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HTC Velocity 4G – erstes LTE-Smartphone für den deutschen Markt im Test

hat mit dem Velocity 4G vor ein paar Wochen das erste mit LTE-Modul (Long Term Evolution) für den deutschen Markt vorgestellt. Es liefert, sofern ein LTE-Netz in Reichweite ist, eine recht ordentliche Surfgeschwindigkeit. Was am HTC Android-Smartphone gefällt und was nicht, fassen wir hier für euch zusammen.

HTC Velocity 4G – erstes LTE-Smartphone für den deutschen Markt im Test

Hardware und Design des HTC Velocity 4G

HTC Velocity 4G
HTC Velocity 4G ist nur in weiß erhältlich

Das HTC Velocity 4G ist das zurzeit einzige Modell des taiwanischen Herstellers, das in Deutschland mit einem LTE-Chip ausgestattet ist. Selbst die kürzlich auf dem Mobile World Congress vorgestellten Modelle der One-Serie verfügen derzeit noch nicht über diese Funktechnologie  – erst später wird es mit dem One XL eine aktualisierte Version geben.

Das Velocity 4G ist im Unterschied zu seinen frisch vorgestellten Kollegen ein wenig wuchtiger und fällt zudem aus dem HTC-üblichen Design des letzten Jahres ein wenig heraus. Von der Verarbeitung kann das 4G durchaus überzeugen, obwohl es aus Kunststoff ist. Das mit 162 Gramm nicht unbedingt leichte Smartphone besteht überwiegend aus weißem Kunststoff mit abgerundeten Ecken. Auf der Rückseite des Velocity 4G ist eine Abdeckung für das Batteriefach aus Aluminium zu finden, hinter der sich ein Slot für eine microSD-Karte befindet, durch die der interne Speicher von 16GB um bis zu 32GB erweitert werden kann.

Angesichts des verbauten 1,5 GHz schnellen Dual-Core-Prozessors von Qualcomm, der von einer Adreno 220-GPU und 1GB Arbeitsspeicher unterstützt wird, bietet das Velocity 4G eine sehr gute Performance. Wie bei vielen derzeit erhältlichen Smartphones läuft das Velocity 4G noch auf Android 2.3.7, als Nutzeroberfläche hat HTC dem Gerät Sense in Version 3.5 übergestülpt, mit der aus dem Lockscreen heraus viele verschiedene Funktionen gestartet werden können, auch die Kamera. Wer sich für das Velocity 4G interessiert, darf bezüglich Firmware-Updates beruhigt sein, denn  HTC hat für das zweite Quartal dieses Jahres Android 4.0 in Aussicht gestellt.

HTC hat seinem Velocity 4G ein 4,5 Zoll großes Display verpasst, das mit einer qHD-Auflösung von 960 x 540 Pixeln daherkommt. Hier hat HTC schon ein wenig dazugelernt, zieht man in betracht, dass das HTC Sensation XL mit seinem 4,7-Zoll-Screen nur mit 800 x 480 Pixeln auflöste. An eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixel des Samsung Galaxy Nexus reicht das Display des Velocity 4G zwar noch nicht heran, dennoch weiß das Display zu gefallen. Denn die Farben des LCD sind wie bei HTC-Smartphones sehr ausgeglichen und brillant. Der Blickwinkel ist bei normalen Lichtverhältnissen sehr groß. Wer sich bei strahlender Sonne draußen bewegt, wird jedoch feststellen, dass der Screen sich nur ablesen lässt, wenn es frontal zum Gesicht gehalten wird.

Technische Daten des HTC Velocity 4G

  • Android 2.3.7 Gingerbread (Update des HTC Velocity 4G auf Android 4.0 ist sicher)
  • 4,5 Zoll-Display (960 x 540 Pixel)
  • 1,5 GHz Dual Core-Prozessor
  • 8,0 Megapixel-Kamera inkl. Autofokus, Dual-LED-Blitz und Full HD Videoaufnahmen (1.080p)
  • 1,3 Megapixel-Frontkamera
  • 16 GB interner Speicher (per microSD erweiterbar)
  • Bluetooth 3.0, WLAN, DLNA, microUSB
  • GSM (850, 900, 1.800, 1900 MHz); UMTS (900, 2.100 MHz); LTE (800, 2.600 MHz.)
  • 129 x 67 x 11 Millimeter
  • 164 Gramm
HTC Velocity 4G
Auf der Rückseite des HTC Velocity 4G findet man eine Kamera mit Dual-LED-Blitz und eine Rückabdeckung aus Aluminium, die für den taiwanischen Hersteller eher unüblich ist.

Zur Kamera des HTC Velocity 4G

Die Kamera des Velocity 4G, ein Bauteil, das HTC bislang eher stiefmütterlich behandelt hatte, kann sich durchaus sehen lassen. Mit seinem 8-Megapixel-Sensor und der angepassten Sense-Nutzeroberfläche mit einer Vielzahl von Features, inklusive diverser Filter à la Instagram zur Bildbearbeitung und einer empfehlenswerten Panoramafunktion, macht die Kamera eine gute Figur. Im Vergleich zu der „Knipse“ des Samsung Galaxy Nexus steht die des Velocity 4G eindeutig besser da. Hervorzuheben sei auch der Autofokus, der selbst bei Makroaufnahmen in unmittelbarer Nähe zuverlässig scharf stellt. Wie es sich bei einem aktuellen Smartphone gehört, verfügt das Velocity 4G auch über eine Frontkamera, mit der Videotelefonate geführt werden können.

