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HTC 8X im Test

hat Anfang letzter Woche sein Windows-Phone-8-Topmodell 8X in den Handel gebracht.  Dieses wurde in Kooperation mit entwickelt und gilt zusammen mit dem HTC 8S als ein Referenzmodell oder „Signature-Phone“ für Windows-Phone 8. Wir haben uns das neue Modell näher angesehen.

HTC 8X im Test

Design, Haptik und Verarbeitung des HTC 8X

Das HTC 8X verfügt wie auch die One-Serie über ein Unibody-Gehäuse. Das Material des Gehäuses besteht aus mattem Kunststoff mit gummierter Oberfläche, die sich in der Hand gut anfühlt und griffig, um nicht zu sagen rutschfest ist. Das ca. 130 Gramm schwere, bzw. im Unterschied zum Nokia Lumia 920 (zu unserem Test) leichte, HTC-Flaggschiff ist mit seinen 10,1mm nur wenig dünner als das Topmodell der Finnen, fühlt sich aber dank seiner ringsherum stark angeschrägten Ecken viel schlanker an als es eigentlich ist. Nimmt man es zum ersten Mal in die Hand, wirkt es recht kantig – nach einer Weile gewöhnt man sich daran, allerdings dürften sich die Geister an dieser Form scheiden.

Das HTC 8X von vorn

In Bezug auf die Verarbeitung gibt es nichts zu klagen – das Gehäuse ist ordentlich verarbeitet, der rückseitig unten zu findende Lautsprecher mit Beats Audio-Sound besteht aus vielen einzeln gefrästen, feinen Löchern und produziert einen überraschend sauberen Klang. Ebenso auf der Rückseite ist eine  Megapixel-Kamera mit BSI-Sensor mit LED-Blitz verbaut. Wie bei nahezu allen aktuellen Smartphones lässt sich der Akku nicht austauchen, ein micro-SD-Kartenslot zur Speichererweiterung fehlt.

Auf der rechten Seite oberhalb der Lautstärkewippe ist ein Einschub für die microSIM-Karte, der Powerbutton befindet sich auf der Oberseite des Geräts und ist für meinen Geschmack etwas umständlich zu erreichen – bei Smartphones ab 4,3 Zoll aufwärts gehört er aus ergonomischer Sicht auf die Seite. An Anschlüssen sind eine Audiobuchse (oben) sowie ein microUSB-Port (mittig unten) integriert. Das mit 1280 x 720 Pixeln hochauflösende 4,3 Zoll-Display ist nahtlos mit dem Unibody-Gehäuse verbunden – die Pixeldichte von 341ppi ist mehr als ordentlich. Vergleicht man die Display-Oberflächen des Lumia 920 und des 8X, hat das Nokia-Phone die Nase vorn, da der Reibungswiderstand gefühlt geringer ist. Dies bemerkt man allerdings nur wenn man beide Geräte gleichzeitig in Benutzung hat.

HTC 8X – die inneren Werte

Wie bereits erwähnt hat das 8X ein 4,3 Zoll-HD-LCD2-Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln an Bord, das Farben sehr ordentlich wiedergibt und sich hinter dem gelungenen Screen des HTC One X nicht verstecken braucht. Auch die Leistung des verbauten 1,5GHz-S4-Dual-Core-Prozessors von Qualcomm, der von 1GB RAM unterstützt wird, kann überzeugen. Allerdings neigt die CPU bei ressourcenintensiveren Rechenprozessen zu Wärmeentwicklung – besonders bei Games und dem Abspielen von 1080p-Filmen kann dies vorkommen. Da dies beim Nokia Lumia 920 nicht der Fall ist, obwohl der gleiche Chip an Bord ist, könnte dies an einer weniger gut optimierten Wärmeableitung im schlanken Gehäuse liegen. Bei anderen Smartphones (bspw. im Galaxy Nexus) kann dies auch beobachtet werden und ist nicht zwingend negativ zu bewerten.

HTC 8X von hinten mit 8-MP-Kamera, LED-Blitz und Beats Audio-Lautprecher

Obwohl Microsoft mittlerweile den Einsatz von microSD-Kartenslots erlaubt, hat das HTC 8X keinen verbaut, sodass man mit den fest verbauten 16GB Speicher auskommen muss. Wer nicht permanent seine komplette Musikbibliothek mit sich herumtragen muss, wird dennoch damit zurecht kommen. Außerdem können Windows-Phone-8-User sich auch via Xbox Musik aus der Cloud berieseln lassen.

Was die Batterieausdauer anbelangt, so liefert das 8X recht zufriedenstellende Ergebnisse – der 1.800mAh Akku bringt einen locker durch den Tag und bei sparsamer Nutzung sogar über zwei. Falls es doch etwas eng wird, kann man den Stromsparmodus aktivieren, der standardmäßig bei 8 an Bord ist. Diese Funktion reduziert die im Hintergrund laufenden Prozesse, Emails etc. müssen manuell abgerufen werden.

Für das mobile Internet hat das 8X zwar kein LTE-Modul am Start, dafür aber HSPA+. Das bringt je nach Netz im besten Fall bis zu 21,6MBit/s und ist im Grunde vollkommen ausreichend, zumal das LTE-Netz in Deutschland ohnehin leider noch ein Flickenteppich ist. Die Empfangsleistung des HTC-Phones konnte im Test überdies überzeugen. Auch an der Telefoniequalität, die immer weniger beachtet wird, ist nichts zu beanstanden.

