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Idealo und Ladenzeile: Axel Springer will Mehrheitsbeteiligung verkaufen

    Idealo und Ladenzeile: Axel Springer will Mehrheitsbeteiligung verkaufen

Idealo und Ladenzeile müssen weg: Obwohl die Shopping-Plattformen gutes Geld verdient haben, plant Springer den Verkauf. (Foto: Axel Springer)

Die Preisvergleichs- und Shopping-Portale Idealo und Ladenzeile haben in den letzten Jahren zu guten Bilanzen bei Axel Springer beigetragen. Warum sich das Medienhaus davon jetzt dennoch trennen will.

Axel Springer will sich offenbar von seinen Mehrheitsbeteiligungen an den Preisvergleichsdiensten Idealo und Ladenzeile trennen. Das berichtet mit Berufung auf mehrere voneinander unabhängige Quellen der Venture-Capital-Experte Sven Schmidt im Podcast von Online Marketing Rockstars. Die Investmentbank GCA Altium spreche derzeit mögliche Interessenten an. Offen ist noch, ob ein Investor gleich in beide Unternehmen einsteigt oder ob die beiden Unternehmen getrennt voneinander veräußert werden.

Axel Springer hatte bereits 2006 74,9 Prozent von Idealo übernommen, Idealo seinerseits die Mehrheit an der Visual Meta GmbH, die europaweit Produktsuchmaschinen wie Ladenzeile und Shopalike betreibt. Aktuell besitzt Axel Springer laut Handelsregister 75 Prozent an der Visual Meta GmbH.

Mit Idealo und Ladenzeile hat Axel Springer gutes Geld verdient

Als Käufer in Frage kommen zum einen klassische Medienunternehmen wie Pro-Sieben-Sat.1, die neben dem traditionell hohen Traffic-Anteil, der über Suchmaschinen kommt, durch entsprechende Fernsehwerbung, redaktionelle Einbindung und über eigene Portale ein zweites Standbein (und damit mehr Unabhängigkeit von Google) bieten können. In Frage kommen aber auch Unternehmen aus dem Private-Equity-Umfeld.

Für das Unternehmen haben sich beide Beteiligungen bisher ausgezahlt: Experten schätzen, dass Idealo in guten Jahren einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund 40 Millionen Euro jährlich erzielt hat. Aktuell dürften es nach diversen Änderungen im Google-Algorithmus, die darauf abzielen, den Google-eigenen Dienst Google Shopping zu pushen, deutlich weniger gewesen sein – von gerade einmal der Hälfte ist die Rede, Tendenz aber steigend. Auch Visual Meta soll Gerüchten zufolge rund 20 Millionen Euro EBIT erzielt haben.

Axel Springer muss Finanzmärkte zufriedenstellen

Warum also trennt sich Axel Springer von Beteiligungen, die eigentlich auch in Zukunft funktionieren können? Grund hierfür dürften die Kapitalmärkte sein: Denn Investoren hatten in der Vergangenheit kritisiert, Axel Springer sei nicht fokussiert genug und konzentriere sich nicht genug auf das Kerngeschäft, das neben der abnehmenden Medienproduktion inzwischen vor allem aus Werbevermarktung und Classifieds besteht. Hinzu kommt: Gelingt der Verkauf von Idealo und Ladenzeile, würde Vorstandschef Matthias Döpfner der Börse beweisen, dass Axel Springer über seine M&A-Aktivitäten tatsächlich Wert generiert.

Dass gerade Idealo noch Potenzial und interessante Pläne hat, haben wir im Interview mit Idealo-Geschäftsführer Jörn Rehse gehört.  Danach ist Idealo für viele Händler der wichtigste Traffic-Lieferant und wandelt sich gerade von der reinen Preissuchmaschine hin zur Plattform, die den Händlern über zusätzliche Funktionen mehr Conversion bescheren soll. Die Frage, wie erfolgreich gerade Idealo in Zukunft sein kann, macht sich aber auch daran fest, in welchem Umfang das Unternehmen es schafft, Kunden ohne mobile-optimierten Shop das Feature Idealo-Direktkauf schmackhaft zu machen. Damit kauft der Kunde direkt über das Mobilportal von Idealo.

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