„Momentan werden Gesetze immer mehr verschärft, dabei bringt das alles nichts. Die Menschen hören nicht auf, ihre Computer und das Internet zu nutzen.“ Also würden Gesetze weiter verschärft. Dieses Wettrüsten führe aber zu immer mehr Kollateralschäden. Zugleich würden die rechtlichen Möglichkeiten zum Beispiel der Ermittlungsbehörden wie dem Bundeskriminalamt immer mehr ausgeweitet. „Und wenn die alten Werkzeuge nichts bringen, brauchen wir neue. Das macht unsere Freiheit immer mehr zugunsten der Sicherheit kaputt.“
Ein weiteres wichtiges Thema sind die geplanten Internetfilter. Sobald die Filter bei der Kinderpornographie da seien, würden ganz viele andere auch vor der Tür stehen, erklärt Markus Beckedahl. Und dabei passiert Ähnliches schon heute: „Mehr als 2.000 Webseiten werden bei Google gefiltert – und das wird noch viel mehr werden. Die notwendige Transparenz, was gefiltert wird und was nicht, gibt es nicht.“
Trotzdem: Markus Beckedahl ist optimistisch. Die Netzpolitik-Bewegung stehe heute in etwa da, wo die Umweltschutz-Bewegung Ende der 70er stand. Damals galten die Macher von Greenpeace und anderen Organisationen als Spinner. Heute sind es große Organisationen. Immer mehr Menschen würden sich künftig bewusst werden, dass bestimmte Freiheiten in Gefahr sind. „Und ich glaube auch, dass wir Freiheiten, die uns jetzt genommen werden, irgendwann wiederbekommen.“
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