Das Patent wurde von Apple nicht wie gewöhnlich in den USA eingereicht, sondern bei der World Intellectual Property Organization (WIPO) in der Schweiz. Taktisch gesehen war das sicher die richtige Entscheidung, denn neue Patentanträge von Apple werden in den USA schnell verbreitet. So konnte sich Apple einen Vorteil von sieben Monaten erarbeiten und steckt vermutlich schon mitten in der Entwicklungsarbeit.
iMac/iPad und OS X/iOS in einem Gerät vereint
Berührungsempfindliche Bildschirme für Desktoprechner sind nicht unbedingt neu, dennoch werden sie meist nur für ganz spezielle Anwendungsbereiche genutzt und weniger für universelle Arbeitsgeräte. Der Grund dafür lag bisher in den verfügbaren Betriebssystemen. Während herkömmliche Betriebssysteme nicht für Touchscreens ausgelegt sind, liegt das Problem bei den mobilen Systemen, die Multitouch-fähig sind, eher in der zu geringen Auflösung.
Die Lösung von Apple: Man packt einfach OS X und iOS auf einen Rechner und stellt je nach Betriebsart auf das vorgesehene System um. Gelingen könnte dies beispielsweise mit einem Sensor, der die Lage des schwenkbaren Bildschirm misst und ab einem bestimmten Winkel automatisch umschaltet. Denkbar wäre aber auch eine nutzergesteuerte Schaltung, die quasi auf Knopfdruck zwischen OS X und iOS umschalten kann. Aus einem 27-Zoll-iMac könnte somit im Handumdrehen ein 27-Zoll-iPad werden - sicher ein Traum nicht nur für die Apple-Fanboys.
System-Switch auch für MacBooks
Die wohl größten Nachteile des iMac/iPad-Modells wären die Größe und das Gewicht des Geräts, die seinen Platz auf dem Schreibtisch festlegen. In dem Patentantrag von Apple ist aber auch von einer mobilen Lösung die Rede, die dann ebenfalls einen System-Switch erlauben soll. Aus einem MacBook mit OS X könnte dann ebenso leicht ein Tablet mit iOS werden. Wie genau das dann aussehen könnte, ist in dem Antrag leider nicht zu sehen. Interessant wäre hier unter anderem die Frage, ob die Tastatur des MacBooks dann auch für das Tablet genutzt werden kann oder ob sie außer Funktion gesetzt wird.
Fazit:
Die Idee Touchscreen-Funktionalität auch auf Desktop-Rechner zu bringen hat ganz sicher viel Potential. Bei der Hardware sollte es kaum größere Probleme geben. Einzig die Preise für Touchscreens mit hoher Auflösung und in iMac-Dimensionen könnten anfänglich für Produktionsengpässe und hohe Preise sorgen.
Weitaus wichtiger scheint aber die Softwareseite zu sein, denn zwei Betriebssystem auf einer Hardware laufen zu lassen, die sich automatisch wechseln lassen und vollkommen andere Bedienungskonzepte mitbringen, stellen schon eine gewisse Herausforderung dar. Doch Apple hat mit seinen schon jetzt recht gut aufeinander abgestimmten Betriebssystemen OS X und iOS hier einen besonderen Trumpf im Ärmel. Schafft es Apple eine benutzerfreundliche Verbindung zwischen den beiden Welten zu entwickeln, dürfte damit der nächste größere Evolutionsschritt in der Entwicklung der Computer eingeläutet werden.
Weiterführende Links:
- Apple klagt wieder gegen Samsung – 10 Smartphones und 5 Tablets betroffen - t3n News
- Apple beantragt Patent zur Gesichtserkennung für iPhones und iPads – à la Android - t3n News
- HTC droht Verkaufsverbot für Smartphones in Deutschland [Update] - t3n News
- Motorola erwirkt Verkaufsverbot für mehrere Apple-Produkte in Deutschland - t3n News
- Patent-Wirrwarr im Smartphone-Geschäft: Wer verklagt wen? (Übersicht) - t3n-News






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2 Antworten
von Tino CHe Relhcie via facebook 24.08.2010 (10:47Uhr) 1.
"die dann ebenfalls einen System-Switsch" - wo is der fehler ? ;)
von Falk Hedemann via facebook 24.08.2010 (13:16Uhr) 2.
Switch is reloaded ;-)