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HTC One X im Test – Quad-Core-Smartphone der Oberklasse

hat im Februar dieses Jahres neben dem bereits von uns getesteten One S auch das One X als Flaggschiff präsentiert. Das leichte, dennoch große Quad-Core-Smartphone mit hinterließ im Test einen durchweg sehr guten Eindruck. Was uns am X gefällt und was weniger, ist hier zusammengefasst.

HTC One X im Test – Quad-Core-Smartphone der Oberklasse

HTC One X – Hardware, Design und Verarbeitung

htc one x
HTC One X

Während HTC bei seinem 4,3-Zoll-Mittelklassemodell HTC One S (zu unserem Testbericht) auf ein Unibody-Gehäuse aus Aluminium setzt, wird beim großen Bruder, vermutlich aus Gewichtsaspekten, auf Polycarbonat gebaut. Das Gehäuse ist wie aus einem „Guss“, wie man es vielleicht vom Nokia Lumia 800 kennt, wobei HTC darauf geachtet hat, dass es an allen Ecken abgerundet ist und sehr gut in der Hand liegt. Zudem ist der matte Kunststoff – wir haben das graue Modell zum Testen erhalten – recht weich und griffig. Auf den ersten Blick wirkt das , als verfüge es wie das Galaxy Nexus über eine abgerundete Frontseite, doch dem ist nicht so. Stattdessen wurde der Frontrahmen, der um den Bildschirm verläuft, ein Stück weit heruntergezogen. Damit wird eine clevere optische Täuschung erzeugt.

Die Lautstärke-Wippe auf der rechten Seite sowie der Ein-/Ausschalter auf der Oberseite des Gehäuses bestehen aus Kunststoff und sind im gleichen Farbton gehalten wie der Rest des Smartphones. Wie bei vielen Smartphones ist auch beim One X die Audiobuchse auf der Oberseite angebracht, linksseitig befindet sich der microUSB-Anschluss zum Laden des Geräts oder zum Datenaustausch mit dem Rechner. Wie auch bereits beim One S setzt HTC bei seinem Flaggschiff ebenso auf die Option, kapazitive Tasten unterhalb des Screens anzubringen. Diese sind seit Android 4.0 im Grunde nicht mehr vonnöten, da die neue Version des mobilen Betriebssystems es ermöglicht, die Bedienelemente auch aufs Display zu bringen.

Im Unterschied zum One S sucht man vergebens eine Klappe zum Einlegen der microSIM-Karte. Stattdessen hat HTC eine kleine Lade angebracht, die sich mithilfe eines kleines, im Lieferumfang beiliegenden Werkzeugs öffnen lässt, um die Karte einzulegen. Wie bei vielen aktuellen Smartphones ist der Akku nicht austauschbar, darüber hinaus lässt sich der verbaute Speicher von 32GB nicht per microSD-Karte erweitern. Als eine Art Trostpflaster erhält jeder Käufer eines HTC One X (auch eines One S und One V-Modells) über einen Zeitraum von zwei Jahren 25 GB kostenlosen Dropbox-Cloudspeicher.

Zu den weiteren technischen Daten des 130 Gramm leichten Smartphone-Boliden lässt sich sagen, dass sie sich wie eine Art Wunschliste lesen. Denn das One X ist das erste Smartphone mit einem 1,5 GHz-Quad Core-Tegra-3-Prozessor von Nvidia, mit dem Games in hohem Detailreichtum gespielt werden können und der bei normaler Nutzung eine recht passable Akkulaufzeit bietet. Dies kann durch einen fünften Prozessor-Kern, den sogenannten Companion- oder Ninja-Core erreicht werden. Ein weiteres Superlativ des One X ist der 4,7 Zoll große Super-LCD2-Screen, der mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln ausgestattet ist und eine recht hohe Pixeldichte von 310ppi mit sich bringt. Darüber hinaus ist die gleiche herausragende 8-Megapixelkamera integriert, die auch im HTC one S zu finden ist. NFC, 1GB RAM und Android 4.0 mit HTC Sense 4.0 runden das Paket ab.

