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Ratgeber

Die besten Illustrator-Alternativen für Windows, Mac und Linux

Es muss nicht immer Adobe-Illustrator sein. (Bild: Autodesk)

In Zeiten von SVG und Retina-Displays werden Vektor-Editoren zur natürlichen Konkurrenz für Photoshop. Auch in diesem Bereich ist Adobe mit seinem Illustrator der Platzhirsch. Wir zeigen Alternativen.

Adobe und die Fehlentscheidung des Jahrzehnts

Noch vor wenigen Jahren durfte sich Adobe fast schon als Alleinherrscher des grafischen Marktes betrachten. Kaum ein Wettbewerber zeigte sich, und wenn doch, dann nur mit gebremstem Schaum. Speziallösungen für einzelne Aufgaben gab es einige, aber große Allrounder wie Photoshop oder Illustrator wurden, wohl mangels realistischer Erfolgschancen, nicht ernsthaft in Angriff genommen.

Dann entschied sich Adobe dafür, seine Kunden zu zwingen, ein monatlich oder jährlich zahlbares Abo abzuschließen, wenn sie weiterhin die Produkte nutzen wollten. Aus der Sicht eines treuen Adobe-Kunden war das zunächst kein größeres Problem. Denn wenn man bisher ohnehin schon die jährlichen Updates mitgemacht hatte, dann kostete das Abo genauso viel wie die Einzelupdates. Und das neue Modell ergab den Vorteil, durch die monatlichen Zahlungen die eigene Liquidität etwas zu strecken und die theoretische Möglichkeit, dass Updates nicht mehr nur einmal im Jahr ausgespielt werden konnten.

Allerdings gab es eine nennenswerte Zahl an Kunden, die eben nicht jedes Update mitmachten. Das konnte man durchaus vertreten, denn die Neuerungen waren, wie bei jeder anderen ausgereiften Software, zumeist für die Alltagsaufgaben verzichtbar.

Der Abo-Zwang und der damit verbundene Sturm der Entrüstung in der Grafikdesign-Branche ermutigte offenbar andere Hersteller, es nun doch ernsthaft zu versuchen. Dabei kamen durchaus einige interessante Alternativen zustande, die teilweise bereits dabei sind, Adobe den Rang abzulaufen.

Wir haben uns bemüht, eine möglichst vollständige Übersicht der Alternativen zu erstellen. Alle vorgestellten Lösungen arbeiten mit SVG, manche nativ, alle zumindest zusätzlich. Fehlt eine Software, die nach eurer Meinung auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf, würden wir uns über einen entsprechenden Hinweis in den Kommentaren freuen.

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Plattformübergreifende Illustrator-Alternativen

Gravit

Gravit (Screenshot: t3n)

Gravit ist eine reine Web-App, die kostenlos ist und alle wichtigen Vektor-Bearbeitungsmöglichkeiten bietet. Der Export kann nach JPG, PNG oder SVG erfolgen. Zusätzlich werden eure rohen Dateien in der Gravit-Cloud gesichert.

Die Benutzeroberfläche der App wird Grafikdesigner nicht vor Rätsel stellen. Die Bedienung ist schnell erlernt, wenn man nicht völlig unerfahren in der Vektorbearbeitung ist. Gravit steht auch als Chrome-Extension zur Verfügung.

  • Website: Gravit.io
  • Preis: kostenlos
  • Kompatibilität: Web-App, daher für alle Betriebssysteme geeignet
  • Review: Sketch, Illustrator or Fireworks? Exploring A New Free UI Design App: Gravit | Smashing Magazine

Gravit Designer 2

Illustrator-Alternativen: Gravit Designer 2 (Screenshot: t3n)

Gravit Designer 2.0 ist die Fortentwicklung des eben vorgestellten Gravit. Anders als Gravit wird die Software zusätzlich zur Web-App als native App jeweils für macOS, Windows und Linux bereitgestellt. Gravit Designer 2.0 kann bereits verwendet werden, ist aber ausdrücklich als Preview gekennzeichnet. Ob der Designer kostenlos bleiben wird, können wir im Moment nicht versprechen.

Gravit Designer entfernt als native App einige Limitierungen der bisherigen Web-App. So ist es in der Lage, mehrere Seiten in einem Dokument zu verwalten sowie auf Systemfonts zuzugreifen. Die Benutzeroberfläche ist detaillierter und ausgereifter als jene des Vorläufers Gravit. Sie erinnert stark an die UI der aktuellen Adobe-Produkte.

Das Tool ist brandneu und gehört sicherlich zu den interessantesten Alternativen zu Illustrator. Derzeit werden im Wochenrhythmus neue Features eingebaut.

  • Website: Designer.io
  • Preis: in der Preview kostenlos, später noch unklar
  • Kompatibilität: Native Apps für macOS, Windows und Linux; Web-App für alle Betriebssysteme geeignet

Vectr

Vectr (Screenshot: t3n)

Vectr schlägt in die gleiche Kerbe wie Gravit Designer und bietet ebenfalls ein komplettes Featureset für die Vektorbearbeitung. Die Funktionalität der nativen Apps ist identisch zur Web-App.

Eine Besonderheit des Produkts ist die Zielsetzung: Vectr will das Google Docs der Vektorbearbeitung werden. Im Team lässt es sich dann in Echtzeit gemeinsam an den Dateien arbeiten.

