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HTC One S im Test – schlank, schnell, schick

Mit der One-Serie will sich der taiwanische Hersteller auf dem hart umkämpften Android-Markt behaupten und der Konkurrenz wie Marktanteile abluchsen. Wir haben das S für einen redaktionellen Test erhalten – auf den ersten Blick ist das neue Dual-Core-Smartphone sehr vielversprechend.

HTC One S im Test – schlank, schnell, schick

Das hat das HTC One S unter der Haube

Das HTC One S mit seinem 7,1mm schlanken Unibody-Aluminiumgehäuse und seinem Gewicht von ca. 120 Gramm ist das mittlere Modell der neuen One-Serie von HTC. Es verfügt über einen 1,5GHz-Dual-Core-Snapdragon-S4-Prozessor von Qualcomm der neuesten Generation und kann durch eine hohe Performance punkten. Ws hat einen 4,3-Zoll großen AMOLED-Screen, der Farben brillant und kontrastreich wiedergibt - die Auflösung des Displays beträgt 960 x 540 Pixel. Wie das Highend-Quad-Core-Modell One X verfügt das One S über eine 8 Megapixel-Kamera mit einer lichtstarken Optik. 16GB interner Speicher, der nicht erweiterbar ist, 1GB RAM und 4.0 Ice Cream Sandwich mit der Nutzeroberfläche Sense 4.0 inklusive 25GB kostenlosem Dropbox-Speicher (für zwei Jahre) runden das Paket ab.

Technische Daten des HTC One S im Überblick:

  • Android 4.0 mit Sense 4.0-Oberfläche
  • Unibody-Aluminiumgehäuse
  • 1,5GHz Qualcomm Snapdragon S4 Prozessor
  • 4,3 Zoll-AMOLED-Display (540 x 960 Pixel), Corning Gorilla Glass
  • 16 GB Speicher
  • 1 GB RAM
  • 8 Megapixel-Kamera
  • Bluetooth, WLAN, DLNA, micro-USB (per MHL HDMI möglich)
  • 1.650 mAh Akku
  • 120 Gramm
  • 130,9 x 65 x 7,8 mm
  • weitere Details zum HTC One S

HTC One S – Verarbeitung und Display

HTCs One S basiert, wie auch einige ältere Modelle, auf einem Unibody-Chassis aus Aluminium, das im Vergleich zu den Vorgängern äußerst schlank geworden ist. Form und Material sind wahre Handschmeichler – es fühlt sich beinahe schon zu schlank an. In der Hosentasche trägt es trotz seines 4,3-Zoll-Displays nahezu kaum auf – das Galaxy SII oder Galaxy Nexus wirken dagegen voluminös. Die Verarbeitung des One ist sehr gut: Die rückseitige Klappe aus Kunststoff schließt nicht bündig ab, das fällt aber nur auf, wenn man es sich sehr genau ansieht – es ist zu hoffen, dass es sich dabei um eine Fertigungsintoleranz handelt, die nur bei den ersten Testgeräten vorhanden ist. Ansonsten sind andere bewegliche Teile wie Lautstärkewippe und Ausschalter perfekt integriert. Was beim One S ein wenig schade ist, ist dass der Hersteller weiterhin auf kapazitive Buttons setzt, die unterhalb des Screens angebracht sind. Dabei ist es seit Android 4.0 auch möglich, Bedienlemente direkt auf dem Display einzubinden, wie es beispielsweise beim Galaxy Nexus (Testbericht) umgesetzt wurde.

HTC one S top screen
Das HTC One S besticht durch seine schlanke Bauform und hochwertige Materialien

Zum Display lässt sich sagen, dass Farben kontrastreich, ausgewogen und brillant dargestellt werden. Im Unterschied zum Super-AMOLED-Display des Samsung Galaxy SII sind die Farben weniger intensiv, aber dennoch kräftig. Die Auflösung des Screen entspricht zwar „nur“ qHD (540 x 960 Pixel), während beispielsweise das Galaxy Nexus bereits einen HD-Screen mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln aufwarten kann. Das Weniger an Pixeln ist jedoch aufgrund der guten Darstellungsqualität zu verschmerzen und fällt kaum ins Gewicht. HTC hat bei seinen neuen Modellen erreicht, den AMOLED-Screen direkt mit dem schützenden Gorilla-Glas zu verbinden, sodass Bautiefe und Spiegelungen reduziert werden konnten. Durch dieses Verfahren erscheint es zudem so, als seien die darauf dargestellten Inhalte ein wenig näher am Betrachter.

