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Homee: So vereinst du alle Smart-Home-Lösungen mit deinem Smartphone

Homee: So vereinst du alle Smart-Home-Lösungen mit deinem Smartphone

Viele Anbieter, viel und viele unterschiedliche Standards machen den Einstieg in schwierig. Das Codeatelier hat eine Lösung in der Tasche, die alles einfach vereinen soll. Sie nennt sich: „Homee“.

Homee: So vereinst du alle Smart-Home-Lösungen mit deinem Smartphone

Homee ist modular und vereint alle gängigen Smart-Home-Lösungen. (Foto: Codeatelier)

Smart Home ist in aller Munde. Seit einigen Jahren lebt der Traum vom rundum vernetzten Eigenheim. Was Konsumenten vor allem neue Möglichkeiten bei der intelligenten Nutzung von Räumen und physikalischen Gegenständen verspricht, ist für Anbieter ein lukratives Geschäft. Immer mehr Hersteller springen mit eigenen Lösungen auf den fahrenden „Internet of Things“-Zug auf – kompatibel sind die untereinander oft nicht. Mit „Homee“ will das Startup Codeatelier aus Stuttgart jetzt eine Lösung anbieten.

Homee: Die Universalfernbedienung für dein Zuhause

Auf den ersten Blick ist Homee eine Smart-Home-Lösung wie jede andere: Durch eine intelligente Verknüpfung von Hard- und Software bekommen Nutzer die Möglichkeit, ihr Eigenheim ins digitale Zeitalter zu befördern. Homee lässt Rollläden automatisch herunterfahren, schließt Fenster automatisch oder sorgt dafür, dass der Heizkörper per ortsunabhängig auf Temperatur gebracht werden kann. Das ist nichts neues, Anbieter wie Nest, Lifx, SmartThings oder tado bieten solche Möglichkeiten durch eigene Hardware-Lösungen schon länger. Aber genau hier entsteht eine Not, die die vier Gründer von Codeatelier ausgemacht und nun zur Tugend auserkoren haben.

Das vierköpfige Team von Codeatelier: Mit „Homee“ will das Stuttgarter Startup die vielen Smart-Home-Lösungen auf dem Markt miteinander verbinden. (Foto: Codeatelier)
Das vierköpfige Team von Codeatelier: Mit „Homee“ will das Stuttgarter Startup die vielen Smart-Home-Lösungen auf dem Markt miteinander verbinden. (Foto: Codeatelier)

„Die Idee hinter Homee ist nicht, neue Geräte für Smart-Home zu entwickeln, sondern vorhandene Lösungen von anderen Herstellern miteinander zu verbinden und so einen Mehrwert für Anwender zu schaffen“, sagt der 29-jährige Mitbegründer Waldemar Wunder. Viele Anbieter im Bereich „Internet of Things“ setzen bisher auf unterschiedliche Standards. So gibt es Wi-Fi-kompatible Lösungen ebenso wie solche, die stattdessen mit anderen Funkstandards arbeiten. Die fehlende Kompatibilität der Geräte untereinander führt dazu, dass Nutzer ihre Smart-Home-Lösung oft von nur einem Hersteller beziehen – und das ist nicht nur kostspielig. Viele Automatisierungsmöglichkeiten bleiben ungenutzt. „Mit Homee hat der Kunde eine große Vielfalt an Produkten und eine Sicherheit, dass es in 20 Jahren immer noch Produkte für sein System geben wird“, so Wunder, der Codeatelier gemeinsam mit seinen drei Studienfreunden Jochen Schöllig, Tobias Graf und Markus Graf gegründet hat – und das im 3.500-Seelen-Dorf Burgstetten, gut 30 Kilometer nordöstlich von Stuttgart.

