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Test

Honor 8 im Test: Oberklasse-Feeling für unter 400 Euro

    Honor 8 im Test: Oberklasse-Feeling für unter 400 Euro

Honor 8. (Foto: t3n)

Mit dem Honor 8 hat die Huawei-Tochter ein Smartphone im High-End-Design zum Preis von unter 400 Euro auf den Markt gebracht. Wir haben es vier Wochen im Alltag getestet.

Honor ist ein Tochterunternehmen von Huawei, dem derzeit drittgrößten Smartphonehersteller der Welt. Das Tochter-Unternehmen agiert weitgehend unabhängig von Huawei, wenngleich die beiden sich in puncto Forschung und Entwicklung austauschen. Honor legt seinen Kunden-Fokus in erster Linie auf die Digital Natives, die ein Smartphone suchen, das ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Um den Preis der Geräte niedrig zu halten, setzt das Unternehmen weitgehend auf Onlinewerbung, Mund-zu-Mund-Propaganda und eine eigene Community.

Das Honor 8. (Foto: t3n)
Das Honor 8. (Foto: t3n)

Beim Honor 8 und seinen Vorgängern, dem Honor 6, 6 Plus und dem Honor 7, verbaut das Unternehmen eine solide Ausstattung in einem hochwertigen Gehäuse. Wie bei den Honor-6-Modellen bestehen Rückseite wie Front aus Glas. Bei der Hauptkamera setzt Honor auf eine Dual-Kamera wie Huawei bei seinem Huawei P9 (Test), verzichtet dabei aber auf die Leica-Lizenz.

Seit dem Marktstart im Jahre 2014 hat das Unternehmen bereits 100 Millionen Geräte absetzen können. Seit Juli dieses Jahres ist das Honor 8 in China erhältlich, im August wurde der Europastart bekannt gegeben – binnen dieses Zeitraums wurde das Smartphone schon über 1,5 Millionen Male verkauft – das sind zwar keine Verkaufszahlen wie bei Apples iPhone, dennoch können sie sich sehen lassen. Ob sich der Kauf lohnt, verrät unser Test.

Honor 8: Viel Glas und eine Prise Metall

Das Honor 8 kann als eine konsequente Fortführung des Honor 6 beziehungsweise 6 Plus betrachtet werden. Denn wie beim 2014er Topmodell des Herstellers wird auf Glas auf der Front wie auf der Rückseite gesetzt – beim Honor 8 sind beide Seiten durch Gorilla Glas 3 geschützt. Dass es wie das Honor 6 und auch Googles 2012er Nexus 4 auf glatten Flächen zu Rutschen neigt, dürfte nicht verwundern. In der Hand liegt es dank seiner kompakten Abmessungen und des abgerundeten Glases angenehem und sicher. Um einem ärgerlichen Glasbruch aus dem Wege zu gehen, lohnt es sich allemal zehn Euro zusätzlich in die Hand zu nehmen, um einen Schutzcase zu kaufen – im hauseigenen Onlinestore des Unternehmens liegt dem Gerät sogar schon eines bei.

(Foto: t3n)
(Foto: t3n)

Der Rahmen des Smartphones besteht ringsherum aus Metall. In diesen sind auf der rechten Seite Powerbutton und Lautstärkewippe eingelassen, auf der linken Seite befindet sich der SIM-Schacht, der zugleich eine Micro-SD-Karte aufnehmen kann. Auf der Oberseite hat das Honor 8 einen Infrarot-Sensor verbaut, mit dem sich mit der Smart-Controller-App beispielsweise Fernseher bedienen lassen kann. Auf der Unterseite sind eine Audiobuchse und ein USB-Typ-C-Anschluss (USB 2.0) inklusive eines Lautsprechers verbaut.

2,5D: Das Frontglas ist an den Seiten abgerundet. (Foto: t3n)

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Die 12-Megapixel-Dual-Hauptkamera mitsamt Dual-LED-Blitz und Laserautofokus sowie einem schnellem Fingerabdrucksensor befinden sich auf der Rückseite. Die Kamera ist in das Gehäuse eingelassen, sodass das Smartphone problemlos, also ohne hin und her zu wackeln, auf dem Tisch bedient werden kann.

Der Fingerabdrucksensor ist rasend schnell und arbeitet zuverlässig - die Glasoberfläche sollte aber besser von einem Case geschützt werden. (Foto: t3n)
Der Fingerabdrucksensor ist rasend schnell und arbeitet zuverlässig - die Glasoberfläche sollte aber besser von einem Case geschützt werden. (Foto: t3n)

In puncto Verarbeitung gibt es nichts zu beanstanden: Das Honor 8 mutet trotz seines geringeren Preises wie ein High-End-Smartphone an, das mindestens 200 Euro teurer ist. Besonders beim blauen aber auch beim schwarzen Modell wirkt das aufwendige Glas-Finish mit 15 einzelnen Schichten beinahe wie ein Halbedelstein. Dank des abgerundeten und gefasten Metallrahmens und dem beidseitigen 2,5D-Glas fasst es sich an, als sei es aus einem Stück gefertigt. Was nach vier Wochen Alltagsnutzung ohne Case auffiel: Das Glas scheint anfällig für Microkratzer durch beispielsweise Staub  zu sein. Daher empfehlen wir es besser mit einem Schutzcase zu benutzen.