Die Kamera des HTC One S – vorbildlich

HTC hatte bislang den Ruf einen geringen Stellenwert auf die Kameras zu legen, die sie in ihren Smartphones verbauen. Erste Verbesserungen waren bereits beim letztjährigen Flaggschiff, dem HTC Sensation zu beobachten – bei den neuen One-Modellen zeigt sich, das die Taiwaner nochmals eine ordentliche „Schippe“ nachgelegt haben. Die im One S und One X verbaute 8-Megapixel-Kamera ist dazu in der Lage, innerhalb von 2 Sekunden bis zu 20 Bilder zu schießen (Continuous Shooting-Modus), sofern man den Auslöser gedrückt hält. Zudem ist der Fokus äußerst schnell scharfgestellt und die Kamera funktionsbereit. Manche Nutzer könnten sich vielleicht am relativ lauten Motor des Autofokus stören, mich hat es wenig irritiert.

HTC one S Camera
Bei der Kamera des HTC One S – und One X hat HTC sich selbst übertroffen

Aus den bis zu 20 Schnappschüssen hat der Nutzer im Anschluss die Möglichkeit, den besten herauszusuchen – HTC nennt dieses „Feature Best-Shot-Funktion“. Wer zu ungeduldig ist, die Auswahl manuell vorzunehmen, kann dies auch die Software erledigen lassen; die restlichen Bilder der Serie werden automatisch gelöscht.

HTC hat die Nutzeroberfläche der Kamerasoftware zum Besseren verändert: Nutzer müssen nun etwa nicht mehr lange suchen müssen, um zwischen Foto- und Videomodus zu wechseln. Diese beiden Funktionen liegen sofort griffbereit auf der Nutzeroberfläche des Kameraoberfläche direkt übereinander. Sehr praktisch erweist sich die Option während einer Videoaufnahmen auf den Fotoauslöser zu drücken und parallel zum Video (Aufnahmen in 1080p Full-HD werden unterstützt) einen Schnappschuss anfertigen zu können.

Wer eine Vorliebe hat, seine Fotos á la Instagram zu modifizieren, dem steht darüber hinaus ein Tool zur Verfügung, mit dem dies möglich ist. Hat man ein Bild aufgenommen, tippt der Nutzer auf den Button oberhalb des Kameraauslösers und im Nu ist das Bild mit verschiedensten Filtern versehen. Im Praxistest habe ich häufiger diesen Button mit dem Auslöser verwechselt, da sie recht nah beieinander liegen –  vermutlich nur Gewöhnungssache.

HTC One S: Performance

Mit dem im One S verbauten S4-Dual Core-Prozessor von Qualcomm hat HTC die richtige Wahl getroffen. Die CPU ist extrem performant und kann manchen Benchmarks selbst Nvidias Tegra 3 Quad-Core-Prozessor alt aussehen lassen. Im eingebundenen Screenshot des Vellamo-Benchmarks (siehe unten) liegt das HTC One S deutlich vor dem Asus Transformer Prime, das einen Quad-Core-Prozessor verbaut hat. Sicherlich sieht das schon ganz schick aus, doch man muss hierbei bedenken, dass dass Tablet ein größeres Display mit Daten zu versorgen hat und sich die Werte  nicht direkt miteinander vergleichen lassen. Nichtsdestotrotz legt das One S mehr als eine respektable Leistung hin, die Googles Vorzeige-Smartphone Galaxy Nexus alt aussehen lässt. Im Alltagsgebrauch und beim Gaming heißt das, dass sich niemand um ruckelnde Screens oder schlechte Performance Sorgen machen muss.

HTC one S Quadrant Benchmark
Im Quadrant-Benchmark lässt das HTC One S das Samsung Galaxy Nexus im Regen stehen
Vellamo Benchmark
Im Vellamo-Benchmark hängt das One S das Asus Transformer Prime und das Galaxy Nexus ab

Sense 4.0, Medien und Telefonie

Wie zu erwarten war, hat HTC seiner One-Serie, die mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich läuft, seine eigene Sense-Oberfläche übergestülpt. Es bleibt auf den ersten Blick wenig von Googles Holo-Nutzeroberfläche übrig, dennoch hat HTC mit Sense 4.0 einiges richtig gemacht. Fans der Sense-Oberfläche kommen auf ihre Kosten, wobei der Hersteller sich bemüht hat alles weniger überladen wirken zu lassen. So sind viele der verspielten Animationen verschwunden und auch die 3D-Effekte sind kaum noch vorhanden. Sense 4.0 wirkt sauberer und „erwachsener“ als die Vorgängerversionen. HTC hat alle Features aus Android 4.0 übernommen, wobei beispielsweise die Widgets und Verknüpfungen weiterhin über einen längeren Druck auf den Homescreen erreicht werden können und nicht wie in Googles Standardoberfläche hinter den Apps zu finden sind. Der Taskmanager, mit dem laufende Apps beendet werden können, hat HTC auch ein wenig umgebaut, er erinnert ein wenig an webOS: Apps werden im Taskmanager durch nach oben schieben, aus dem Screen heraus, beendet.

