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How-to: Von 0 auf Podcast in zwei Wochen

How-to: Von 0 auf Podcast in zwei Wochen

Wie startet man eigentlich einen Podcast? Das erklärt in diesem Gastbeitrag Florian „dotdean“ Krakau anhand seines Projekts „Daily Coffee Break“. Er nennt die Tools, die er dazu benutzt und wie es überhaupt zu der Idee kam. Es zeigt sich: Manchmal ist es ganz gut, nicht einschlafen zu können... 

How-to: Von 0 auf Podcast in zwei Wochen

Mittlerweile ist es ein Monat, in dem ich mein Projektchen dailycoffeebreak.de betreibe. Mit über 7.000 Plays auf SoundCloud, der Nennung im iTunes Podcast-Verzeichnis unter „Neu & Beachtenswert“, sehr viel konstruktivem Feedback und jeder Menge Erfahrungen reicher, ein schönes Ergebnis. Werktags gelang es mir bis jetzt durchgängig einen „Brew“ zu veröffentlichen.

Worum geht es beim dailycoffeebreak?

Vielleicht kennst Du es ja auch, dass man mit Kollegen morgens in der Kaffeeküche steht oder auf dem Raucherbalkon und sich über die neusten Themen austauscht? Etwas Ähnliches will ich als Audiokonserve z. B. schon für den Weg zur Arbeit jeden Morgen anbieten. Bequem konsumierbar u. a. via Smartphone (SoundCloud Client, iTunes oder RSS-Abo im Podcatcher). Inhaltlich werden Linktipps zu, aus meiner Sicht, nennenswerten Themen sowie die ToolTime mit Software- oder Webservice-Empfehlung genannt. Nach 3 Wochen konnte ich Patrick Breitenbach vielleicht auch bekannt als Ex-„Werbeblogger“ und „Brainblogger“ als Unterstützung für das Projekt gewinnen. Patrick greift ein Thema auf, welches von den Zuhörern oder mir vorgeschlagen wurde, und gibt seine Meinung dazu in „Breitenbach auf 120 (Sekunden)“ zum Besten. Ebenfalls wird der „Keks zum Brew am Wochenende“ per Newsletter versendet, verfasst von @respectyouridea. Als Zielpublikum sehe ich Webworker, Freelancer und alle anderen, die sich übermäßig viel und gerne mit Online- und New-Media-Themen auseinandersetzen wollen. Vielleicht ist ja sogar was für Dich dabei.

Florian „dotdean“ Krakau (Foto: Martin Gommel / kwerfeldein.de)

Wie kam es dazu?

Dafür kurz zu mir: Ich bin 31 Jahre alt und grob seit 1997 „lebe“ ich online. Mein Herz schlägt für das Thema und ich freue mich besonders darüber, das in gewisser Weise mittlerweile auch als Projektmanager Online für ein großes Deutsches Verlagshaus als Beruf betreiben zu dürfen. Mit dem Gruppen-Blog pl0g.de sowie der daraus entstandenen pl0gbars sowie dem Audioformat pl0gcast habe ich meine Homebase mal mehr, mal weniger aktiv aufgebaut und betrieben. Das Sideprojekt berlinblase.de entstand zur Web 2.0 Expo Berlin, damals 2007, wo wir in den Folgejahren als lose Vereinigung „live, raw and uncut“ von europäischen Konferenzen und Online-Veranstaltungen berichteten. Dies alles geschieht und geschah ohne große monetäre Absicht - doch dazu später mehr.

„Schlaflos in Offenburg“: Vom Vollmond geplagt konnte ich eine Freitagnacht nicht einschlafen und überlegte mir, dass es doch schön wäre, ein regelmäßiges Format anzubieten, das vor allem durch die kurze Konsumdauer und das einfache Handling überzeugen könnte. Übernächtig produzierte ich einen Piloten, der am Samstag morgen an einen kleinen Kreis an Freunden versendet wurde, von denen mich auch keiner nachhaltig davon abbringen konnte, an der Idee und dem Konzept festzuhalten.

Am Montag darauf ging der erste Brew auf SoundCloud online und war auch auf der Landingpage abspielbar. Am gleichen Tag wurde ich beim SoundCloud Podcast Beta Projekt aufgenommen und konnte somit einen RSS-Feed verwenden, den ich an iTunes übermittelte und ebenfalls am gleichen Tag akzeptiert wurde. Am kommenden Montag war ich mit der begleitenden Website zum Brew soweit gekommen, dass ich auf diese umschaltete.

