Vor dem t3n-Interview hatte Olaf Kolbrück auf der Webciety-Bühne eine Diskussion zur Zukunft der Social Networks co-modereriert und sehr bald wurde klar: Facebook ist das neue Feindbild. Kein Wunder: Mit weltweit aktuell 400 Millionen aktiven Nutzern und einer enormen Innovations-Schlagzahl bleibt den Wettbewerbern kaum Luft zum Atmen.
„Facebook profitiert natürlich von einem magnetischen Effekt. Ein großes Social Network wächst dann fast wie ein Naturgesetz weiter“, erklärt Olaf Kolbrück. Für die Nutzer komme irgendwann die Frage, ob sie ihre Aktivitäten nicht auf das Netzwerk konzentrieren, wo sie die meisten Freunde haben und bereits die meiste Zeit verbringen. Social Networks mit einer gewissen Größe wie MySpace oder die VZ-Netzwerke würden darunter nicht so sehr leiden wie die vielen mittelgroßen Netzwerke. Schließlich muss man auch noch für Werbekunden interessant bleiben. Auf die Aussage, dass Facebook am Ende „alle platt macht“, wollte sich der Journalisten-Kollege dann aber doch nicht festnageln lassen.
Foursquare als das nächste Facebook?
Facebooks Siegeszug ist dabei auch gar nicht so sicher, wie es heute scheinen mag - schließlich gibt es immer wieder neue Trends zu entdecken und damit zugleich neue, dynamische Wettbewerber am Markt. Echtzeit-Inhalte sieht Olaf Kolbrück dabei nicht mehr als Trend, sondern als Standard. Spannend wird es hingegen nun bei ortsbasierten Diensten wie Foursquare. Heute sei dieser Dienst noch sehr klein. „Aber Facebook vor fünf Jahren war ähnlich.“ Jedenfalls werde ein Social Network ohne location based services künftig genauso verloren sein, wie es heute ein Netzwerk ohne Echtzeit-Inhalte ist.
Den Höhepunkt des Hypes sieht Olaf Kolbrück beim Thema „Social Media“ inzwischen erreicht - wenn nicht sogar überschritten. Die große Aufgabe für die Netzwerke werde es sein, den Wert der eigenen Nutzer für die Werbetreibenden klarzumachen. Daneben gelte allerdings zugleich: „Auch wenn die Unternehmen den Erfolg nicht hundertprozentig messen können, werden sie es machen müssen, weil sich die Leute dort aufhalten.“ Die Menschen schauen eben heute nicht mehr nur TV und lesen nicht mehr nur Zeitung. Oder wie Olaf Kolbrück es auf den Punkt bringt: „In Social Networks sind meine Kunden, also muss ich in Social Networks sein.“






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