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Der schlechte Ruf ist hausgemacht: So sehen Außenstehende die Online-Marketing-Branche

Der schlechte Ruf ist hausgemacht: So sehen Außenstehende die Online-Marketing-Branche

Pünktlich zur ist eine Hamburger Agentur der Frage, wie Außenstehende der Online-Marketing-Branche gegenüberstehen, mit einer Straßenumfrage nachgegangen. Sie zeigt: Die deutschen Marketer haben in Sachen Transparenz dringenden Aufholbedarf.

Der schlechte Ruf ist hausgemacht: So sehen Außenstehende die Online-Marketing-Branche

„Wenn ich eine Website öffne, werde ich mit Werbebannern vollgetextet“.

„Ich kriege permanent E-Mails von irgendwelchen Firmen, die ich gar nicht kenne.“

„Erst kommen 3500 Werbespots und das, was ich suche, kommt eine halbe Stunde später.“

Was sich zunächst wie eine allgemeine Beschwerdeliste liest, sind die Antworten von Hamburger Passanten auf die Frage „Was ist eigentlich Online-Marketing?“.

Ergebnisse der Straßenumfrage: „Was ist eigentlich Online-Marketing?“

Gestellt hat sie Kristin Steppeling von der Agentur Frau Wenk, einer PR-Agentur mit Sitz in der Hansestadt, die der Diskrepanz zwischen Innen- und Außenwahrnehmung der Online-Marketing-Branche mit einer Straßenumfrage auf den Grund gegangen ist. Allein in Deutschland sorge digitales Marketing immerhin für Umsätze im Milliardenbereich – doch „kaum ein Außenstehender weiß, was eigentlich ist.“

Wie die Umfrage zeigt, ist es nicht unbedingt das Unwissen der Verbraucher, das den deutschen Branchenvertretern Sorge bereiten sollte. Nicht wenige der Befragten können durchaus etwas mit Begriffen wie Cookies oder Targeting anfangen. Doch positive Reaktionen rufen sie bei niemandem hervor. Antworten wie „Cookies? Die habe ich bei mir immer ausgeschaltet“ oder „da wird die ganze Zeit gespeichert, was ich mir ansehe“ zeigen vielmehr, dass Online-Marketing von den Verbrauchern als belästigend wahrgenommen wird.

Online-Marketing: Es fehlt an Transparenz gegenüber den Verbrauchern

Viele Verbraucher nehmen Online-Marketing hauptsächlich als störende Werbung wahr. (Grafik:  Daniel Oines via flickr, Lizenz   CC BY 2.0)
Viele Verbraucher nehmen Online-Marketing hauptsächlich als störende Werbung wahr. (Grafik: Daniel Oines via flickr, Lizenz CC BY 2.0)

Die Ursache für dieses Missverhältnis sieht die Agentur Frau Wenk nicht allein in der Komplexität der Disziplin Online-Marketing begründet. Bisher sei es den Verantwortlichen auch nicht gelungen, den Verbrauchern ein adäquates Bild der eigenen Funktion und Tätigkeit zu vermitteln.

„In der Verbrauchersicht wird Marketing nahezu komplett mit Werbung gleichgesetzt.“

Im allgemeinen Sprachgebrauch werde Marketing daher nahezu vollständig mit Werbung gleichgesetzt – „Preispolitik, Produkt und Distribution bleiben (...) völlig außen vor.“ Im Online-Bereich führe diese „Politik der Desinformation“ letztlich dazu, dass User sensibel bis ablehnend auf die Annäherungsversuche von Marken reagierten.

Die Agentur, die ihre Umfrage in der vergangenen Woche passend zur dmexco veröffentlicht – und sich selbst damit natürlich auch geschickt ins Gespräch gebracht – hat, plädiert nicht nur im Sinne eines besseren Miteinanders für mehr Aufklärungsarbeit: „Ein klares Bild vom Online-Marketing und seinen Arbeitsweisen (…) können die Akzeptanz für Marketingmaßnahmen verbessern und so der Branche weiteren Schub geben.“

via www.wuv.de

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11 Antworten
  1. von Torsten am 15.09.2014 (16:40 Uhr)

    Schön für die Agentur, aber keine neue Erkenntnis. Schon beim Anfang meines Studiums (Anno 2008) Informationstechnologie und Gestaltung hieß es in meinem Bekanntenkreis immer "Er macht irgendwas mit Werbung". Da spielten Sachen wie Design und Konzeption keine Rolle. Daher sollte man keineswegs leichtgläubig in die Branche einsteigen und nur auf positive Reaktionen hoffen (Design scheint nicht gleich Kunst zu sein etc.pp.).

    Den schwarzen Peter für den Imagetransfer kann man jetzt natürlich,wie es oft üblich ist, wahllos hin und her schieben.

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    • von gery am 16.09.2014 (16:52 Uhr)

      Ich glaube die ablehnende Haltung hängt stark mit dem Bildungsgrad bzw. der Tätigkeit zusammen.

      Eigentlich so ziemlich alle Arbeiter die ich kenne "halten von sowas nix".
      Da schaut es bei Angestellten und Akademikern meist ganz anders aus.

