IFA Tablet-Highlights: Lenovo, Medion, Toshiba & Co. gegen das iPad

IFA Tablet-Highlights: Lenovo, Medion, Toshiba & Co. gegen das iPad
Tablets sind auf der IFA, die heute zu Ende geht, das absolute Top-Thema. Kaum ein Hersteller verzichtet auf ein entsprechendes Android-Modell. Wie viele es aber tatsächlich nach Deutschland bzw. in die EU schaffen, entscheidet wohl diese Woche das Landgericht Düsseldorf.

Klare Sicht auf Tapp-lets

Der Putzlappen ist das Accessoire der Saison, zumindest wenn man die 2011 als Maßstab nimmt. Denn auf der Funkausstellung in Berlin gehörten Mitarbeiter mit feinen Tüchern in der Hand zu den meistbeschäftigten der Messe. Unentwegt galt es, Tablet-Bildschirme von den Tappern der Besucher zu befreien. Anders gesagt: (Android-) sind wohl das Thema der Messe schlechthin und wurden auch ausgiebig ausprobiert.

Ein Tablet sorgte auch für den größten Aufreger der IFA: Samsungs Galaxy Tab 7.7 wurde nach nur einem Tag von der Messe entfernt. Apple hatte im laufenden Rechtsstreit mit Samsung eine einstweilige Verfügung erwirkt, weshalb der koreanische Hersteller die ausgestellten Geräte – während des laufenden Messebetriebs – vom Stand verschwinden lassen musste.

Nach Alternativen musste man allerdings nicht lange suchen, kaum ein Hersteller verzichtete auf ein Android-Tablet in seinem IFA-Portfolio. Geräte mit Alleinstellungsmerkmalen waren dagegen schwieriger zu finden. Nach dem zehnten Tablet fällt es deshalb schwer, sich an relevante Unterschiede zu erinnern: „Naja, ein Android-Tablet eben...“ lautete hier zumeist das Fazit.

Und der Preis bewegt sich doch

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Lenovo IdeaPad

Preislich schien der Tablet-Markt bisher weitgehend festgefahren: Die namhaften Android-Hersteller orientieren sich an Apple, vernünftige Geräte mit vollem Android-Support sind unter 500 Euro selten. Langsam kommt aber Bewegung in die Sache: Der chinesische Hersteller Lenovo hat angekündigt, dass das auf der IFA vorgestellte IdeaPad A1 nur 199 US-Dollar kosten wird. Das 7-Zoll-Tablet hat einen 1-GHz-Prozessor, allerdings mit nur einem Kern, eine Display-Auflösung von 1024x600 Pixel sowie eine Front- und 3-Megapixel-Rückseiten-Kamera. Der Kampfpreis hat allerdings auch den Nachteil, dass der User auf eine aktuelle Android-Version verzichten muss. Denn während die meisten aktuellen Android-Tablets auf Basis von 3.x laufen, steckt im IdeaPad A1 nur 2.3.4 (Gingerbread). Das Design ist nicht besonders auffallend (außer vielleicht, dass es auch mit pinkem Gehäuse erhältlich sein wird), die Verarbeitung sah beim IFA-Modell aber absolut solide aus. Ob das Gerät jemals in Deutschland erscheinen wird, ist dagegen fraglich. Auf der IFA meinten Lenovo-Vertreter, dass man erst die Nachfrage abwarten wolle.

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Medion Lifetab

Auch im Segment der 10-Zoll-Geräte könnte ein Tablet-Debütant den Markt über den Preis aufmischen: Der deutsche Hersteller Medion, der als Aldi-Lieferant bekannt geworden ist, aber seit Juli dieses Jahres zu Lenovo gehört, hat auf der IFA ebenfalls sein erstes Tablet vorgestellt. Herzstück des Lifetab P9514 ist ein Nvidia Tegra 2 Dual-Core-Prozessor mit 1 GHz, das Display hat eine Auflösung von 1280x800 Pixel. Mit 3.2 hat Medion eine aktuelle Version des Google-Betriebssystems an Bord. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum gab Medion nicht bekannt, das Lifetab P9514 soll aber noch in diesem Jahr – rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft – auf den Markt kommen. Einen Preis nannte das Unternehmen aus Essen ebenfalls nicht, laut Engadget besagen Gerüchte, dass es 399 Euro kosten wird.

E-Reader, in Farbe, und bunt

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Pocketbook A10

Ein weiterer Tablet-Neueinsteiger heißt PocketBook: Das ukrainische Unternehmen, das bisher auf E-(Ink-)Reader spezialisiert war, versucht es mit dem A10. Der Zehnzöller, der ab November erhältlich sein und rund 300 Euro kosten wird, entfernt sich nicht weit von den Wurzeln der Firma: Durch seine eher sparsame Ausstattung (Auflösung 1024x768 Pixel, 4 GB Speicher, Gingerbread-Android) ist es alles andere als eine Multimedia-Maschine, sondern vielmehr ein E-Reader in bunt. Zielgruppe sind offensichtlich Leseinteressierte, die auch ganz nebenbei zum Beispiel ihre E-Mails checken wollen. Unterstrichen wird diese Ausrichtung durch das ungewöhnliche Design: So sind die Bedienelemente auf der Längsseite angebracht, zu den Android-üblichen Tasten gesellen sich zwei große Vor- und Zurück-Buttons, was ganz klar zum Blättern in digitalen Büchern gedacht ist.

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Toshiba AT200

Neues gab es auch von auf der IFA zu sehen, und zwar das AT200-Tablet. Die Japaner nannten zwar keinen Preis, es ist aber höchst unwahrscheinlich, dass das Gerät ein Schnäppchen wird. Design und Ausstattung des Honeycomb-Gerätes orientieren sich nämlich eindeutig an und Galaxy Tab, der Edel-Kategorie also. Darauf deuten auch Gewicht und Maße hin: Mit seinen 558 Gramm ist es um etwa 42 Gramm leichter als das iPad 2. Zudem ist das Toshiba-Tablet mit 7,7 Millimetern sogar dünner als das aktuelle Apple-Gerät (8,8 Millimeter).

Landgericht Düsseldorf entscheidet mit, was auf den Markt kommt

Die entscheidende Schlacht wird für die Hersteller von Android-Geräten kommenden Freitag geschlagen: Am 9. September soll nämlich am LG Düsseldorf das Urteil zur Causa Apple vs. Samsung fallen. Sollten die Richter in dem Streit, in dem es vor allem um das Design des Galaxy Tab geht, Apple Recht geben, dann könnten auch die anderen Hersteller ein Problem bekommen. Denn wie das Samsung-Tab haben auch deren Geräte ein ähnliches Format und abgerundete Ecken...

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