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Startups

Speeddatings, Branchen-Kontakte und heiße Parties: Was die 3 Gründer während der Buchmesse im „House of Startups“ erwartet

    Speeddatings, Branchen-Kontakte und heiße Parties: Was die 3 Gründer während der Buchmesse im „House of Startups“ erwartet

(Foto: Jorg Hackemann / Shutterstock.com)

Warum ziehen drei Gründer zur Frankfurter Buchmesse in eine WG? Und warum kommen diese drei Gründer nicht aus der Buchbranche selbst? Ein Interview zu einem bemerkenswerten Projekt: dem House of Startups.

Zur Frankfurter Buchmesse lädt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels drei Gründer in das House of Startups ein, eine WG im Frankfurter Stadtteil Bornheim. Während der Messetage sollen sie es sich aber nicht auf den rund 50 Quadratmetern gemütlich machen, sondern raus gehen und Messeluft schnuppern.

Wir haben mit Dorothee Werner, Leiterin Unternehmensentwicklung im Börsenverein, über das Projekt gesprochen. Doch nicht nur darüber. Auch über die Herausforderungen der Buchbranche, die Startup-Aktivitäten des Börsenvereins und die Versuche großer Messen, Gründer für sich zu gewinnen, haben wir uns unterhalten.

House of Startups: 50 Quadratmeter für 3 Gründer

Für die Frankfurter Buchmesse ziehen drei Gründer in das House of Startups des Börsenvereins.
Für die Frankfurter Buchmesse ziehen drei Gründer in das House of Startups des Börsenvereins.

t3n.de: Zur Buchmesse veranstaltet ihr als Börsenverein des Deutschen Buchhandels eine Startup-WG. Das Ziel soll es sein, „als Treiber von Innovation die klassische Buchbranche mit Startups zusammenzubringen“.  Warum ist das nötig, Startups sind 2015 doch so alltäglich wie Smartphones?

„Die Startup-Vertreter sollen die Buch- und Medienbranche in ihrer ganzen Bandbreite erleben.“

Dorothee Werner: Das schon, aber sinnvoll ist es doch, junge Startups, die außerhalb der Buchbranche stehen, mit den etablierten Unternehmen zusammenzubringen. Wir ebnen da Wege, schaffen Verbindungen. Seit ein paar Jahren bemerken wir ein verstärktes Interesse von Startups an der Buchbranche. Gleichzeitig besteht auf beiden Seiten eine gewisse Unsicherheit. Deshalb bauen wir Brücken, auch um den Innovationsprozess zu beschleunigen. Zudem: Der Buchmarkt ist kein schnell skalierender Markt. Um hier mit einer neuen Idee Erfolg zu haben, müssen Gründer besonders clever vorgehen und viele Eigenheiten des Marktes bedenken.

t3n.de: Wer hat die drei Gründer ausgesucht, die in die WG ziehen dürfen?

Werner: Die drei Gründer wurden von einer Expertenjury ausgewählt. Sie setzt sich zusammen aus Juergen Boos, Chef der Buchmesse, Martin Spencker, Verlagsleiter des Thieme-Verlages und zwei Investoren der „Business Angels RheinMain“, Klaus Wächter und Andreas Lukic. Wir haben die Jury bewusst mit diesen zwei „Welten“ besetzt.

t3n.de: Und warum hat sich die Jury am Ende für Hilko Aikens, Olaf Bryan Wielk und Daniel Schiebe entschieden?

Werner: Ihre Geschäftsmodelle zeigen kreativen Eigenwert, kombiniert mit einem Nutzwert, der sich gut auf die Buchbranche übertragen lässt. Die Modelle setzen da an, wo die Branchenunternehmen aktuell herausgefordert sind, weiterzudenken: bei der direkten Kundenansprache, bei Location-based Services und beim technisch gestützten Verfassen von Inhalten.

t3n.de: Was erwartet die drei in ihrer WG-Woche? Was sind die Highlights?

Werner: Die Startup-Vertreter sollen die Buch- und Medienbranche und ihre Produkte in ihrer ganzen Bandbreite erleben: vom Lyrikband bis zum Augmented-Reality-Atlas, vom Intellektuellenflair bis zum harten Handel. Bei Speedatings müssen sie in zehn Minuten Unternehmer aus der Branche von ihrer Idee überzeugen, eine Führung lässt sie backstage, also hinter die Kulissen der Messe, blicken, maßgeschneiderte Coachings zur Finanzierung und Businessplan-Checks bieten handfestes Wissen. Daneben bringen wir die Gründer direkt mit einzelnen wichtigen Vertretern der Branche zusammen. Und natürlich sollen sie mit uns gemeinsam eintauchen in die heißesten Parties der Buchmesse.

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„Es geht darum, fruchtbare Querverbindungen herzustellen“

Dorothee Werner. (Foto: Börsenverein)
Dorothee Werner. (Foto: Börsenverein)

t3n.de: Gab es für eure Idee Vorbilder? Wie ist das Projekt entstanden?

Werner: Mashable und Scribd haben vor zwei Jahren beim Weltwirtschaftsforum in Davos das „Documented House“ ins Leben gerufen. Dort konnten Gründer arbeiten und zugleich wurden spannende Leute interviewt. Das brachte mich auf die Idee, eine Gründer-WG auf der Frankfurter Buchmesse zu initiieren. In Davos wie auch bei uns geht es darum, fruchtbare Querverbindungen herzustellen.

t3n.de: Wie waren die Reaktionen in der Startup-Szene auf eure Idee? Und wie viele Startups standen zur Auswahl?

