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iPad Pro im t3n-Test: Überzeugt das Riesen-Tablet?

iPad Pro im t3n-Test: Überzeugt das Riesen-Tablet?

Das iPad Pro ist nicht nur das größte iPad bisher, sondern auch das teuerste. Kann das Gerät auch Nicht-Designer überzeugen? Wo liegen die Besonderheiten und was hat es mit dem Hype um den Stylus namens Apple Pencil auf sich? Das und mehr erfahrt ihr im t3n-Test.

iPad Pro im t3n-Test: Überzeugt das Riesen-Tablet?

Foto: Apple

Mit dem iPad Pro hat sich Apple gleich von mehreren Ansprüchen verabschiedet. Zum einen ist da dieses riesige Display, das so gar nicht zu der Ansage passt, dass mehr als zehn Zoll für diese Geräteklasse einfach nicht praktikabel sind.

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Das neue iPad Pro ist in Deutschland bereits erhältlich. (Foto: t3n)

Zum anderen bietet das Unternehmen mit dem Apple Pencil einen Stylus an, der bei Apple ebenfalls lange verpönt war. Dazu kommt noch eine optionale Tastatur. Das alles zusammen genommen, wirft die Frage auf, ob Apple mit dem iPad Pro den Laptop ersetzen kann oder will.

Riesig und erstaunlich leicht

Nimmt man das iPad Pro erstmals in die Hand, fällt nicht nur das wirklich große Display auf, sondern man ist unweigerlich ob des geringen Gewichts überrascht. 12,9 Zoll misst der Screen und das iPad Pro ist insgesamt 306 mal 220 mal sieben Millimeter groß. Mit einem Gewicht von rund 720 Gramm wiegt das iPad Pro ungefähr so viel wie das erste iPad, das Apple auf den Markt brachte.

Das iPad Pro ist für seine Größe erstaunlich leicht. (Foto: Apple)
Das iPad Pro ist für seine Größe erstaunlich leicht. (Foto: Apple)

Das Display des iPad Pro

2.732 mal 2.048 Pixel mit einer Pixeldichte von 264 Pixeln-pro-Zoll (ppi) auf 12,9 Zoll – beeindruckende Specs für einen Tablet-Screen. Generell kann das Display des iPad Pro durchaus überzeugen – sowohl beim Kontrast als auch bei der Darstellung natürlicher Farben. Ebenfalls positiv macht sich die Blickwinkelstabilität des Displays bemerkbar. Weniger offensichtlich, aber dennoch erwähnenswert ist die Bildaktualisierungsrate, die sich variabel an die Nutzung anpasst. Das iPad Pro erkennt, was aktuell auf dem Screen passiert und passt die Aktualisierungsrate entsprechend an. Das soll laut Apple unter anderem der Akkulaufzeit zu Gute kommen.

Das Display besticht nicht nur durch seine 12,9 Zoll, sondern auch die Darstellungsqualität. (Foto: Apple)
Das Display besticht nicht nur durch seine 12,9 Zoll, sondern auch die Darstellungsqualität. (Foto: Apple)

Unter der Haube

Das iPad Pro setzt auf eine performantere Version des A9-Prozessors, der sich in iPhone 6S und iPhone 6S Plus findet. Der A9X mit zwei Kernen soll 1,8 mal so schnell sein, wie der A8X des iPad Air. Grafisch soll das iPad Pro gar doppelt so schnell unterwegs sein wie das Air. Der Arbeitsspeicher ist mit vier Gigabyte ausreichend bemessen. Der Akku soll nach Herstellerangaben rund zehn Stunden bei gemischter Nutzung halten. Einen ungewöhnlichen Weg geht Apple beim Thema Sound, denn das iPad Pro verfügt über vier Lautsprecher, die für einen passablen Stereoeffekt sorgen. Je nachdem, wie der Nutzer das iPad Pro hält, werden die Kanäle automatisch den passenden Speakern zugeordnet.

Überzeugend: Der Apple Pencil

Als optionales Zubehör für das iPad Pro ist der Apple Pencil erhältlich, der insbesondere mit seiner Präzision glänzt. Bei der Nutzung ist so gut wie keine Latenz erkennbar. Styli leiden oft darunter, dass man das Gefühl hat, die Linie, die man auf dem Bildschirm zeichnet, würde dem Stylus folgen. Nicht so auf dem iPad Pro – in Verbindung mit dem Apple Pencil fühlt es sich fast genau so an, als würde man mit einem normalen Stift auf Papier schreiben oder zeichnen.

Mit dem Apple Pencil spricht das Unternehmen besonders Designer und andere Kreative an. (Foto: t3n)
Mit dem Apple Pencil spricht das Unternehmen besonders Designer und andere Kreative an. (Foto: t3n)

Im Gegensatz zu Styli mit Bluetooth, merkt das iPad Pro laut Apple, wenn sich der Stylus in der Nähe des Displays befindet, und scannt die Berührung 240 mal pro Sekunde. Es stehen außerdem Sensoren zur Verfügung, die den Druck und den Winkel messen, so dass sich unterschiedlich dicke Linien zeichnen lassen und der Nutzer gar schraffieren kann. In den Händen eines Grafikers wird die Kombination aus Tablet und Stylus so zu einem nützlichen Werkzeug, aber auch Menschen mit weniger Begabung haben unserer Erfahrung nach großen Spaß daran, mit dem Apple Pencil zu schreiben oder zu malen. Der Apple Pencil schlägt mit rund 110 Euro zu Buche.