Die Resonanz, die ich schon bis dahin bekam, hat mich sehr gefreut und motiviert, an dem Gedanken festzuhalten, das Projekt weiter zu spinnen. Von Anfang an wurde auf der Website auch das Sponsoring thematisiert und transparent dargelegt. Ich startete mit einem günstigen Preis von 9,99 Euro pro Episode und konnte mit kwerfeldein.de sowie dem t3n Magazin die ersten beiden Buchungen für jeweils 10 Brews gewinnen. Mittlerweile ist die zweite „Unterstützer“-Runde fast gefüllt und mit 29,99 Euro pro Folge auch schon in ansehnlicheren Bereichen unterwegs. Ich hatte immer die Ausführungen u. a. von Sascha Pallenberg auf der re:publica im Ohr, dass man einfach loslegen soll und selbst zum Telefonhörer greift. Die Taktik sich zurückzulehnen und darauf zu warten, dass von selbst etwas passiert, hat's noch nie gebracht.

Ich betrachte das Sponsoring-Thema als weiteren kleinen Versuchsballon im Gesamtkonstrukt. Ich freue mich, dass auch dieser Schritt Akzeptanz findet und sich die Hörer auch über Gewinnspiele in diesem Kontext freuen und zahlreich teilnehmen.

Die Partizipation der Hörer in unterschiedlicher Form liegt mir ebenfalls sehr am Herzen und ich bin angenehm überrascht, wie gut dies funktioniert. Man kann u. a. via SoundCloud-Dropbox eigene ToolTimes aufnehmen und mir übermitteln, die ich bis jetzt ausnahmslos in die Brews übernommen habe. Wer Link-only-Hinweise bevorzugt, kann dies einfach über das Kontaktformular, per Tweet oder total fancy per tagging mit „dropdcb“ auf zootool.com tun.

Website zu „Daily Coffee Break“ mit dem eingebetteten Player von SoundCloud.

Was verwende ich an Technik?

Wie oben bereits angeschnitten, habe ich mich sehr bewusst für das komplette Hosting auf SoundCloud.com entschieden. Das Startup aus Berlin macht sehr viel richtig und ist bei Musikern übermäßig beliebt. Als ich vom Beta Programm erfahren habe, hat sich diese Entscheidung nochmal gefestigt. Mit dem Soundcloud-Client für iOS und Android hat man eine sehr smarte, wenn auch noch nicht optimale Möglichkeit, bequem Inhalte streamend zu konsumieren. Legt man sein Device ins Querformat, werden auch die von der Website oder aus den Widgets bekannten In-Line-Kommentare angezeigt, die leider noch nicht klickbar sind. Dieses Feature stellt einen weiteren Mehrwert dar, den ich sehr charmant finde und der beim Konsum angenehm mitspielt. Natürlich lässt sich das Ganze auch in unterschiedlicher Variante auf der Website einbinden. Auf der Startseite habe ich immer aktuell alle Episoden absteigend angezeigt, im entsprechenden Blogeintrag nur die Letzte.

Das „Showlog“ wird mit Google Docs gefüllt und zu 95 Prozent ausformuliert. Ich sammle jeden Link auf zootool.com, wo ich mit Tags für die einzelnen Sendungen arbeite, um so zum einen den Überblick zu behalten, aber auch für das Blog per Script die Thumbnails samt Link tagspezifisch übernommen werden. Das hat aktuell den kleinen Nachteil, dass man zweimal klicken muss, um das Ziel zu erreichen. Vorteil ist, dass ich mitbekomme, wie oft was angeklickt wurde, sowie visuelle Unterstützung auch für die Kapitelmarken in der m4a-Datei erhalte.

Der Austausch mit Patrick Breitenbach läuft über Dropbox. Dort speichere ich auch die Thumbnails für die weitere Verarbeitung in GarageBand. Mein Freund Steffen Siegrist hilft mir bei der technischen und gestalterischen Arbeit. Auch er hat Zugriff auf den Dropbox-Share, wo wir Files austauschen.

