Normalerweise schauen wir fast ausschließlich nach vorn, wenn es ums Internet geht. Was kommt als nächstes? Wo ist das „next big thing“? Die Zukunft ist manchmal wichtiger als die Gegenwart. Die Vergangenheit aber, die gerät komplett in Vergessenheit. Dabei sind da viele Dinge entstanden und ausprobiert worden, die heute noch immer aktuell sind.
Meine Web-Erinnerungen...
Ich bin seit 1996 online. Zu dem Zeitpunkt galt AltaVista nahezu unangefochten als beste Suchmaschine. Aber es gab jede Menge Konkurrenz wie beispielsweise NorthernLight oder AllTheWeb. Wollte ich richtig viel finden, habe ich MetaGer genutzt - die Seite sieht heute irgendwie noch immer so aus wie „damals“. Google war dagegen von der ersten Begegnung an eine Offenbarung und an mein Staunen über die Suchergebnisse dort kann ich mich noch bestens erinnern. Ich kannte es nur so, dass man sich durch schier endlose Listen von Treffern wühlen musste, um eventuell dazwischen irgendwo etwas Passendes zu finden. Bei Google war es (in der ersten Zeit) immer der erste Treffer.
Web.de mit seinem Linkkatalog war anfangs eine wichtige Einstiegsseite ins „deutsche Internet“. Natürlich habe ich hier meine Mailadresse angelegt - ob es die erste war, weiß ich nicht mehr. Natürlich bin ich auch zu GMX gegangen - die wollten übrigens mal an die Börse. Für internationale Seiten gab es natürlich Yahoo! mit ihrem Katalog.
Meine erste Website müsste bei Tripod gelegen haben, das zu dem Zeitpunkt noch nicht zu Lycos gehörte. Achja: Lycos. Die haben ja Fernsehwerbung gemacht. Dieser schwarze Hund, der durch die Gegend flitzt und alles findet. Genützt hat es ihnen auf Dauer allerdings doch nichts.
Es gab auch einen Chat, in dem ich mich eine Weile herumgetrieben habe, bis ich davon genug hatte. Aber welcher das war? Ich habe keine Ahnung.
Meine früheste Erinnerung an das Netz ist übrigens Sojourner: Mit der Sonde Pathfinder kam dieses Gerät auf den Mars, fuhr dort herum, machte Bilder und die Ergebnisse konnte man im Internet sehen - einfach so! Ich war begeistert.
Vieles davon kann man heute nicht mehr direkt zeigen. Zum Glück gibt es immerhin die WayBackMachine von Archive.org. Aber Vorsicht: Suchtgefahr! Es macht einfach zu viel Spaß, sich die alten Seiten anzuschauen. Allein das Webdesign aus der Zeit lässt sofort Nostalgie aufkommen.
Und bei Euch?
Wie sah das damals bei Euch aus? Was waren Eure wichtigsten Seiten? Gibt es davon gar noch etwas zu sehen? Wer einen Screenshot hat, kann den gern an inbox@yeebase.com schicken - ich ergänze ihn dann hier.




![Fotos von der Adobe MAX 2011 [Bildergalerie]](http://t3n.de/uploads/t3n-news-post-334084_Photo-04.10.11-00-57-25_medium.jpg)

22 Antworten
von Boris Noll 27.04.2009 (11:17Uhr) 1.
Uff.. ich glaube da gibt es ein paar bei denen sich mein Intresse schon allein vom Alter her zurückentwickelt hat.
http://www.fireball.de (früher konnte man die Suchmaschine echt gebrauchen)
http://www.swr3.de (Das war meine Verbindung zur Aussenwelt Chats..)
http://www.babbelfish.com ( Meine Englischkenntnisse sind wesentlich besser als damals)
von zaphod_fortytwo 27.04.2009 (11:21Uhr) 2.
Die Cyberbar (Chatroom) in der Karstadt-Homepage ... eigentlich lächerlich, aber ist so!
von André Nitz Webdesigner aus Leipzig 27.04.2009 (11:38Uhr) 3.
Für mich war es klar beepworld.de
Dort hatte ich meinen ersten "Webspace" mit jeweils 50kb Speicherplatz für Bilder - pro Account. Musste dann für meine damalig recht erfolgreiche Website insgesamt glaube ich 5 oder 6 Accounts anlegen, um überhaupt erstmal irgendein Bild online haben zu können. Aber was wäre ich ohne Beepworld? Wahrscheinlich kein Webdesigner - erst durch diese Website bin ich zu diesem Hobbie, jetzt Beruf gekommen.