Werner: Die „Business Angels FrankfurtRheinMain“ haben im Vorfeld gut zwei Dutzend Startups ausgewählt, aus der unsere Jury dann drei Favoriten benannt hat. Startups zeichnet oft Neugier und Hunger auf Ideen aus. Das zeigte sich auch bei den Reaktionen auf unsere Ausschreibung: Viele waren überrascht und konnten mit der Frankfurter Buchmesse erst mal wenig anfangen. Die Neugier auf eine spannende Branche, die den Spagat zwischen kulturellem Impact und ökonomischem Handeln gemeistert hat, überwog dann aber bei weitem.

t3n.de: Die Buchmesse versucht, wie auch andere große Messen wie die CeBIT, mehr und mehr auf Startups zu setzen und sie einzubinden. Was sind dabei aus eurer Sicht die größten Hürden?

Werner: Die eingangs schon genannten Unsicherheiten auf beiden Seiten. Steht man genau zwischen traditionellen Unternehmen auf der einen Seite und jungen Unternehmen auf der anderen, bemerkt man schnell die unterschiedlichen Erfahrungen, Sprech- und Denkweisen. Man bewegt sich naturgemäß nicht in den gleichen Kreisen. Wir glauben aber, dass sich diese Kreise überschneiden. Unsere Aufgabe ist es, solche Überschneidungen zu vergrößern, die Grenzen porös zu machen. Nur so können wir voneinander profitieren. Wer mal die Frankfurter Buchmesse besucht hat, weiß: „Content is King“. Verlage und Buchhandlungen wissen, wie man Inhalte erstellt, kuratiert, vertreibt und empfiehlt. Durch die digitale Transformation werden diese Inhalte in neue Kontexte gestellt und damit auch für andere Branchen relevant. Die Buchbranche fungiert in der Branchenkonvergenz also als zentraler Treiber.

t3n.de: Welche Rolle nimmt der Börsenverein außerhalb solcher Veranstaltungen ein, wenn es um die Vernetzung der Branche mit Startups geht? Welche Projekte gibt es in diesem Bereich?

Werner: Das House of Startups ist ein weiteres Projekt in der Startup-Reihe des Börsenvereins. Über den „start-up club“ bieten wir jungen Unternehmen die Möglichkeit, barrierefrei Teil eines Netzwerks im Börsenverein zu werden und so vom Wissen und den Kontakten zu profitieren. Wir veranstalten regelmäßige Startup-Pitches in ganz Deutschland und fördern damit den Austausch zwischen jungen Unternehmen und der Buchbranche. Als Veranstalter von Bar-Camps und Gründer-Speeddatings, von Investoren-Lunches und Expertenrunden sorgen wir für den fruchtbaren Boden, auf dem Neues gedeihen kann. 2016 werden wir unsere Aktivitäten auf ein neues Level heben und einen Brancheninkubator starten.

House of Startups: Ein fruchtbarer Boden für Neues

t3n.de: Die Geschichte des Börsenvereins geht bis 1825 zurück, ihr selbst habt in den letzten Jahren riesige Umwälzungen erlebt. Was sind derzeit eure größten Herausforderungen?

„Wir müssen lernen, Innovationen intelligent mit neuen Geschäftsmodellen zu verbinden.“

Werner: Die Umwälzung weiterhin selbst mitzugestalten und zu verdeutlichen, dass Content, Bücher, Texte in der digitalen Gesellschaft einen entscheidenden Stellenwert haben. Gräben zu schließen und Brücken zu bauen, aus der Tradition eine Tugend machen. Algorithmen, Roboter, Automaten, Lektoren, Leser, Autoren, Investoren, Kuratoren, Coder kreativ zusammenbringen. Zugleich müssen wir für politische Rahmenbedingungen sorgen, die ein Angebot von vielen ermöglichen, Monopolisierungstendenzen zurückweisen und dem Kunden die Freiheit der Wahl lässt.

t3n.de: Natürlich brauchen Startups wie Verlage vor allem Geld, um erfolgreich zu sein, aber die Digitalisierung fordert ja durchaus mehr als das. Was sind die wichtigsten Hürden, die die Buchbranche aus eurer Sicht in den nächsten Jahren zu nehmen hat?

Werner: In einer Welt, in der sich Lese- und Distributionskanäle ändern, müssen neue Geschäftsmodelle gefunden werden. Daran müssen wir nach wie vor arbeiten, ohne dabei funktionierende traditionelle Modelle über Bord zu werfen. Wir müssen lernen, technische Innovationen intelligent mit neuen Geschäftsmodellen und den Konsumgewohnheiten der Endkunden zu verbinden.

Als Medienpartner begleiten wir das Projekt und liefern euch in den nächsten Tagen neben Interviews und Bildern aus der Startup-WG auch Hintergrundberichte und mehr aus dem House of Startups. Bleibt dran! Wollt ihr dem Projekt auf Twitter folgen, könnt ihr das unter dem Hashtag #HouseOfStartups tun – und wer die drei Gründer live erleben will: Während der Buchmesse sprechen sie bei der Diskussion „Building Bridges – Innovationsförderung in der Buchbranche“ über die Förderung von Innovationen und neuen Geschäftsmodellen:

„Building Bridges – Innovationsförderung in der Buchbranche“, 14. Oktober, 13 bis 14 Uhr, Orbanism Space, Halle 4.1, Stand B 73

Die Reise erfolgt auf Einladung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

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