Interview mit Markus Beckedahl von netzpolitik.org „Die Freiheit des Netzes ist so bedroht wie nie zuvor“

Jan Tißler, 19.03.2009 - 09:43 | Keine Kommentare |  |  Teilen

Für die aktuelle Ausgabe Nr. 15 des t3n Magazins haben ich ein Interview mit Markus Beckedahl von netzpolitik.org zur bedrohten Freiheit des Netzes geführt. Man kann es jetzt kostenlos online lesen. Darin erklärt Markus Beckedahl, was ihn dazu bringt, sich für das Thema Netzpolitik zu engagieren und wer aus seiner Sicht momentan die größte Bedrohung für das Internet ist, wie wir es heute kennen. Ein wichtiges Thema: das Urheberrecht. „Das Urheberrecht ist die zentrale Gesetzgebung in der digitalen Gesellschaft, aber es ist nicht den neueren Entwicklungen angepasst“, sagt Markus Beckedahl.

„Momentan werden Gesetze immer mehr verschärft, dabei bringt das alles nichts. Die Menschen hören nicht auf, ihre Computer und das Internet zu nutzen.“ Also würden Gesetze weiter verschärft. Dieses Wettrüsten führe aber zu immer mehr Kollateralschäden. Zugleich würden die rechtlichen Möglichkeiten zum Beispiel der Ermittlungsbehörden wie dem Bundeskriminalamt immer mehr ausgeweitet. „Und wenn die alten Werkzeuge nichts bringen, brauchen wir neue. Das macht unsere Freiheit immer mehr zugunsten der Sicherheit kaputt.“

Ein weiteres wichtiges Thema sind die geplanten Internetfilter. Sobald die Filter bei der Kinderpornographie da seien, würden ganz viele andere auch vor der Tür stehen, erklärt Markus Beckedahl. Und dabei passiert Ähnliches schon heute: „Mehr als 2.000 Webseiten werden bei Google gefiltert – und das wird noch viel mehr werden. Die notwendige Transparenz, was gefiltert wird und was nicht, gibt es nicht.“

Trotzdem: Markus Beckedahl ist optimistisch. Die Netzpolitik-Bewegung stehe heute in etwa da, wo die Umweltschutz-Bewegung Ende der 70er stand. Damals galten die Macher von Greenpeace und anderen Organisationen als Spinner. Heute sind es große Organisationen. Immer mehr Menschen würden sich künftig bewusst werden, dass bestimmte Freiheiten in Gefahr sind. „Und ich glaube auch, dass wir Freiheiten, die uns jetzt genommen werden, irgendwann wiederbekommen.“

Jetzt das ganze Interview lesen...

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