Technische Spezifikationen des HTC One X:

  • Android 4.0 mit Sense 4.0-Oberfläche
  • Unibody-Polycarbonatgehäuse
  • 1,5 GHz Nvidia Tegra 3 Quad-Core-Prozessor
  • 4,7 Zoll Super-LCD-2-Display mit 720p Auflösung (1280 x 720 Pixel)
  • 32 GB interner Speicher (nicht erweiterbar)
  • 1GB RAM
  • 8 Megapixel-Kamera
  • 25GB Dropbox-Speicher (kostenlos für zwei Jahre)
  • Bluetooth 4.0, WLAN, DLNA, micro-USB (per MHL HDMI möglich), NFC
  • 1.800mAh Akku
  • 134,36 x 69,9 x 8,9 mm
  • 130 g
  • weitere Details zum HTC One X
HTC-One-X-back2
Das HTC One X gibt es auch in weiß

Display, Performance, Kamera des HTC One X

Display

Die Zentrale eines jeden Smartphones bildet das Display, das beim One X eine Diagonale von 4,7 Zoll besitzt und mit der zurzeit höchsten Auflösung auf dem Markt daherkommt. Mit 1280 x 720 Pixeln und einer Pixeldichte von etwa 310ppi wartet der Super-LCD2-Screen auf und kommt schon sehr nahe an das Retina-Display des iPhone 4S heran. Dies macht sich auch bemerkbar, denn einzelne Pixel sind mit dem nackten Auge nicht mehr zu erkennen.

HTC hat seinem Flaggschiff wahrlich ein Top-Display verpasst. Sowohl Farbreproduktion und Brillanz als auch Schwarz- wie Weißwerte sind sehr gut. Im Unterschied zum oft gelobten Display des Samsung Galaxy SII werden Farben bei weitem nicht so übertrieben und künstlich dargestellt, sondern wirken ausgeglichener und realitätsgetreuer. Außer der sehr guten Farbdarstellung ist auch die Blickwinkelstabilität sehr hoch – man kann  auf dem Screen nahezu bis zu einem Winkel von 180 Grad Dinge erkennen. Hinter dem so beliebten Super-AMOLED-Display muss sich der Super LCD-2-Screen nicht verstecken.

Wie bereits beim Testbericht des One S erwähnt hat HTC beim Herstellungsprozess den Screen direkt mit dem schützenden Gorilla-Glas verbunden, um auf diese Weise Bautiefe und Spiegelungen zu verringern. Mithilfe dieses Verfahrens erreicht HTC, die dargestellten Inhalte näher an den Betrachter zu bringen, was in der Tat zu funktionieren scheint.

HTC one x display
Das Display des HTC One X überzeugt auf der ganzen Linie

Kamera

Wie bereits erwähn, setzt HTC bei seinem 4,7 Zoll-Quad-Core-Flaggschiff die gleiche Kamera ein, die auch im HTC One S verbaut ist und zu den wohl besten gehört, die in einem Smartphone zu finden ist. Diesbezüglich hat HTC sich auf Höhen von Apple und Sony aufgeschwungen, während der Hersteller in den vergangenen Jahren den Ruf hatte, eher mittelmäßige Sensoren und Optik zu verbauen. Die 8-Megapixel-Kamera des One X kann bis zu 20 Bilder innerhalb von 2 Sekunden schießen (Continuous-Shooting-Modus). Aus den Ergebnissen können manuell die besten Resultate herausgefischt werden, oder der Nutzer lässt die Kamera die Selektion automatisch per „Best-Shot-Funktion“ übernehmen. Der Rest der Bilder wird gelöscht, um den nicht erweiterbaren Speicher zu schonen.

Der Fokus der Kamera ist äußerst schnell scharfgestellt und die Kamera funktionsbereit. Mithilfe der ImageSense genannten eigenen Nutzeroberfläche der Kamera bringt HTC eine Menge praktischer Funktionen an Bord des Smartphones. Manche findet man zwar auch im Stock-Android 4.0, jedoch hat der taiwanische Hersteller diese um einige Features und Filter erweitert und manches auch verbessert. Beispielsweise können Nutzer direkt von der Kamera-Oberfläche wählen, ob sie Fotos oder ein Video aufnehmen möchten. Haben sie sich für ein Video entschieden, besteht gleichzeitig die Option, Fotos aufzunehmen. Für Fans von Fotofiltern à la Instagram und Co. findet der geneigte Nutzer oberhalb des Auslösers einen Button, der eine Reihe ähnlicher Funktionen bereithält.