Hehe!
Gruß aus Leipzig, André
von Chris 27.04.2009 (11:55Uhr) 4.
MetaGer habe ich auch gerne benutzt.
Und ich hatte für eine lange Zeit eine Email-Adresse von BurgerKing! (@whopper.de) die ich liebevoll gepflegt habe.
Ich kann mich noch daran erinnern, dass gegen 1998 die Plattform UBoot in meiner Klasse absolut beliebt war. Und zwar in erster Linie, weil man pro Anmeldung eine kleine laminierte Karte mit Zugangsdaten nach Hause geschickt bekam. Irgendwie doof, aber es waren alle davon begeistert...
von André Nitz Webdesigner aus Leipzig 27.04.2009 (12:10Uhr) 5.
Wie konnte ich nur Uboot vergessen! Leider gibt es die alten mehr aktiv genutzten Profil nicht mehr - so wurden dort unsere Gästebücher mit vielen Geschichten wärend der harten "Discozeit" gefüllt.
War immer ein Spaß!
von Andreas Lenz 27.04.2009 (12:17Uhr) 6.
Uboot gibt es ja immernoch! Wenn ich nur mein Passwort dort noch wüßte ;)
von swordfish23 27.04.2009 (12:35Uhr) 7.
web.de und Lycos hab ich damals als einzige Dienste häufig genutzt. Ansonsten war ja eh kaum was mit anmelden, sondern man ist eben durch die unweiten an Dancing-Babys und animierten Cheerleader neben Blutschrift-Überschriften gesurft.
Was ich damals auch noch exzessiv mitgemacht hab, war seti@home :)
von Bernhard Berger 27.04.2009 (12:59Uhr) 8.
Ui.. war klar, dass das Thema irgenwann einmal aufkommen musste ;-)
In Vergessenheit geraten ist bei mir AltaVista. Bis vor dem Beitrag hatte ich nicht eine Sekunde daran gedacht, dass da ja einmal noch was anderes als google war :).
Damals gabs auch einen relativ bekannten Webspace-Anbieter, der gratis Webspace verteilt hat. Weiß noch jemand wie der hieß? Irgendwas mit "piranha" oder so.. :)
von Manfredo 27.04.2009 (15:44Uhr) 9.
Klar:
Ich hab so 1993/1994 mit mosaic meine Reisen ins netz gestartet, zuerts mit mailinglists und gopher und bald auch im www
An Adressen kann ich mich aus der Zeit kaum erinnern, leo.org und altavista.com waren aber glaube ich dabei. Später kamen weitere dazu wie z.B.
zdnet.de und web.de. Die gibt es alle noch. Ich brauche sie aber kaum (... bis auf dict.leo.org)
von Jan Tißler 27.04.2009 (15:53Uhr) 10.
Netscape Navigator 3 Gold war nach meiner Erinnerung der erste Browser, den ich genutzt habe. Mensch, was habe ich diese Sternschnuppen (Meteoriten?) im Logo gemocht, wenn eine Seite geladen wurde... Aber sowas gibt's heute ja gar nicht mehr! ;-)
von Schmidt's Katze 27.04.2009 (16:15Uhr) 11.
Herr Berger meint vermutlich Piranho. Manko dort war jedoch, dass man keine PHP-Skripte verwenden konnte. Das war die Zeit, als ich mir selbst PHP beigebracht habe, um nicht mehr die ganze Webseite aufwändig per Hand aktualisieren zu müssen.
Allgemein bin ich damals sehr viel in FreeWebspace-Communities unterwegs gewesen. Man musste ja schließlich Credits sammeln, um seinen Webspace aufzurüsten oder behalten zu können... das hat den Ur-Instinkt des Menschens - Jagen und Sammeln - befriedigt :)
von Sebastian 27.04.2009 (17:15Uhr) 12.
Hm, ich habe immer metacrawler benutzt, alternativ zu AltaVista... Kennt das noch jemand?
von cobu 27.04.2009 (18:24Uhr) 13.
Außer an Altavista und alltheweb erinnere ich mich dunkel an eine Art Vorläufer von Second Life in den späten Neunzigern, bei dem man durchs Einloggen Punkte zum Online-Einkaufen sammeln konnte (was ich nie ausgenutzt habe). Keine Ahnung mehr, wie das hieß.
von Andreas Lenz 27.04.2009 (22:28Uhr) 14.