Die eigentliche Produktion tätige ich meist zuhause am MacBook Pro in Kombination mit einem Zoom H2 als Audioaufnahme-Device. Geschnitten und gemischt wird in GarageBand, das für meine Ansprüche noch ausreichend ist. Für den ganzen Prozess habe ich mir mit speckleapp.com ein kleines Ablaufprotokoll geschrieben, um keinen Punkt zu vergessen, der gerne mal, gerade wenn es schnell gehen muss, hinten über kippt. Meine Notizen und ToDos verwalte und pflege ich mit Remember the milk.

Hier ein kleiner Einblick:

Abarbeitungsreihenfolge der DCB Produktion auf http://speckleapp.com

Nach dem Upload auf Soundcloud und dem Einfügen der Kommentare samt Links bereite ich den Blogartikel vor und binde das Widget ein. Durch das Eintragen der Tag-ID werden die Thumbnails und Links zu entsprechenden Episode automatisch eingefügt. Abschließend werden die Twitter-Nachrichten und der Facebook-Eintrag vorbereitet bzw. getimed. Hierbei hat sich Buzzer herauskristallisiert, die hoffentlich auch bald Facebook-Postings ermöglichen werden.

Der „GOOD MORNING LETTER“ wird mit MailChimp via RSS-Feed generiert und jeden Morgen um 4:00 Uhr an aktuell 40 Empfänger versendet.

Der ganze Prozess verschlingt aktuell noch eine bis anderthalb Stunden, ich versuche stetig durch Optimierung des Arbeitsablaufes auf grob 45 Minuten täglich zu kommen.

Wo geht die Reise hin?

Aktuell bin ich sehr begeistert von der Entwicklung. Da heißt es, sich zu erden und das Ganze mit etwas Abstand zu betrachten, um dann sinnvoll die nächsten Schritte anzugehen. Ich plane etwas in Richtung Merchandise zu unternehmen, auch weil dies ein Anlass sein könnte, wie schon von diversen Zuhörern gefordert, das Projekt zu unterstützen. An den Sponsoring-Paketen feile ich ebenfalls und versuche, sie noch attraktiver, auch in Bezug auf die sicherlich noch überschaubare Reichweite, zu gestalten. Neu dazu gekommen ist das sogenannte „Job-Board“ in dem ich, gegen einen kleinen finanziellen Obulus, interessante Job-Angebote von Firmen in der Sendung nenne und vorstelle. Gerade baue ich an der ersten Hörerumfrage, um so das Format zu optimieren und weiteren Input zu erhalten, wie was ankommt.

Ich bin selbst gespannt, wohin sich das alles entwickelt und würde mich freuen, wenn mich und den dailycoffeebreak auch der ein oder andere t3n-Leser, wie auch immer, dabei begleitet.

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Überblick vermitteln und versuche gerne weitere Fragen hier in den Kommentaren zu beantworten. Vielleicht konnte ich sogar dazu motivieren, selbst über ein Podcast-Projekt nachzudenken?

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5 Antworten
  1. von Florian Krakau am 21.09.2011 (15:46 Uhr)

    @Sascha Boss:
    Die Anspielung auf Annik war durchaus beabsichtigt und ich ziehe meinen Hut vor dem was Sie aufgebaut hat und wie lange Sie das schon betreibt.

    Ich finde schon das sich die Podcast Produktion im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat. Ich mache das ja auch nicht erst seit diesem Projekt (pl0gcast) und finde es immer spannend wenn man ein bisschen hinter die Kulissen und Workflows blicken kann. Wenn du das süß findest ist das ja auch schon was ;)

    @Philipp Koch:
    Hat mich auf eine Idee gebracht die sogar zu funktionieren scheint. Vielen Dank! ;)

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  2. von tanjahandl am 22.09.2011 (16:30 Uhr)

    Wie man einen Podcast macht, ist ja jetzt nichts Neues mehr - dailycoffeebreak war's für mich allerdings schon. Und für die Entdeckung dieser wunderbaren Serie mal ein riesengroßes Danke!

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  3. von Florian Krakau am 22.09.2011 (23:44 Uhr)

    @tanjahandl: sehr gerne :) freut mich wenn dir das ding zusagt.

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  4. von tanjahandl am 23.09.2011 (08:00 Uhr)

    @Florian: Sehr sogar - haben uns erlaubt, euch bei uns als Linktipp der Woche vorzustellen, ich hoffe, das ist okay. :-)

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  5. von Roseanne Stefano am 11.07.2012 (14:02 Uhr)

    Hi, It really is really a exceptional uncover to get a nice net website this way. We appreciated this. Kudos for the requirements. Use a excellent morning!

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