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iOS 6: Apple integriert heimlich neue Tracking-Funktion

hat in seiner neuen Version seines mobilen Betriebssystems ein neues Tracking-Verfahren eingebaut. Mit diesem Tool, das sich (Identifier For Advertisers) nennt, ist es Werbetreibenden möglich, den Nutzer sehr genau zu verfolgen, wobei die Daten anonym übermittelt werden. IFA ist standardmäßig aktiviert, die Deaktivierung ist durchführbar, jedoch ein wenig trickreich.

iOS 6: Apple integriert heimlich neue Tracking-Funktion

iOS 6: IFA trackt genauer als Apples UDID, Daten bleiben anonym

Bei der Vorstellung von iOS 6 hat Apple stolz betont, dass über 200 neue Funktionen hinzugekommen sind. Auf der Landingpage zur neuen Version des mobilen Betriebssystems werden viele von ihnen erklärt, IFA wird allerdings nicht mit einer Silbe erwähnt. Mit IFA hat Apple ein Tracking-Verfahren eingeführt, das die sehr umstrittene UDID ablöst. Bei Apples UDID ist eine eindeutige, nicht veränder- oder  löschbare ID, die fest mit einem iOS-Gerät verbunden ist und das Userverhalten genau verfolgen kann. Die Weitergabe der mit dieser ID verbundenen Daten rief Datenschützer auf den Plan und löste Empörung bei Usern aus, woraufhin Apple die gesammelten Daten nicht mehr an Werbetreibende weitergab und Apps, die dieses Tracking einsetzten, kurzerhand aus dem App Store warf.

Mit dem Identifier For Advertisers (IFA) hat Apple  eine neue Methode ersonnen, Nutzer in iOS 6 zu tracken und Werbetreibende mit kostbaren Daten zu versorgen. Im Unterschied zur UDID vergibt IFA einen anonymen Code, die einem iDevice und einem Nutzer zugeordnet wird. Dieser wird laut Businessinsider mit Apps und dem Webbrowser verknüpft, sodass genau verfolgt werden kann, welche App der Nutzer verwendet und was er im Web betrachtet. Auf diesem Wege kann auf dem iOS-Gerät gezieltere Werbung eingeblendet werden. Darüber hinaus ermöglicht IFA ein Tracking bis zum Kauf eines Produkts bzw. einer App. Somit lässt sich genauer als bisher analysieren, welche Werbung effektiv ist und welche den Kunden nicht angesprochen hat.

iOS 6 Ad-Tracking deaktiveren

iOS 6 Tracking – so schaltet man es ab

Wie eingangs erwähnt, werden mit IFA nur anonyme Daten übermittelt, wer jedoch kein Interesse daran hat von IFA getrackt zu werden, kann diese Funktion auch deaktivieren. Die Abschaltung des Trackings erfolgt nicht über die Privatsphäre-Einstellungen, wo man sie womöglich erwartet hätte, sondern im Punkt „Allgemein“. In diesem Untermenü gibt es den Button „Info“, hinter dem sich weit unten der Menüeintrag „Werbung“ versteckt. Erst dahinter findet man den Button zur Abschaltung des IFA-Tracking. Hier ist darauf zu achten, dass der Punkt „Ad-Tracking beschränken“ aktiviert(!) ist. Dies dürfte manche Nutzer vermutlich etwas irritieren, doch das dürfte gewollt sein.

Weitere Informationen zu Apples neuem Ad-Tracking-Verfahren in iOS 6 findet ihr in einem Artikel auf Apsalar.

 Weiterführende Links:

 

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9 Antworten
  1. von daniel am 12.10.2012 (11:33 Uhr)

    Besten Dank für den interessanten Artikel!

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  2. von Marcus Graf am 12.10.2012 (11:37 Uhr)

    Das ist ja mal wieder toll von Apple, vorallem das ganze ganz weit unten verschachtelt in irgendwelchen Menüs zu verstecken.

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  3. von jon am 12.10.2012 (12:10 Uhr)

    Die Funktion ist nicht immer standardmäßig aktiviert.

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  4. von antoni.cherif am 12.10.2012 (12:16 Uhr)

    Ich weiß gar nicht wo das Problem ist?

    Man kann diese Option einfach in den Systemeinstellungen unterdrücken. Das sind genau drei Finger-Tipps…

    Und wenn ich im Web surfe, werden meine IP und mein Suchverhalten auch automatisch analysiert. Besonders gut durch Google. Da kann ich mir nur Michael anschließen, ist doch absolut klar, dass Werbung und Vermarktung durch ausnahmslos alle Unternehmen gefördert werden. Beim iOS kann ich es ausschalten, wie sieht es aus bei Android?

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  5. von fger am 12.10.2012 (16:17 Uhr)

    der verfasser hat den switch genau falsch verstanden.
    Defaultmaessig ist das Ad-Tracking NICHT beschraenkt, der switch steht auf 0.
    D.h. , daß Apps diesen Mechanismus nutzen können.

    Will man verhindern, daß dieser Ad-Tracking Mechanismus benutzt wird, muss der Switch auf 1 sein. Daß heisst, es ist ein Blacklist Mechanismus...

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  6. von Simon am 12.10.2012 (23:11 Uhr)

    Na, und? Was für eine künstliche Aufregung! Es wird anonym gesendet!

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  7. von Andreas am 13.10.2012 (13:24 Uhr)

    Na so geheim war das ja nicht. Ich hatte irgendwo schon in der Metaphase darüber gelesen. Immerhin kann man selbst Einfluss drauf nehmen.

    Ganz und gar kein Grund, deswegen das Update nicht durchzuführen. Die positiven Features gerade im datenschutzbereich überwiegen meiner Meinung nach deutlich. Und die maps und insbesondere die Turn-by-Turn navi finde ich persönlich Top.

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  8. von Christina am 13.10.2012 (14:35 Uhr)

    "[...]welche App der Nutzer verwendet und was er im Web betrachtet."

    Ernsthaft? Also nicht das einfach Tracking per (Flash-)Cookie und Co, sondern im OS integriertes Tracking, auf welchen Seiten man surft?
    Fände ich bisschen heftig...

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  9. von Till am 13.10.2012 (20:49 Uhr)

    Anonym. Abschaltbar.
    Wo genau ist jetzt das Problem?
    Ist doch besser als Google und co. (wobei mich das auch nicht juckt).

    Apple-Jünger und stolz drauf!

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