Derzeit läuft Vectr nur in Chrome vollständig, eine entsprechende Chrome-Extension bringt die Offline-Fähigkeit mit. Jede Grafik in Vectr erhält eine eindeutige URL. Grafiken können so in bestehende Designs eingebettet werden und ändern sich an dieser Stelle automatisch, wenn die Ursprungsdatei bearbeitet wird. Ansonsten unterstützt Vectr mehrere Seiten und Ebenen und arbeitet nativ mit SVG.

Auch die UI von Vectr erinnert sehr stark an die Produkte aus dem Hause Adobe. Ganz frisch ist das Vectr WordPress-Plugin, das es euch erlaubt, Grafiken direkt innerhalb eines WordPress-Posts zu bearbeiten.

Viel Wert legen die Macher hinter Vectr auf die Dokumentation. Die meisten Features könnt ihr euch mit aussagekräftigen Videos erläutern lassen. Das beschleunigt den Einstieg ungemein.

  • Website: Vectr
  • Preis: kostenlos
  • Kompatibilität: Native Apps für macOS, Windows und Linux; Web-App für alle Betriebssysteme geeignet
  • Review: Vectr 1.0: Vektorgrafiken für jedermann | Dr. Web

Inkscape

Illustrator-Alternativen: Inkscape (Screenshot: t3n)

Anfang des Jahres 2017 ist die aktuelle Version 0.92 des Vektor-Editors Inkscape erschienen. Zwei Jahre Entwicklungszeit stecken in der aktuellen Fassung und zahlreiche Neuerungen bezeugen den Zeitbedarf.

Die standardkonforme Umsetzung hat bei Inkscape besondere Priorität. Um etwa dem CSS-Standard zu entsprechen, wurde die Standardauflösung von 90 auf 96 dpi angehoben. Die Software bietet verschiedene Konvertierungsoptionen an, wenn ihr versucht, eine ältere Inkscape-Datei zu öffnen.

Insgesamt haben sich die Entwickler darauf fokussiert, möglichst viele SVG2- und CSS3-Eigenschaften zumindest korrekt im Programm darzustellen. Über die Benutzeroberfläche lassen sich allerdings nicht alle dieser Eigenschaften dann auch ändern. Die Verwendung komplexer Gitterverläufe erfordert unter Inkscape 0.92 keine Tricks mehr, sondern steht als Standardfunktion bereit.

Inkscape ist Open Source und steht kostenlos für Windows, macOS und Linux zur Verfügung. Die Software ist der Dinosaurier unter den hier vorgestellten Lösungen und spielt im Feature-Bingo ganz vorne mit. Neuere Lösungen wie Vectr oder Affinity Designer sind allerdings einfacher zu bedienen.

  • Website: Inkscape
  • Preis: kostenlos
  • Kompatibilität: Native Apps für macOS, Windows und Linux; keine Web-App

Boxy SVG

Boxy SVG (Screenshot: t3n)

Boxy SVG ist eine kostenlose Lösung für die schnelle Bearbeitung von SVG-Dateien. Optisch folgt die App dem Gaming-Ansatz, was zwar die Bedienung einfach werden lässt, aber schon Rückschlüsse auf die Begrenztheit des Featuresets erlaubt.

Boxy SVG gibt es zum einen als Chrome-Extension, zum anderen als native Mac-App. Wenn ihr euch einen Überblick der Funktionalität verschaffen wollt, besucht die Website. Dort könnt ihr in der Demo ein paar vorgefertigte SVG-Dateien bearbeiten.

Boxy SVG hat viele Fans, die die App gerade wegen ihrer Einfachheit lieben. Die Kritiker beschweren sich über das, besonders im Vergleich zu Inkscape, limitierte Featureset.

Neben den Formaten SVG und SVGZ, die Boxy SVG sowohl im-, als auch exportieren kann, unterstützt die App JPG und PNG. Wer auf reines SVG Wert legt, sollte sich Boxy auf jeden Fall mal ansehen.

  • Website: Boxy SVG
  • Preis: kostenlos
  • Kompatibilität: Chrome-Extension und native App für macOS

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5 Reaktionen
Guru
Guru

Danke für die Überschrift. Ich nutze zwar Adobe Premiere Pro seit zehn Jahren, weigere mich aber das Abo-Modell zu nutzen. Diesen Zwang eines Herstellers hasse ich und werde bei Gelegenheit umsteigen.

Hierzu, Alternativen zu Premiere Pro, wäre ein Artikel klasse!

Andi
Andi

Auch einen Blick wert und bei mir seit den 90er im Einsatz...
XARA (Designer Pro oder Page & Layout Designer).

Steven

Mein Persönlicher Favorit ist immernoch Inkscape.

Auch wenn die Software noch etwas buggie ist und unter Windows gerne mal Abstürzt, denke ich das mit dem ersten 1.0er Release sich eine Stabile und Komforable Software geformt hat.

Die anderen alternativen kenne ich teilweise gar nicht.
Die muss ich wohl mal testen :-)

Paul
Paul

Lüg nicht. Die neuste Inkscape-Version ist 0.92.1.

Thomas
Thomas

Hi, ihr habt vergessen Figma zu erwähnen.

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