: Was die halbierte Bewertung für Rocket bedeutet

„Die größte Internetplattform außerhalb den USA und China werden“: So sah die alte Startseite von Rocket Internet aus – und die alte Strategie. (Screenshot: Rocket Internet)

Das Möbel-Startup Home24 ist nur noch 420 Millionen Euro wert – damit hat sich die Bewertung halbiert. Das schadet auch Rocket Internet.

2015 markierte das bisher eindrucksvollste Jahr in der Geschichte von Rocket Internet. Im Februar verkündete der Inkubator eine Finanzierungsrunde von 110 Millionen Euro für den Kochbox-Anbieter Hellofresh. Zeitgleich investierte er 500 Millionen Euro in Delivery Hero. Im Juni steckte er gemeinsam mit anderen Kapitalgebern 120 Millionen Euro in die Möbelplattform Home24. Im Juli beteiligte sich Rocket an einer 150-Millionen-Euro-Finanzierung bei der Global Fashion Group. Beeindruckende Finanzierungsrunden, die sich selbst mit Silicon-Valley-Unternehmen messen lassen konnten.

Die Bewertungen der Unternehmen vervielfachten sich dementsprechend – unter anderem auf 2,8 Milliarden Euro bei Delivery Hero und der Global Fashion Group. Hellofresh kam zwischenzeitlich auf 2,6 Milliarden Euro, das Startup bereitete sogar einen Börsengang vor. Home24 rief eine Bewertung von immerhin 981 Millionen Euro auf, in Dollar zählte das Startup damit schon zu den Einhörnern. Wenn jetzt nur noch eines dieser Unternehmen profitabel würde, so schien es, dann wäre die große Vision des Oliver Samwer erfüllt.

Home24 nimmt 20 Millionen Euro ein – zu geringerer Bewertung

Doch 2016 ist nichts mehr, wie es einmal war. In diesem Jahr zeichnet sich die vielleicht schwerste Krise des Berliner Inkubators ab. Konnte er das Startup Lazada noch für eine Milliarde Dollar veräußern, so erzielte der Zalando-Klon Jabong nur noch mickrige 70 Millionen Dollar Erlös. Delivery Hero soll unter Finanzierungsproblemen leiden, der Börsengang von Hellofresh wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Global Fashion Group musste ihre Bewertung von 2,8 Milliarden auf eine Milliarde Euro senken.

Jetzt bricht auch Home24 ein. Wie das Startup am Mittwochabend verkündete, sammelte es bei der jüngsten Finanzierungsrunde zwar 20 Millionen Euro ein, doch kommt es nur noch auf eine Bewertung von 420 Millionen Euro. Der Wert hat sich damit einfach halbiert.

Ein Desaster für Rocket Internet. Der Konzern lebt davon, Startups aufzubauen, sie mit Geld zu versorgen und sie so – dieser Teil ist bisher nur Theorie – zu großen Unternehmen aufzubauen. Ganz nach dem Vorbild Zalando sollen aus den Onlineplattformen einmal wichtige Digitalunternehmen werden.

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Skepsis aus den USA

Doch für dieses Ziel braucht der Startup-Inkubator Geld – und genau das fehlt derzeit offenbar. Möglicherweise bekommt Rocket die Skepsis in den USA zu spüren. Dort halten sich die Investoren in diesem Jahr deutlich zurück. Es scheint aber auch eine gewisse Skepsis unter den Rocket-Investoren zu geben. So soll es durchaus schwierig gewesen sein, das Geld für die Global Fashion Group aufzutreiben. Auch Delivery Hero erhielt laut Manager Magazin kein neues Kapital, dass das Startup eigentlich dringend nötig gehabt hätte. Es soll stattdessen einen teuren Kredit aufgenommen haben.

Die Startups kommen aber ohne Geld nicht weit. Kaum ein Rocket-Startup kann schwarze Zahlen vorlegen. Sie brauchen deshalb die Finanzierungsrunden, um ihr Geschäft am Laufen zu halten. Bisher funktionierte das, weil Rocket nicht nur selbst Millionen investierte, sondern auch andere Konzerne wie Kinnevik und Holtzbrinck Ventures mit einbrachte. Das scheint jedoch nicht mehr so einfach zu sein. Oliver Samwer verliert offenbar an Vertrauen.

Es ist zu früh, einen Abgesang auf Rocket Internet zu schreiben, denn in den Fonds der Startup-Schmiede dürften noch einige Millionen liegen. Für das Unternehmen wird es jedoch wichtig werden, einige seiner Startups profitabel zu machen. Damit das Vertrauen wiederkehrt.

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3 Reaktionen
Uwe Boll
Uwe Boll

20 mio? Das dürften die so "wegatmen".

lola
lola

Kaum ein Rocket-Startup kann schwarze Zahlen vorlegen. !!!

Sollte man nicht ab und zu mal einen Erfolg nachweisen. Das Geschäftsprinzip kann ja nicht langfristig Geld verbrennen sein.

Wir sollten die Steuern erhöhen um das Kapital abzuschöpfen, scheinbar gibts davon zu viel.

Sarah

Inkubatoren / Risikokapitalgeber arbeiten mit der Menge. Von 50 gegründeten Startups hat vielleicht einer die Chance, ein sogenanntes Einhorn zu werden, und im Voraus weis niemand, welcher das sein wird. Auch nicht solche Erfolgsgeschichten wie Y Combinator (Dropbox, AirNB und weitere)

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