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  2. von Planspiel am 15.09.2014 (18:18 Uhr)

    Nun ja, nicht verwunderlich. Wenn selbst in diesem Beitrag mit Begriffen um sich geschmissen wird, die nicht zutreffend sind: Online-Marketing als Disziplin ist vielleicht kompliziert, aber sicher nicht komplex. Und ich denke, das ist genau das Manko der Online-Markeers: Sie sehen sich selbst und Ihre Aufgaben als etwas total Neues und total Besonderes, dabei ist es letztendlich nichts anderes als die Fortführung des Marketing-Mix mit anderen Mitteln. Beispiele gefällig? Content Marketing. Seit mehr als einem Jahrhundert bekannt, wird der Begriff aktuell von den Online-Marketing-Menschen "gehypt". Und zur "Politik der Desinformation": Niemand "desinformiert" über Online-Marketing. Vielmehr neben Menschen tagtäglich mit ihren Sinnen war - und was sie von Online-Marketing mitbekommen, ist eben der störende Eindruck. Ich würde den Schwarzen Peter zurückspielen. Wenn ich Online-Marketing-Mensch wäre, würde ich über weniger aggressive bzw. invasive Methoden nachdenken. Oder, falls die aktuellen Methoden einträglich genug sind, mich nicht wirklich ums Image scheren. Insofern ist die "Studie", wie vom Autor richtig erkannt, nichts weiter als ein Versuch, sich für nen paar Minuten in der Branche ins Gespräch zu bringen. Auch keine wirklich neue Idee ;-)

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  3. von Netz TV am 16.09.2014 (08:55 Uhr)

    Kein normaler Mensch wird jemals "akzeptieren" nervige Banderolen und Wanderbanner auf Mikrokreuzchen wegklicken zu müssen oder durch Pop-Up Videospots einfrierenden Browsern bei der Arbeit zuzuschauen. Für Unternehmen, die im Netz Produkte anbieten wollen gibt es Google oder Facebook. Google ist gross geworden, indem es die "Nutzererfahrung" ins Zentrum seiner Arbeit rückte. Mit dem gleichen Instrument hat das Online-Marketing längst Selbstmord begangen.

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  4. von Stefanie Schröer am 16.09.2014 (08:57 Uhr)

    Aufklärungsarbeit und Information sind sicher nett gemeint, aber das Ansehen der ganzen Branche leidet doch hauptächlich unter den "schwarzen Schafen" bzw. dem falsch verstandenen Online Marketing. Nur ein Beispiel dazu: ungesteuerte Remarketing-Kampagnen, die jedem Besucher das gleiche Werbebanner 20mal am Tag vorhalten.
    Ich kann wirklich jeden verstehen, der bei dieser Fülle an unnützer Werbung einfach nur genervt ist.

    "Gutes" Online Marketing oder Marketing im Allgemeinen fällt nicht negativ auf, ganz im Gegenteil. Wer beschwert sich, wenn der Kellner im Stammcafé den Latte Macchiato (mit Haselnuss-Flavour natürlich) schon hinstellt, bevor man am Tisch sitzt? Oder wenn der Autohändler anruft, weil es für meinen Wagen jetzt ein Service-Paket gibt, das genau zu meinen Wünschen passt?

    Wenn wir Marketing richtig verstehen und einsetzen, soll heißen, wieder unsere Kunden in den Mittelpunkt stellen und Lösungen liefern, die tatsächlich gebraucht und gewünscht werden, freuen sich diese Kunden sogar über "Werbung".

    Es geht nicht um die Methoden, sondern um die Einstellung und Denkweise dahinter. Fangen wir bei unseren Kunden an und konzentrieren wir uns darauf, wirklich sinnvolles (für diese Kunden) anzubieten. Egal ob online oder offline.

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  5. von Martina am 16.09.2014 (09:00 Uhr)

    Erstaunlich, dass Frau Wenk es mit so einem trivialen Filmchen in die Newsletter von t3n, xing und Co. geschafft hat... Die Antworten der Passanten bieten weder irgendeine neue Erkenntnis, noch Überraschung oder Provokation. Aber prima Eigen-PR für Frau Wenk. Bravo!

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  6. von Martina am 16.09.2014 (09:17 Uhr)

    ...Frau Wenk ist übrigens die PR-Agentur des BVDW. Seltsam.

    Zur Zeit wird ja wieder heftig auf Display Werbung usw eingedroschen. Die von Stefanie genannten (technischen) Aspekte spielen sicherlich ein grosse Rolle. Aber es geht auch um mangelnde Kreativität.

    Viele (Verbraucher) lassen ausser acht, dass Online Werbung für die Publisher ein Erlösmodell ist. Jeder will kostenlosen Content, auch redaktionell, natürlich möglichst hochkarätig. Aber kosten darf es nix. Die anderen Gattungen könnten ohne Werbung auch nicht existieren.

    Aber auch Online Werbung muss gut gemacht sein, mich überraschen, witzig sein.

    Stichwort Targeting: ich kriege lieber Werbung ausgeliefert, die mich tatsächlich interessiert, als jeden Mist der mich nix angeht...

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  7. von Matthias Mann am 16.09.2014 (11:52 Uhr)

    Man kann aber auch wirlklich alles schlecht reden. Ich sehe da kein Problem. Solche Webseiten, die mit lauten Videos, Pop-ups etc. nerven, die cklicke ich einfach weg, es gibt ja nun wirklich Alternativen wie Sand am Meer. Wer sich hingegen über all diese aufdringliche Werbung aufregt, scheint das ja wohl irgendwie zu brauchen, um sich gut zu fühlen, scheint mir ;)

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  8. von Rüdiger am 16.09.2014 (14:05 Uhr)

    Was die Menschen vergessen ist; dass ihnen das Internet völlig kostenfrei zur Verfügung steht und dass sie ohne Werbung Eintritt bezahlen müssten.

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