Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Karriere

HR-Trends 2014: Was Unternehmen tun müssen, um Top-Leute zu halten

    HR-Trends 2014: Was Unternehmen tun müssen, um Top-Leute zu halten

Gute Mitarbeiter sind wertvoll. (Bild: memecreator.eu)

Für Unternehmen wird es immer schwerer, gute Mitarbeiter langfristig zu halten. Grund: der globale War for Talents. Wer unzufrieden ist, guckt sich einfach nach einem besseren Angebot um. Was also tun, um Topleute nicht zu verlieren? Die HR-Trends 2014.

Technologie-Spezialisten und Ingenieure sind gefragt

IT professional
Die HR-Trends 2014: IT-Spezialisten und Ingenieure sind gefragt. (Foto: © kinugraphik – iStockphoto.com)

Die Vorhersagen sprechen eine klare Sprache: In diesem Jahr sind die Fachkräfte am Zug. Von Unternehmensseite über die Jahre zu Höchstleistungen gepusht, zu Überstunden verdonnert und auf Optimierung gedrillt, spielt spezialisierten Mitarbeitern jetzt die globale Entwicklung in die Hände: Überall wächst die Nachfrage nach Experten auf Gebieten wie Technik, Ingenieurwissenschaft, Mathematik oder Life Science. Wer sich hier hervortut, dem steht die Welt offen.

Die vielbesungene Generation Y hat jetzt die Chance, sich bei handverlesenen Arbeitgebern zu verpflichten – längst muss nicht mehr jeder Job sofort angenommen werden. Dieses verbesserte Jobangebot richtet sich – das muss dazu gesagt werden – natürlich in erster Linie an Technologie-Spezialisten und Ingenieure. Weniger qualifizierte Arbeitnehmer oder Absolventen eines Orchideenfachs haben es nach wie vor schwer auf dem Arbeitsmarkt. Um technologieorientierte Fachkräfte aber herrscht große Konkurrenz. Stellen sich Unternehmen also die Frage, wie sie in 2014 ihre HR-Strategie gestalten sollen, tun sie gut daran, mit besagten gesteigerten Erwartungen ihrer Angestellten zu kalkulieren. Denn immer mehr Menschen legen Wert auf eine interessante und sinnvolle Tätigkeit und sind durchaus bereit, ihren Hut zu nehmen, wenn die Arbeit stresst und  gar keinen Spaß mehr macht.

Stichwort: Mitarbeiterbindung

Wie also kann man Mitarbeiter zufrieden stellen, damit sie dem Unternehmen nicht bei der erstbesten Gelegenheit den Rücken kehren? Diese Frage werden sich HR-Manager in den kommenden Jahren allerorten stellen müssen. Schenkt man den Prognosen zu den aktuellen HR-Trends des Spezialisten Bersin by Deloitte Glauben, entscheidet künftig die Mitarbeiterzufriedenheit ganz maßgeblich über den Erfolg einer Firma – vernachlässigte und überforderte Angestellte haben schließlich die Möglichkeit, sich anderweitig in einem angenehmen Arbeitsumfeld zu engagieren.

So wie es aussieht, haben Unternehmen und Angestellte künftig ein gemeinsames Ziel: ein anregendes und angestelltenfreundliches Arbeitsklima, das Mitarbeiter langfristig an einen Arbeitsplatz zu binden vermag. Damit steigt auch die Bedeutung eines sorgfältig durchdachten Human-Resource-Managements.

HR-Trends 2014: Eine moderne Philosophie

fortbildung
Kontinuierliche Weiterbildung ist ein Kernpunkt der Bersin-Studie. (Foto: © Woodapple – Fotolia.com)

Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen. Eine lebendige und attraktive Unternehmenskultur rückt damit genauso in den Fokus wie effektive Mitarbeitermotivation, ein flexibleres Arbeitsumfeld und die Förderung von Fachkräften. Hierzu ist es notwendig, grundlegende Unternehmensstrukturen zu überdenken und anzupassen. Die Studie von Bersin unterstreicht besonders die Dringlichkeit, kontinuierliche Weiterbildung und Spezialisierung von Fachwissen in die Unternehmenskultur zu integrieren.

