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Das iPhone 5s im t3n-Test: So gut ist Apples Smartphone wirklich

    Das iPhone 5s im t3n-Test: So gut ist Apples Smartphone wirklich

Das iPhone 5s. (Foto: Dennis Wisnia)

Das iPhone 5s ist kein großer Sprung, sondern nur eine behutsame Weiterentwicklung des iPhone 5. Oder steckt doch mehr dahinter? Wir haben das Gerät ganz genau unter die Lupe genommen.

Seit knapp zwei Wochen besitze ich nun ein iPhone 5s. Für mich ist alles neu: das größere Display, das geringere Gewicht und das flachere Alu-Gehäuse. Alles Neuerungen, die zwar schon das iPhone 5 mitbrachte, ich aber hatte vorher ein iPhone 4S. Eine gewaltige Verbesserung. Hinzugekommen beim 5s sind außerdem der Fingerabdrucksensor, der Doppelblitz und andere Farben – zumindest sind das die äußeren Veränderungen.

Das iPhone 5s (Foto: Dennis Wisnia)
Das iPhone 5s. (Foto: Dennis Wisnia)

Richtig spannend wird es allerdings im Inneren. Das 5s hat Apples A7-Prozessor und den M7-Motion-Koprozessor bekommen. In der täglichen Benutzung merkt man schon, dass das 5s wesentlich schneller ist. Apps starten sofort und man hat keine Wartezeiten mehr. Das 4S war sicher nicht langsam, aber man merkt halt doch, dass es schon zwei Jahre auf dem Buckel hat.

Das Display des iPhone 5s

Das Display ist gegenüber dem iPhone 5 unverändert. Für mich als bisherigen iPhone-4S-Nutzer macht es aber schon einen Unterschied. Zuerst fällt auf, dass es größer ist. Immerhin sind es nun vier statt 3,5 Zoll. Allerdings ist das Display nur in der Höhe gewachsen, sodass das iPhone selbst nicht größer wirkt. Ich war anfangs skeptisch, ob diese Display-Verlängerung um knapp einen Zentimeter wirklich etwas bringt, aber nach längerer Benutzung muss ich sagen: absolut! Man sieht bei Apps jetzt mehr vom Inhalt, da die Navigationselemente prozentual nicht mehr so viel Platz vom Display einnehmen. Bei anderen Apps, besonders bei Spielen, merke ich aber keinen Unterschied. Ob da das Bild nun etwas breiter ist, ist mir völlig egal. Gut ist das neue Bildschirmformat auch zum Filmegucken. Wenn man also mal ein YouTube-Video im Vollbild guckt, hat man keine schwarzen Balken mehr oben und unten. Für längere Filme ist das Display aber zu klein, da nutzt man lieber ein iPad oder einen Computer.

Das Display selbst ist jetzt direkt in das Deckglas integriert, vorher war etwas Luft zwischen Display und Deckglas. So ist der Bildschirminhalt jetzt näher am Gesicht des Nutzers. Das wurde von vielen Seiten gepriesen, mir persönlich aber fällt das nicht besonders auf. Es soll es wohl für weniger Reflexionen sorgen, ist mir jetzt aber nicht positiv oder negativ aufgefallen. Allerdings reflektiert bei dem grauen Herbstwetter sowieso nicht viel. Der Sommer wird zeigen, ob es besser ist. Ein wenig stört mich aber, dass das Display nicht bis zum Gehäuserand geht. Man hat auf beiden Seiten einen etwa drei Millimeter breiten, schwarzen Rand.

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Fingerabdrucksensor: Touch ID

Hier kann man sehr schön den neuen Home-Button mit eingebauten Touch-ID-Fingerabdrucksensor sehen. (Foto: Dennis Wisnia)
Hier kann man sehr schön den neuen Home-Button mit eingebauten Touch-ID-Fingerabdrucksensor sehen. (Foto: Dennis Wisnia)

Touch ID heißt der Fingerabdrucksensor, der im Home-Button eingebaut ist. Man denkt sich zuerst: „Nettes Gimmick, aber brauchen wird man das sicher kaum.“ Aber das Gegenteil ist der Fall. Es ist so genial, das iPhone mit einem Finger entsperren zu können. Endlich kein nerviges Eintippen der PIN mehr. Das vermisse ich bei meinem iPad am meisten. Und es funktioniert richtig gut.

