Foxconn verschärfte Qualitätsvorgaben und erhöhte Produktionsdruck
Apple hat für sein iPhone 5 einiges an Kritik einstecken müssen: Fehlerhaftes Kartenwerk, nicht eingehaltene Lieferzeiten und vor allem die vielfach beschädigten Gehäuse brachten viele Nutzer auf und sorgten für Negativ-Presse. Im Anschluss sollen Apple und Foxconn noch striktere Qualitätsvorgaben an die Arbeiter weitergegeben und die Toleranzen auf 0,2mm reduziert haben, wie CLW mitteilt. Weitere Kratzer und Dellen sollten unbedingt vermieden werden.
Diese hohen Anforderungen konnten von den zumeist ungelernten Arbeitern nicht mehr erfüllt werden, zumal auch der Zeitdruck stetig stieg: Die täglichen Arbeitszeiten wurden verlängert und Mitarbeiter sollten auch an Wochenenden und Feiertagen an der Produktion des iPhone 5 arbeiten. Dieser gewaltige Druck mündete nun in weiteren Schlägereien und einem Streik der Arbeiter. Schon gestern seien Qualitätskontrolleure in einem der Werke angegriffen worden – das Foxconn-Management habe dies aber komplett ignoriert.
Die extreme Nachfrage nach dem iPhone 5 in Verbindung mit den Negativmeldungen zu Gehäuse-Beschädigungen führt aktuell zu einem enormen Druck, den vor allem die Arbeiter in den Foxconn-Werken zu spüren bekommen. Schon lange ist Foxconn wegen unsäglicher Arbeitsbedingungen in der Presse – Anfang des Jahres drohten gar 300 Arbeiter mit Massen-Selbstmord. Der aktuelle Streik wird nun hoffentlich zu einigen Verbesserungen für die Mitarbeiter führen, auch wenn sich die Lieferzeiten dadurch weiter verzögern, was ein vergleichsweiser geringer Preis ist.
UPDATE: Wie AppleInsider berichtet, bestreitet Foxconn die Meldung von CLW, dass es im Werk einen Streik gebe und die iPhone 5-Produktion lahm gelegt worden sei: "The Taiwan-based company admitted there were two "brief and small" disputes earlier this month, however the quarrels were "immediately addressed and measures taken, including providing additional staff for the lines in question." Es scheint zum aktuellen Zeitpunkt noch schwierig, den Wahrheitsgehalt der beiden widersprüchlichen Meldungen zu erfassen.
Weiterführende Links
- Large-scale Strike of iPhone 5 Production Lines at Foxconn’s Zhengzhou Factory - China Labor Watch
- Foxconn im Schatten der CES: Mitarbeiter drohen mit Massen-Selbstmord - t3n.de
- iPhone 5: Berichte über Kratzer und Abnutzungen häufen sich - t3n.de
Foto (klein): Yutaka Tsutano / flickr.com CC BY 2.0)









von Robert Hartung via facebook 06.10.2012 (07:01Uhr) 1.
So teuer wie die iPhones sind, müsste da ja alles aus Gold sein ;-)
von Sascha 06.10.2012 (07:23Uhr) 2.
Wieso wird in Verbindung ast ausschließlich Apple erwähnt? Erhoffen sich die Redakteure mehr Leser, mehr Clicks, mehr Werbeeinnahmen? Die Antwort kenne ich schon :-)
Aber guter Journalismus sollte nicht nur von Werbeeinnahmen abhängig sein.
Nebenbei, Foxconn areitet oder hat u.a. für diese Großkunden:
Acer (Taiwan)
Amazon.com (USA)
Apple Inc. (USA)
Cisco (USA)
Dell (USA)
Hewlett-Packard (USA)
Intel (USA)
Microsoft (USA)
Motorola Mobility (USA)
Nintendo (Japan)
Nokia (Finnland)
Sony (Japan)
Toshiba (Japan)
Vizio (USA)
Schönes Wochenende,
Sascha
P.S.: was mich wirklich aufregt ist die missbräuchliche Benutzung des Begriffs 'Olympiade'.
von Yvonne Ortmann 06.10.2012 (07:31Uhr) 3.
@Sascha: Apple wird deshalb besonders erwähnt, weil es hier speziell um die Produktion des iPhone 5 geht!
von Sascha 06.10.2012 (07:54Uhr) 4.
@Yvonne: Ich werde aber das Gefühl nicht nicht los, dass es nie Headlines geben wird wie 'Keine Dell Business Laptops wegen Massenschlägerei' oder 'Foxconn ruiniert Weihnachten - Spielekonsole xyz wird wegen Streik nicht produziert' :-)
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