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Webentwicklung: HTML5 vs Flash – Wer gewinnt das Duell?

Webentwicklung: HTML5 vs Flash – Wer gewinnt das Duell?

Die Vision eines freien Internets verträgt eigentlich keine proprietären Standards, aber hat sich in den vergangenen Jahren in vielen Anwendungsfällen zu einem Quasi-Standard entwickelt. Mit den kommenden Möglichkeiten von steht Flash nun wieder auf dem Prüfstand. Wird Adobes Eigenentwicklung künftig noch gebraucht? Besonders die Auseinandersetzung zwischen und Adobe um Flash auf dem OS hat das Thema wieder hochgebracht. Wir haben 5 Experten zu ihrer Meinung befragt und freuen uns auf Eure in den Kommentaren!

Webentwicklung: HTML5 vs Flash – Wer gewinnt das Duell?

Sönke Rohde: Apple steht alleine da

Apple-CEO Steve Jobs stempelt die Adobe-Technologie Flash bekanntlich als veraltet ab und lobpreist HTML5 als bessere Alternative. Technisch lässt sich Jobs' Aussage nicht bestätigen, da HTML5 noch in den Kinderschuhen steckt.

Die großen Videoseiten wie YouTube und Vimeo haben jetzt zwar schon HTML5-Lösungen online, die anderen Millionen Flash-Spiele und -Anwendungen lassen sich allerdings nicht so einfach in HTML5 umsetzen. Zum einen ist der Funktionsumfang von HTML5 noch weiter unter den Möglichkeiten, die der Flash Player 10 und das darunter liegende ActionScript 3 bieten. Zum anderen wird HTML5 zur Zeit nur von 20 Prozent der Browser unterstützt und ist vom Funktionsumfang auch noch je Browser stark fragmentiert. Darüber hinaus sei erwähnt, dass HTML5 noch kein finaler Standard ist. Es wird immer noch heftig daran gefeilt.

Adobe hat auf ihrer größten Entwicklerkonferenz MAX im letzten Oktober eine Vorschau auf das neue Flash CS5 gegeben, mit dem es möglich ist, Flash als native iPhone-App zu exportieren. Die ersten mit Flash entwickelten Apps waren zu dieser Zeit auch schon im AppStore erhältlich. Auf dem Mobile Word Congress (MWC) in Barcelona Mitte Februar konnte Adobe erneut punkten. Es wurde bekannt gegeben, dass Adobe AIR 2.0 zukünftig auch auf mobilen Endgeräten laufen wird. Im Rahmen des Open Screen Projects sind alle großen Hersteller im Boot - außer Apple.

Sollte man HTML5 allerdings nur mit Fokus auf Safari und das iPhone OS nutzen wollen, kann dies ein sehr interessanter Markt werden. Setzt man auf Flash, hat man mit dem Flash Player 10.1 und Adobe AIR 2.0 eine breitere Masse und mit Flash CS5 lässt sich die Codebase auch für das iPhone nutzen.

Völlig außer Acht gelassen in dieser Diskussion sind die anderen Flash Alternativen Microsoft Silverlight und Sun JavaFX. Aber dies an einer anderen Stelle.

Sönke Rohde lebt seit kurzem in San Francisco und arbeitet als Lead Software Entwickler für Salesforce.com. Sein Programmierfokus liegt vor allem auf Flash, Flex und AIR.  Er ist seit Flash 3 dabei und somit einer der Flash-Veteranen. In der Vergangenheit hat er immer wieder als Freelancer gearbeitet und war unter anderem zwei Jahre bei Adobe angestellt.

Sven Busse: Wer hat einen Vorteil von HTML5?

Die Diskussion um HTML5 vs. Flash teile ich gerne in zwei Teile: Einmal den Part, den Endnutzer betreffend und andererseits den Part den Entwickler betreffend. Angenommen, HTML5 würde Flash tatsächlich verdrängen, dann würde sich für den Endnutzer nicht viel ändern, außer, dass er ein Plugin weniger benötigt. Sehr schnell wird es Videos, animierte Werbebanner, Webanwendungen und unsägliche Intros in HTML5 geben und der Endnutzer wird wenig Unterschied sehen zu den jetzigen Flash-Pendants. HTML5 ist technologisch für den Endnutzer erstmal kein Fortschritt, sondern nur eine andere Technologie für den gleichen Zweck.

Auf Entwicklerseite sieht es etwas anders aus. Es gibt seitens vieler großer Unternehmen wie Google, Facebook, flickr und anderer einen klaren Vorteil, wenn sie ihre Anwendungen mit Standards umsetzen können, die nicht von einem kommerziellen Unternehmen kontrolliert werden, sondern von einem Konsortium wie dem W3C bzw. der WHATWG, weil dann die Chance, eigene Anforderungen einzubringen, größer ist. Klar dabei ist aber auch, dass ein einzelnes Unternehmen wie Adobe viel schneller neue Features in seine Runtime bringen kann, als es ein Konsortium je zu Stande bringen wird.

Für den einzelnen Entwickler ergibt sich darüber hinaus natürlich ein Unterschied hinsichtlich der Entwicklungstools, der Sprache und der Plattformkompatibilität, wenn man HTML5 mit Flash vergleicht. HTML5 wird wahrscheinlich sehr zügig auf mehr Plattformen verfügbar sein als Flash, dafür ist Flash auf seinen verfügbaren Plattformen so gut wie 100 Prozent kompatibel, was man von HTML/CSS noch nie sagen konnte. Als Flash-/ Flex Entwickler würde ich auch sagen, dass ActionScript inzwischen deutlich mächtiger ist als JavaScript und dass sich das auch in den Entwicklertools langsam niederschlägt. Es hat natürlich viel mit dem persönlichen Geschmack zu tun, ob man sich eher in einer prototyp- oder einer klassenbasierten und stark typisierten Sprache wohl fühlt. Ich sehe für letztere Art von Programmiersprachen zumindest mehr Potential, was computergestützte Entwicklerhilfen wie Code Completion, Refactoring, etc. angeht.

Sven Busse ist Diplom-Informatiker. Als technischer Projektmanager und Leiter des RIA-Entwicklungsteams arbeitet er bei der Interone GmbH in Hamburg. Daneben ist er als Dozent tätig, spricht auf Fachkonferenzen zum Thema Flash-Entwicklung und ist Autor des Fachbuchs „Flash Engineering“.

Jens Franke: Jedes Werkzeug hat seine Berechtigung

Die letzten Wochen haben sich unzählige Anhänger von Technologie X und Y zu Wort gemeldet, um positiv über ihre geliebte Technologie zu sprechen. Meine journalistische Denke und meine Lehre im Bereich „Interaction Design“ an der HAWK Hildesheim verlangen nach einer objektiveren Betrachtung.

Mein Credo: Wähle das passende Werkzeug für die anstehende Aufgabe und wähle nicht zuerst das Werkzeug, um darum die passende Aufgabe auf Basis der vorhandenen technischen Möglichkeiten zu stricken.

Ich selbst bin offen für neue Werkzeuge und habe somit bereits mit Flash, Flex, Air, Processing, openFrameworks und den Werkzeugen für die Entwicklung von Mac und das iPhone/iPad-Anwendungen gearbeitet. Dass ich bis dato nicht mit HTML5/Canvas/JS etc. gearbeitet habe, basiert auf keiner Abneigung gegenüber der Technologie, vielmehr auf meiner persönlichen Ausrichtung als Interactive Developer – dazu später mehr.

Ich würde mir wünschen, dass sich HTML5 & Co. im Sinne der Standards positiv entwickeln und verbreiten. Ein Vorstoß des Web Open Font Format wäre ebenfalls nötig, damit man Boden auf Flash gut machen kann. Die viel zitierten Vorzeigeprojekten, wie zum Beispiel die Seite von Scott Schiller und dem Browser Ball, wirken aktuell noch wie eine Reise in die Vergangenheit von Flash. Nutzern ist es relativ egal mit welcher Technologie etwas realisiert wurde, Auffindbarkeit von Informationen und der Spaß an der Nutzung sind für sie relevant.

Auch wenn Flash und HTML5 in Zukunft immer mehr Schnittmengen in der breiten Masse haben sollten, wird Flash nicht so schnell verschwinden, wie es in vielen Gazetten geschrieben wird. Ich glaube, es wird eher eine Neuverteilung/Verschiebung der Aufgabenbereiche geben.

Ich kenne kaum Entwickler im Bereich Flash die Lust haben z.B. Scroller, Videoplayer und Shopsysteme in Flash zu realisieren. Vielmehr juckt es Ihnen in den Fingern, wenn es um umfassende Interaktionsformen zwischen Mensch und Maschine geht. Multi-Touch, das Auslesen von Ein- und das Ansteuern von Ausgabegeräten im Raum und in Echtzeit, komplexe und experimentelle Interfaces wären nur einige Beispiele hierfür.

Neben den genannten komplexeren Interaktionsszenarien wird Flash auch bei der Inszenierung einer Markenwelt mit Sound, Animation,Video und 3D auf längere Sicht die Nase vorn haben. Es ist dank ausgereifter Werkzeuge und IDEs – hier vor allem FDT auf Basis von Eclipse – schneller zu produzieren und leichter für alle Umgebungen (Browser, Desktop, Mobile, Set Top-Boxen, Embedded Devices etc.) auszuliefern.

Jens Franke arbeitet als Senior Interactive Developer und Autor in Hannover und lehrt im Bereich "Interaction Design" an der HAWK Hildesheim. Seine Freizeit genießt er in der Natur – auf Ski, im Boot oder zu Fuß – immer dabei ist sein Hund und seine Fotokamera.

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11 Antworten
  1. von choise am 15.03.2010 (14:36 Uhr)

    Äpfel und Birnen.

    Wie kann man denn bitte diese 2 Dinge miteinander vergleichen? Oke, HTML5 nimmt(könnte wäre wohl besser) Flash einige Dinge ab (Videoplayer) was wohl 70% aller Flashinhalte des Internets momentan sind. Aber den eigentlichen Nutzen von Flash, wie Animation,RIAs,FlashGames und andere Dinge wird HTML5 sicher nicht ersetzen können.

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  2. von Andrey am 15.03.2010 (15:14 Uhr)

    Habt ihr überhaupt iPhone geshen? Habt ihr geseht, wie das Ding QuickTime Videos abspielt? Wer braucht wohl RIA? 70% davon ist einfach Schrot - zusammengebastellt von Code-Kiddies. Ohne Style, ohne Weiterentwicklung, ohne UI-Einheit.
    Lässt doch die Dinge von Profis entwickeln! Mir ist egal, ob es Open- bzw. Close-Source ist. Hauptsache - funktioniert, wunderschön aussieht und ist leicht zu bedienen!

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  3. von marc am 15.03.2010 (19:47 Uhr)

    Irgendwie schade und auch peinlich, dass ausgerechnet der t3n-Mitarbeiter David Maciejewski keine Ahnung zu haben scheint.

    Ich darf hier schnell ein paar Punkte korrigieren ...

    1. Adobes Trägheit, da sinnlose Features:
    1.1. 'eine nicht deaktvierbare Gitteransicht bei starkem Zoom': Das ist natürlich Quatsch. Die Gitteransicht lässt sich einfach ausschalten. Augen auf und nur etwas Geduld beim Suchen!
    1.2. 'Fenster in Tabs': Finde ich z.B. sehr praktisch bei der täglichen Arbeit. Besonders wenn man viele Dateien offen hat und dadurch leicht Gruppen erstellen kann.
    1.3. 'Installations- und Upateteroutinen von Adobe sind durchweg eine Qual': Warum? Ich habe CS4 auf PC und Mac ohne Ärger installiert. Alles läuft nach Plan und keineswegs quälend. Updates werden völlig problemlos aus dem Netz geladen und ohne Neustart installiert. Kann man mehr verlangen?
    1.4. 'Auch der Adobe Reader ist bei der simplen Darstellung von PDF-Dokumenten auf dem Mac spürbar langsamer als das Programm „Vorschau“.': Was heißt hier 'auch'? Die OS X Vorschau ist auch nur eine Vorschau, wie der Name sagt. Der Adobe Reader kann um ein Vielfaches mehr an Funktionen bieten, die auch von vielen Leuten gebraucht werden. Da ist die Vorschau schnell am Ende. Wieder Käse, sorry. :-)
    1.5. 'Warum öffnet Adobe Flash nicht, bindet es stärker im Verbund mit HTML ein, macht es zugänglicher?': Das passiert durchaus. Ich empfehle einen Blick auf adobe.com zu werfen.

    2. 'Zudem ist für Entwickler die Lernkurve von HTML, CSS und den JavaScript-Libraries deutlich unter der von Flash und ActionScript.': Wieso denn? HTML, CSS, JavaScript und all die Browser-Macken erfordern viel Erfahrung. Nichts, das man schnell mal lernt. ActionScript ist Java/JavaScript sehr ähnlich und daher für Programmierer kein großer Schritt. Die Flash-Spezifischen Eigenheiten lassen sich mit Hilfe von guten Büchern schnell erlernen. Also eher von der persönlichen Vorbildung abhängig.

    3. 'Namhafte Firmen verweigern immer mehr den Einsatz von Flash (...) auch die Fluglinie Virgin Airline beim Relaunch ihrer großen Webseite': Leider wieder falsch! Virgin verwendet nur auf der Homepage kein Flash mehr. Hier nachzulesen: http://www.theregister.co.uk/2010/03/02/virgin_america_html_flash/

    usw.

    :-(

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  4. von Jan Christe am 16.03.2010 (09:28 Uhr)

    Hey Marc,

    ich kann zwar nicht auf alle Deine Punkte eingehen, weil ich kein Photoshop-Nutzer bin, aber einige möchte ich dann doch nicht so stehen lassen.

    Zu 1.3: Mich nerven die Update-Routinen von Adobe (nutze InDesign und IUllustrator) schon lange und ich denke da bin ich nicht allein. Jedes mal muss ich alle Browser schließen und die Krönung des Ganzen ist der regelmäßige Hinweis des Adobe Updaters "Es liegen keine Updates vor" - ja super, das ist doch mal ne hilfreiche Info... ;-)

    Zu 1.4: In den allermeisten Fällen will man als normaler User ein PDF doch einfach nur schnell anschauen und lesen. Und da ist Vorschau einfach viiiiel schneller am Start als der Reader. Und auch in Vorschau kann ich Notizen und Kommentare hinzufügen, Seiten verschieben/entfernen/hinzufügen/drehen etc.

    Zu 3. Du schreibst "Virgin verwendet nur auf der Homepage kein Flash mehr" - genau dashat David doch geschrieben: "die Fluglinie Virgin Airline beim Relaunch ihrer großen Webseite".

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  5. von David Maciejewski am 16.03.2010 (09:40 Uhr)

    Hallo Marc, zunächst vielen Dank für deine Anmerkungen.

    Ich habe mir Photoshop noch einmal angesehen und den Punkt im Menü unter Ansicht entdeckt, wo er auch hingehört. Als Photoshop-User seit Version 3 habe ich die Einstellung dazu wie die Tabs in den Einstellungen gesucht und nicht gefunden. Doch meine Kritik bleibt: Sind diese kleinen Änderungen mehre hundert Euro wert für ein Update? Für mich als Webdesigner ein klares Nein.

    Alles andere möchte ich als das verstehen wissen, was es ist: Eine Meinung.

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  6. von marc am 16.03.2010 (17:42 Uhr)

    Jan,

    dann stell doch den Adobe Updater einfach auf "check every month" und du musst nur mehr einmal im Monat klicken. Dann ist dieser Äger schon mal weg. Oder stell ihn ganz ab. ;-)

    Das Problem des Internet ist bekanntermaßen, dass Menschen das Lesen verlernen. Virgin hat *NUR* auf der Homepage auf das Flash Plugin verzichtet, auf allen anderen Seiten kann es durchaus zum Einsatz kommen. Ist doch wohl ein "feiner" Unterschied. Also keine Abkehr von Flash. :-)


    David,

    die Liste der Neuigkeiten ist immer lange. Smart Objects rechtfertigen z.B. bereits vollkommen den Preis. Dieses Feature erspart (mir) so viel Zeit, dass sich das Update bereits nach einem Monat amortisiert hat. Vorausgesetzt man arbeitet beruflich mit Photoshop. Und wer's nicht braucht, der kauft's eben nicht. Warum aufregen?!

    Anyway, da liegen die Probleme doch ganz wo anders, wenn man sich an solchen Details stört.

    Adobe-Hasser, Apple-Hasser, Microsoft-Hasser etc. *gääähn*
    Erfolg polarisiert eben.

    Nichts für ungut! ;-)

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  7. von Harald am 18.03.2010 (23:44 Uhr)

    Häufig ist nur die Rede von dem HTML5-Video-Element, wenn es mit Flash verglichen wird. Das ist natürlich Blödsinn und wird hier auch nicht gemacht.

    Vom Leistungsumfang (video/audio-Element, canvas, Javascript, SVG, Webforms2) kann mein Flash und HTML5 durchaus miteinander vergleichen, zumindest für RIA und den tägliche Webgebrauch - wie das für Spiele aussieht kann ich nicht einschätzen. Wenn Adobe ihre Sicherheits-, Update- und Performanceprobleme am MAC und unter Linux nicht in den Griff bekommt, wird es irgendwann eng für Adobe. Dafür müssten aber die Browserhersteller erstmal die Komponenten vollständig implementieren. Das Chaos beim Funktionsumfang von SVG in den Browsern ist bezeichnend.

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  8. von Christian am 27.03.2010 (21:08 Uhr)

    Ich denke ein Hauptproblem ist, dass sehr viele Endnutzer denken, dass HTML5 plus Javascript ressourcenschonender und absturzsicherer ist als Flash, weil sie mit der Kombination HTML plus JS keine Performance-beeinträchtigende Erfahrung haben. Das liegt jedoch zum Großteil nicht an der Technologie, sondern an den Anwendungen. Sollte man in HTML5 plus JS so komplexe Anwendungen erstellen, wie sie in Flash Gang und Gäbe sind, werden diese im Schnitt genauso gut oder schlecht laufen wie Flash-Applikationen.
    Zudem ist Javascript keine Hochsprache und nur mangelhaft objektorientiert; bei größeren Anwendungen eine schlechte Voraussetzung für absturzsicherere Anwendungen.
    Flash wird von vielen, auch den Autoren hier teilweise noch falsch oder nur teilweise korrekt begriffen. "Flash als Design- und Animationstool, bei dem Inhalte nachträglich zugänglicher gemacht werden." - Das ist nun wirklich sehr lange her. Mit dem Ausgabeformat Flash swf werden mittlerweile web-basierte Anwendungen entwickelt, die in HTML5 + JS gar nicht umzusetzen sind. Dass ein mittel komplexer Videoplayer oder ein animiertes Banner in HTML5 in absehbarer Zeit mehr Sinn macht als in Flash ist sicherlich korrekt; für viele Anwendungen trifft das jedoch schlicht nicht zu.

    Und Davids Meinung zu den neuen Features in Photoshop ist nun wirklich äußerst subjektiv. Zunächst ist die Zielgruppe von Adobe beim Produkt Photoshop nicht die der Webdesigner, hierfür gibt es z.B. Fireworks. Wenn man als Webentwickler trotzdem Photoshop benutzt, kann man sich aber nicht darüber beschweren, dass man keine neuen Features für diesen Anwendungsfall bekommt. Foto-Profis finden aber in jedem Versionsupdate Features, die den Preis wert sind.

    Es ist nicht schlimm, dass Leute so subjektiv denken; besonders hilfreich für Web-Profis ist es allerdings nicht, dass t3n dieses "gefährliche Halbwissen" in die oft technisch und sachlich sehr falsch geführten Diskussionen einspeist.

    Die ganze von Apple iniitierte Diskussion ist meiner Meinung nach ein wenig scheinheilig (und wirtschaftlich begründet). HTML5 ist ein Fortschritt für offene Webstandards. Apples komplette Plattform ist proprietär und geschlossener angelegt, als jede Umgebung zuvor (wo sind denn die Leute, die Microsoft (nicht zu unrecht) angeschrien haben wegen der Auslieferung von IE als Standardbrowser im Windows? Da hatte man als Nutzer immerhin jederzeit die Möglichkeit, auf einen anderen Standard zu wechseln. Das erlaubt Apple in der iPad-Umgebung nicht).
    Wenn man so fest davon überzeugt ist, dass HTML5 generell der bessere Standard ist, warum lässt man es nicht den Nutzer entscheiden? Ich persönlich glaube, dass beide Technologien sehr gut nebeneinander existieren können, ja müssen.

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  9. von alex am 10.11.2010 (21:31 Uhr)

    Auch WebSockets sollte man nicht vergessen, somit kann man mit HTML5 auch schon Multiplayer Games machen, was auch schon oft getan wurde (zB Quake II).

    Man sollte auch nicht vergessen das Adobe sehr langsame und bugreiche Software schreibt, die nicht gerade einem modularen Programmierparadigma folgt.

    Ich selbst hab schon einige Sachen mit HTML5 geschrieben (unter anderem auch ein Multilplayer Game), aber dennoch ist Flash noch nicht von der Bühne. Multitouch zum Beispiel funktioniert (obwohl das in Flash auch nicht wirklich funktioniert).

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  10. von Geplagter Internetnutzer am 03.09.2011 (17:31 Uhr)

    Vielleicht sollten die Web-Entwickler endlich mal an die Nutzer denken. Da hat man schon einen Breitbandanschluss und trotzdem sind die Ladezeiten sehr lange, weil die Web-Designer viel zu viel Spielereien im Kopf haben. Mir vergeht ob des viel zu vielen Flash regelrecht die Lust, bestimmte Orte im WWW aufzusuchen. Dann ist es ärgerlich, dass gerade dann eine neue Flash-Version rauskommt, wenn sich die Hardware gerade an die bestehende angepasst wurde.

    vorteil von HTML5 ist natürlich, dass es ein offener Standard ist und dass es Konkurrenzimplmentierungen geben wird, die alle die schnellste sein wollen. Vielleicht wird's ja endlich schneller.

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  11. von Erich am 26.11.2011 (05:33 Uhr)

    Christian:
    "Zudem ist Javascript keine Hochsprache [...]"
    Jo no-na, wos denn!?

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