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Mach es neu, mach es besser! Mit diesen 5 Strategien förderst du Innovationen in deinem Unternehmen

Mach es neu, mach es besser! Mit diesen 5 Strategien förderst du Innovationen in deinem Unternehmen

Wir haben fünf bekannte und bewährte Strategien für euch zusammengetragen, mit denen ihr für mehr Innovationen sorgen und das kreative Potenzial eures Unternehmens endlich voll entfalten könnt.

Mach es neu, mach es besser! Mit diesen 5 Strategien förderst du Innovationen in deinem Unternehmen

Foto: © Brian Jackson – Fotolia.com

Dieser Artikel erscheint parallel auch auf XING spielraum, dem Themen-Portal für eine neue Arbeitswelt, im Rahmen der dortigen Themenwoche „Innovation“.

Gerade in der Digitalbranche sind Innovationen der Schlüssel zum geschäftlichen Erfolg. Doch wie stelle ich sicher, dass mein Unternehmen seine Innovationspotenziale voll ausschöpft und sich nicht auf dem Erreichten ausruht? Wir haben bekannte und bewährte Strategien für euch zusammengetragen.

1. Die Blue-Ocean-Strategie

Der blaue Ozean versinnbildlicht neue, unentdeckte Märkte. (Foto: Stephanie Watson Photography / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

2005 veröffentlichten die Professoren W. Chan Kim und Renée Mauborgne ihr Buch „Blue Ocean Strategy“. Hier argumentieren sie, wie Unternehmen sich langfristig Erfolg und Marktanteile sichern: Statt sich im Konkurrenzkampf mit ihren Wettbewerbern in bestehenden Märkten zu verlieren, sollten sie ganz neue, noch unerschlossene (Teil-)Märkte für sich eröffnen – die „Blue Oceans“.

„Unentdeckte Weiten statt Wettbewerbs-Gedrängel.“

Die Methoden und Tools, die dabei helfen, solche unentdeckten Ozeane für sich zu entdecken, liefern die Autoren im Buch gleich mit. Im Kern geht es darum, die gemeinsamen Merkmale der eigenen Branche zu definieren, um im Anschluss daran zu simulieren, welche Kernelemente anders interpretiert werden können, um eine völlig neue Positionierung zu erreichen.

Beispiele für die erfolgreich angewendete Blue-Ocean-Strategie sind etwa Cirque du Soleil mit seiner Neuinterpretation des Zirkus-Konzepts, die Kosmetik-Kette The Body Shop, die auf Funktionalität und ethische Prinzipien statt auf Glamour setzt, oder Nespresso, das Kaffee-Kapsel-System von Nestle, das Käufer zu Mitgliedern eines exklusiven Clubs macht und sich nicht über das Produkt, sondern über das Einkaufserlebnis differenziert.

Das Erfolgsgeheimnis von The Body Shop liegt in der Vermarktung, die auf Funktionalität und ethische Prinzipien setzt und sich stark von der traditioneller Kosmetikhäuser absetzt. (Foto: Idhren / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Mehr zur Blue Ocean Strategy und den eingesetzten Innovationsmethoden und -Tools findet ihr hier.

2. Open Innovation

Das Konzept der Open Innovation erlaubt Unternehmen, Wissen und Kreativität aus externen Quellen in ihre Innovationsprozesse einzubinden. Dieser Ansatz hat sich mittlerweile vielerorts bewährt – vor allem im Konsumgüterbereich, wo Unternehmen zusammen mit ihren Kunden neue Produkte designen oder vorhandene optimieren – mittels Crowdsourcing, der wohl bekanntesten Ausprägung von Open Innovation.

Das Bereitstellen von Software Development Kits (SDKs) für Entwickler, die Öffnung von APIs, die Einbindung von Beta-Testern, das Befragen von Kunden oder der Online-Community nach Wünschen und Vorlieben, Design- oder Ideenwettbewerbe: All diese Möglichkeiten sind Formen von Open Innovation.