Honor 8: Ausstattung, Display und Akku

(Foto: t3n)
(Foto: t3n)

Was die Ausstattung anbelangt, setzt der Hersteller auf zahlreiche Ausstattungsmerkmale, die sonst nur in der Oberklasse zu finden sind: ein großer interner Speicher vom 32 Gigabyte und vier Gigabyte RAM. Beim Prozessor kommt nicht der aktuellste Chip aus eigenem Hause zum Einsatz, sondern ein etwa ein Jahr alter, der unter anderem im Oberklasse-Phablet Huawei Mate 8 (Test) verbaut ist. Die Leistung reicht aber für alle Einsatzzwecke, auch anspruchsvolle Spiele, voll und ganz aus. Falls euch der interne Speicher nicht ausreichen sollte, könnt ihr diesen per Micro-SD-Karte erweitern – optional könnt ihr anstelle der Micro-SD auch eine zweite SIM-Karte einstecken.

Das helle Full-HD-IPS-Display mit seiner Bilddiagonale von 5,2 Zoll liefert kräftige Farben und ist selbst bei spitzem Betrachtungswinkel noch farbgetreu. Das Display des Oneplus 3 (Test) kann da nicht mithalten. Mit seiner Pixeldichte von 423 ppi ist es außerdem recht scharf. Was teilweise störte, war die gelegentlich erratisch agierende automatische Helligkeitsregelung – gelegentlich wurde das Display dunkler eingestellt als nötig.

Der Akku ist für ein kompaktes 5,2-Zoll-Smartphone mit 3.000 Milliamperestunden verhältnismäßig üppig bemessen. Man könnte meinen, dass das Gerät bei normaler Nutzung locker anderthalb oder zwei Tage ohne Steckdose auskommt. Das ist aber leider nicht der Fall, es sei denn, man nutzt es äußerst sporadisch. Im Alltagstest mit zwei aktiven Mail-Accounts, diversen Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter und Google+ sowie dem Surfen per Chrome und regelmäßiger Kamera-Nutzung, musste es stets zum Abend an die Steckdose. Dank des im Lieferumfang enthaltenen Schnellladegeräts war das Honor 8 allerdings rasch wieder geladen.

 
ModellHonor 8 (FRD-L09)
BetriebssystemAndroid 6.0 Marshmallow mit EMUI 4.1
Display5,2 Zoll Full-Hd (.1920 x 1.080 Pixel; 423 ppi)
ProzessorHi Silicon Kirin 950 Octa Core; 4 x 2,3 GHz A72 und 4 x 1,8 GHz A53
Arbeitsspeicher4 GB
Interner Speicher32 GB, per Micro-SD-Slot erweiterbar
Hauptkamera12 MP Dual-Kamera mit 1,25µm Pixelgröße
Frontkamera8 MP
Akkukapazität3.000 mAh (Fix); 2.900 mAh (Nennleistung)
KonnektivitätWi-Fi 802.11ac/a/b/g/n, Bluetooth 4.2, GPS, LTE Cat. 4
Abmessung145,5 x 71,0 x 7,45 mm
Gewicht153 Gramm
FarbenBlau, Weiß, Schwarz
Preis399 Euro (UVP)
SonstigesFingerabdrucksensor, Dual-SIM, USB Typ C, Infrarot-Sensor

Wie für ein Smartphone aus dem Hause Honor/Huawei üblich, sitzt der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und funktioniert wie ein Traum. In nur wenigen Millisekunden ist das Smartphone freigeschaltet und sofort nutzbar. Im Unterschied zum Huawei P9 besitzt der Fingerabdrucksensor einen sogenannten Smart-Key, mit dem sich beliebige Anwendungen und Shortcuts starten lassen. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, die Kamera, den Kalender oder eine andere App darüber zu starten. Darüber hinaus fungiert der Fingerabdruckscanner auch standardmäßig als Kamera-Auslöser.

Honor-8-Kamera: Mit der Kraft der zwei Linsen

Eher unauffällig: die DualKamera des Honor 8. (Foto: t3n)
Eher unauffällig: die DualKamera des Honor 8. (Foto: t3n)

Man könnte meinen, dass Honor sich bei der Dual-Kamera am Mutterkonzern und dem Huawei P9 orientiert hat, aber dem ist nicht ganz so, denn schon beim Honor 6 Plus hatte das Unternehmen auf eine Dual-Sensor-Technologie gesetzt. Huawei hatte sie adaptiert und zusammen mit Leica verbessert. Beim Honor 8 ist Leica zwar nicht mit im Spiel, aber wir können davon ausgehen, dass Honor von den neuen Erkenntnissen Huaweis profitieren konnte.

