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Interview mit Olaf Kolbrück: „Social Media ist gerade auf dem Weg ins Tal der Tränen“

Interview mit Olaf Kolbrück: „Social Media ist gerade auf dem Weg ins Tal der Tränen“

Der Journalist Olaf Kolbrück (Horizont, off-the-record) sieht nach dem aktuellen Hype auf dem direkten Weg ins Tal der Tränen. Vor allem die Messbarkeit der Kampagnen wird zum Problem. Auf lange Sicht aber führe an gar kein Weg vorbei, erklärt er im Gespräch mit t3n. Die Frage ist nur: Kann neben dem Giganten überhaupt noch ein anderes Netzwerk bestehen?

Vor dem t3n-Interview hatte Olaf Kolbrück auf der Webciety-Bühne eine Diskussion zur Zukunft der Social Networks co-modereriert und sehr bald wurde klar: Facebook ist das neue Feindbild. Kein Wunder: Mit weltweit aktuell 400 Millionen aktiven Nutzern und einer enormen Innovations-Schlagzahl bleibt den Wettbewerbern kaum Luft zum Atmen.

„Facebook profitiert natürlich von einem magnetischen Effekt. Ein großes Social Network wächst dann fast wie ein Naturgesetz weiter“, erklärt Olaf Kolbrück. Für die Nutzer komme irgendwann die Frage, ob sie ihre Aktivitäten nicht auf das Netzwerk konzentrieren, wo sie die meisten Freunde haben und bereits die meiste Zeit verbringen. Social Networks mit einer gewissen Größe wie MySpace oder die VZ-Netzwerke würden darunter nicht so sehr leiden wie die vielen mittelgroßen Netzwerke. Schließlich muss man auch noch für Werbekunden interessant bleiben. Auf die Aussage, dass Facebook am Ende „alle platt macht“, wollte sich der Journalisten-Kollege dann aber doch nicht festnageln lassen.

Foursquare als das nächste Facebook?

Facebooks Siegeszug ist dabei auch gar nicht so sicher, wie es heute scheinen mag - schließlich gibt es immer wieder neue Trends zu entdecken und damit zugleich neue, dynamische Wettbewerber am Markt. Echtzeit-Inhalte sieht Olaf Kolbrück dabei nicht mehr als Trend, sondern als Standard. Spannend wird es hingegen nun bei ortsbasierten Diensten wie Foursquare. Heute sei dieser Dienst noch sehr klein. „Aber Facebook vor fünf Jahren war ähnlich.“ Jedenfalls werde ein Social Network ohne location based services künftig genauso verloren sein, wie es heute ein Netzwerk ohne Echtzeit-Inhalte ist.

Den Höhepunkt des Hypes sieht Olaf Kolbrück beim Thema „Social Media“ inzwischen erreicht - wenn nicht sogar überschritten. Die große Aufgabe für die Netzwerke werde es sein, den Wert der eigenen Nutzer für die Werbetreibenden klarzumachen. Daneben gelte allerdings zugleich: „Auch wenn die Unternehmen den Erfolg nicht hundertprozentig messen können, werden sie es machen müssen, weil sich die Leute dort aufhalten.“ Die Menschen schauen eben heute nicht mehr nur TV und lesen nicht mehr nur Zeitung. Oder wie Olaf Kolbrück es auf den Punkt bringt: „In Social Networks sind meine Kunden, also muss ich in Social Networks sein.“

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3 Antworten
  1. von Olaf Kopp am 10.03.2010 (14:45 Uhr)

    sehe ich ähnlich. Wenn kein Effektivitätsnachweis kommt wird alles bei der grauen Theorie bleiben. Eigentlich schade drum. Aber gerade beim Social Media Marketing wird zu viel gelabert und zu wenig effektives vollbracht... Vor allem was corssmediale Synergien angeht müssen valide Tracking Verfahren gefunden werden, denn da sind nach meiner Meinung Potentiale z.B. in Verbindung mt Suchmaschinenmarketing...

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  2. von Olaf Kopp am 10.03.2010 (14:56 Uhr)

    Ach ja hier hatte ich mich mit dem Thema auch indirekt in meinem Blog beschäftigt.

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  3. von Bernd Sommerfeld am 10.03.2010 (15:37 Uhr)

    ja, ob ich in der Arbeit, unterwegs oder zu Hause bin, Freude erreicht man schnell per Facebook. (Früher eher via XING) Und wichtige Dinge lese ich erst bei Twitter, "verpasste" dann wieder später bei Facebook. Obwohl ich verschiedene Fan-Seiten habe - zum Comic Fahrehheit 451, Heinz Life oder http://www.facebook.com/pages/Berlin-Germany/Fachbuchhandlung-Lehmanns/56853797625?ref=mf sind diese nie - z.B. wirklich effektiv zum Verkaufen von Büchern gemacht. Das funktioniert viel leichter und schneller via Twitter. Vor einigen Wochen erfuhr ich, dass es Gruppen gibt, die eigene regionale Netze schaffen wollen. Eine wunderbare Idee. Und Geschäftsmodelle dafür gibt es auch schon...
    Foursquare schien erstmal spannend, doch nach 6 Monaten eher langweilig.

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