Homee: Der „Brain Cube“ als modulares Herzstück

Das Herzstück von „Homee“ ist der „Brain Cube“. Er verbindet sich mit App und Hardware und kann durch kleine Zusatzmodule in Würfelform erweitert werden. (Foto: Codeatelier)
Das Herzstück von „Homee“ ist der „Brain Cube“. Er verbindet sich mit App und Hardware und kann durch kleine Zusatzmodule in Würfelform erweitert werden. (Foto: Codeatelier)

Doch was genau ist Homee eigentlich und wie funktioniert es? Das Herzstück von Homee ist der „Brain Cube“, eine WLAN-fähige Hardware-Box, die als zentrale Steuereinheit zum Einsatz kommt. Einmal via USB an die Steckdose angeschlossen, ist sie in der Lage, mit der für Smartphone, Tablet- und Desktop-Computer konzipierten App und den gängigen – WLAN-nutzenden – Lösungen von Nest, Hue oder Lifx zu kommunizieren. Der Clou: Homee ist modular aufgebaut. Nutzer können verschiedene Technologien miteinander verbinden, indem sie kleine Zusatzmodule in Würfelform einfach auf den „Brain Cube“ aufstecken. So können auch Hardware-Lösungen genutzt werden, die mit anderen Funkstandards wie zum Beispiel Z-Wave, Zigbee oder Enocean arbeiten.

Dabei soll Homee deutlich mehr können, als nur das Licht oder den Fernseher auszuschalten. Mit sogenannten „Homeegrammen“ (ähnlich dem IFTTT-Prinzip) können Nutzer ihre Geräte mit cleveren Regeln bestücken. Zum Beispiel schaltet Homee die Heizung aus, wenn Hausbesitzer die Fenster öffnen, um das Haus mit Frischluft zu versorgen. Beginnt es dann zu regnen, erhalten Nutzer eine Warnnachricht auf ihr Smartphone. Musik kann ebenfalls drahtlos gestreamt werden. Die Möglichkeiten sind groß, auch, weil das Startup einen eigenen Shop betreibt, wo zahlreiche Zusatzmodule wie etwa Steckdosen, Bewegungssensoren oder Heizungsventile erhältlich sind. So wird Homee zur „Universalfernbedienung der Heimvernetzung“, die alle anderen Fernbedienungen ablöst.

Startup Codeatelier: Homee ab 100 Euro, Crowdfunding-Kampagne gestartet

Homee gibt es für Endkunden schon ab 100 Euro. Das kann auch als Kampfansage an die Konkurrenz verstanden werden: „Durch die modulare Bauweise machen wir das Produkt für Endkunden attraktiv“, sagt Waldemar Wunder. „Bis jetzt musste der Anwender auch bei kleinen Anwendungen viel Geld für die Zentrale bezahlen, das ist eine große Hürde. Homee ist die erste Plug-and-Play-Lösung, die einen preiswerten Einstieg in das Gebiet Smart Home ermöglicht.“ Bisher ist Homee nur als Beta-Paket erhältlich, die Serienproduktion steht noch an. Dafür hofft Codeatelier auf Einnahmen über die Crowdfunding-Plattform indiegogo. 100.000 Euro sind veranschlagt, wovon mit 20.000 Euro bislang rund ein Fünftel geschafft sind. Gelingt es, die Marke innerhalb der kommenden 33 Tage zu knacken, soll Homee zum Frühjahr 2014 ausgeliefert werden.

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3 Antworten
  1. von Sven Schannak am 08.12.2013 (19:35 Uhr)

    Persönlich finde ich ja die Pipesbox besser und die kommt sogar aus der Nähe von Rostock, finde ich noch fast erstaunlicher als Standort als im Nordosten von Stuttgart.

    Pipesbox ist zwar nicht so durchdesignt, hat aber einen stärkeren Open-Source-Ansatz als Homee und ein paar mehr andere Features.

    Die Jungs könnt ihr übrigens auf startnext unterstützen:

    http://www.startnext.de/pipesbox

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  2. von Moritz am 08.12.2013 (19:36 Uhr)

    Bin gespannt. Parallel zur Kampgne von Homee läuft auch die Crowdfunding Kampagne von PipesBox auf Startnext. Beide Lösungen ähneln sich auf den ersten Blick, Homee ist etwas stylischer. Dafür setzt PipesBox auf Flexibilität, einen 2.0-Ansatz und Gamification von IoT. Ob beide Erfolg haben werden? Der Markt ist gross genug.

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  3. von Elisabeth am 09.12.2013 (16:22 Uhr)

    Auf den ersten Blick sieht das der Lösung von ROCKETHOME doch sehr ähnlich.

    Allerdings verfügt das IT-Unternehmen bereits über fundierte Erfahrung in dem Bereich ausgereifte Produktfeatures und Anwendungsfallbeispiele.

    Die Kölner Home-Energy-Experten vertreiben ihre Lösungen bereits während andere noch entwickeln.
    http://shop.rockethome.de/

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