Um die Funktion zu nutzen, drückt man wie immer auf den Homebutton um das iPhone aufzuwecken. Anstatt nun zum Display zu Greifen und die Entsperr-Geste auszuführen, lässt man den Finger einfach auf dem Home-Button liegen (gedrückt halten muss man ihn dabei nicht). In weniger als einer Sekunde wird der Fingerabdruck erkannt und das iPhone entsperrt. Aufpassen muss man nur, wenn man feuchte Finger hat, dann funktioniert das Ganze nämlich nicht. Es könnte vielleicht noch einen Tick schneller gehen, aber das ist schon Jammern auf höchstem Niveau. Es ist in jedem Fall wesentlich schneller als eine PIN einzugeben. Ich muss ja gestehen, dass ich mein 4S so eingestellt hatte, dass es nur alle 15 Minuten nach der PIN fragt. Es war mir einfach zu nervig, sie jedes Mal einzugeben. Das war natürlich nicht sicher. Mit Touch ID brauche ich das jetzt nicht mehr (geht übrigens auch gar nicht, Touch ID wird immer abgefragt). Einfach Finger auflegen und gut ist. Das funktioniert auch für Käufe im App-Store.

Wie schon bewiesen wurde, kann man den Touch-ID-Sensor mit einem Abdruck eines Fingers ziemlich leicht austricksen. Aber dafür muss man schon gehörigen Aufwand betreiben. Wenn jemand dazu bereit ist, wärt ihr auch ohne Touch ID nicht sicher, denn es gibt immer Wege, an eure Daten zu kommen. Touch ID schützt aber zuverlässig gegen neugierige Kollegen, Freunde und den gemeinen Taschendieb.

Eine PIN, beziehungsweise ein Passwort, muss man aber trotzdem einrichten, wenn man Touch ID verwendet. Intern basiert das ganze System nämlich immer noch auf diesem Prinzip. Touch ID ist nur ein komfortabler Weg, ein Passwort einzugeben. Deshalb sollte man es auch entsprechend komplex wählen, also keine vierstellige PIN, sondern etwas alphanumerisches – aber vielleicht auch nicht zu schwer zu merken, denn manchmal muss man das Passwort eben doch eingeben, beispielsweise, wenn man das iPhone aus- und wieder einschaltet.

Kleiner Tipp am Rande: Im Netz kursieren Anleitungen, wie man mehr als fünf Finger mit Touch ID nutzen kann. Dazu werden beim Anlernen der Abdrücke einfach munter die Finger durchgewechselt. Eine ganz schlechte Idee! Erstens erkennt das iPhone dann eure Finger nicht mehr in jeder Lebenslage und zweitens ist das System dadurch sehr viel weniger sicher. Wer keine Lust hat, den Fingerabdrucksensor zu nutzen, muss das auch nicht. Man wird zwar bei der Einrichtung gefragt, kann das aber auch überspringen und wird danach nicht mehr belästigt.

Apple A7 kommt mit 64 Bit: Brauche ich das?

Das 5s ist das erste Smartphone mit einem 64-Bit-ARM-Prozessor. Bringt das irgend etwas? Nein. Heute bringt es nichts. Apple baut das nur jetzt schon ein, um für die Zukunft gerüstet zu sein. 64 Bit braucht man, damit man mehr als vier Gigabyte RAM nutzen kann. Das 5s kommt allerdings nur mit einem Gigabyte. Bis es iPhones mit mehr als vier Gigabyte RAM gibt, vergehen sicher noch einige Jahre. Warum also jetzt schon? Apps werden in den nächsten Monaten und Jahren neben 32 Bit zusätzlich 64 Bit unterstützen. Irgendwann wird Apple dann nur noch Apps in den App-Store lassen, die auch 64 Bit unterstützen. Später kann Apple dann ein iPhone bauen, das nur noch 64 Bit unterstützt. Dann kann der Konzern den 32-Bit-Teil des Prozessors weglassen und den dadurch gewonnenen Platz für anderes nutzen, beziehungsweise den Chip kleiner, also energiesparender, machen. So entsteht ein weicher Übergang für alle. Zusätzlich können Entwickler Erfahrungen mit 64 Bit sammeln, sodass es später keine Probleme mehr gibt. Doch keine Sorge: 32-Bit-Apps laufen unverändert auf dem iPhone 5s, da der Prozessor auch wie gehabt einen 32 Bit-Teil enthält. Man kann also seine alten Apps weiter nutzen.