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Innovationen: Viele vermeintliche „Zielgruppen“ wollen mitreden und Ideen einbringen. Für Unternehmen zahlt es sich aus, zuzuhören. (Foto: © asiseeit – iStock.com)

„Wer hinter verschlossenen Türen forscht und testet, kann nur bedingt auf Hilfe hoffen.“

Geprägt wurde der Begriff durch Professor Henry Chesbrough, der 2003 das gleichnamige Buch herausbrachte und beschrieb, wie das Internet und neue Technologien die Kollaboration zu Innovationszwecken begünstigen. Open Innovation kann dabei zum Beispiel auch die Zusammenarbeit mit oder den Rückgriff auf bestimmte Strukturen und Ideen von Partnern oder sogar rivalisierenden Unternehmen bedeuten.

Allerdings müssen sich die Firmen auch selbst öffnen, wenn sie sich den Schwarm zunutze machen wollen: Wer hinter verschlossenen Türen forscht und testet, kann nur bedingt auf Hilfe hoffen. Daher erfordert der Open-Innovation-Prozess ein gutes Management, das die Informationsbedürfnisse der externen Partner sowie das Gebot der Offenheit mit dem Wahren von Betriebsgeheimnissen und dem Konzept des geistigen Eigentums in Einklang bringt.

Eine bewährte Methode, die Kundenperspektive in den Innovationsprozess einzubeziehen, bietet Design Thinking, das wir in einem separaten Artikel erklären.

3. Vielfalt als Innovationsprinzip

colour diversity
Jeder Stift malt anders: Heterogenität ist ein wichtiger Faktor für Innovationen in Unternehmen. (Foto: © jmalov – iStock.com)

Neue Ideen entstehen durch Reibung. Daher ist Diversität, also die heterogene Zusammensetzung von Teams, ein starker Motor für Kreativität und Innovation innerhalb eines Unternehmens. So heißt es etwa auf der Website des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation:

„Wer das Potenzial von Frauen, älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder Beschäftigten unterschiedlichster Herkunft nutzt, hat die Chance, die eigene Innovationsfähigkeit durch mehr kreative Ideen, weitere Blickwinkel und neue Herangehensweisen zu steigern.“

Schon 2007 haben die Wissenschaftler Scott Page und Lu Hong herausgefunden, dass Vielfalt innerhalb eines Teams beim Lösen komplexer Problemstellungen einen stärkeren Ausschlag gibt als die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Teammitglieder:

„Wenn Menschen ähnlich denken, kommen sie sehr wahrscheinlich immer wieder auf dieselben, für ihren Bereich optimalen, Lösungen,“ so Scott. „Um neue und bessere Lösungen, also Innovationen, zu finden, muss man anders denken. Deswegen fördert Diversität Innovation.“ (Quelle: Anita Borg Institute)

Homogene Teams finden demnach zwar vielleicht schneller einen Konsens – das beste Arbeitsergebnis liefern sie deswegen aber noch lange nicht. Unterschiede in Bezug auf Erfahrungshorizonte, fachliche Qualifikationen und Methoden, Perspektiven und Einstellungen zu einem bestimmten Thema sowie persönliche Interessen und Neigungen erfordern zwar eine gute Moderation und unter Umständen auch mehr Zeit, kurbeln aber eben auch die Fähigkeiten des Teams an, quer und über den Tellerrand hinaus zu denken: Potenziale für Innovationen, die Unternehmen aktiv nutzen und fördern sollten.

4. Innovationen brauchen Freiräume und Zeit

Zeit zum Spielen: Ein Konferenzraum in den Google-Büros New York. (Foto: Marcin Wichary / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Manchmal entstehen die besten Ideen dann, wenn vermeintlich das ganze Pulver verschossen ist und man nur noch unmotiviert herumblödelt. Innovationsprozesse lassen sich nicht immer genau planen und beziffern, Zeitdruck kann Kreativität sowohl begünstigen als auch beeinträchtigen. In jedem Fall gilt: „Kreativität benötigt zeitliche Nischen,“ wie der Psychologe Ernst Pöppel schreibt – ein individuelles Arbeitsumfeld, Sicherheit und Vertrauen, so dass wir uns unbeeinträchtigt von ökonomischem Druck und starren inhaltlichen Vorgaben mit einem Problem oder einer Fragestellung beschäftigen können.

