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Honor: Smartphone-Hersteller mit Fokus auf Digital Natives und E-Commerce

Honor: Smartphone-Hersteller mit Fokus auf Digital Natives und E-Commerce

Mit seinem Sublabel Honor hat , der drittgrößte Smartphonehersteller der Welt, einen Player ins Spielt gebracht, der in einigen Belangen anders agiert als viele seiner Mitbewerber: Der Fokus des Vertriebs liegt in erster Linie auf , außerdem setzt man auf eine starke Fan-Community.

Honor: Smartphone-Hersteller mit Fokus auf Digital Natives und E-Commerce

Honor (Bild: Honor)

Wie differenziert sich Honor von Huawei?

Im letzten Jahr hat honor allein 40 Millionen Smartphones verkauft. (Foto: Daniil Matzkuhn)
Im letzten Jahr hat Honor allein 40 Millionen Smartphones verkauft. Eines der beliebtesten Geräte war das Honor 7. (Foto: Daniil Matzkuhn)

Obwohl das chinesische Unternehmen Honor eine Tochter oder Untermarke Huaweis ist, verfolgt es etwas andere Vertriebswege und Werbestrategien als der Mutterkonzern selbst. Sie erinnern teilweise an die von OnePlus oder Xiaomi: Man will in erster Linie über das Internet seine Produkte absetzen. Außerdem liegt ein starker Fokus des Unternehmens auf der Nähe zu seinen Fans und Nutzern. Laut Honors Head of Overseas Business, Zhao Gang, mit dem t3n in München im Gespräch war,  teilen Honor und Huawei sich aber Patente, den hauseignen Kirin-Prozessor und Technologien sowie die Software mit der EMUI-Oberfläche. Die Entwicklungs- und-Forschungs-Abteilungen für Smartphones seien aber unabhängig voneinander.

Manch einer fragt sich sicherlich, ob sich Huawei und Honor nicht gegenseitig kannibalisieren und sich mit ihren Produkten ihre Kunden abgraben. Auch wenn beide Android-Smartphones anbieten, ist das nicht der Fall. Denn während Huawei mittlerweile in erster Linie im High-End- und teilweise Mittelklasse-Bereich unterwegs ist, bietet Honor Smartphones im Einsteiger- und Mittelklasse-Preissegment an, die sich durch ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis auszeichnen. Beste Beispiele sind der Verkaufsschlager des letzten Jahres, das Honor 7, das auch in unserer Top-Smartphone-Übersicht zu finden ist, als auch das letzte Woche vorgestellte Honor 5X, das trotz Metallgehäuse, Fingerabdruckscanner und recht starkem 3.000 Milliamperestunden-Akku nur 229 Euro kostet. Andere Hersteller würden mehr für ein solches Produkt verlangen.

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Honors Head of Overseas Business, Zhao Gang, erläutert die Produktstrategie des Unternehmens. (Foto: t3n)

Generell verfolgt Honor, erst 2014 gegründet, ein anderes Vertriebsmodell als Huawei. Der Fokus des Unternehmens liegt klar auf E-Commerce. Smartphones werden sowohl über den eigenen Shop im Direktvertrieb Vmall als auch Partnerunternehmen wie Amazon verkauft. In Deutschland sieht man Produkte des Herstellers darüber hinaus auch beispielsweise bei Media Markt oder Saturn – man versucht flexibel auf bestimmte Erfordernisse des Marktes zu reagieren.

Passend zum Fokus auf den digitalen Handel liegt der Schwerpunkt von Honor in puncto Werbung auf E-Marketing. Man verzichtet bewusst auf traditionelle Werbekanäle wie Print oder Funk, sondern setzt auf digitale Kanäle. Hierfür macht man sich Social Media – der deutsche Facebook-Kanal hat knapp 200.000 Fans –, Medien-Berichterstattung und E-Commerce zunutze. Die Zielgruppe Honors passt ins Marketing-Konzept, denn man möchte die Digital Natives erreichen, die rund um die Uhr online sind. Huawei stellt sich hingegen mit seinen eigenen Produkten breit auf. Die Marke sieht man nahezu an jeder Straßenecke: Sei es als große Werbung auf der Straßenbahn, an Hausfassaden, oder in Print-Magazinen. Genauso verhält es sich mit dem Vertrieb. Neben Onlineshops werden Huawei-Geräte auch massiv im Einzelhandel wie auch über Netzbetreiber verkauft.

Zhao Gang (Foto: t3n)
„Wir haben zwei Marken; die eine ist Honor, die andere Huawei. Die beiden teilen sich die Chips, Technologien und Patente.” – Zhao Gang in München. (Foto: t3n)

Honor setzt bei seinen Marketingbemühungen aber nicht nur auf platte Produktwerbung, sondern bemüht sich, in Interaktion mit seinen Kunden zu treten. Beispielsweise ist ein Teil der Strategie von Honor, Feedback seiner Kunden oder Fans zu sammeln, um sich zu verbessern und ihnen das Gefühl zu vermitteln, ein Teil des Entwicklungsprozesses zu sein. Auf diese Weise entsteht idealerweise eine stärkere Identifikation mit den Produkten und dem Unternehmen. Um die Identifikation weiter zu stärken, veranstaltet Honor auch Offline-Events, zu denen neben Bloggern und Medienvertretern auch Fans eingeladen werden.