Tastatur im Smart Cover als Zubehör

Für das iPad Pro bietet Apple darüber hinaus eine Tastatur an. Diese konnten wir während einer Präsentation lediglich mit US-QWERTY-Layout testen, da die deutsche QWERTZ-Version noch nicht bereit stand. Das Keyboard-Cover folgt der Ästhetik des Smart Covers – nur dass eben ein Teil davon eine Tastatur beinhaltet. Die Tastatur ist mit einer Beschichtung überzogen, die die Tasten beispielsweise vor Flüssigkeiten schützt, die aber auch dafür sorgt, dass das Schreiben auf dem Keyboard anfangs gewöhnungsbedürftig ist.

Das Smart Keyboard des iPad Pro verbirgt sich im Smart Cover. (Foto: t3n)
Das Smart Keyboard des iPad Pro verbirgt sich im Smart Cover. (Foto: t3n)

Der Preis für das Smart Keyboard ist mit rund 180 Euro recht üppig. In naher Zukunft dürften allerdings auch einige kompatible Tastaturen von Drittherstellern auf den Markt kommen, denn Apple hat die Schnittstelle, die sowohl Strom als auch Daten überträgt, für die Anbindung geöffnet.

iPad Pro als Laptop-Ersatz

Nutzt man das Smart Keyboard, könnte man meinen, man hätte in Kombination mit der Rechenpower und dem großen Display eigentlich alles, um seinen Laptop zu ersetzen. So fest und sicher sich die Kombination aus iPad Pro und Smartk Keyboard auf dem Schreibtisch präsentiert, so ungünstig funktioniert sie auf dem Schoß. Wer also keine feste Unterlage in der Nähe hat, wird seinen Laptop schnell vermissen.

Ein weiterer Aspekt, der darauf hinweist, dass das iPad Pro einen Laptop nicht komplett ersetzen kann: die Software. iOS 9 ist eben ein mobiles Betriebssystem. Zugegeben: das mit iOS 9 eingeführte Multitasking, bei dem sich zwei Apps gleichzeitig nebeneinander nutzen lassen, funktioniert auf dem iPad Pro grandios. Allerdings dürfte manchem Nutzer in mancher Situation schlicht die Power fehlen. Außergewöhnlich rechen- oder speicherintensive Anwendungen besonders im professionellen Umfeld dürften selbst den A9X-Prozessor in Kombination mit dem zur Verfügung stehenden Flash-Speicher (maximal 128 GB in der größten Version) in die Knie zwingen.

Auch Gamer kommen dank des Displays auf ihre Kosten. (Foto: Apple)
Auch Gamer kommen dank des Displays auf ihre Kosten. (Foto: Apple)

Es kann durchaus sein, dass sich das iPad Pro für einige Nutzer tatsächlich als Laptop-Ersatz eignet, allerdings ist das sehr individuell und davon abhängig, was man normalerweise wo genau mit seinem Laptop erledigt.

Fazit

Rein von der Leistung ist das iPad Pro aktuell der Marktführer. Der A9X sorgt dafür, dass das Tablet überaus schnell und flüssig arbeitet – selbst bei so rechenintensiven Vorgängen wie dem Rendern von 4K-Videos. Die Vor- und Nachteile des 12,9 Zoll großen Displays liegen auf der Hand: die Mobilität leidet, dafür profitieren fast alle Nutzungsszenarien von dem Mehr an Übersicht.

Aktuell dürfte das iPad Pro besonders kreativ tätige Menschen ansprechen. Der wirklich gelungene Apple Pencil in Kombination mit den Druck- und Winkelsensoren sowie dem großen und qualitativ hochwertigen Screen sprechen für sich. Auch Film-Fans und Gamer können sich sicher besonders für das Display begeistern, sofern sie bereit sind, den Preis für das iPad Pro zu berappen. In der kleinsten Version kostet das Tablet 899 Euro, in der vollausgestatten Fassung 1.229 Euro.

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4 Antworten
  1. von BenRaim am 18.11.2015 (18:28 Uhr)

    Wichtig wäre noch zu wissen ob XCode auf dem Gerät läuft.

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    • von graetz am 19.11.2015 (02:31 Uhr)

      Nein läuft nicht drauf. Dafür ist da iPad nicht gedacht. Wer unterwegs Office, Email und Web braucht, der braucht kein Notebook mehr. Software-Entwickler sind so gesehen kein Massenmarkt und nicht die Zielgruppe für iPads. Auch nicht für das Pro.

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      • von E. am 19.11.2015 (15:10 Uhr)

        Aber es sind die Leute die es eigentlich kaufen müssten, weil sie testen müssen ob es auch wirklich läuft.
        ...und da es auch noch Pro heisst.
        Aber zum Swift spielen, also eine Art Playground, dafür wird es bestimmt ne App geben. :)

        Dennoch. Das iPad Pro empfinde ich als wirklich viel zu riesig.

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      • von graetz am 19.11.2015 (18:57 Uhr)

        Um Apps zu testen, muss doch nicht XCode auf dem Gerät laufen. Ich teste ja auch meine Apps drauf - die dann genau für die Zielgruppe eines iPad Pros konzipiert ist.

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