„Kreativität benötigt zeitliche Nischen.“

Bei Google etwa galt über lange Jahre hinweg die 20-Prozent-Regel: Ein Fünftel ihrer Arbeitszeit, also einen Tag pro Woche, durften die Mitarbeiter völlig losgelöst von den Anforderungen des Tagesgeschäfts ihren eigenen Projekten widmen. Auf der unternehmensinternen Spielwiese der „Google Labs“ entstanden auf diese Weise Produkte wie Gmail, Google Maps oder AdSense – zweifelsfrei lukrative Ideen, die maßgeblich zum Aufstieg des Technologiekonzerns beigetragen haben.

Mittlerweile hat Google seine Strategie zwar geändert: Die übergreifende 20-Prozent-Regel existiert nicht mehr, stattdessen konzentriert man sich im Rahmen des Projekts „Google X“ auf wenige, dafür besonders zukunftsfähige Ideen. Doch auch wenn der Konzern seinen Innovationsansatz gestrafft und fokussiert hat: Die Überzeugung, dass viele Innovationen aus dem Probieren, Experimentieren und „Spielen“ hervorgehen, findet sich auch in der aktuellen Strategie wieder.

5. Die richtigen Prozesse aufsetzen

Mithilfe der richtigen Prozesse werden aus Ideen Innovationen. (Grafik: mustafahacalaki – istockphoto)
Mithilfe der richtigen Prozesse werden aus Ideen Innovationen. (Grafik: mustafahacalaki – istockphoto)

Beim letzten Punkt handelt es sich um ganz besonders „tief hängende Früchte“ – also Wege, wie ihr vorhandenes Potenzial mit besonders geringem Aufwand ausschöpfen könnt. Konkret geht es darum, die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen, also insbesondere die Mitarbeiter und die Ideen, die sie heute schon einbringen, abzuholen und in strukturierte Innovationsprozesse zu überführen.

An dieser Stelle hilft die Definition von Innovationen des Gabler Wirtschaftslexikons weiter: Es bezeichnet sie als „mit technischem, sozialem und wirtschaftlichem Wandel einhergehende (komplexe) Neuerungen“ – die allerdings nicht nur entdeckt oder erfunden werden, sondern auch „eingeführt, genutzt, angewandt und institutionalisiert.“ Auch Ernst Pöppel betont:

„Ein kreativer Gedanke kann noch so genial sein, er muss erst von anderen aufgenommen werden, damit daraus eine Innovation werden kann.“

Vor diesem Hintergrund solltet ihr kritisch hinterfragen, wie viele interne Ideen und Verbesserungsvorschläge in eurem Unternehmen in den letzten Monaten „versandet“ sind – wie viele Dinge, die in einem Meeting, aus dem Kreis der Mitarbeiter oder von Kunden angeregt worden sind, warten bis heute auf ihre Umsetzung? Sollte bei dieser Selbstprüfung ein ganzer Fundus an noch nicht realisierten Ideen zutage treten, braucht euer Unternehmen wahrscheinlich gar keine Strategie, um sein kreatives Potenzial zu entfalten, sondern bessere Prozesse und ein strukturiertes betriebliches Innovationsmanagement, um seine Ideen in neue Services und Produkte zu überführen und sie zur Marktreife zu bringen.

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Eine Antwort
  1. von Verena Czerny am 26.11.2014 (18:46 Uhr)

    Vielen Dank für diese hervorragend recherchierte Übersicht zu Innovationsstrategien! Ein wertvolles Stück Arbeit!
    Vielleicht interessieren Sie sich für meine 8 Impulse, wie Führungskräfte Innovationen fördern können:
    http://www.clever-change.de/innovationsmanagement/

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