Es gab im Vorfeld der Übernahme keinerlei Gerüchte über dessen Anbahnung. Dabei war eine Übernahme für den PDA-Pionier zu einer Überlebens-Strategie geworden, denn Palm war schon länger in Schwierigkeiten und in den USA hatten bereits die ersten Reseller, die als Retter auserkorenen Produkte Palm Pre und Pixi aus dem Verkaufssortiment gestrichen. Als Übernahme-Interessenten galten lange Zeit Handy-Hersteller wie HTC oder Nokia und auch der chinesische PC-Hersteller Lenovo soll Interesse gehabt haben. Das Rennen machte dann aber HP.
Wohin geht die Reise?
Marshall Kirkpatrick von ReadWriteWeb weiß die Übernahme nicht recht einzuschätzen:
Was bedeutet es wenn ein Unternehmen, das zu den solidesten im Silicon Valley gehört, aber bei den Konsumenten nicht so im Rampenlicht steht, ein andres Unternehmen übernimmt, dass zwar den Handheld-Markt erfunden hat und weiter innovativ sein will, aber trotzdem die Gunst der Öffentlichkeit verloren hat?
Interessant sind auch die weiteren Stimmen, die ReadWriteWeb bei Twitter gesammelt hat. Viele Tech-Experten erhoffen sich aus der Übernahme einen Entwicklungsschub für das WebOS, das zur dritten Kraft neben iPhone OS und Android werden könnte. Aber es gibt auch verwunderte und leicht belustigte Stimmen. So fragt sich der Online-Comedian Justin Kownacki, ob sein alter Palm Pilot denn jetzt bald drucken könne.
Auch der Blogger und Netbook-Experte Sascha Pallenberg ist überrascht und fragt sich:
Hewlett-Packard hat damit in der Tat einen absoluten Coup gelandet und kauft sich viel, viel Know-How ein um seine Marktposition auszubauen. Aber wo führt das hin?
WebOS - Ein Betriebssystem nicht nur für Smartphones
Nach Informationen von MobileBeat will HP das WebOS auch auf seinen „Slates“ genannten Tablets und auf Netbooks einsetzen. Anthony Ha schreibt dazu:
Es scheint, als sehe HP im WebOS so etwas wie bei Google Android - ein Betriebssystem, das mit Smartphones startet, aber auch auf viele andere Geräte ausgeweitet werden könne.
Ähnlich sieht es auch der TechCrunch-Autor MG Siegler:
HP hat den Mobile-Markt (wieder) betreten und das mit einem großen Schritt. Jetzt wird man sehen, wie sich das WebOS bei den bestehenden HP-Produkten einsetzen lässt.
HP/Palm als Konkurrenz zu Apple
Adam Lashinsky, Autor bei Fortune Brainstorm Tech, sieht die Marktposition von Apple erstmal nicht als gefährdet an:
Mit dem Kauf von Palm erhält HP eine sehr gute Technologie, einige hervorragende Techniker und bestehende Verträge mit Providern. HP kann seine bedeutende Marketing- und Verkaufskraft zwar auch für die Palm-Produkte einsetzen, doch man ist noch Jahre hinter Apple zurück.
Adam Ostrow von Mashable liefert dazu die passenden Zahlen:
Mit nur 6 Prozent Marktanteil bei den Smartphones steht das Unternehmen vor einer enormen Aufgabe bei dem Versuch, wieder ein Major Player im Mobile Segment zu werden. Allerdings können die User und Entwickler von Palm nun erst einmal aufatmen, das drohende plötzliche Aus ihres Smartphone-Herstellers ist vom Tisch.
Und was haltet Ihr von dem HP-Palm-Deal? Kann sich WebOS als dritte Kraft etablieren?




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