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Startups

Wikipedia für Nachrichten: Wie Infobitt die News-Welt umkrempeln soll

    Wikipedia für Nachrichten: Wie Infobitt die News-Welt umkrempeln soll

Crowdsourced-News von dem Wikipedia-Mitbegründer. (Screenshot: Infobitt)

Mit Infobitt will Larry Sanger nach eigenen Angaben eine Art Wikipedia für Nachrichten aufbauen. Wir verraten euch, wie sich der Wikipedia-Mitbegründer das vorstellt.

Infobitt: Die Crowd soll Fakten sammeln

Der Philosoph Lawrence „Larry“ Sanger ist vor allem für seine Arbeit an Wikipedia und dessen Vorgänger Nupedia bekannt. Auch wenn er sich seitdem von seinem ehemaligen Weggefährten Jimmy Wales und dem freien Online-Lexikon abgewendet hat, scheint ihn das Thema Crowdsourcing nicht loszulassen. Mit Infobitt will er jetzt sogar eine Art Wikipedia für Nachrichten erschaffen.

Für Sanger besteht das Problem bei aktuellen Entwicklungen darin, dass Fakten über verschiedene Artikel verstreut sind. Kaum jemand habe die Zeit, die alle zu lesen. Genau da soll Infobitt ins Spiel kommen. Über die Seite können Nutzer einzelne Fakten aus einem Artikel inklusive Quelle eintragen. Die sollen in Form eines Satzes und maximal 200 Zeichen angezeigt werden. Anschließend entscheidet die Crowd darüber, in welcher Reihenfolge die einzelnen Fakten angeordnet werden sollen. Logischerweise sollen die wichtigsten Informationen natürlich oben stehen.

Infobitt: So werden die Nachrichten auf der Crowdsourcing-Seite präsentiert. (Screenshot: Infobitt)
Infobitt: So werden die Nachrichten auf der Crowdsourcing-Seite präsentiert. (Screenshot: Infobitt)

Infobitt: Demokratisches Prinzip soll Plattform „neutral“ halten

In einer Fragestunde auf Reddit wurde Sanger gefragt, wie er dafür sorgen will, dass Infobitt neutral bleibt und nicht zur Meinungsmache genutzt wird. Neben einem entsprechenden Regelwerk soll vor allem die demokratische Natur des Dienstes automatisch dafür sorgen. So ganz scheint aber auch er nicht davon überzeugt. Denn er kann es sich auch vorstellen, gegen Gruppen, die bestimmte Meinungen über die Plattform verbreiten wollen, vorzugehen. Dazu will er notfalls auch Menschen mit gegensätzlicher Überzeugung rekrutieren oder technische Maßnahmen einführen.

Ob sich das Web auf Infobitt stürzen wird, wie auf Wikipedia, bleibt vorerst fraglich. Dennoch ist es natürlich ein interessantes Crowdsourcing-Projekt. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das Projekt entwickelt. Immerhin konnte Sanger nach eigenen Angaben bereits erfolgreich Kapital für sein Startup einsammeln. 2015 soll Infobitt dann aus der Beta-Phase heraus kommen.

via www.producthunt.com

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2 Reaktionen
Votes und Gegenvotes
Votes und Gegenvotes

Die Idee wurde schon in t3n.de/news/newsclip-se-journalismus-web-app-584592/ aufgeworfen.

Der Denkfehler ist, das es nur eine einzige Wahrheit gibt. Sobald man anfängt was aufzuschreiben lässt man Dinge weg und betont vielleicht die "falschen" Dinge.

Wenn ich sowas machen würde, wozu man ein Land braucht wo die Regularien so sind, das die Informatiker gut und die Verwaltungen schlank bezahlt werden, würde ich dieselben News für Rechte und Linke passend aufbereiten.
Es gibt ja auch Popcorn mit Salz und mit Zucker.
Dann wird jeder zufrieden.
So lange man eine einzige Wahrheit will hat man ein Problem. Siehe Wikipedia und Edit-Wars.
Beim Parteitag kriegt man hoffentlich auch etwas anderes als Kaffee und nicht jeder muss in der Zigaretten-Pause (womöglich dieselbe Marke) rauchen. Hier ist ja keine Mangelwirtschaft.
infobitt will durch Demokratie festlegen welche Wahrheit heute gilt.
Mir wäre lieber jede Partei regiert so viel Prozent wie sie eingesammelt hat. Wer 11% hat, regiert die 11 Prozent der 500(?) Wahlbezirke wo sie am höchsten waren.
Anhand der Bewertungsklicks kann man dementsprechend bestimmen wie weit höher und wie viel Platz Aussagen und Aussage-Blöcke kriegen.
Wichtig wäre auch das mal Alternativen also bessere klarere eindeutigere Formulierungen vorschlagen kann und die Wähler dann zu den besseren Alternativen wandern.
Als Diskussionssystem wäre das auch sinnig.
Dadurch das man Meinung und Gegenmeinung sähe, kann man selber anfangen nachzudenken. Bei Fachkräftemangel-Meldungen und Meldungen zu IT-Löhnen (oft nur bei Großkonzernen mit Tarif-Vertrag bzw. für SAP-Berater) sieht man auch immer Leute die das Gegenteil behaupten. M.E. ist es nicht sinnvoll, eine einzige Wahrheit zu verkünden.
Sowas haben Zeitungen früher gemacht. Die Eigentümer-Familie war eher links bzw. rechts und dann wurde bei bestimmten Artikeln entsprechend gewichtet. Ein Großteil der anderen Artikel kam von (dpa) usw. und News-Google zeigt das bei "ausgeblendete Artikel anzeigen" klar auf.

Na ja. Mal sehen was das gibt. Vielleicht funktioniert es ja gut.
News könnten deutlich besser sein.
Dummerweise macht man sich damit eher selten Freunde.

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kujulian
kujulian

Ich finde die Idee wirklich atemberaubend. Die Idee. Bei der praktischen Umsetzung stellt sich für mich jedoch - die bereits oben angeführte Frage - der Meinungsmache. Nachrichten sind Informationen mit großem Machtgehalt, das ist bekannt. Medien nutzen Nachrichten und Auslegungen von Informationen um bestimmte - gesellschaftlich anerkannte - Meinungen zu vertreten und zu generieren. Wird nun eine unabhängige Website zum Sprachrohr der Nachrichtenindustrie, wäre dies auf einer Seite ein interessanter Versuch zur objektivierung von Nachrichten, auf der anderen Seite eine gefährliche Lücke im System für progandierende politische Meinungsgruppen zum Beispiel. Gelingt es Sanger das Projekt mit technischen Restriktionen jedoch so umzusetzen, wie es seine Vision ist, wäre das bahnbrechend und zwar nicht nur aus unternehmerischer Perspektive. Ich wünsche der Menschheit zu liebe viel Erfolg.

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