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iCloud: Was wir darüber wissen und was nicht

Am Montag, den 6. Juni 2011 wird die das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Nur, was wird die iCloud sein? Handelt es sich um einen Ersatz für MobileMe mit Zusätzen oder ist es das vielfach herbei geredete iTunes.com? Oder ist es am Ende nur ein müder Abklatsch eines Musikdienstes, so wie es Googles Music Beta derzeit ist? Die aktuelle Informationslage sieht so aus.

iCloud: Was wir darüber wissen und was nicht

iCloud: Riesen-Datacenter für 1 Milliarde Dollar gebaut

Auf 500.000 Quadratmetern baute Apple in North-Carolina innerhalb eines Jahres ein Riesen-Datacenter, das erst kürzlich in Betrieb genommen werden konnte. Mit einer Investitionssumme, die bei einer runden Milliarde gelegen haben soll, ist dieses Datacenter die hardwarestrategische Komponente der neuen iCloud-Dienste.

Apples Datacenter gilt als größtes privates Datacenter, das jemals erbaut wurde. Nur Regierungsorganisationen verfügen über ähnliche Boliden. Apple soll aus North-Carolina Millionen gleichzeitiger Streams ohne Performanceverluste aussenden können.

iCloud: Die Domains und das Logo

Am Mittwoch, den 1. Juni 2011 übernahm Apple offiziell die Domain iCloud.com, während sie über iCloud.org schon länger verfügt. Wohlmöglich, dass die .org Domain quasi der Notnagel gewesen wäre, wenn der Kauf der .com Domain für kolportierte 4,5 Millionen Dollar nicht geklappt hätte.

Anfang der Woche reichte Apple beim europäischen Patentamt den Begriff iCloud zur Eintragung als Warenzeichen/Wortmarke ein.

Im Eingangsbereich des Mosconecenter kündigen Plakate und Banner die am Montag beginnende Konferenz an. Hier kann man auch das Logo zu den iCloud-Diensten erspähen. Es handelt sich um eine Wolke im Aluminium-Unibody-Design...

iCloud: Verträge mit Musikkonzernen und -verlagen

Mit allen vier großen Musikkonzernen konnten mittlerweile Verträge geschlossen werden, mit Universal kurz vor knapp erst in den letzten Tagen. Auch einige der großen Musikverlage sollen bereits unterschrieben haben. Finanziell klingt die Einigung für Apple ungewöhnlich schlecht. Danach sollen bloß maximal 30% der Umsätze mit den musikorientierten iCloud-Diensten bei Apple bleiben, während die Konzerne 58% (andere Quellen sprechen von 70%) und die Musikverlage 12% erhalten würden. Weiterhin sehen die Vertragsabschlüsse angeblich Vorauszahlungen an die vier Musikkonzerne vor. Die Rede ist von 25 bis 50 Millionen Dollar, die Apple an jeden der wichtigsten Konzerne zu zahlen haben könnte.

iCloud: Musiclocker oder mehr

Vermutlich wird die iCloud nicht von Beginn an als vollwertiger Musiclocker funktionieren. Erwartet wird, dass Nutzer ihre bei iTunes gekauften Songs in der Cloud ablegen und von jedem Ort streamen lassen können. So wäre zumindest vorerst das Rechteproblem geklärt. Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass sich Nutzer für einen Dienst begeistern würden, der es lediglich erlaubt, ihre iTunes-Einkäufe zu streamen und den Rest der Medienbibliothek außen vor lässt. Andererseits sind es gerade diese anderen Quellen und Dateien, die den Rechteinhabern vermutlich größere Kopfschmerzen bereiten werden.

iCloud: Videostreaming in der Planung?

Konsequent wäre es natürlich, man ermöglichte dem Nutzer auch die Ablage seiner digitalen Videosammlung in der iCloud. Hierzu gibt es bislang keine einzige offizielle Aussage. Amerikanische Medien spekulieren jedoch fleißig in diese Richtung. Zumindest zum Start des Dienstes dürfte meines Erachtens mit der Integration von Video in das Nutzungsmodell nicht zu rechnen sein.

iCloud: Container für weitere iTunes-Store-Inhalte

Denkbar ist natürlich, dass die iCloud letztlich ein Aufbewahrungsort für alle Inhalte werden kann, die über den iTunes-Store erworben werden können. Hierzu gehören neben Filmen und Musik dann auch Apps für iOS-Geräte und Fernsehserien. Die Wahrscheinlichkeit indes ist gering. Bei Apps wäre die Speicherung Unsinn. Immerhin sind die ohnehin an das Nutzerkonto gebunden und können beliebig oft herunter geladen werden. Bei Fernsehserien greift die Rechteproblematik.

iCloud: Ersatz für MobileMe

Erwartet wird, dass iCloud der neue Oberbegriff für alle cloudbasierten Appledienste ist. Dementsprechend logisch wäre die Ablösung der MobileMe-Services durch die iCloud. E-Mail, Kalender, Galerien, iDisk, sowie die Find My Device-Angebote könnten also künftig unter dem iCloud-Logo segeln.

Betrachtet man iCloud als Ersatz für MobileMe klärt sich die Frage, ob wir es hier mit einem kostenfreien oder kostenpflichtigen Dienst zu tun bekommen werden. Während darüber spekuliert werden darf, ob manche Dienstteile kostenfrei zugänglich werden, sollte doch klar sein, dass hier mindestens der bisher schon für MobileMe aufgerufene Preis von 79 Euro pro Jahr für die Einzellizenz mit 20 GB Speicher zu erwarten sein wird.

9to5Mac berichtet unter Berufung auf die LA Times von einer kostenlosen Einführungsphase, sowie einem nachfolgenden Aufschlag von 25$ jährlich, wahrscheinlich zu den 99$ für die MobileMe-Nutzung hinzu. So käme man auf runde 125 Dollar, etwa 100 Euro jährlich.

Gerüchten zufolge, will Apple iCloud-Dienste für diejenigen kostenfrei machen, die auf das aktuelle Mac OS X Lion upgraden. Ich halte das für eher unwahrscheinlich, war doch Apples Strategie bislang sehr monetarisierungorientiert. Ich erinnere nur an das vorletzte Mac OS Update, das für 29 Euro erstanden werden musste, obschon selbst Experten es bestenfalls als Servicepack bezeichneten. Indes, eine ganz kurze kostenlose Phase, etwa drei Monate, könnte wohl denkbar sein.

iCloud: Der Starttermin

Einig sind sich die Tech-Medien darin, dass es am kommenden Montag mit größter Wahrscheinlichkeit nicht zum Launch der iCloud-Dienste kommen wird. Vielmehr wird die bloße Ankündigung mitsamt vermutlich beeindruckender Präsentation erwartet. Wir von t3n werden selbstverständlich die Keynote begleiten und euch direkt die frischesten News dazu liefern.

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3 Antworten
  1. von Vincent am 04.06.2011 (14:30 Uhr)

    Hört sich sehr interessant an. Wusste zuvor noch nicht genau was die iCloud sein soll, bin auf jedenfall sehr gespannt. Die Ausgaben von einer halben Milliarde sind ja sehr hoch, da denke ich werden die auch was vernünftiges bieten!

    Ich denke der Dienst ist wie bisher auch MobileMe kostenpflichtig. Der Preis für Lion könnte schon etwas höher sein als beim letzten Snow Leopard Update. Denn die Oberfläche wird ja vermutlich komplett erneuert!

    Gruß
    Vincent

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  2. von Nyla Golt am 03.08.2012 (05:23 Uhr)

    A considerate perception and ideas I am going to use on our site

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