Mit der 8MP-Kamera des HTC One X macht das Knipsen großen Spaß

Performance

Bei einem Quad-Core-Smartphone stellt sich natürlich auch die große Frage nach der Performance. Wie schlägt es sich im Vergleich mit anderen aktuellen Smartphones, ist der Nvida Tegra 3-SoC besser als der Qualcomm-S4-Dual Core-Prozessor, der im HTC One S und regional auch im HTC One X verbaut wird?

Rein subjektiv betrachtet ist im Alltagsgebrauch kaum ein Unterschied zum Galaxy Nexus oder dem HTC One S auszumachen. Alle Geräte zeigen weder auf dem Homescreen noch beim Scrollen im Browser ein Ruckeln. Qualcomms S4-Prozessor und Nvidias Tegra 3-SoC liegen sich im Benchmark-Vergleich recht nahe, wobei Nvidias Prozessor bezüglich der Grafikperformance ein Stück die Nase vorn hat. Dies zeigt sich beispielsweise besonders bei Games wie ShadowGun, Glowball oder RipTide GP, Grand Theft Auto III oder Sprinkle. Diese sind grafisch für den Quad-Core-Chip optimiert, sodass eine recht hohe Darstellung erreicht wird. Für Gamer dürfte dies von Interesse sein. Leider gibt es derzeit nur eine Handvoll Spiele, die Nvidias Tegra 3 unterstützen. Wer ein absolutes Smartphone-Powerhouse sucht, hat es mit dem One X auf jeden Fall gefunden.

Der Shooter ShadowGun bietet dank Tegra3-Chip auf dem HTC One X ein hohes Detailreichtum
HTC one X Quadrant-Benchmark
Das HTC One X liefert im Quadrant-Benchmark einen Wert von 4913 Punkten
HTC one X antutu 2
HTC One X im Antutu-Benchmark – mit 11775 Punkten liegt es vor dem Asus Transformer Prime, wobei der Vergleich hinkt.

HTC One X – Software, Telefonie und Akkuleistung

Software – Sense 4.0 HTC ist bekannt für die angepasste Android-Nutzeroberfläche Sense. Diese kommt beim One X in Version 4.0 zum Einsatz. Anders als bei den Vorgängern wie dem Sensation ist Sense 4.0 weit zurückhaltender, aber dennoch charakteristisch für HTC. Von der Android-4.0-Holo-Nutzeroberfläche bleibt zwar nicht viel übrig, dennoch sind alle Features aus der neuen Android-Version übernommen worden. Während Widgets und Verknüpfungen im Stock-Android hinter den Apps zu finden sind, lässt HTC diese weiterhin durch einen längeren Druck auf den Homescreen erscheinen. Der Taskmanager, mit dem sich laufende Apps beenden lassen, wurde auch modifiziert. Dieser lässt unweigerlich an das Beenden von Apps in webOS erinnern, da Applikationen zu diesem Zeck nach oben aus dem Screen geschoben werden.

Bei Sense wie auch Nutzeroberflächen anderer Hersteller wie Samsung mit Touchwiz scheiden sich die Geister – man mag sie oder nicht. HTC scheint mit Sense 4.0 auf jeden Fall auf dem richtigen Wege, wobei hier und dort noch Verbesserungsbedarf besteht. Beispielsweise nimmt der Menübutton oftmals einen großen Bereich des Screens zwischen den kapazitiven Buttons und dem eigentlichen Inhalt ein. Dies ist eine unschöne Platzverschwendung. [Korrektur] Der Menübutton wird so prominent eingeblendet, da HTC einerseits kapazitive Buttons für die Navigation einsetzt, andererseits, weil manche Entwickler sich nicht an die Designrichtlinien für Android 4.0 halten. Google empfiehlt, auf den Menübutton zu verzichten.[/Korrektur]

Ein Blick auf Sense 4.0 beim HTC One X

Telefonie

In Bezug auf die Telefonfuktion des One X gibt es wenig zu kritisieren. Der Klang beim Telefonieren ist sauber und klar. Gut gelöst sind auch die Verwaltung und Anzeige der Kontakte. Anstelle der People App aus Android 4.0 ist HTC bei seiner klassischen Übersicht mit Listenansicht geblieben, in der sich Kontakte leichter bearbeiten lassen.