HTC one S Sense 4.0 Mediahub
Der Mediaplayer des HTC One S – mehr ein Mediahub

HTC hat auch den Mediaplayer angepasst, der neben der auf dem Telefon gespeicherten Musik weitere installierte Services wie Spotify, Sonos, etc unter sich vereinen kann, wobei dieser dann mehr als Launcher agiert und somit eher ein Meiden-Hub darstellt. Darüber hinaus besteht die Option, Medienserver einzubinden, die im WLAN-Netzwerk vorhanden sind.

Beim One handelt es sich um ein Smartphone mit Beats-Audio-Sound. Mittlerweile können beliebige Kopfhörer verwendet werden, um dem Beats-Audio-Sound zu lauschen. Richtig überzeugen konnte dieses Sound-Setup bislang nicht, doch der richtige Sound ist ohnehin eine Sache de Geschmacks - ich gehöre nicht zu den Fans fetter Bässe.

In Bezug auf die Eigenschaften des One S als klassisches Telefon gibt es nichts zu meckern. Der Klang ist sauber und klar. Im Unterschied zur Kontaktverwaltung und -anzeige in Googles Android 4.0 Standardoberfläche ist HTC bei seiner klassischen Übersicht mit Listenansicht geblieben.

Fazit zum HTC One S

Beim One S hat HTC eine Menge richtig gemacht. Größe, Gewicht und Design sind gelungen. Der Hersteller zeigt, dass geringes Gewichtung und hochwertige Materialien sich nicht ausschließen müssen. Auch das AMOLED-Display weiß zu gefallen, wenngleich es nicht mit der derzeit höchsten Auflösung daherkommt – mir als Besitzer eines Galaxy Nexus ist es nicht negativ aufgefallen. Nicht nur das Äußere weiß zu gefallen, auch die Performance und die verbaute Kamera sind topp – für ein Smartphone, das sich in der Mittelklasse ansiedeln soll, ist es absolute Klasse.

Ein paar Abstriche sind dennoch festzuhalten. Für Heavy-User und Datensammler ist das One S vermutlich nicht unbedingt die erste Wahl, da lediglich 13GB (von insgesamt 16GB) Speicher zur Verfügung stehen. HTC hat als Ersatz zwar 25GB Dropbox-Speicher draufgelegt, doch etwa zum Streamen von Musik ist diese Option weniger geeignet. Zum Abladen von Bildern und anderen Daten stellt sich diese Lösung als recht praktisch heraus, man benötigt dafür jedoch einen entsprechenden Datentarif oder WLAN. Bei Sense 4.0 scheiden sich die Geister – manche werden die neue UI lieben, andere haben zum Glück die Option einen eigenen Launcher zu  installieren, sodass sie das One S nach ihren Vorstellungen anpassen können.

Wer ein schnelles, schlankes und hochwertig verarbeitetes Smartphone mit toller Kamera sein eigen nennen möchte, sollte sich das One S auf jeden Fall näher ansehen. Es gab Momente, in denen ich es bereut habe das Galaxy Nexus gekauft zu haben. HTC hat ein schickes Stück Technik geschaffen, dass mit Sicherheit viele Freunde finden wird.

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5 Antworten
  1. von David am 02.04.2012 (14:59Uhr)

    Vielen Dank für den ausführlichen Test. Ich möchte eines von den neuen HTC One Geräten kaufen. Im Moment quäle ich mich mit einem 1 Jahr alten Motorola Defy.
    Mir gefällt vor allem an HTC, dass sie auch noch alte Modelle updaten.

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  2. von Marcel am 02.04.2012 (16:16Uhr)

    Ich würde auch gerne eines geinnen.

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  3. von Andreas Floemer am 02.04.2012 (16:26Uhr)

    @ Marcel: Ich auch ;- ) Wir dürfen die Testgeräte nicht behalten.

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  4. von maryisdead am 03.04.2012 (08:58Uhr)

    Nicht ganz unwichtiges Detail: Das S hat ein PenTile-RGBG-Display, welches nicht unbedingt jedermanns Sache ist. The Verge hat ein paar Bilder davon.

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  5. von Andreas Floemer am 03.04.2012 (12:49Uhr)

    @maryisdead: Im Galaxy Nexus ist auch eines verbaut. Mich stört es nicht und bin sehr zufrieden damit. Meiner Meinung nach spielt es keine große Rolle. Um Unterschied zu erkenne, musst du eine Lupe zur Hand nehmen. Dem normalen, „ungeschulten“ Auge fällt das nicht auf.

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