Wer sein Team fortwährend auf dem neusten Stand hält, der ist in der Lage, auf neue Herausforderungen vorausschauend zu reagieren und muss nicht nachträglich besser ausgebildete Fachkräfte rekrutieren, um Lücken schließen zu können. Solche Maßnahmen verhindern außerdem, dass die Fachkräfte von heute in einigen Jahren schon zum alten Eisen zählen. Eine Zusammenarbeit mit Universitäten oder der Zugriff auf digitale Bildungsangebote – wie beispielsweise MOOCs – unterstützt eine derartige Ausrichtung effektiv und gestattet die Förderung von Talenten, die schon für ein Unternehmen gewonnen werden konnten.

Ranking ade!

Dass Unternehmen ihre Mitarbeiter zu besseren Leistungen motivieren wollen, ist selbstverständlich und lässt sich nicht einfach wegreden. Entscheidend ist jedoch die Art und Weise, mit der Feedback an Angestellte vermittelt wird. Lange Zeit hielt man ein leistungsbasiertes Ranking für ein gutes Mittel, um höheres Engagement in einem Team zu wecken. Von dieser Idee sollte man sich jetzt verabschieden. Viel mehr als eine Positionierung an irgendeiner Stelle einer Rangliste motivieren individuelle Coachingmaßnahmen und detaillierte Rückmeldungen. Werden Mitarbeitern Entwicklungschancen aufgezeigt und Anerkennung für die bisherige Leistung gezollt, wird diese Form der konstruktiven Kritik durchweg positiv wahrgenommen. Dazu gehört auch, Mobilität und Aufstiegschancen innerhalb eines Unternehmens zu schaffen und zugänglich zu machen.

Eine solche Art der Talentförderung hängt zu ganz entscheidenden Teilen auch vom Führungsstil der Vorgesetzten ab. So können zum Beispiel Weiterbildungsmaßnahmen entweder als ein Zwang zum Nachsitzen oder als Chance zum Aufstieg wahrgenommen werden – je nachdem, wo man sie ansiedelt und wie man sie kommuniziert.

Einer der HR-Trends: Zauberformel Ganzheitlichkeit

hr-trends-the-boss
Der Autoritäre Führungsstil war gestern. (Foto: Flickr/ben dalton, CC BY-SA 2.0)

Die Spezialisten von Bersin empfehlen, das Thema Human Resources unter ganzheitlichen Gesichtspunkten zu verstehen. Was zunächst wie ein homöopathisches Managementkonzept anmutet, entbehrt durchaus nicht jeder Grundlage. Wenn auch abgedroschen, umreißt dieses „Ganzheitliche“ den Zusammenhang von Führungsstil und Weiterbildungschancen, Arbeitsumfeld und Anerkennung, Unternehmenskultur und persönlichen Karriereaussichten – allesamt Faktoren, die für die Zufriedenheit des Mitarbeiterstabs eine entscheidende Rollen spielen und meist nicht gut vereinzelt umgesetzt werden können.

Der Terminus zielt darauf ab zu vermitteln, dass es mit halbherzigen Maßnahmen nicht getan ist, will man sein Personalproblem langfristig lösen. Zu diesem Zweck sind an vielen Stellen Grundsatzentscheidungen fällig und vor allem bedarf es eines sorgfältigen und durchgängigen Konzeptes.

Appell an das HR-Management

Entschließen sich Unternehmen, ein modernes HR-Konzept im eigenen Team umzusetzen, gehen damit ganz neue Herausforderungen für das HR-Management einher. Um Fachkräfte zu finden und zu binden, müssen neue Wege ausprobiert werden – beispielsweise das Reecruiting in sozialen Netzwerken.

Akquise, Weiterbildung und Management von Mitarbeitern wird dann als zusammenhängendes System verstanden, das sich am besten über neuartige HR-Technologie steuern lässt. Nicht zuletzt liegt es schließlich in den Händen der Personalabteilungen, genau die Fachkräfte für ein Unternehmen zu gewinnen, die sich mit der spezifischen Firmen- und Führungskultur am besten identifizieren können.

Finde einen Job, den du liebst

7 Reaktionen
patrick.koglin.1
patrick.koglin.1

Ein schöner Einstieg in das Thema. Er hat mich dazu angeregt etwas ausführlicher dazu zu schreiben.

Meinen Artikel zum Thema
"Was Unternehmen tun können um Mitarbeiter langfristig zu binden" finden Sie unter folgender Adresse:
http://www.agile-is-limit.de/was-unternehmen-tun-koennen-um-mitarbeiter-langfristig-zu-binden/

Ich bin gespannt was Sie davon halten.