Das Konzept der Honor-8-Kamera orientiert sich am P9: Das Smartphone besitzt zwei 12-Megapixel-Sensoren auf der Rückseite, von der einer für Monochrom-Aufnahmen verantwortlich ist. Durch das Dual-Kamera-Setup soll die Bildschärfe verbessert werden – und das klappt in der Tat. Denn mit der Knipse lassen sich sehr ordentliche Resultate zutage fördern: sowohl mit Tageslicht als auch mit wenig Restlicht gelingen Fotos überwiegend gut. Makro-Fotos sind auch knackig scharf und detailliert, wobei man manchmal ein zweites Mal abdrücken muss, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Aber das ist auch keine Seltenheit bei anderen Kameras. Etwas überraschend ist die Beobachtung, dass die Bildqualität des Honor 8 teils besser als die von Huaweis P9 erschien, auch wenn sie noch nicht ganz an das Niveau vom Samsung Galaxy S7 heranreicht. Für ein Gerät unterhalb der 400-Euro-Marke kann sich die Kamera aber mehr als sehen lassen.

Weitere unbearbeitete Fotosamples vom Honor 8 in voller Auflösung findet ihr bei Google-Fotos.

Im Unterschied zur Leica-Kamera des Huawei P9 unterstützt die Kamera-App leider nicht ab Werk die Möglichkeit Monochrom-Fotos aufzunehmen. Dafür ist aber immerhin ein manueller Modus an Bord, der diverse Einstellungen zulässt. Des Weiteren könnt ihr mit dem Modus „Große Blende“ den Fokus nachträglich verstellen. Die Frontkamera mit ihren acht Megapixeln ist für Selfies gut zu gebrauchen.

EMUI – Honors und Huaweis polarisierende Nutzeroberfläche

Softwareseitig hat das Honor 8 Android 6.0 Marshmallow mit der hauseigenen Nutzeroberfläche EMUI 4.1 vorinstalliert – ein Update auf Android 7.0 Nougat ist sicher. Das UI erinnert ansatzweise an iOS – also ideal für iPhone-Wechsler. Wer bisher Smartphones eines anderen Android-Herstellers genutzt hat, dürfte sich ein wenig umgewöhnen müssen. Individualisieren könnt ihr das Honor 8 über einen Theme-Store – oder durch den Wechsel des Launchers.

Honors EMUI bietet viele Funktionen, die Einstellungen sind teilweise zu verschachtelt. (Bild t3n)
Honors EMUI bietet viele Funktionen, die Einstellungen sind teilweise zu verschachtelt. (Bild t3n)

Auch wenn die Software gewöhnungsbedürftig ist, so besitzt sie einige praktische Ideen und Funktionen, wie beispielsweise die Möglichkeit, per Fingerabdrucksensor die Benachrichtigungsleiste herunterzuwischen oder einen Screenshot von einer kompletten Seite in voller Länge zu erstellen - Honor nennt das Scrollshot. EMUI bietet aber noch allerhand weitere versteckte und offensichtliche Funktionen, die zu gefallen wissen.

Was auch nach längerer Zeit der Nutzung ein wenig nervt, sind die teils tief verschachtelten Einstellungen. Um beispielsweise den Launcher zu wechseln, muss man fünf Ebenen in Untiefen die Einstellungen eintauchen. Ebenso ist die Standard-Einstellung des Energiemangements eine Spur zu aggressiv, sodass im Hintergrund laufende Apps nach einer Weile abgeschaltet werden. Das lässt sich zwar anpassen, erfordert aber Wissen, Zeit und Geduld.

Fazit

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Es muss nicht immer High-End sein: Das Honor 8 ist eines der derzeit besten Smartphones im Bereich unter 400 Euro. (Foto: t3n)

Honor hat mit seinem Modell 8 solide Arbeit geleistet:  Das Gerät bietet im Grunde alles, was man sich von einem Smartphone wünscht. Es ist hochwertig verarbeitet, fasst sich gut an und passt sogar locker in die vordere Hosentasche. An Performance, Akku und Kamera ist kaum etwas auszusetzen, als Alltagsbegleiter hat sich das Smartphone bewährt. Wenn ihr nicht dazu bereit seid, viel Geld für ein Smartphone auszugeben, aber dennoch ein Gerät mit Oberklasse-Feeling wollt, solltet ihr einen Blick auf das Honor 8 werfen. Soll es ein wenig größer sein, wäre das 5,5 Zoll-Modell OnePlus 3 eine interessante Alternative.

Passend zum Thema: Honor 8: 10 Tipps und Tricks für die EMUI 4.1 und Android 7.0: Welche Geräte bekommen das Nougat-Update?

Disclosure: Das Honor 8 wurde uns für den Testbericht vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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2 Reaktionen
seokai
seokai

Vergleicht man das Handy jedoch mit anderen Topsellern aus China, zeigen sich klare Alternativen. So bieten das Xiaomi Redmi Note 3 Pro oder das Redmi Note 4 ein fast genauso gutes Gesamtpaket. Die beiden Handys kosten jedoch nur die Hälfte des Honor 8. Das Xiaomi Mi 5 oder das Le Max 2, die etwas günstiger als das Honor 8 sind, bieten sogar eine wesentlich stärkere Performance.

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Kritiker
Kritiker

Die riesige "Honor" Schrift vorne sieht einfach unfassbar sch**** aus.

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