Akkuleistung

Wie bei jedem aktuellen Smartphone mit großem Display ist auch beim One X die große Frage, wie lang man mit dem Gerät ohne eine Steckdose in greifbarer Nähe auskommen kann. Beim One X verhält es sich genauso. Wie bei allen anderen Smartphone auch, hängt die Akkulaufzeit von der individuellen Nutzung ab. Hat man alle erdenklichen Apps mit Pushfunktion und GPS etc. laufen und spielt lange grafikintensive Games, ist der Akku nach nur wenigen Stunden „leergelutscht“. Bei normaler, gemäßigter Nutzung kommt man wie beim Galaxy Nexus oder dem One S bis zu 12 Stunden ohne neues Aufladen aus. Wer ein Smartphone sein Eigen nennt, sollte idealerweise ohnehin einen USB-Ersatzakku bei sich haben – ein normaler Austauschakku macht beim One X ohnehin keine Sinn, denn der Akku ist fest verbaut.

Fazit zum HTC One X

Das HTC One X ist zurzeit eines der wohl besten Smartphones auf dem Markt. Es ist leicht, schnell, verfügt über eine Top-Kamera und ist im Unterschied zu älteren Smartphone-Generationen des taiwanischen Herstellers eine wahre Schönheit (wie auch das One S). Die Sense 4.0-Oberfläche mag nicht allen zusagen, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung. Schön wäre es, wenn Nutzer die Standardoberfläche Googles aktivieren könnten, denn in manchen Punkten ist diese etwas durchdachter als HTCs Entwicklung. Nichtsdestotrotz ist Sense 4.0 keinesfalls schlecht.

Sicherlich sind ein paar Punkte nicht unbedingt jedermanns Sache – der fest verbaute Akku und die fehlende Option der Speichererweiterung gehören dazu. Doch diese Faktoren werden sich weiter verbreiten, denn diese verhelfen Herstellern dazu, Smartphones noch kompakter und leichter zu bauen. SD-Speicher genießen zudem den Ruf, die Performance von Smartphones auszubremsen und überdies die Akkulaufzeit zu verringern. Die vorhandene Kapazität im One X wird den meisten vermutlich ausreichen – mir genügen beispielsweise die 16GB in meinem Galaxy Nexus voll und ganz.

Das HTC One X ist seit kurzem erhältlich. Wem das Display des One X zu groß oder der Preis von knapp 600 Euro zu hoch ist, sollte sich alternativ das HTC One S oder das Sony Xperia S näher ansehen. Die beiden Modelle verfügen jeweils über ein 4,3 Zoll-Display, beide Geräte haben jedoch auch ihre Vor- und Nachteile. Spannend wird es übrigens in der kommenden Woche, wenn Samsung sein neues Android-Flaggschiff vorstellt, das vermutlich Galaxy S3 getauft wird.

Weiterführende Links zum HTC One X:

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4 Antworten
  1. von Thomas am 23.04.2012 (16:46 Uhr)

    Würde auch gerne eines gewinnen

    Antworten Teilen
  2. von David Redelberger am 23.04.2012 (17:23 Uhr)

    Der Testbericht im ersten Satz ist falsch verlinkt, wenn ich Eure Intention im Text richtig deute, dann müsste der Link sich innerhalb der Klammer befinden ;)

    Antworten Teilen
  3. von Andreas Floemer am 23.04.2012 (20:47 Uhr)

    @David: Danke, ist gefixt.

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  4. von Chris am 23.04.2012 (22:19 Uhr)

    "... Bei normaler, gemäßigter Nutzung kommt man wie beim Galaxy Nexus oder dem One S bis zu 12 Stunden ohne neues Aufladen aus."

    Puh - das ist ja nix und damit kommt man ja nicht mal einen Arbeitstag über die Runden.

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