Viele Grüße
Patrick Koglin

Antworten
Expm
Expm

Sehr gute Artikel, nur leider fehlt das Umsetzen des Ganzen. Ausserdem hat jeder Mitarbeiter einen individuellen Anspruch und unterschiedliche Motivation. Fragebögen nützen da gar nichts. Wir haben mehrfach externe Mitarbeitergespräche zur Mitarbeiterzufriedenheit durchgeführt und es ist erschreckend, dass sehr oft die Führungskraft negativ gesehen wird.

Antworten
Saar-Pirat
Saar-Pirat

@Jurgen:
Als Mitarbeiter ist man durchaus bereit auch mal länger zu bleiben. Allerdings sollte dies vom Arbeitgeber NICHT als selbstverständlich angesehen werden. Das bedeutet, dass Überstunden definitiv bezahlt werden sollten. Das hat gleich 2 positive Auswirkungen: 1. der Arbeitnehmer ist froh über mehr Geld am Monatsende und der Arbeitgeber versucht seine Mitarbeiter so wenig wie möglich mit extra Arbeit zu belasten, da er diese teuer bezahlen muss.
Ein weiter wichtiger Punkt ist das Thema "Flexible Arbeitszeiten" und Home-Office: Dem Mitarbeiter die Möglichkeit zu geben seine Arbeit so zu verrichten wie es seiner persönlichen Leistungskurve entspricht, hat viele Vorteile. Ich z.B. bin in den Abendstunden unheimlich leistungsfähig. Mein Hoch habe ich erst am späten Nachmittag. Ich kann ohne Probleme bis 3 Uhr morgens vor dem Bildschirm sitzen und coden. Viel besser als morgens um 9. Im Home-Office oder mit flexiblen Arbeitszeiten kann ich mir meinen Tag selbst einteilen und meine 8h pro Tag so leisten wie es mir am besten passt. Und das hat sehr positive Auswirkungen auf die Qualität meines Codes.
Für mich als Mitglied der Generation Y sind dies absolut entscheidende Kriterien bei der Wahl des Arbeitgebers.
Und natürlich muss ich mit meinem Gehalt zufrieden sein.

Antworten
Jurgen
Jurgen

Naja, alles was im Artikel geschrieben ist, ist irgendwie logisch! Aber es gibt leider kaum sinnvolle Beispiele, wie ein Unternehmen seine Mitarbeiter motivieren soll.
Schulungen sind klar, aber was noch ????

Antworten
Bernd Slaghuis

Ein guter Artikel, der auch aus meinen Erfahrungen als Karrriere-Coach die wichtigsten Trends umreißt. Für Mitarbeiter spielen inzwischen andere Werte als Gehalt, Firmenwagen oder die nächste Schulterklappe eine Rolle. Sinn, Anerkennung und Herausforderung sind aktuell hoch im Kurs bei Angestellten. Auch der bewusste Verzicht auf Aufstieg oder Einkommen zugunsten der eigenen Werte oder der Work-Life-Balance (Downshifting) rückt stärker in den Fokus und bedarf strategischer Antworten von Unternehmen. Unternehmen, die es schaffen, in ihrer HR-Strategie diese Trends aufzufangen werden ihre Mitarbeiter binden und motivieren können.

Antworten
Kerstin

Der Artikel zeigt sehr schön einen Trend in der Arbeitswelt. In unserer Firma versuchen wir genau diesen Fokus zu setzen, es gibt viele Freiheiten, keine festen Arbeitszeiten, Meinungen werden gehört, Weiterbildung wird gefördert - auch ohne nerviges "we-are-family". Aber man muss auch ganz klar sagen, dass dies kein Wettbewerbsvorteil ist. Es verbessert aber von uns allen die Lebensqualität, ohne Porsche für uns Gründer, eben etwas mehr ganzheitlich ;-)

Antworten
Cal
Cal

Ein schöner Artikel, aber das liest sich mehr nach Traumwelt als Realität. In der Wirklichkeit treiben Agenturen und Firmen immer noch ihre Mitarbeiter mind. 10 Std. täglich an, um auch noch zwei Aufträge mehr zu schaffen. Irgendwoher muss der Porsche des Gründers schließlich kommen. Man muss sich nur mal auf Kununu umsehen, um zu verstehen, wie der Hase läuft. Da wird verbrannte Erde hinterlassen. Noch schlimmer sind allerdings die Arbeitgeber, welche die Selbstausbeutung als we-are-family tarnen mit irgendwelchen Zwangsausflügen am Wochenende o. ä. ... sowas hatte ich auch mal. Nie mehr. Ich kann die positive Einstellung des Artikels jedenfalls nicht teilen.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen