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Von Jeopardy in den Gerichtssaal: IBMs Watson soll zukünftig Anwälte bei der Arbeit unterstützen

Von Jeopardy in den Gerichtssaal: IBMs Watson soll zukünftig Anwälte bei der Arbeit unterstützen

Ross basiert auf IBMs künstlicher Intelligenz Watson und soll Anwälten bei der Klärung rechtlicher Fragen helfen. Wir verraten euch, was das System alles kann.

Von Jeopardy in den Gerichtssaal: IBMs Watson soll zukünftig Anwälte bei der Arbeit unterstützen

Watson studiert Jura. (Screenshot: Ross)

IBM: Der Jeopardy-Gewinner Watson stellt sich in Form von acht APIs in den Dienst von Drittanbietern. (Foto: Atomic Taco / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)
Ross: Der Jeopardy-Gewinner Watson soll jetzt in Anwaltskanzleien seinen Dienst verrichten. (Foto: Atomic Taco / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Watson: IBMs künstliche Intelligenz soll Anwälten die Arbeit erleichtern

IBMs künstliche Intelligenz Watson wurde entwickelt, um Fragen in natürlicher Sprache zu verstehen und passende Antworten zu liefern. Wie gut Watson dabei ist, hat bereits 2011 unter Beweis gestellt, als das System in der Quiz-Show Jeopardy gegen zwei ehemalige Champions der Sendung antrat und gewann. Aber auch im Finanz- und Medizinsektor wird das Programm bereits an einigen Stellen eingesetzt. Jetzt soll Watson auch im juristischen Bereich tätig werden.

Möglich macht es eine Software namens Ross, die auf IBMs Watson-Technologie basiert. Ihr sollen Nutzer Fragen zu juristischen Themen wie „Kann ich einen angestellten Feuern wenn er seine Umsatzziele nicht erreicht?“ stellen, und die Software durchforstet dann entsprechende Gesetze und Urteile. Anschließend bekommt der Nutzer eine Liste von passenden Zitaten und Quellenangaben angezeigt. Eine direkte Antwort gibt Ross allerdings nicht aus. Die Software soll Anwälte nicht ersetzen, sondern sie lediglich bei ihrer Arbeit unterstützen.

Ross: Digitaler Anwalt auf Watson-Basis soll im Sommer seine ersten Einsätze haben

Ross wurde ihm Rahmen der Watson-University-Competition von den fünf Studenten Andrew Arruda, Shuai Wang, Pargles Dall’Oglio, Jimoh Ovbiagele und Akash Venat entwickelt. Das Team der Universität von Toronto konnte mit Ross den zweiten Platz in dem Wettbewerb erringen und entschloss sich anschließend dazu, das Projekt in ein unabhängiges Startup zu überführen. Das Team bemüht sich derzeit um Seed-Investitionen, um die Weiterentwicklung der Software zu finanzieren. Schon im Sommer 2015 soll Ross bei einer Reihe von kanadischen Anwaltskanzleien getestet werden.

Es ist interessant zu sehen, wie künstliche Intelligenz in immer mehr Berufsfeldern Einzug findet. Mittelfristig werden Systeme wie Watson sicherlich in vielen Branchen dazu eingesetzt werden, die Arbeit zu erleichtern. Ross ist daher nur ein weiterer, wenngleich vielversprechender, Schritt in diese Richtung.

via www.reddit.com

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2 Antworten
  1. von Tom am 30.01.2015 (18:33 Uhr)

    Im medizinischen Bereich ist das schon länger in Erprobung. In den USA nutzen es 2-3 Kliniken.
    Aktuell müsste ein Arzt 160 Stunden pro Woche lesen um alle aktuellen medizinischen Erkenntnisse zu wissen. Das ist unmöglich. Und dafür wird das eingesetzt, als Unterstützung.
    Wir generieren immer mehr Daten, können sie aber selbst gar nicht mehr einordnen.

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  2. von thowe am 31.01.2015 (11:35 Uhr)

    Aufpassen!

    In den USA (wie vor allem in den angloamerikanischen Länder) gilt "case law" (Fallrecht, Kasuistik). Damit wird "Tradition in der Rchtssprechung gewahrt. Das ist der tiefer Sinn darin.

    Das funktioniert in unserem "Rechtskreis" nicht und damit auch nicht eine technische Lösung (also Datenbank).

    Die Lösung von IBM ist sicher sehr gut. Aber gerade in diesem Bereich nicht für europäisches Recht (ausgenommen vielleicht GB) nutzbar. Denen wir einmal an das richterliche Mäßigungsrecht....

    LG & ciao

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