 Technische Spezifikationen des HTC Windows Phone 8X:

  • 4,3-Zoll Super LCD2 mit HD-Auflösung (1280 x 720 Pixel; 341ppi), Gorilla Glass 2
  • 1,5GHz Dual-Core Qualcomm Snapdragon S4 Plus MSM8260A
  • Qualcomm Adreno 225 GPU
  • 1GB RAM
  • 16GB interner Speicher, nicht erweiterbar
  • Microsoft Windows Phone 8
  • GSM | Quadband / GPRS / EDGE / UMTS / DC-HSDPA 43Mbit/s
  • WLAN 802.11 a/b/g/n
  • Bluetooth 4.0
  • NFC
  • Hinten: 8-Megapixel-Kamera mit f/2.0-Blende und 28mm Weitwinkel-Objektiv
  • Vorn: 2,1-Megapixel Kamera mit f/2.0-Blende
  • Beats Audio-Lautsprecher
  • 1.800mAh-Akku
  • 132,35 x 66,2 x 10,12mm
  • 130g 

Kamera und Software des HTC 8X

Ein kleiner Punkt auf der Rückseite des HTC 8X: die Kamera

HTC hat seinem Windows-Phone-8-Topmodell auf der Rückseite eine 8-Megapixel-Kamera mit lichtstarkem BSI-Sensor und Weitwinkel-Objektiv verpasst, wie sie auch im HTC One X zu finden ist. Mit der Kamera lassen sich Videos mit bis zu 1080p aufzeichnen, die eine sehr ordentliche Bildqualität aufweisen. Auch im Fotomodus weiß die Kamera zu überzeugen. Zwar können die Bilder nicht ganz mit der PureView-Technologie des Lumia 920 mithalten, doch auch mit dem verbauten ImageSense-Sensor lassen sich recht ordentliche Fotos schießen. Die Fokussierung beim HTC 8X geht etwas rascher als beim Nokia-Pendant vonstatten. Vergleicht man die LowLight-Qualitäten der beiden Phones, hat das Lumia 920 recht deutlich die Nase vorn. Hier eine Handvoll Testfotos:

Zur Erweiterung der Standard-Kamera-App ist wie bei allen Windows-Phone-8-Geräten eine bisher kleine Auswahl an Zusatz-Apps, sogenannte Lenses, verfügbar. Beim HTC ist ist die Auswahl noch sehr überschaubar, was sich hoffentlich noch ändern wird. Besonders eine Panorama-Funktion wird vermisst, mit der beispielsweise das alte HTC Titan glänzen konnte. Als Bestandteil des Software-Pakets sind noch diverse kleine Apps installiert, die zum Teil auch auf Android-Phones zu finden sind. Mittels der App „Fotoverbesserung“ lassen sich eine Reihe Filter sowie Effekte auf Fotos anwenden – leider kann die Anwendung nicht direkt aus der Kamera aufgerufen werden. Abgesehen von der Bildbearbeitungs-App hat HTC seinem 8X noch die Anwendungen „Aufmerksames Telefon“, Uhrzeit, Wetter, Börsenkurse sowie eine Taschenlampen-App beigefügt.

Fazit

HTC hat mit seinem Windows Phone 8X ein sehr ansprechendes Smartphone auf den Markt gebracht, das sich hinter dem Vorzeigemodell der Finnen, dem Lumia 920, nicht zu verstecken braucht. Beide Geräte haben ihre Vor- und Nachteile. Beide Smartphones sind mit dem gleichen Prozessor und Arbeitsspeicher ausgestattet und stehen sich in Sachen Performance in nichts nach. Außerdem verfügen beide über hochauflösende Displays mit ausgezeichneten Farbeigenschaften. Dem 8X fehlt zwar ein LTE-Modul für schnellen Datenverkehr, dies ist allerdings zu verschmerzen, da es ca. 100 Euro günstiger ist als Nokias Flaggschiff. Wer ein leichteres, günstigeres Windows-Phone-8-Topmodell sucht und mit 4,3 Zoll-Display sowie einer ordentlichen, aber nicht herausragenden Kamera zurechtkommt, sollte sich das HTC 8X näher ansehen.

Windows Phone 8 als mobiles Betriebssystem macht einen erwachseneren Eindruck als der Vorgänger. Microsoft hat an vielen Stellen nachgebessert, was auch erforderlich war. Wo die Redmonder jedoch noch nachlegen müssen, sind Apps. Das Ökosystem ist noch recht überschaubar, wenngleich von 120.000 Anwendungen gesprochen wird, die im Windows Phone Store angeboten werden sollen. Beobachtet man die Entwicklung des App-Angebotes, ist zu erkennen, dass nahezu täglich neue Anwendungen hinzukommen – und das ist auch gut so. Erst kürzlich wurde beispielsweise eine Preview der Skype-App veröffentlicht, die sich sehen lassen kann.

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4 Antworten
  1. von Johannes am 14.11.2012 (19:02 Uhr)

    Ich glaube hier ist ein Fehler unterlaufen, knapp unter dem ersten Bild: "[...]ein micro-SD-Kartenslot zur Speichererweiterung fehlt.". Einen Absatz weiter: "Auf der rechten Seite oberhalb der Lautstärkewippe ist ein Einschub für die microSIM-Karte [...]"

    Ich glaube da müsst ihr nachbessern ;)

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  2. von andreas am 14.11.2012 (19:10 Uhr)

    @Johannes: microSD =| microSIM - erstere dient zur Speicherung von Daten, letztere ist zur Identifikation beim Netzbetreiber

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  3. von Johannes am 14.11.2012 (19:15 Uhr)

    @andreas Oh mist, so läufts wenn man nach nem ganzen Tag Uni auch noch versucht nen Text zu lesen. :P

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  4. von Daniel am 14.11.2012 (21:04 Uhr)

    @Johannes: Bin auch an der gleichen Stelle hängen geblieben und hab erst nach dem fünften Lesen den Unterschied bemerkt.

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