Wer auch gerne hin und wieder Videos aufnehmen möchte, ist mit dem Velocity 4G auch versorgt, denn mit der rückseitigen Kamera können Filmchen in 1080p HD-Qualität aufgenommen werden. Die Bildqualität macht auch bei Videos einen ordentlichen Eindruck, jedoch reagiert der Autofokus nicht sonderlich zuverlässig.  Mal wird das Video fokussiert, dann wieder nicht und man muss per Touch-to-Fokus ein wenig nachhelfen.

Testfotos vom HTC Velocity 4G 

Telefonie, LTE und Akkulaufzeit des HTC Velocity 4G

In Bezug auf die Sprachqualität des Velocity 4G gibt es nichts negatives zu beanstanden. Der Klang der Lautsprecher ist sehr gut. Bei Telefongesprächen sind weder Rauschen noch andere Störgeräusche zu vernehmen. Sicher hängt es auch von der Signalstärke und dem Netz ab, in dem man telefoniert.

Das HTC Velocity 4G hebt sich von vielen anderen Android-Smartphones besonders damit ab, dass es das erste in Deutschland verfügbare Geräte mit verbautem LTE-Modul ist. Im LTE-Netz ist es möglich, mit Datenraten von bis zu 50MBit/s zu surfen und mit bis zu 10MBit/s Daten hochzuladen. Zukünftig sollen sogar noch höhere Geschwindigkeiten erreicht werden können. Befindet man sich jedoch nicht in Städten mit ausreichend ausgebauten Netzen, so hat man nichts von dem Geschwindigkeitsrausch. In Köln und Düsseldorf und auch sehr sporadisch in anderen Städten wie Berlin (z.B. am Potsdamer Platz) können die versprochenen hohen Geschwindigkeiten des LTE-Netzes genutzt werden. Befindet man sich jedoch außerhalb des Knotenpunktes, sind lediglich HSPA-Geschwindigkeiten von etwa 4MBit/s zu erreichen. Vodafone (zurzeit der Exklusivanbieter des Velocity 4G) macht aber auch keinen Hehl daraus und gibt relativ korrekt an, wo im LTE-Netz mit welchen Geschwindigkeiten gesurft werden kann. Hält man sich an Orten auf, wo es keinerlei LTE-Empfang gibt, schaltet das Smartphone automatisch auf  UMTS oder EDGE um, sodass man zumindest noch mit bis zu 14,4MBit/ surfen kann.

Die Akkulaufzeit des Velocity 4G liegt im üblichen Standard von 12 bis 18 Stunden. Je nach Intensität der  Nutzung kann sich dies auch stark nach oben und unten bewegen. Surft man viel im mobilen (LTE-)Netz, kann sich die Akkulaufzeit auf nur wenige Stunden reduzieren.

HTC Velocity 4G  vs Galaxy Nexus
Ein wenig dunkel, dennoch zu erkennen – Galaxy Nexus (links) vs HTC Velocity 4G

Fazit

HTC hat mit dem HTC Velocity 4G ein Smartphone mit einem ungewöhnlichen Design auf den Markt gebracht, das mit seinen 160 Gramm und dem 4,5-Zoll-Display nicht unbedingt zu den Leichtgewichten gehört. Optik wie Haptik wissen zu gefallen, wobei es grundsätzlich eine Frage des Geschmacks ist. Sowohl die Kamera als auch die Gesamtperformance hinterließen einen guten Eindruck. Was für manche Interessierte jedoch ein Kritikpunkt sein wird, ist der recht hohe Preis von knapp 600 Euro. Dies dürfte allerdings von der hierzulande neuen Technologie herrühren sowie der Exklusivität – schließlich ist es derzeit das einzige Modell mit LTE. Der Preis dürfte sich allerdings reduzieren, sobald andere Hersteller ihre LTE-Geräte auf den deutschen Markt bringen und für Abwechslung sorgen. Im Laufe dieses Jahres werden alle großen Netzbetreiber ihre LTE-Netze weiter ausbauen, sodass das rasend schnelle mobile Surfvergnügen auch wirklich vielerorts getestet werden kann.

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2 Antworten
  1. von LTE ohne Schnee am 25.03.2012 (00:15 Uhr)

    HTC wollte doch neulich Platz3 im Smartphonemarkt erreichen und immer zu den besten gehören oder so ähnlich.

    In 6-18 Monaten sieht die Energie-Wirksamkeit und Bezahlbarkeit von LTE-Hardware vermutlich schon viel besser aus.
    Schade das man Sendeelektronik nicht so einfach wechseln kann wie Micro/Mini-SD-Karten. Die Chips von/für Qualcomm, WiFi, Bluetooth,... sind doch eh separat glaube ich.

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  2. von Tullney am 26.03.2012 (18:07 Uhr)

    Hi, ich würde auch gerne eines gewinnen.

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