Von hinten bis auf die Farben unverändert. (Bild: Dennis Wisnia)
Von hinten bis auf die Farben unverändert. (Bild: Dennis Wisnia)

Als Nutzer merkt man keinen Unterschied, ob eine App nun 32 oder 64 Bit nutzt. Das muss den Nutzer auch gar nicht interessieren. Unverständlich ist, warum Apple so offen mit der 64-Bit-Unterstützung wirbt, wo man doch keine direkten Vorteile als Nutzer davon hat. Dazu kommt, dass die wenigsten Nutzer überhaupt wissen, was ein 64-Bit-Prozessor ist. Vielleicht wollte man nur medienwirksam darauf hinweisen, dass man der erste Hersteller ist, der so etwas nutzt, bevor andere Hersteller, speziell Samsung, damit früher rauskommen.

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10 Reaktionen
ChriMi
ChriMi

Danke für das Update. Ich bin echt am Überlegen, mein 4S in Rente zu schicken und das 5S zu erwerben. Das Aufzeichnen von Bewegungsdaten sowie der Fingerabdruck Home-Button sind meine persönlichen Highlights. Mit den Empfangs- und Sendeeigenschaften muss ich vorher noch testen, im Büro zu Hause habe ich mit dem 4S doch einige Empfangsprobleme.

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Sebastian Düvel
Sebastian Düvel

So, Update zur Sprachqualität ist jetzt drin.

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Sebastian Wagner

Toller Artikel, der endlich mal mehr in die Tiefe geht als die sonstigen 5s Berichte, die man so kennt.

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ChriMi
ChriMi

*g* - Danke :-)

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Sebastian Düvel
Sebastian Düvel

@ChriMi: Telefonieren ist voll 90er, aber extra für dich werde ich das am Wochenende noch testen. :-)

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MaxK
MaxK

"Im Vergleich zu vielen Android-Smartphones hat das 5s weniger Funktionen, allerdings muss ich man sich selbst fragen, ob man die denn unbedingt braucht."

Ihr entdeckt es schon ;-)

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ChriMi
ChriMi

Hi,
Danke für den Artikel. Leider konnte ich aber nichts über die Telefonqualität lesen. Wurden diese gegenüber dem 4S verbessert (Empfangs/Sendequalität)? Hatte jetzt mal länger einen Vergleich mit einem BB Q10 und da wäre ich fast soweit gewesen, fürs telefonieren nur noch das Q10 zu verwenden.

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Gustave
Gustave

Danke für den ausführlichen Test. Steige in den nächsten Tagen ebenfalls vom 4s auf das 5s um und bin nun noch mal bestärkt in meiner Entscheidung.

Dass das 4s hinsichtlich der Geschwindigkeit mittlerweile in die Jahre gekommen wäre kann wohl wirklich niemand behaupten (vor allem nicht in Hinblick auf die ruckelnden Konkurrenz-Smartphones... ). Bei der täglichen Nutzung gibt es aber doch immer mal wieder Bereiche (öffnen / schliessen / wechseln von Apps) in denen die Bedienung ein wenig träge wirkt. Vielleicht ist man aber auch verwöhnt von dem Wow-Effekt in der ersten Zeit der Nutzung (vor allem wenn man wie ich von Android zu iOs wechselte.) Da war erstmal alles unglaublich schnell.

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Sebastian Düvel
Sebastian Düvel

@Robert: Das ist völlig korrekt was du schreibst, allerdings ist der Performance-Gewinn dadurch eher zu vernachlässigen. Ja, er ist vorhanden, aber eher mess- als spürbar. Wollte das nicht unnötig verkomplizieren. :-)

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Robert Hartung

"64 Bit braucht man, damit man mehr als vier Gigabyte RAM nutzen kann. "

Das ist wohl war, aber man darf eins nicht vergessen: 64 Bit bedeutet auch die Wortlänge des Prozessors. Somit kann man in einem Datenwort nun viel mehr unterbringen nämlich zuerst mal zwei 32 bit Worte. Bei einem Speicherzugriff holt man also unter Umständen 2 Worte.

Außerdem kann in einem 64 Bit wort z.B. die Addition von Zahlen (zwei 32 bit worte) zusammengefasst werden. Man spart teure Speicherzugriffe und Energie.

Also da steckt mehr dahinter, als nur > 4 GiB RAM. Leider ist das für den regulären Kunden wohl uninteressant ;)

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