Zum Hintergrund: Thomas Layh ist 33 Jahre alt und seit rund zehn Jahren sowohl beruflich als auch privat im Bereich der Webentwicklung tätig. Mit Version 3.7 ist er in die Welt von TYPO3 eingetaucht und seit dieser Zeit auch großer Fan des CMS. Seit zweieinhalb Jahren arbeitet er bei der AOE media GmbH als Entwickler im TYPO3-Bereich.
Stell doch den Lesern einmal kurz vor, was twitcode.org eigentlich ist und warum du das Projekt gestartet hast.
Die Idee zu twitcode.org entstand vor etwas mehr als einem Jahr. Es ging darum, einen Service für Twitter zu finden, den es bis dato noch nicht gab. Der Service selbst soll es dem Twitter-User ermöglichen, auf eine einfache und ansprechende Art seinen programmierten Quellcode via Twitter zu veröffentlichen. Hierbei geht es nicht um die Veröffentlichung kompletter Programme, sondern mehr um Quellcodestücke. Ähnlich wie andere bekannte Services es ermöglichen, Bilder zu twittern (z.B. Twitpic), wollte ich den Leuten die Möglichkeit geben, ihren Quellcode über Twitter zu veröffentlichen.
Twitcode.org kann bisher nur über die Webseite selbst bedient werden. Nach Auswahl der Programmiersprache und des Quellcodes kann der Kommentar inklusive Link zum Quellcode auf Wunsch über Twitter veröffentlicht werden. Abschließend wird der Quellcode mit Hilfe von GeShi lesbar mit entsprechendem Syntaxhighlight auf der Webseite angezeigt.
Du hast der Seite einen Relaunch spendiert. Was waren für dich die wichtigsten Ziele?
In der ersten Version von twitcode.org, welche damals mit Codeigniter umgesetzt wurde, gab es massive Probleme mit der Schnittstelle zu Twitter. Dies war der Hauptgrund für eine komplette Neuimplementierung des Projektes. Auch die geringe Resonanz sowie die daraus resultierende Tatsache, dass es bis auf wenige aktive Benutzer brach lag, hat zum Relaunch geführt.
Der Relaunch hatte somit für mich neben dem primären Ziel einer vollen Funktionsfähigkeit den Zweck, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, da ein Service, der nicht genutzt wird, natürlich keinen Sinn macht und die Motivation der Weiterentwicklung darunter leidet.
Weitere Ziele waren für mich persönlich das Erlernen eines neuen Frameworks sowie der Einsatz von git, was nun von mir für das Deployment genutzt wird.
Du hast dich dafür entschieden, das mit FLOW3 umzusetzen. Warum?
Als die Entscheidung für den Relaunch getroffen war, stand für mich fest, dass Codeigniter sicherlich ein gutes und leicht zu erlernendes Framework ist, allerdings nicht meinen Vorstellungen entspricht. Als TYPO3-Fan hatte ich schon länger ein Auge auf FLOW3 und die Entwicklungen in diese Richtung geworfen. Da ich auch TYPO3-Extensions schreibe und schon seit einiger Zeit begeistert von Extbase und Fluid bin, war die Entscheidung schnell getroffen.
Mein persönliches Interesse daran, ob FLOW3 in der Alpha-Version bereits für ein Projekt mit einem überschaubaren Umfang bereit ist, war ein weiterer Grund, auf dieses Framework zu setzen.
Zusätzlich möchte ich mit diesem Projekt die FLOW3-Entwicklung unterstützen indem ich FLOW3 bei meinem Projekt erwähne. Zudem habe ich mir vorgenommen, Fehler und Probleme, die mir auffallen, zu reporten, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich viele Schwierigkeiten erst im Produktiveinsatz zeigen.
Wo liegen für dich die Vorteile, auf FLOW3 zu setzen?
Für mich ist die konstante Weiterentwicklung eines Frameworks wichtig. Da FLOW3 die Basis der kommenden TYPO3-Versionen ist, war für mich die Garantie der Weiterentwicklung gegeben.
Die TYPO3-Community ist meiner Erfahrung nach offen für Vorschläge jeder Art. Vor diesem Hintergrund ergibt sich auch durch den frühen Entwicklungsstand des Frameworks die Möglichkeit, Einfluss auf die Entwicklung nehmen zu können, bzw. zumindest die Entwickler mit Feedback zu versorgen. Bisher habe ich noch keinen Gebrauch dieser Möglichkeiten gemacht, bin mir aber sicher, dass es im Zuge der Weiterentwicklung von twitcode.org noch dazu kommen wird, zumindest was das Feedback angeht.
Ein weiterer für mich ausschlaggebender Vorteil von FLOW3 ist das Zusammenspiel mit Fluid.
Gab es besondere Schwierigkeiten zu bewältigen?
Die erste große Hürde stellte die Serverkonfiguration dar. Das Problem ergab sich allerdings daraus, PHP in den Versionen 5.2.4 und 5.3 parallel laufen zu lassen, was erst einmal nichts mit FLOW3 zu tun hatte.
Die nächste Herausforderung war die Anbindung an MySQL. Inzwischen gibt es jedoch auch hierfür gute Anleitungen.
Leichte Schwierigkeiten hatte ich zu Beginn mit dem Einbinden von externen Bibliotheken. Da der Autoloader diese Klassen erkennt, versuchte er sie auch zu laden. Das Verschieben der Bibliotheken in die Ressourcen hat dieses Problem jedoch schnell gelöst.
Das Routing bei FLOW3 war für mich zu Beginn nicht einleuchtend und auch hier habe ich einige Zeit gebraucht, bis ich die Verwendung durchschaut hatte.
Ansonsten gab es keine größeren Probleme.
Was würdest du jemandem empfehlen, der sich FLOW3 annähern will?
Wer sich schon ein wenig mit Extbase und Fluid auskennt, hat sicher einen kleinen Vorteil bei den ersten Schritten mit FLOW3. Zudem gibt es auch vielzählige Informationen zu Extbase und Fluid, welche sich zum Teil auch in FLOW3 nutzen lassen.
Für mich selbst war das Blogbeispiel von Robert Lemke mehr als einmal eine große Hilfe und auch die Mailingliste hat mir doch inzwischen einige Male weitergeholfen.
Zusätzlich zu dem Blogbeispiel habe ich das twitcode.org-Projekt als Open-Source-Projekt auf github veröffentlicht. Eventuell ist auch dies für einige Leute eine Hilfe.
Und wie siehst du die Zukunft deines eigenen Projekts twitcode.org?
Das twitcode.org Projekt stellt für mich momentan noch eine frühe Beta-Version dar. Derzeit besteht es zwar nur aus den aller nötigsten Funktionen, allerdings gibt es noch einige Ideen, die den Service weiter bereichern sollen, angefangen mit einer Kommentarfunktion für die Snippets bis zur Bereitstellung einer API für die Anbindung externer Anwendungen.
Vielleicht gelingt es, mit diesem Projekt für manchen eine Lücke zu füllen und so die Verwendung von Twitter zu erweitern. Ich persönlich bin für jede Art von Feedback und Anregungen dankbar und würde mich darüber freuen. Eventuell ergeben sich dadurch auch für mich neue Herausforderungen, denen ich mich gerne stellen möchte.
Thomas Layh findet Ihr unter layh.com.