Leisure Suit Larry Online zocken ging früher zwar nicht nicht, ist aber trotzdem Fun pur! :) http://sarien.net/larry#intro
von Stephan Dörner 27.04.2009 (22:47Uhr) 15.
Ganz früher, als ich noch kein eigenes Internet hatte, bin ich dazu immer in den Kaufhof in Düsseldorf an der Kö gefahren. Dort gab es zwei Rechner, an denen man gratis das Netz nutzen konnte (neben dem kostenpflichtigen Internet-Cafe). Auf den Kisten war Netscape 3 installiert - und kein Java. Einer der wenigen Chats, die damals ohne Java funktionierten war der auf Lagnese.de. Dort war ich als "Che" aktiv (Wer mit 14 kein Sozialist ist, hat kein Herz ...). Einer der damaligen "Chat-Größen" damals hieß "Data", wenn ich mich recht entsinne.
An Geocities kann ich mich auch noch gut erinnern, die haben damals ja fast jede private Website gehostet. Meine eigene habe ich erst bei http://freecity.de/ und später bei http://www.pages.at/ gehostet. Aktiv im Forum war ich längere Zeit im Young-Forum, was dann irgendwann eingestellt wurde. Als alter Amigianer habe ich auch http://www.amiga-news.de/ noch lange besucht, nachdem mein Amiga 1200 längst im Keller Staub ansetzte.
von Erdo 28.04.2009 (01:17Uhr) 16.
Als ich Anfang bis Mitte 90ziger vom Internet hörte, war ich sofort Feuer und Flamme und erkannte das Potential. Meinen ersten I-Anschluss bekam ich von der Uni und musste mich per Hyperterminal einwählen. Von wegen Internet, oft klappte die Einwahl nicht oder nach kurzer Zeit wurde die Verbindung gekappt. Später legte ich mir einen Compuserve-Account an mit E-Mailadresse und dann lief es richtig. Vor Netscape hatte ich mit Mosaic zu tun und fühlte mich wie im Weltraum, unbekannte Weiten, keine Zeit alles zu entdecken. Später kam Netscape 4 mit der kleinen wedelnden Flagge, wenn eine E-Mail im Communicator auflief. Ich widmete mich Foren mit politischen Themen und war in einer Eintracht Frankfurt - Mailliste. Toll fand ich auch den IRC-Chat bei Attack in New York. Später kamen in allen Bereichen immer mehr Anfänger/Prolls und die Stimmung veränderte sich stark. Websiten hatte ich zwei bei kostenfreien Anbietern. Redaktionssysteme programmierten wir im Team Ende der 90ziger. Da gab's das Wort CMS noch gar nicht. Mein Chef kam zu mir mit ein bisschen PHP-Script und dem ersten PHP-Buch, war eher eine Funktionssammlung und ich musste mir auch PHP selber beibringen.
von Maddin 28.04.2009 (09:22Uhr) 17.
Meine esrten Interneterfahrungen waren yahoo.de, fireball.de und altavista.de. Dazu kamen die ersten Homepages der TV Sender und anderer Firmen. Meine eigene Seite hatte ich damals als unterseite bei einer AOL Seite eines Bekannten untergebracht, da ich mich mit Webdesign bis dahin nicht auskannte. Das hat sich zum Glück geändert, jetzt mache ich meine eigenen Webseiten.Allerdings gibt es die Webseite "Internet Archive" (http://www.archive.org/index.php). Dort kann man, wenn man Glück hat, alte Schätze und kurioses von damals entdecken!
von Tuxmaster 29.04.2009 (09:34Uhr) 18.
Metager war damals für mich ebenfalls unverzichtbar, sehr nützlich zu der Zeit war aber auch Webmasterplan.
von Martin 29.04.2009 (10:08Uhr) 19.
Ende 1994 mit Uni-Zugang zum ersten mal im WorldWideWeb, davor "nur" Mailboxen und Gopher...
Eine echte Hürde war die Installation des Trumpet Sockets unter Windows 3.11., danach gings ab ins Web mit Mosaic Browser, wenn das 14,4er-Modem mitspielte! Zuerst waren da vor allem Uni-Seiten, vor allem in den USA meine Ansurfstelle und alsbald natürlich AltaVista als unverichtbares Suchtool.
von Booley 29.04.2009 (10:30Uhr) 20.