Honor 2015: 40 Millionen Smartphones abgesetzt

Wie eingangs erwähnt, will Honor primär die Digital Natives ansprechen, also junge Leute, die nicht zwingend das Geld für ein hochpreisiges ausgeben können oder wollen.  Die Produkte bieten neben einem guten Preis-Leistungsverhältnis eine solide Ausstattung in einer vergleichsweise hohen Verarbeitungsqualität. Der Hersteller vermarktet seine Produkte unter dem Slogan „No Nonsense“, auf Deutsch „kein Unsinn“, was auch durchaus zutrifft, denn die Geräte sind schnörkellos und funktional.

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Metallgehäuse, dicker Akku und Fingerabdruckscanner zum Top-Preis: das Honor 5X. (Bild: Honor)

Der Erfolg gibt Honor Recht: Im letzten Jahr konnte das Unternehmen 40 Millionen Geräte absetzen und damit seine verkauften Smartphones innerhalb eines Jahres verdoppeln. Der Umsatz konnte sogar überproportional gesteigert werden: Während Honor 2014 2,4 Milliarden US-Dollar Umsatz machte, waren es im letzen Jahr sechs Milliarden US-Dollar. Während sich also die Anzahl der verkauften Geräte verdoppelt hat, ist der Umsatz um das 2,5-fache gestiegen. Dieser Zugewinn resultiert daraus, dass die 2015er Geräte im Schnitt teurer waren. In diesem Jahr will der Hersteller noch einmal zulegen.

Honor 5X kurz vorgestellt

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Das Honor 5X besitzt ein 5,5 Zoll in der Diagonale messendes Full-HD-Display. (Foto: te3n)

Das neueste Smartphone des E-Commerce-Unternehmens ist das Honor 5X. Es besitzt ein Full-HD-Display (1.920 x 1.080 Pixel) mit einer Diagonalen von 5,5 Zoll und hat einen Snapdragon-616-Prozessor verbaut, der von zwei Gigabyte RAM unterstützt wird. Der interne Speicher ist 16 Gigabyte groß und lässt sich per microSD-Karte erweitern. Der fest verbaute Akku misst 3.000 Milliamperestunden. Die Hauptkamera besitzt einen 13-Megapixel-Sensor, die Fünf-Megapixel-Frontkamera genügt für Selfies vollkommen aus.

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230 Euro und trotzdem Metallgehäuse und mehr  – das Honor 5x überrascht durch ein solides Preis-/Leistungsverhältnis. (Foto. t3n)

Besonderheiten des Honor 5X: Das Phablet hat einen Fingerabdrucksensor verbaut, mit dem es möglich ist, das Smartphone rasch zu entsperren, oder – sofern aktiviert – sogar einzelne Apps direkt zu starten. Bis zu fünf Apps, also für jeden Finger der Hand eine, sind programmierbar. Des Weiteren besteht das Gehäuse aus Metall, was für ein Gerät der 230-Euro-Klasse unüblich ist. Außerdem bietet das Honor 5X Dual-SIM-Unterstützung. Im Unterschied zu anderen Dual-SIM-Geräten von Huawei oder Honor muss man sich nicht entscheiden, ob man mehr Speicher, oder zwei SIM-Karten verwenden will.

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Die zwei Einschübe des Honor 5X nehmen gleich drei Karten auf: zwei SIM- und eine MicroSD-Karte. (Foto: t3n)

Disclosure: Die Reise zum Honor-5x-Event erfolgte auf Einladung von Honor.

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Eine Antwort
  1. von Preis-Verlauf am 13.02.2016 (18:16 Uhr)

    "Andere Hersteller würden mehr für ein solches Produkt verlangen."
    Es gibt im Rahmen dieser iFixIt-Zerlegungen teilweise auch andere Analysten welche die Einzelteilpreise zusammenrechnen.
    Das Mooresche Gesetz gilt immer noch und betrifft somit Flash, CPU und RAM. Für Display und andere Features gibts dank Hochpreis/Mittelklasse schon genug Zahlen um eine Grafik zu malen und zu sehen wann was wie billig werden dürfte. Also Display, Fingerabdruck, extrahartes Display, Metallgehäuse, Kamera-Sensoren, Lichtstärke usw...
    So gesehen könnte man sich mit einer Excel-Grafik schnell grob abschätzen wann welche Features für $99, $199, $299 usw. zu haben sein werden.
    Manche aktuell vorgestellten Qualcomm-61x-CPUs erlauben ja jetzt wohl auch FullHD. Bei den Handies fällt das vielleicht nicht so direkt auf aber die 80-Euro-Tabletts haben oft ja leider nur 720 o.ä. Auflösungen möglicherweise weil die preislich passenden CPUs bisher nicht mehr liefern konnten obwohl die Displays vielleicht kaum mehr kosten würden weil die Fläche preislich vielleicht wichtiger ist als die Pixeldichte mit welcher die Glasplatten beschichtet werden. Vergleiche SD-Karten-Preise wo 16/32/64 GB inzwischen wohl recht nah beieinander liegen.

    Guckt mal bei Wikipedia wie viele Marken CocaCola produziert oder die Bier-Hersteller. Im Gegensatz zu Google oder Summly bei Yahoo kann man nicht hingehen und die Produkte zum Nachteil der Kunden aufkaufen und nicht mehr anbieten. Auch der Volkswagen-Konzern hat mehrere Teilkonzerne wie Seat, Audi denen wiederum wohl Lamborghini gehört, VW(Automarke),... und ihre jeweiligen Zielgruppen haben und passend ansprechen.

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