Könnt ihr euch noch an die Diskussion erinnern, als die ersten Flatrates anegkündigt wurden? Ich glaube, das war damals AOL (ihr wisst schon, die Jungs, die damals gut im Provider-Geschäft waren).
Ich höre noch die Kommentrare:
Da meldet sich ja nie wieder einer ab!
Das müsste man dann ja so teuer machen, dass es niemand mehr haben will!
Das ist technisch überhaupt nicht möglich!
Du glaubst wohl auch noch an den Weihnachtsmann!
usw.
:-D
von Anjin 29.04.2009 (10:35Uhr) 21.
Bei mir ging es wohl 1992 los, als ich die Betreiber der Berliner Mailbox "JPBerlin" kennenlernte und mir deshalb ein Modem kaufte. Die Bretter dieser Mailbox, aber auch des CL-Netzes waren voller netter Menschen und die Postings machten fast schon süchtig.
FidoNet und MausNet hatten für mich eher gar keine Bedeutung und das FidoNet war damals wohl auch schon auf dem Weg zu einem Exoten der Szene?
Die bekanntesten Berliner Mailboxen waren - wenn ich mich richtig erinnere - Pegasus, Merlin und Parrot, oder?
Die Erwähnung des Standortes (gleich Rufnummer) der Mailbox ist deshalb wichtig, weil in West-Berlin, wo der 1980 unter Postminister Kurt Gscheidle (SPD) eingeführte Zeittakt bis zur Wiedervereinigung nicht galt (man konnte also für 23 Pfennig beliebig lange in der Leitung bleiben), war die Mailboxdichte deutlich höher als in Westdeutschland. Wie es in Ost-Berlin, der Hauptstadt der DDR oder der DDR mit Mailboxen aussah, weiß ich leider nicht.
Als Software ("Pointprogramm") kam bei mir nach Felix (war im Gegensatz zum DOS-Terminalprogramm Telix Freeware und bot X/Y/Z-Modem, Kermit, COM 1 bis 4, usw.) "CrossPoint" zum Einsatz - eine Software, der noch heute extrem viele Anwender von damals hinterhertrauern, weil unerreicht in Bedieunungskomfort usw.
Der Name Peter Mandrella war damals in Deutschland genauso bekannt wie der Name Bill Gates.
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/CrossPoint
Die Software Felix habe ich wohl hauptsächlich genutzt, um mich ins "StadtNet" einzuwählen. Die dortige Hochphase, bei der dann 72 Modems zur Einwahl bereit standen, habe ich wohl nicht mehr mitbekommen oder vergessen, jedenfalls erinnere ich mich nur noch, dass es ziemlich doof war, wenn alle Einwahltelefonnummern besetzt waren und dass man, wenn man dann endlich eine freie Leitung erwischt hatte, viel länger als geplant 'online' blieb.
Die damaligen ANSI-Kunstwerke kann man hier betrachten: http://www.clubchat.de/modem.stadtnet.de/ansi.htm
Mit dem Wechsel auf OS/2 bzw. später Windows 95 änderte sich dann auch die Online-Nutzung. CrossPoint kam immer weniger zum Einsatz, eher Netscape usw. Später kam dann "The Bat!", einer der besten E-Mail-Clients der Welt.
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/The_Bat
Damals war es auch ganz wichtig, jedes Jahr zur CeBIT zu fahren, den ComputerClub im WDR zu sehen und die Computerzeitschrift c't zu kaufen. Während die ersten beiden wohl qualitativ massiv abgebaut haben (die CeBIT wurde eine Werbeveranstaltung mit spärlich bekleideten Messe-Babes und der Nachfolger ComputerClub2 von Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph ist unerträglich geworden), ist die c't noch immer eine der besten Computerzeitschriften.
Kann sich noch jemand an "Cycosmos" erinnern? Auf der CeBIT gab es sogar mal eine ganze Halle für Cycosmos, die sehr "spacig" und "stylish" gestaltet war.
Siehe auch: http://www.basicthinking.de/blog/2007/11/15/cycosmos-relaunch/
Feue mich auf eure Erinnerungen! :-)
von Fix 29.04.2009 (13:11Uhr) 22.
Ich hatte meine ersten Seiten mit Netscape Composer 3 gemacht.